Rede von Kairo: Arabische Reaktionen
Gamal Hashmat, Mitglied im Führungsgremium der Muslimbrüder und Abgeordneter, erklärte (nach einem Bericht in “az-Zamān”, Irak), dass die Rede einen neuen Geist und einen neuen Stil gebracht habe, aber nicht Neues. Sie reflektiere die amerikanische Sicht auf die Region. Ziel sei es, amerikanische Werte zu verbreiten[1] und die Gemeinschaft zu hypnotisieren. Die Massaker der Israelis in Gaza habe er nicht verurteilt. Er habe aber den Holocaust wie auch die Konzentraion auf ihn verurteilt. Des Weiteren habe er die Bevölkerung der islamischen Länder aufgefordert, gegen die Kultur und die Gebräuche, die sie auszeichnet, vorzugehen. “Wir brauchen aber keine Lektionen von Obama über die rechte von Frauen, Kindern und religiösen Minderheiten.” Dies seien “Instrumente der amerikanischen Unterwerfungsstrategie”. Trotz dieser harschen Worte, meint er das Obama durch lobende Worte für den Islam, das Zitieren von Koranversen und den besuch der Sultan Hasan Moschee Sympathien gewonnen habe. Mahmūd Abāza, der Führr der bürgerlichen [wikipop]Wafd[/wikipop]-Partei äußert sich deutlich positiver und lobt, dass Obama die Rechte religiöser Minderheiten ausdrücklich erwähnt hat. Ähnlich äußert sich Hāfiz Abū Sa‛da von der ägyptischen Menschenrechtsvereinigung.
Weit weniger Interesse als im Nahen Osten scheint die Rede im Maghreb gefunden zu haben. In der marokkanischen islamistischen Tageszeitung “at-Tajdīd” findet sich ein kurzer Kommentar, der ebenfalls mit dem Lob des neuen Stils beginnt. Positiv rechnet Mustafa Khalfī Obama an, dass er ein Abzugsdatum für den Irak nennt, dass er erklärt, in Afghanistan keine Truppen zu stationieren, dass er den Schleier verteidigt und gegen negative Stereotypen über den Islam vorgehen will, dass er israel für die Lage der Palästinenser verantwortlich macht, und Guantanamo schließen will. Negativ vermerkt er hingegen, dass Obama Hamas nicht als legitime Vertretung der Palästinenser anerkenne und dass er die Frage der Religionsfreiheit mit der Frage der religiösen Minderheiten verknüpft. Damit werde der Mission Tür und Tor geöffnet.
Gelobt wird Obama auch vom saudischen Kolumnisten Tariq Alhomayed in “Asharq alawsat”:
Obama’s speech addressed those that we have always described as the silent majority, in other words the ordinary citizen who abhors extremism, backwardness and attrition [e.g. war of attrition fought between Egypt and Israel] where the situation is neither that of war nor peace. [Obama speech addressed] the citizen who desires an education, and wishes [only] to live with dignity.
…
The speech by Obama should have been given to us long ago by an Arab or Islamic leader, not an American one, as we are the victims of poverty, extremism, division and violence, in all its forms and under various pretexts.
Für Obama spreche nicht zuletzt die negative oder “ja aber”-Reaktion der Islamisten. Einen Punkt kritisiert er jedoch und dabei sieht er sich im Einklang mit dem (geladenen) Publikum:
We noticed something important concerning Iran [during the speech] which is that when the US President spoke about unconditional or positive dialogue with Iran, nobody at the Cairo University applauded, and this is an important message to those who are paying attention.
- Er verwendet den begriff tabshīr, d.i Evangelisation ⇧

Hallo Martin,
mit einem Kommentar bin ich etwas spät dra, aber Michael musste die Anmeldungsprozedur noch “reparieren”. Jetzt funktioniert’s.
Mir ist7 be der red Obamas in Kairo noch eine Kleinigkeit auifgefallen, die ich bei Beer7 in einem Leserbrief angesprochen habe. Vielleicht interessiert es dich (Auszug):
http://beer7.wordpress.com/200...../#comments
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Bernd Dahlenburg, am Juni 6th, 2009 um 4:25 sagte:
Ich habe die komplette Rede gestern in Deutsch durchgelesen und mir ist auch aufgefallen, dass Obama einen sehr weichgespülten Islam gezeichnet hat. Unter anderem sagt er:
[...] an dem Jerusalem die sichere und ständige Heimat von Juden, Christen und Muslimen ist und ein Ort, an dem alle Kinder Abrahams friedlich zusammenkommen können wie in der Geschichte der Al-Isra, als Moses, Jesus und Mohammed – möge der Friede mit ihnen sein – gemeinsam beteten.
Gleich zwei dicke Fehler auf einmal, die einem Christen nicht passieren sollten: Er behauptet, dass Moses, Jesus und Mohammed in der Al-Isra (Der nächtlichen Reise) gemeinsam beteten, und er nimmt nur den Koran als Bezugsquelle, wohl, um seinen Gastgebern zu schmeicheln, was einen besonders irritierenden Eindruck hinterlässt. Dass es dazu keine jüdischen und christlichen Hinweise gibt – geschenkt. Das anschließende “Möge der Frieden auf ihnen sein” ist auch nichts anderes als eine Vermengung von Personen in einem Akt heiliger Versammlung und einer islamischen Gebetsfloskel.
(Als Segen fasse ich diese Floskel wegen ihres inflationären und dahingenuschelten Gebrauchs sowieso nicht auf – eher als Rückversicherung gegenüber dem Zorn Allahs).
Klei0ner Nachtrag:
Tippfehler im oberen Teil – und zu schnell abgeschickt.
Hier berichtigt:
mit einem Kommentar bin ich etwas spät dran, aber Michael musste die Anmeldungsprozedur noch “reparieren”. Jetzt funktioniert’s.
Mir ist bei der Rede Obamas in Kairo noch eine Kleinigkeit auifgefallen, die ich bei Beer7 in einem Leserbrief angesprochen habe. Vielleicht interessiert es dich (Auszug):
usw.
Vielleicht kannst du meine Tippfehler ja noch ausbessern. Ist mir ein wenig peinlich.
In der red3e wird viel Stuss verzapft, aber ich schiebe das auf Inkompetenz, nicht böse Absicht. Vielleich gibt es am Wochenende was dazu.