Hispanophobie – Islamophobie

Wednesday, December 10, 2008
Von Martin Riexinger

Den einzig originellen Beitrag zur Debatte über die “Antisemitismus-Islamophobie” Tagung am Zentrum für Antisemitismus forschung hat Hannes Stein geliefert:

Doch nun mein Gedankenexeperiment, das eher ein böser Science-fiction-Roman ist. Ich bitte schon im Voraus meine katholischen Freunde um Verzeihung, wenn ich ihre religiösen Gefühle verletze.
Also: Angenommen, in Lateinamerika hätte sich—ausgelöst etwa durch die Gebietsverluste, die Mexiko im Krieg von 1846 gegen die USA erlitten hat—eine besonders rabiate Form der Marienverehrung herausgebildet, die rüde antisemitisch ist, deren extremste Anhänger sich das Recht vorbehalten, Abtreibungskliniken dem Erdboden gleichzumachen und Selbstmordanschläge auf protestantische Gottesdienste verüben.
Nehmen wir ferner an, dass die Anhänger jenes katholischen Marienkultes die USA fundamental ablehnen, da es sich hier ja eindeutig um einen Staat handelt, der auf einer protestantisch-jüdisch-freimaurerischen Verschwörung basiert. [...]
Aber immerhin 37 Prozent der jungen Leute bekennen sich prinzipiell zum “Marianismus”. Und eine Minderheit innerhalb dieser Minderheit—13 Prozent der Jugend—erklärt offen, dass sie die Terroristen bewundert.
Gewiss würde der Ku-Klux-Klan sich dann in seiner rassistischen und antikatholischen Weltanschauung bestätigt fühlen. Vermutlich gäbe es Gegenterror. Finstere Hillibillies mit Schrotflinten würden völlig unschuldige Mexikaner überfallen. Aber wäre der “Marianismus” nicht trotzdem eine echte Gefahr? (Und was würde die katholische Kirche dazu sagen?)

Ja, dann hätten wir in der Tat ein Problem, dies ändert aber an folgenden Sachverhalten nichts[1]:

  1. Dass Hispanophobie ohne Marianismus existiert, was u.a. dazu führte, dass die Hispanics jetzt wieder ganz überwiegend die Demokraten wählen (1, 2).
  2. Dass der führende Ideologe der Hispanophobie, Mekka und Medina mit Atombomben ausradieren will.
  3. Dass eben dieser führende Ideologe in Deutschland in der einschlägigen Pöbelecke gefeiert wird, obwohl es deren Betreibern angeblich nur um Islamkritik, nicht um Rassismus geht.

  1. http://www.pi-news.net/index.php?s=Tancredo
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