Türkei: Islamisten und Linksnationalisten zu den Vorgängen in Iran
Die an der Islamkonferenz beteiligten Verbände waren mit Ausnahme der Aleviten und des VIKZ nicht bereit, eine von Navid kermani und Seyran Ateş aufgesetzte Resolution wider den Wahlbetrug und die Niederschlagung der gegen ihn gerichteten Proteste in Iran zu unterzeichnen. Im Falle von DİTİB mag es daran liegen, dass man dann vielleicht auch einmaldazu aufgefordert werden könnte, zu Vorgängen in der Türkei Stellung zu beziehen (auch die erzkemalistische “Türkische Gemeinde in Deutschland” hat ja nicht unterzeichnet). Bei anderen dürfte es eher daran liegen, dass nicht nur Politikberater und Gudrun Eussner glauben, Ahmadinejad habe die Wahlen gewonnen.
Der Islamrat wird Milli Görüş dominiert, die wiederum auf regionaler Ebene, etwa in der Schura Hamburg[1], mit proiranischen schiitischen Organisationen zusammenarbeitet. In der “Milli Gazete”, dem Hausblatt der türkischen Mutterorganisation, werden die Sprachregelungen der iranischen Führung übernommen. Hüseyin Altınalan referiert ausführlich, was ein iranischer Regierungssprecher in einer Diskussionsrunde eines Nachrichtensenders von sich gegeben hatte. Er verteidigt die Beeintächtigung des Mobilfunknetzes, da auf diesem Wege “eine Gruppe von Leuten dirigiert wurrde” und er behaupptet Neda Soltan sei von Regierungsgegnern erschossen worden, da sie ja von hinten getroffen worden ist. Osman Toprak sieht Iran als Opfer einer westlichen Verschwörung, mit welcher der militärische Machtzuwachs des Landes verhindert werden soll. Allerdings sei es Aufgabe der iranischen Führung, das Volk von der rechtmäßigkeit des Wahlresultats zu überzeugen. Ali Haydar Haksal meint hingegen, dass Amerikanismus und Freimaurerei den wahren Charakter der Türkei nicht hätten unterdrücken könne, weswegen das Volk eben nicht auf derSeite der Knechte des Westens in Iran stehe. Der Frauenverband klagt, der Westen habe Iran in ein Schlachtfeld verwandelt, und der ehemalige Abgeordnete Ümmet Kandoğan haut in die gleiche Kerbe.
Ähnliche Aussagen findet man allerdings auch in regierungsnahen Medien. In “Yeni Şafak” warnt der für die radikalen Töne zuständige İbrahim Karagül vor einem “Gegenputsch”. Außerdem erklärt er Iran zum Teil eines neuen ökonomischen Machtzentrums, das der Westen mit Hilfe von Fonds, Stiiftungen und Facebookpropaganda schwächen will. In der Gülen-nahen “Zaman” sieht Ali Bulaç, ein Vertreter des “Intellektuellenislamismus”, “weiße Iraner” aus dem Norden Teherans als Urheber der Unruhen. Es handele sich dabei um eine Koalition aus Volksmudschahedin, Tuden (Kommunisten), Schahanhängern und Westlern, während die Massen des ländlichen Iran hinter Ahmadinejad stünden. Er übernimmt damit ein gängiged Muster zur Interpretation zur deutung der türkischen Politik als Widerstand der “Turquie profonde” gegen die entwurzelten Eliten.
Zu den Kommenatren dieser beider Herren ist allerdings zu sagen, dass ihre Auffassung auch sonst radikaler sind als die der gängigen Kommentarlinie. Die Quotensäkularisten in diesen Blättern äußerten sich wiederum sehr ktritisch zu den Vorgängen in Iran, während viele Stammkommentatoren (irritiert?) schwiegen.
