Die Hamas, eine demokratisch gewählte Partei

Monday, February 16, 2009
Von Michael Kreutz

Wenn die Hamas demokratisch gewählt wurde, so meinen viele, muss man dann diese Wahl nicht respektieren, zumal im Westen, wo man so gerne das Banner der Demokratie hochhält? Hinter dieser Annahme steckt der Glaube, dass eine demokratische Legitimation aus einer Partei schon ein demokratisches Organ macht oder sie zumindest nicht so extremistisch sein könne, dass eine pragmatische Zusammenarbeit mit ihr nicht möglich wäre.

Dass dem wohl kaum so ist, zeigt der Umgang der Hamas mit seinen Rivalen von der Fatah. Auf “Middle East Transparent”[1] schildert der Fatah-Funktionär im Libanon, Abu al-Aynayn, wie sich die Hamas im Gazastreifen daranmacht, die letzten Kämpfer der Fatah zu liquidieren. Die Hamas, so beklagt sich Abu al-Aynayn, betrachte mittlerweile die Fatah als Feind No. 1 – noch vor Israel –, weswegen sie auch im Libanon kräftig aufrüste. Wie rücksichtslos die Hamas gegen Gegner und vermeintliche Kollaborateure vorgeht, kann man auch bei Amnesty International nachlesen.

Der Glaube an eine Parlamentarisierbarkeit und einen angeblichen Pragmatismus der Hamas hat sich also als haltlos erwiesen (s. auch hier). Leider heisst das nicht, dass damit dieser Glaube aus der Welt geschafft wäre.

+++Update 16.02.09, 13.30+++

Das Kinder-TV der Hamas bereitet schon einmal die nächste Generation auf Humanismus und Völkerverständigung vor:

http://www.youtube.com/v/LQ0npNbHwUg&hl=en&fs=1


  1. Nicht mehr online. Vollständiger Wortlaut liegt vor.
–––

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