Catwalk, verschleiert
Wer erinnert sich noch an den James-Bond-Film “Der Spion, der mich liebte” von 1977? Die Handlung spielt zum Teil in Ägypten. In einer Szene sieht man Haremsdamen, deren Kopf verhüllt ist, ansonsten aber eine aufreizende Kleidung tragen, die so knapp ist wie ein Bikini. Darauf muss man erst einmal kommen. Klar, Verhüllung kann auch die Phantasie stimulieren, wer wüsste das nicht.
Ebenfalls in Ägypten ist nun eine Modelagentur gegründet worden, die ihre Damen verhüllt auf den Catwalk bringt. Dass dies dennoch mit orthodoxer Prüderie wenig zu tun hat, wird auf dem Bild links deutlich. Wie soll man das nennen: Die Prüderie mit ihren eigenen Waffen schlagen?
Die Rechnung dürfte jedoch kaum aufgehen. Denn die Models sind geschminkt, ihr Gesicht ist sichtbar. Und wie sagte doch Sheikh Yousef Abu Sneina, der Imam der al-Aqsa-Moschee: “Make-up ist die Kernursache sozialer Krankheit.”
Verschleierte Models bleiben also eine Marotte der ägyptischen Oberschicht. Dort können die Frauen ihren Schleier auch wieder ablegen, wenn ihnen danach ist. Die Gründerin der Agentur, Yasmin Muhsin, meint dazu: “Es ist das Recht der verschleierten muslimischen Frau, stolz auf sich und davon überzeugt zu sein, dass ihre Verschleierung sie nicht daran hindert, ihr Leben zu leben wie alle anderen.”
Bildnachweis: Alarabiya.net
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