Wo die Schriftsteller frei sind, solange sie nichts schreiben

Wednesday, February 25, 2009
Von Michael Kreutz

Ein tschechischer Regisseur kommt nach Teheran, um einen Film über Ahmadinejad zu drehen. Er braucht nicht lange, um zu verstehen:

“Der Film zeigt die großen Menschenmassen, die ihn in der Provinz feiern, und könnte daher den falschen Eindruck vermitteln, dass er insgesamt viel Unterstützung hat. Diese Szenen haben einige meiner iranischen Freunde überrascht. Ich habe keine Zahlen, aber besonders in Teheran ist Ahmadinejad wegen der hohen Inflation, die über 25% beträgt, sehr unpopulär.  (…) Aber der oberste Führer Irans, Ali Chamenei, sagte vor drei Monaten, dass Ahmadinejad weitere fünf Jahre regiert. Das könnte ein Hinweis auf das Wahlergebnis sein.”

Das jedoch wird westliche Linksintellektuelle wohl auch nach der nächsten “Wahl” nicht davon abhalten, von einer “überraschend hohen Wahlbeteiligung” zu sprechen. Auch die Korruption und die Unterdrückung der Meinungsfreiheit hat Regisseur Petr Lom erlebt. Viele weigerten sich zu antworten, einer äusserte sich hinter der Tür: “Die Schriftsteller hier sind frei, solange sie nichts schreiben.” 

Das ganze Interview gibt es bei Qantara.de.

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