Böser Lefebvre, gute Befreiungstheologie

Friday, February 6, 2009
Von Martin Riexinger

“der henning” blogt für den “Freitag” wider den Ultramontanismus:

Vielmehr zeigt der Artikel[1] auf,dass dieser Papst ein kohärentes Projekt verfolgt, das offensichtlich darauf abzielt die Beschlüsse des zweiten Vatikanischen Konzils Scheibchenweise zu kassieren, und den reaktionären antimodernen und antisemitischen Traditionalisten alle erforderlichen Brücken zu bauen, und zwar ungeachtet der Tatsache, dass die Pius-Bruderschaft eine extrem reaktionäre und zutiefst antisemitische Gruppe ist,die mit Diktatoren und rechtsgerichteten Regimen sympathisiert und ihr Wurzeln im Klerikalfaschismus hat

Gleichzeitig werden die Linkskatholiken der Befreiungstheologie mit aller Härte bekämpft.

Abgesehen davon, dass Vertreter der Befreiungstheologie nie exkommunziert wurden, ist dazu zu bemerken, dass manche von ihnen in Sachen Antisemitismus in nichts nahestehen. Der nicaraguanische Priester , UN-Diplomat und Lenin-Friedenspreisträger Miguel d’Escoto Brockman umarmte den Holocaust-Leugner Ahmadi-Nejad nach seiner Rede vor der UN, war Israel aber vor, in Gaza einen Genozid zu betreiben. Sein Vorwurf, Israel betreibe Apartheid, wurde von jemanden zurückgewiesen, der es wissen muss:

A South African pastor living in Jerusalem called d’Escoto’s comments foolish and insulting, saying that anyone who compares Israeli policies to apartheid does not know what he is talking about.

“It’s an insult to the 40 million black people in South Africa to even remotely equate Israel with the apartheid system,” said Malcolm Hedding, director of the International Christian Embassy Jerusalem, a pro-Israel organization.

Hedding preached against apartheid at his church in South Africa in the 1980s. He told CNSNews.com he was forced to leave his country after being threatened with detention without trial and followed by security police who installed an informant in his congregation.

Of those using the apartheid comparison, he said “these are people that never lived there, never grew up there and know nothing about the system.”

“It’s just convenient to use a highly emotive word like ‘apartheid’ to bash Israel. So he’s a fool. To even make that comparison shows that he knows nothing.”

“der henning” selbst echauffiert sich jedenfalls sehr selektiv über Antisemitismus. In anderen Zusammenhängen gehört er zu den Daswirdmandochmalsagendürfern:

Einen wirklich lesenswerten Aufsatz[2] über die Hintergründe des Kriegs im Gazastreifen liefert Ivesa Lübben vom Averroes Institut für Wissenschaftliche Islamforschung[3]. Hier kann man einiges lernen. So weist die Autorin nach, das ein Großteil der Raketenangriffe die schließlich zur Begründung für den Krieg wurden keineswegs von der Hamas, sondern von anderen Milizen wie den Alqusa Brigaden der PFLP oder Jihad al Islami ausgeführt wurden. Die Kriegsschuld der Hamas lässt sich offenbar empirisch nicht beweisen.

Vielmehr verweist Lübben auf eine Vielzahl Israelischer Verstöße gegen den Waffenstillstand,die der Aufkündigung des Waffenstillstands durch die Hamas vorausgingen. Diese wurden aber von den Medien kaum Wahrgenommen, was einiges über die israel freundliche Selbstzensur der Internationalen Medien aussagt.


  1. http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29658/1.html
  2. http://www.wuala.com/esradil/Blog/hamas.pdf
  3. Wohl eher eine Volkshochschule für islamische Theologie: http://awis-islamforschung.eu/
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