“Was hält die Menschen zusammen?”
wurden türkische Studenten gefragt:
Für 35.4% sind es Blutsbande[1] und Verwandtschaft, 22.6% die Menschheit, für 17.7% die Religion, für 11.9% ideologische Bande, für 8.2% landsmannschaftliche Bindungen (hemşehrilik). Mich wundert, dass nicht nach der Nation gefragt wurde, aber auch, dass hemşehrilik selbst unter Studenten für eine signifikante Minderheit von Belang ist[2].
45.2% stimmen ganz, 23.8% teilweise der Frage zu, ob man jemanden mit anderer Religionszugehörigkeit heiraten dürfe. Was sich hinter der teilweisen Zustimmung verbirgt wird leider nicht erläutert. Signifikant ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern. Nur 37.4% der Studentinnen stimmten zu, aber 52.5% der Studenten. Dies reflektiert wohl, dass nach hergebrachter Auffassung Muslime Christinnen und Jüdinnen heiraten dürfen, muslimischen Frauen die Ehe mit Angehörigen der Buchreligionen jedoch untersagt ist. Jemanden aus einer anderen Gruppe zu heiraten ist für weit mehr Studenten akzeptabel (61.7%), jemanden mit einer anderen Rasse (sic! ırk) ebenfalls für weniger als die Hälfte (47.4%). Eine andere politische Auffassung wäre hingegen nur für 10.8% ein Grund gegen eine Ehe. Sehr weise, wenn man sich vor Augen hält, wie unterschiedlich in der Türkei Männer und Frauen wählen.
65.6% gaben an, dass sie sich ihre Auffassung von Angehörigen anderer Kulturen durch eigene Erfahrung gebildet haben, 15.9’% haben sie von der Verwandtschaft übernomnmen, 9% aus den Medien, 6.9 % vom Freundeskreis.
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