Bin Ladens Botschaft an die USA
Bin Laden hat sich, so wird berichtet, mit einer neuen Botschaft an die Öffentlichkeit gewandt, dieses Mal direkt an die amerikanische Bevölkerung. Die Echtheit wird bislang noch geprüft; Anlass der Botschaft ist der Jahrestag der Ereignisse vom 11. September. Wir liefern eine Arbeitsübersetzung in Auszügen:
Viele Male und seit mehr als zwei Jahrzehnten haben wir euch klargemacht, dass der Grund für unsere Zwietracht mit euch darin liegt, dass ihr eure Verbündeten, die Israelis, unterstützt, die unser Land Palästina besetzt halten, während ihr – neben anderen Beschwerden – die Ursache darin seht, dass wir zu unserer Verteidigung die Ereignisse vom 11. September unternommen haben. Wüsstest ihr um das Ausmass unserer Leiden durch das Unrecht seitens der Juden uns gegenüber, das ihr in Gang gesetzt habt, dann wüsstet ihr, dass unsere beiden Völker Opfer der Politik des Weissen Hauses sind und dass dieses wiederum eine Geisel in den Händen der pressure groups ist, insbesondere der grossen Konzerne und der israelischen Lobby. (…)
Soweit es jedoch die Klarstellung dessen betrifft, was unser Volk in Palästina erleidet, so hat Obama kürzlich in seiner Kairiner Rede sich zu den Leiden unseres Volk ebendort, das unter Besatzung und Belagerung sich befindet, bekannt. Die Sache wird klarer werden, wenn ihr lest, was euer früherer Präsident Carter über den israelischen Rassismus gegen unser Volk in Palästina geschrieben hat und ebenso, wenn ihr seinen Erläuterungen zuhört, die er vor Wochen und während seines Besuches im verwüsteten und belagerten Gaza gegeben hat (…). Denn das Leben dort ist eine extreme Tragödie, bis dahin, dass die Kinder in den Armen der Väter und der Ärzte aus Mangel an Nahrung und Medikamenten und der Unterbrechung der Elektrizität sterben.
Dies ist wahrlich der Schandfleck auf den Westen der Politiker der Welt, die dies (…) unter dem Einfluss der israelischen Lobby in Amerika billigen. Einzelheiten darüber haben zwei eurer Staatsbürger ans Licht gebracht, nämlich John Mearsheimer und Steven Walt in ihrem Buch “Die Israel-Lobby in den Vereinigten Staaten”. Wenn ihr die angegebenen Bücher lest, dann werdet ihr die Wahrheit verstehen, und das Ausmass der Täuschung, der ihr ausgesetzt wart, wird euch einen grossen Schock versetzen. Ihr werdet auch verstehen, dass diejenigen, die euch heute aus dem Weissen Haus heraus ins Bild setzen und behaupten, dass eurer Krieg gegen uns eine Notwendigkeit für eure Sicherheit sei, nach Art von Cheney und Bush handeln und eine Politik der Einschüchterung propagieren, die zur Vermarktung der Interessen der grossen, einflussreichen Konzerne auf Kosten eures Blutes und eurer Wirtschaft vorangeht. Sie sind es in Wahrheit, die euch den Krieg aufgezwungen haben, und nicht die Mujahedin. Wir nämlich verteidigen nur unser Recht auf die Befreiung unseres Landes. (…)
Kurz gesagt: Die Zeit ist gekommen, dass ihr euch von der Furcht und dem ideologischen Terror befreit, den die Neokonservativen und die israelische Lobby auf euch ausüben, damit ihr die Akte eures Paktes mit den Israelis auf den Diskussionstisch legt und ihr euch fragt und euren Standpunkt darüber definiert, ob eure Sicherheit, euer Blut, eure Väter, euer Hab und Gut, eure Jobs, euer Häuser, eure Wirtschaft und euer Ansehen euch nicht lieber sind. (…)
Dieser Krieg [in Afghanistan], den euch die beiden Ärzte Cheney und Bush als Medizin für die Ereignisse des 11. September verschrieben haben, war in seinem Dauern und in seinem Scheitern heftiger als die Ereignisse selbst (…) Mit Gottes Segen schreiten wir fort auf unserem Weg der Befreiung unseres Landes. Unsere Waffe ist die Geduld und durch Gott erbitten wir unseren Sieg. Nie werden wir die al-Aqsa [Chiffre für Jerusalem] aufgeben, denn an Palästina halten wir stärker fest als an unseren Seelen. (…)
(Die Originalquelle verlinken wir hier nicht; wer über Arabischkenntnisse verfügt, kann sich die Datei selbst ergoogeln.) Auffällig sind die Opferrhetorik und der Bezug auf Carter, Mearsheimer und Walt. Diese haben der jihadistischen Bewegung damit ungewollt Argumentationshilfe geleistet. Da es kaum anzunehmen ist, dass Usama bin Laden, wenn er wirklich der Urheber dieser Ansprache ist, den Gazastreifen mit eigenen Augen gesehen hat, müssen also amerikanische Quellen herhalten. Bemerkenswert ist auch die Anbiederei an die amerikanische Bevölkerung, die nun gemeinsam mit “den” Muslimen zum Opfer einer angeblichen Israel-Lobby gemacht wird. Die übliche Gleichsetzung von Zionisten und Kreuzrittern ist damit offenbar überflüssig geworden.
Und so wunderbar einfältig sind Verschwörungstheorien: Obama ist der neue Mann im Weissen Haus – aber die Neocons regieren noch immer.
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Soweit es jedoch die Klarstellung dessen betrifft, was unser Volk in Palästina erleidet, so hat Obama kürzlich in seiner Kairiner Rede sich zu den Leiden unseres Volk ebendort, das unter Besatzung und Belagerung sich befindet, bekannt. Die Sache wird klarer werden, wenn ihr lest, was euer früherer Präsident Carter über den israelischen Rassismus gegen unser Volk in Palästina geschrieben hat und ebenso, wenn ihr seinen Erläuterungen zuhört, die er vor Wochen und während seines Besuches im verwüsteten und belagerten Gaza gegeben hat (…). Denn das Leben dort ist eine extreme Tragödie, bis dahin, dass die Kinder in den Armen der Väter und der Ärzte aus Mangel an Nahrung und Medikamenten und der Unterbrechung der Elektrizität sterben.
[...] Das TRANSATLANTIC FORUM hat eine Arbeitsübersetzung in Auszügen online gestellt. Tags: Islamismus, Jimmy Carter, John J. Mearsheimer, John J. Mearsheimer & Stephen Walt, [...]
(Quelle)
(Quelle)
[...] durch die USA für die Feindschaft zu diesen anführt, lügt Obama, denn das ist sehr neu. Aber er macht etwas klar, was viele nicht wissen wollen: „Seit mehr als zwei Jahrzehnten haben wir euch klargemacht“, [...]