Randale in Chinatown
In Algerien ist China nicht allein Rohstoffinteressent. Ganze Infrastrukturpojekte sind an chinesische Firmen vergeben worden. Diese greifen jedoch nicht auf algerische Arbeitskräfte zurück, sondern bringen ihre Belegschaft gleich mit, weswegen in manchen algerischen Städten “Chinatowns” mit chinesischen Läden entstanden sind.
In letzter Zeit scheinen sich Konflikte zwischen Algeriern und Chinesen zu häufen, berichtet Maghreb Politics Review. So eskalierte in Algier die Auseinandersetzung zwischen einem einheimischen Händler und einem Chinesen zu einer Plünderorgie einer chinesischen Bande (fr, en), woraufhin algerische Demonstranten die Ausweisung der Chinesen forderten und die chinesische Botschaft einen besseren Schutz ihrer Landsleute. Dieser Vorfall scheint eine extreme Ausnahme zu sein.
Aber laut dem Artikel herrscht erheblicher Unmut darüber, dass angesichts der hohen Arbeitslosigkeit Ausländer zum Arbeiten ins Land geholt werden. Zudem erregt bei religiösen Kreisen der als unsittlich empfundene Lebensstil der Chinesen Anstoß. Liberale Kommentatoren hingegen fragen, wie solche eine Abwehrhaltung bei einem Volk entstehen könne, dessen im Ausland lebende Angehörige Rassismus und Xenophobie ausgesetzt seien.
Ob dies al-Qaida nützen könnte, wie der Autor insinuiert, sei einmal dahingestellt. Auf deren Drohungen mit Anschlägen als Vergeltung für die Niederschlagung des uigurischen Aufstands wurde hier bereits hingewiesen.
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