Muslime zufrieden aber unzufriedener als andere (Update)
So lautet das widersprüchliche Ergebnis einer Gallup-Umfrage unter Muslimen in den USA, über welche die NYT berichtet (Tabelle). Danach gibt es nur zwei Länder in denen Muslime zufriedener sind: Saudi Arabien und … Deutschland!
Bei einem Vergleich der USA mit Europa muss jedoch bedacht werden, dass die afroamerikanischen Konvertiten das Ergebnis nach unten ziehen. Die Einwanderer sind wesentlich zufriedener. Ihr Lebens- und ihr Bildungsstandard sind hoch[1]. Übertroffen werden sie nur von den Juden. Aber sie sind auch religiös. Übertroffen werden sie in dieser Hinsicht nur von den Mormonen.
Mit Blick auf Europa finde ich den eklatanten Kontrast zwischen Deutschland (47% zufrieden) und Großbritannien interessant (7%). Das zeigt deutlich, dass eine klientelistisch-paternalistische Islampolitik kontraproduktiv ist[2].
Die Umfrage ist leider auf der Website von Gallup noch nicht publiziert, dafür habe ich eine andere von letztem Jahr gefunden, für die Muslime aus Berlin, London und Paris zu ihren Einstellungen zur Sexualmoral befragt wurden. Danach dulden von den Berliner Muslimen ähnlich wenige wie religiöse Amerikaner Homosexualität und vorehelichen Sex. Vor den Muslimen in London haben sie jedoch einen großen Vorsprung.
____________________
Nachtrag 7.3.2009
Hier kann die vollständige Dokumentation heruntergeladen werden..
- Der Bildungsstand ist zudem bei Frauen höher als bei Männern. ⇧
- Vgl. hierzu einen interessanten Beitrag aus dem “Economist” ⇧

Danach dulden von den Berliner Muslimen ähnlich wenige wie religiöse Amerikaner Homosexualität und vorehelichen Sex.
Das Problem mit dem vorehelichen Sex gilt bei türkischen Mitbürgern weitestgehend für Frauen.
Ich möchte natürlich nicht in Verallgemeinerungen verfallen, aber mir persönlich ist schon zunehmend zu Ohren gekommen, dass man dabei explizit auf die Frauen achtet und es bei Männer nicht so eine wichtige Sache ist.
Tja, das ist halt die Crux mit Umfragen, immer etwas oberflächlich…
Vergil hat recht. Viele türkische Männer reden gerne von Ehre (Namus) und sind selber nicht so “keusch” wie sie es ihren Frauen vorschreiben.
Auch gibt es Doppelstandarts. Wenn Männer fremdgehen, sollen die Frauen das gefälligst verzeihen. Das wird dann auch noch den Frauen in die Schuhe geschoben, schließlich würde der Mann ja nicht fremdgehen, wenn seine Frau ihn zufriedenstellen würde. So argumentieren häufig die Mütter der Männer. Wenn Frauen das machen, kann das Konsequenzen haben, diplomatisch ausgedrückt.
Übrigens geht dabei die Unterdrückung noch nich mal so sehr vom Mann aus. Sondern wieder von Frauen, also von den Müttern der Männer.
Was in der Türkei gegenwärtig ist und auch im Osmanischen Reich sehr oft anzutreffen war ist, dass ein Mann vor der Ehe mit vertrauten Personen eine Art Bordell besucht hat, um nicht sexuell unerfahren in die Ehe zu gehen.
Soweit ich das jetzt mitbekommen habe, war diese Erfahrung vor der Ehe etwas Gewöhnliches.
Ich werde versuchen genaue Quellen zu finden.
Sedar, wissen Sie da mehr?
Nun ja das mit der Erfahrung vor der Ehe kommt durchaus vor. Aber das ist jetzt nicht sooo sehr verbreitet wie sie meinen. In religiösen Elternhäusern dürfte sowas nicht vorkommen (ob die Jugendlichen das das selber machen, ist was anderes).
Also bei Literatur fallen mir die Schriften des Soziologen Ahmet Toprak ein. Die sind nicht schlecht, besser als Kelek und Co.
http://www.asw.fh-dortmund.de/toprak
Ich werd mich da mal weiterhin schlau machen.
Ansonsten bin ich gespannt auf Toprak, er wird zu dem Thema Erziehung in muslimischen Familien
bei mir in der Nähe einen Vortrag halten, wie ich gerade vor 2 Tagen erfahren haben.
Welch ein Zufall.
Danke für den Link.