Update: Königstreue gewinnen Kommunalwahlen in Marokko
Bei den Kommunalwahlen in Marokko hat die letztes Jahr aus verschiedenen königstreuen Gruppen hervorgegangene Partei “Authentizität und Moderne” die meisten Mandate gewonnen. Es folgen die arabisch-nationalistische Istiqlāl (Unabhängigkeit), die “Liberalen”, das sozialistische Bündnis und dann erst die Islamisten der Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung. Allerdings schlägt bei dieser Angabe nach gewonnen Sitzen zu Buche, dass kleinere Gemeinden überrepräsentiert sind. Hier sind die Islamisten eher schwach. In den Großstädten, wo sie besser vertreten sind, lag zudem die Wahlbeteiligung weit unter dem Schnitt (51%).
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Nachtrag 16.6.2009
In den Kommunem mit Verhältniswahlrecht liegt allerdings die Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung vor der Istiqlāl. Gewonnen hat sie in acht Städten, darunter Casablanca, der größten.
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Nachtrag 27.6.2009
Eine Analyse der Wahlen im Magazin “TelQuel”. Danach treiben die Rivalitäten zwischen einzelnen Stämmen und Familien in den ländlichen Gegenden die Wahlbeteiligung und damit aber auch den Stimmanteil der “Königstreuen” hoch. Die islamisten haben sich wie bereits erwähnt als stärkste Kraft in den Städten etabliert. Dies ging vor allem auf Kosten der Linken. Dies ist aus meiner Sicht eine deutliche Parallele zur Entwicklung der Türkei in den 1990er Jahren. Der entscheidende Unterschied ist allerdings, dass viele Linke ihr heil in einer Zusammenarbeit mit islamisten und Nationalisten (Istiqlāl) sehen. Entsprechende Bündnisse gegen die Königstreuen bilden sich in vielen Städten. Auf dem Land ist hingegen für die Islamisten nichts zu holen. Fazit:
–––Le scrutin du 12 juin inscrit définitivement le PJD dans le paysage politique marocain comme une formation “ordinaire”, avec de grands atouts et de véritables handicaps. L’obsession d’“un raz de marée islamiste” qui préoccupait les esprits, notamment dans les rédactions et chancelleries étrangères, s’est estompée et laisse place à une autre vision, moins alarmiste et méfiante, du fait islamiste au Maroc. Ce qui n’est pas pour déplaire aux dirigeants du PJD, dont la stratégie depuis des années est de renforcer cette image de parti lisse et sans danger politique.

