Conversion of Convenience

Wednesday, December 10, 2008
Von Martin Riexinger

Skandal im indischen Bundesstaat Haryana. Der ehemalige stellvertretende Chief Minister ist zum Islam übergetreten. Eigentlich müssten sich die ‛ulamā’ darüber freuen. Tun sie aber nicht, denn die Konversion dient einzig und allein dem Zweck. Er hat sich in die stellvertretende Hauptstaatsanwältinn des Staates verliebt, und nahm sie, die ebenfalls konvertierte, als zweite Frau. Die Rechtsgelehrten erließen stattdessen eine Fatwa:

The ‘fatwa’ has been issued against Chand Mohammed, the new name that Chander Mohan acquired after converting to Islam, Muslim religious leaders said here Wednesday.

Habib-ur-Rehman, shahi imam of the Jama Masjid at Fieldganj here, said the marriage of Chand Mohammed to Fiza (earlier Anuradha Bali) was a “fraud”.

“He has done a wrong thing and this will not be accepted in Islam. No one can convert to Islam just to get married. The fatwa has been issued to caution Muslims against having anything to do with him. He should be socially boycotted,” Rehman said here.

Rehman said Chander Mohan should be booked by the Haryana government for his illegal marriage and put behind bars.

Man kann ihnen kaum verdenken, dass sie unseriöse Konversionen nicht akzeptieren. Aber jede Änderung am Muslim Personal Law, dessen Existenz solchen Unfug möglich macht, wird gerade von ihnen vehement bekämpft.

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2 Responses to “Conversion of Convenience”

  1. Auch wenn ich die Intention der Fatwa verstehe, streng genommen können sie ihm die Konversion nicht absprechen. Das ist ne Sache zwischen Gott und dem Menschen.
    Aber in der Geschichte hat es natürlich solche Fatwas oft gegeben und sie können auch sozial Stimmung machen.
    Man denke da an Ibn Taymiya und die Mongolen.

    #51864
  2. Die Sache muss weiter verfolgt werden, denn die Sache ist in Indien natürlich keine Angelegenheit zwiischen Gott und Mensch allein, sondern wegen der umstrittenen Frage des MPL politisch hochbrisant.

    Die Mongolenfatwa von Ibn Taimiyya ist in der Tat so eine Sache. Während er den konvertierten Mongolen vorwarf, dass sie ihre Angelegenheiten nach der yasa regeln, hatte er bei seinen mamlukischen Herren nie etwas dagegen einzuwenden.

    #51869

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