Kein neues Familienrecht in Mali
Zumindest vorerst. Präsident Amadou Toumani Touré weigerte sich den vom Parlament gebilligten Gesetzesvorschlag zu unterzeichnen, nachdem der Oberste islamische Rat ihn abgelehnt hatte, und muslimische Organisationen gegen ihn protestiert hatten (BBC, RFI). Mit diesem Gesetz würden im Erbrecht männliche und weibliche Nachkommen gleichgestellt, uneheliche Kinder würden ebenfalls einen Erbanspruch erhalten, das Heiratsalter würde auf 18 heraugesetzt, allein vor religiösen Autoritäten geschlossene Ehen wären nicht mehr gültig, Scheidungen in gegenseitigem Einvernehmen wären möglich und vor allem würde die Gehorsamspflicht der Frau entfallen. Die Slogans der Demonstranten lauteten:
« Non à ce code qui divise les Maliens », « Le Mali n’est pas à vendre », « la femme reste femme, et l’homme reste homme » ou encore « la civilisation occidentale est un pêché ».
“Nein zu diesem Gesetzbuch, das die Bevölkerung von Mali spaltet”, “Mali steht nicht zum Verkauf”, frau bleibt Frau, Mann bleibt Mann” oder auch “Die westliche Ziviliation ist eine Sünde.”
Wohlgemerkt, die Islamisten, deren Ideologie angeblich eine Reaktion auf Demokratiedefizite ist, ziehen gegen einGesetz zu Felde, das in einer der wenigen Demokratien Afrikas und der islamischen Welt demokratisch beschlossen wurde.
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