Charlotte versteht die Islamische Revolution
Dreissig Jahre seit der Islamischen Revolution im Iran sind Zeit genug, um ausgiebig Bilanz zu ziehen und sich über die Schrecken des politischen Islam klarzuwerden. Dass es auch anders geht, zeigt die Charlotte Wiedemann auf Qantara.de, die genau weiss, dass in Wahrheit alles gar nicht so schlimm ist:
Im Westen begann 1979, nach einem flüchtigen Moment der Faszination, die Islamophobie neuerer Zeit. Die Figur Khomeinis schien dafür wie geschaffen; an den Stammtischen wurde das Wort “Ayatollah” zum Synonym für einen gefährlichen Spinner.
Für meisten westlichen Medien reduziert sich die Revolution bis heute auf die suggestive Macht Khomeinis: Der politische Islam ist nur als Personenkult vorstellbar, die Menschen als fanatisiertes Gefolge. Damit hat sich in der Berichterstattung 1979 ein bis heute wirksames Prinzip etabliert: die Missachtung des Muslims als Bürger, als handelndes, denkendes Subjekt.
Und weil die Achtung des Bürgers bekanntlich ganz oben auf der Prioritätenliste der Islamischen Republik steht, kann Charlotte auch nicht begreifen, warum die Menschen im Iran so resigniert sind:
Bei manchen jungen Leuten spürt man eine geradezu erschütternde Unfähigkeit, sich eine positive Wandlung des Iran aufgrund eigenen Handels vorstellen zu können.
So erschütternd sind sonst nur noch die Texte von Charlotte. Im Iran gibt es andere Möglichkeiten, der grassierenden Islamophobie Herr zu werden: Dort wurden gerade in einem einzigen Monat 60 handelnde und denkende Subjekte hingerichtet.
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Frau Wiedemanns Ansichten über die Islamische Revolution sind offenbar von keiner Sachkenntnis getrübt. Ich kann mich sehr gut an die Berichterstattung über die Ereignisse im Iran erinnern. Ich und viele andere hatten damals große Sympathien für die Aktivisten, die gegen das verhasste Schahregime kämpften. Wir mussten uns jedoch schnell belehren lassen, dass die Revolution von einem außerordentlich brutalen Regime beerbt wurde, das bis zum heutigen Tag sein Unwesen treibt.In diesem Kontext mit dem Islamophobiekonstrukt zu kommen, ist einfach nur blöde.
[...] 7. Februar 2009 at 22:13 | In Geistesgrößen | Charlotte Wiedemann – im Westen werden der Iran und seine Revolution böswillig und mit Scheuklappen betrachtet [...]