Invasion der Provinzler
Zur Jahreswende wurde eine Studie der türkischen “Open Society Foundation” heftig diskutiert, weil sie eine angeblich zunehmende Intoleranz gegen säkulare Schichten in on der AKP regierten Regionen belegen sollte. Nun stellt die gleiche Institution eine Studie vor, die sich die Haltung der “kemalistischen Elite” gegenüber der übrigen Bevölkerung vornimmt. Sie ist im Netz noch nicht zugänglich, doch in einem Kommentar für “Milliyet” zitiert Taha Akyol ausgiebig. Die Autoren kommen zu dem Schluss, die von ihnen befragten lebten unter einer Glasglocke. Sie fürchten sich vor allem vor der aufsteigenden Mittelschicht aus der Provinz, die mittlerweile in ihre Bereiche vordringt. Daher befürwortet mancher ein EIngreifen der Armee “auch wenn das antidemokratisch ist.”
Die Aversion gegen Kurden ist weniger ausgeprägt, da kaum Kontakte bestehen. Ein Befragter gab vor, sie zu verachten, weil sie in Stammesstrukturen leben, während er als globaler Bürger ein individualistisches Leben führe. Gleichwohl habe er sich strikt gegen einen EU-Beitritt ausgesprochen. Die meisten haben in der Schule Nichtmuslime kennengelernt. Sie betrachten sie paternalistisch als “zu schützende Blumen im Garten”, eine Artikulation ihrer Interessen verwehren sie ihnen jedoch: “Was hat [wikipop]Hrant Dink[/wikipop] denn geleistet”.
Die Befunde sind an sich nicht überraschend, wohl aber die drastische Ausdrucksweise.
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Nachtrag: Der Bericht kann hier heruntergeladen werden.

