Heimliche Partnerschaft?
Der israelische Militärattaché in Washington hatte jüngst zum Abschiedscocktail geladen, weil er sein Amt als stellvertretender Stabschef der israelischen Armee antreten wird. Wer kommt zu dieser Veranstaltung? Seine Kollegen aus Marokko und Ägypten.
Der marokkanische Blogger Ibn Kafka ist darob so empört, dass er dankenswerter Weise detailliert Berichte darüber auflistet, auf welchen ökonomischen, sicherheitspolitischen und militärischen Ebenen Israel mit den nordafrikanischen Ländern zusammenarbeitet, obwohl Algerien, offizielle dem arabischen Nationalismus verpflichtet, keine diplomatischen Beziehungen unterhält und Marokko seit der zweiten Intifada nur auf unterer Ebene diplomatische Kontakte zu Israel pflegt. Fündig wird er dabei aber weniger zuhause als bei Medien im Reich des Bösen.
Was kaum beachtet wird: Israel hat zusammen mit Algerien und Marokko an NATO-Marinemanövern teilgenommen, erstmals 2006, zuletzt dieses Jahr.
Diese Kooperation beruht nicht auf Sympathie, sondern auf Sicherheitsinteresssen in der gegenwärtigen geopolitischen Situation. An diesem Beispiel wird deutlich, dass nicht wenige arabische Regime die Bedrohung durch den Islamismus und Iran für weit wichtiger halten, als die in Gipfeldeklarationen verkündete panarabische Solidarität.
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Nachtrag 07.09.2009
Ergänzend hierzu aus israelischer Sicht, Bruce Maddy-Weitzmann: “ISRAEL-MAGHREB RELATIONS: REALITIES AND POSSIBILITIES” MERIA Journal 13.3 (Sept. 2009).
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