Schokolade und Politik
Wer öfters mal “beim Türken” einkauft, der kennt die Firma Ülker, die pappige Süßwaren und köstliche Sesamstangen herstellt. Der türkischen Armee war die Firma nie geheuer, da sie deren Besitzer als herausragende Vertreter des islamisch orientierten “grünen Kapitals” betrachtet. Nach dem sogenannten “postmodernen Putsch” vom 28.2.1997 fand sich die Firma daher auf einer Liste von Firmen wieder, deren Produkte vdie Armee nicht anschafft. Für Ülker war dies wohl ein herber Schlag, weswegen sich die Firma bemühte, bei der Elite gut Wetter zu machen, etwa, indem sie das “Zentrum für eurasische strategische Studien” (ASAM) finanziell unterstützte. In diesem Thinktank sind vor allem Diplomaten und Offiziere im Ruhestand aktiv, er fungiert außerdem als ideologisches Bindeglied zwischen Rechtsnationalisten und Kemalisten und tut sich durch antiarmenische Propaganda hervor[1]. Der EU gegenüber ist diese Institution feindlich eingestellt. Anscheinend hält man bei Ülker diese ideologische Ausrichtung zusehends für eine Belastung, schließlich möchte man auf dem europäischen Markt expandieren (wie kürzlich mit dem Erwerb der belgischen Pralinenmarke Godiva geschehen). Ülker stellt daher die Unterstützung für ASAM ein, und gründet daher einen eigenen Thinktank, der die EU-freundliche Politik der Regierung unterstützen soll.
In diesem Sinne: afiyet olsun!
(Quelle)
- http://www.asam.org.tr/tr/index.asp; http://www.eraren.org/ ⇧

