Der Versöhner als Spalter
Ist Obama wirklich der grosse Versöhner, wie gerne behauptet wird? Sicher, Bush hat vor allem ausserhalb der USA die Menschen gespalten, doch verlief der Riss ohnehin nur zwischen denen, die schon immer wussten, dass Amerika ein aggressives und ignorantes Land sei, und den anderen, die Amerika unabhängig davon als Freund betrachteten, wer gerade das Präsidentenamt innehat.
Mit dem Amtsantritt Obamas gilt das möglicherweise nicht mehr. Denn das traditionell amerikafreundlichste Land Europas, Polen, von dem man schon gesagt hat, dass es proamerikanischer sei als die Amerikaner selbst, zeigt sich enttäuscht: Zur Gedenkveranstaltung am 70. Jahrestag des deutschen Angriffes auf die [wikipop language="de"]Westerplatte[/wikipop] bei Danzig, der den Beginn des 2. Weltkrieges markiert, hatte man in Polen auf die Teilnahme Präsident Obamas gehofft, mindestens aber von Vizepräsident Biden oder Aussenministerin Clinton.
Entsprechend gross ist daher die Enttäuschung, dass der grosse Versöhner Obama die Veranstaltung für so gering erachtet, dass er lediglich den ehemaligen Verteidigungsminister William Perry nach Danzig zu entsenden bereit ist. Damit dürfte die von manchen diagnostizierte Europäisierung und damit einhergehende emotionale Distanzierung von Amerika weiter fortschreiten. Ohne dass bei denjenigen, die schon immer ein Problem mit Amerika hatten, die Wertschätzung für Obama deswegen zunehmen würde.
Grafik © A. Dengs / PIXELIO
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Sucht man nicht nach “Wersterplatte” sondern nach Gdansk, wird man auf das gestoßen, was dem Messias wirklich wichtig ist:
He He He…Ich sehe schon Obama ist nich euer Typ
Ich empfehle diese Lektüre dazu. Ich beschrieb sie mal so:
Mr Sailor scrutinizes “Dreams from My Father: A Story of Race and Inheritance”, which is nice, as it sold well, yet got seldom read and talked about. Mr Sailor and his editor are seemingly pleased with themselves, the print edition’s art work is tacky, and his study is complacent, often loquacious. To be fair, this fits its subject well. Besides, his work provides ample context on the era Mr Obama writes about, the theories he debated, and quite a number of extensive money quotes. He makes the case that Mr Obama is a neurotic, obsessed …racist, no less. And a post-colonial fighter, not a lover. I’m neither smart nor perceptive, so I find his arguments convincing.