“Tod Israel”

Sunday, January 18, 2009
Von Stefanie Galla

Wer in den letzten Wochen die Rufe von Demonstranten nach dem „Tod Israels“ gehört hat, dem muss es eiskalt über den Rücken laufen. Mir zumindest ergeht es so. Gern wird behauptet, das richte sich „nur“ gegen Israel und seine Politik und Kritik müsse doch erlaubt sein. Wer diese gruppendynamischen Hass beobachtet hat, muss blind sein, wenn er denkt, der Hass mache vor den Menschen halt. Spätestens bei den Übergriffen auf Menschen, die ihre Solidarität mit Israel zeigen wollen, ist klar, der Hass richtet sich auf alle, die Israel verteidigen wollen. Auf unseren Straßen wütet ein antisemitischer Mob.

Menschen die jahrelang den Slogan riefen, keinen Fußbreit den Faschisten, reihen sich in diesen Mob ein. Es ist nicht glaubhaft, dass es diesen darum geht, generell einen Krieg abzulehnen. Denn wer sich mit Menschen solidarisiert, die „Tod Israel“ rufen, kann keinen Frieden durch Reden und gemeinsames Teetrinken wollen. Zu behaupten, man sei gegen Gewalt und sich in einer Menge zu befinden, die „Tod Israel“ ruft, ist nichts anderes als Heuchelei. Wer Gewalt ablehnt, muss von Rufen nach dem „Tod“ angewidert sein. Wer dennoch mitmacht muss sich klar sein, was er da tut. Er reiht sich unter Menschen, die blanken Antisemitismus ausleben auf unseren Straßen.

Unabhängig davon, wie man persönlich die Situation in Gaza bewertet, auffallen muss jedem, dass es in Deutschland ohne Polizeischutz nicht mehr möglich ist, seine Solidarität mit Israel zu zeigen. Dass unsere Straßen von denen beherrscht werden, die Israel den Tod wünschen. Wer für Pluralismus, Meinungsfreiheit und ein friedliches Miteinander steht, den muss dies im höchsten Maße besorgen.

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