Eine Welt ohne Islam

Monday, November 16, 2009
Von Michael Kreutz

Ein deutscher Traum wird wahr: die Zerstörung der Welt. Wenn auch nur im Kino. Roland Emmerichs Popcorn-Epos “2012” muss allerdings ohne Verweis auf den Islam auskommen. Die filmische Darstellung einer zerstörten Kaaba, so befürchtet der Regisseur, könne muslimischen Zorn heraufbeschwören, bei dem am Ende nicht nur auf der Leinwand Menschen um ihr Leben bangen müssen.

Ist das nun wieder ein Beispiel für die ominöse Islamisierung Europas – die Einschränkung des hohen Verfassungsgutes der Meinungsfreiheit, immer wenn es um den Islam geht? Auch wenn einige enttäuscht sein werden: Eine Islamisierung des Westens – sei es eine offene, sei es eine verdeckte – findet nicht statt. Was als solche gehandelt wird, ist fast immer nur die Selbstmarginalisierung eines Teils der Muslime.

Man muss es einfach so sehen: Die Welt, die in Roland Emmerichs Film untergeht, ist eine Welt ohne den Islam. Als habe es diese Religion nie gegeben.

Wenn das nicht in Wahrheit islamophob ist.

–––





3 Responses to “Eine Welt ohne Islam”

  1. Auch eine Welt ohne Judentum, Jerusalem wird hier auch nicht gezeigt. Wobei ja Juden und Muslime durchaus als Personen vorkommen.

    #52756
  2. Ich habe den Film noch nicht gesehen. Mir ging es vor allem um den im Westen so häufig anzutreffenden Reflex, jede Engstirnigkeit und Albernheit islamistischer Fanatiker zu einem Islamisierungsversuch an den westlichen Gesellschaften zu deuten und damit aufzuwerten.

    In Wahrheit wird hier nichts islamisiert, es findet allenfalls Selbstausgrenzung statt. Der Islam wird vom Narrativ des Films ausgeschlossen, die Welt filmisch christianisiert.

    Ob es überhaupt muslimische Proteste gegeben hätte, ist natürlich eine ganz andere Frage.

    #52757
    • Nun Mekka wird schon gezeigt, nur nicht die Zerstörung. Aber logischerweise muss man ja auch von der Zerstörung Mekkas ausgehen, aber mit Logik haben es Fundis nicht so :-)

      Es gibt durchaus eine “Islamisierung” der Medien, aber unter ganz anderen Vorzeichen. Es wird mehr berichtet (was ja per se nicht schlecht ist) und es werden integrationsrelevante Themen oft in Verbindung zu Islam gebracht. Auch kommen Türken, Araber usw. oft als Muslime vor, egal ob sie nur nominell Muslime sind oder nicht. Es kommt keiner auf die Idee, das ihnen ihre Religion auch egal sein kann.

      Und dann gibt es noch die ganzen Islamophoben und Rassiten, die auf dieses Ticket aufspringen.

      #52758

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