Türkische Freunde hat Ahmadinjad aber auch in einer ganz anderen Ecke. Die Linksnationalisten und Chavez-Fans von “Türk Solu” (Türkische Linke) feiern ihn als Antiimperialisten, um den Laizismus brauche man sich dabei nicht zu kümmern. Die Kräfte, die in der Türkei hingegen die Europa- und Amerikaknechte der AKP unterstützen, der bejubelten nidaher nicht zufällig Musavi als Hoffnungsträger für Iran.
- http://www.schura-hamburg.de/ ⇧

Ja ja der Klaus Blees. Frauenfeindlichkeit und Antisemitismus wurden nicht thematisiert, kann schon sein. Aber warum soll das passieren? Damit befinden sich doch die Muslime mit dem Rest der Deutschen in guter Gesellschaft.
Und es amüsiert mich immer wieder was Linke aus “emanzipatorischer” Sicht alle für selbstverständlich halten und dann empört sind, wenn es nich so eintritt.
Eigentlich hat in dieser Gesellschaft keiner was gegen Verbote, Unterdrückung usw. solange es seinem Weltbild oder Lifesytle dient. Das ist bei Muslimen so und bei sogenannten “emanzipatorischen” Linken.
Liberalismus war noch nie Thema der Deutschen!
Bezug?
Das war eine Reaktion auf den verlinkten Text von Klaus Blees in Jungle World, nicht auf deinen Beitrag.
Ja ja der Klaus Blees. Frauenfeindlichkeit und Antisemitismus wurden nicht thematisiert, kann schon sein. Aber warum soll das passieren?
Weil es an anderen Stellen thematisiert wurde und wird.
Damit befinden sich doch die Muslime mit dem Rest der Deutschen in guter Gesellschaft.
Klaus Blees würde das wohl nicht rundheraus bestreiten.
Und es amüsiert mich immer wieder was Linke aus “emanzipatorischer” Sicht alle für selbstverständlich halten und dann empört sind, wenn es nich so eintritt.
Das bringen Wertmaßstäbe mit sich.
Eigentlich hat in dieser Gesellschaft keiner was gegen Verbote, Unterdrückung usw. solange es seinem Weltbild oder Lifesytle dient.
Das ist glatt gelogen, und du weißt das.
Liberalismus war noch nie Thema der Deutschen!
Wenn denn ef Maßstab und Monopol für Liberalismus sein soll, sicher.
http://www.muslim-markt.de/int.....ffmann.htm
@N.Neumann
Das ist glatt gelogen, und du weißt das.
Nö ist es nicht. Ich denke da an Pamphlete oder Meinungen von sogenannten “emanzipatorischen” Linken, bei denen Freiheit bedeutet, das Frauen so leben, wie sie es für richtig halten (das sagen sie natürlich nicht so). Und in Folge für Kopftuchverboten in Schulen plädieren oder den Staat zur Hilfe anrufen, wenn ihnen die Durchschlagkraft ihrer Argumente fehlt.
Ansonsten sieht man in Deutschland die Dinge immer als administrative Maßnahme. Es besteht die Tendenz das “Gute” vorzuschreiben und das “Böse” zu verbieten. Das zieht sich von Internetsperren bis zu den Themen, die ich oben erwähnt habe. So produziert man auch Konformismus.
Was Liberalismus betrifft ist Ef für mich kein Maßstab, aber es ist auch alles nicht falsch, was da geschrieben steht.
Mit EF-Zitaten würde ich aufpassen. Mittlerweile sind die von der Verschwulung der Gesellschaft schon zu “die Neger sind doof” vorangekommen.
@Martin Riexinger
Mit EF-Zitaten würde ich aufpassen. Mittlerweile sind die von der Verschwulung der Gesellschaft schon zu “die Neger sind doof” vorangekommen.
Darüber bin ich mir auch im Klaren. Aber mit der Ef ist es so wie mit Henyrk M. Broder. Es gibt neben viel Mist auch ne einiges Vernünftiges.
Broder ist aber Unterhaltsamer.
Allerdings!
Wobei an EF die Frage zu richten ist, warum wenn neger doof sind, sich bisher einzig und allein die Somalis zum Libertarismus bekennen.