Minarettverbot: Islamisten sind schuld…
… und die Muslime, die ihnen nicht entgegentreten. Das meint der libanesische Säkularist Hazem Saghie am 5.12. in “al-Hayat”:
–––Gefährlicher noch ist, dass die Islamisten (islāmawīyūn) den Islam nicht als eine Religion präsentiert haben, die nicht so behandelt werden muss, wie man Religionen behandelt. Sie haben ihn stattdessen als ein Jihad-Projekt präsentiert, das seine verschiedenen Gegner dazu anspornt, ihn zu bekämpfen. Selbst bei der Darstellung der Religion zwangen sie der Geschichte des Islam in seiner Blütezeit den Begriff Jihad auf, und die Zivilisation der Umayyaden und Abbasiden mitsamt der Übersetzungen (ausa dem Griechischen M.R.) und der Aktivitäten auf dem Gebiet des Rechts schrumpft derart zusammen, dass sie sich auf ein paar kriegerische Schlagworte beschränkt. …
So wurden die Islamisten vielleicht, obwohl sie wenig an Zahl sind, durch ihre aktivistische Rührigkeit und ihre Attraktivität für die Medien zur am deutlichsten zu vernehmenden Stimme des Islams, der keine andere gleichkommt. Weil sie die Idee der kollektiven Identität behüten, gelang es ihnen, Stimmen, die sie kritisieren und die Parolen ihrer Kritiker, verstummen zu lassen, da sie “außerhalb” der Gemeinschaft stehen. So wurde ihre Auffassungen zu bestimmten Fragen zu “der Auffassung des Islams”. Schließlich kam es dazu, dass die Scheu, ihre Taten zu kritisieren, als Beleg dafür betrachtet wurde, dass sie in gesamtislamischen Einvernehmen begangen werden.


@Martin Riexinger
und die Muslime, die ihnen nicht entgegentreten.
Ja das hör ich mir jetzt schon seit 10-15 Jahren an. Wie trete ich Islamisten entgegen?
Für einige Zeitgenossen bin ja sogar ich ein Islamist. Soll ich jetzt Hand an mich legen?
Ich denke, Saghieh bezieht sich primär auf die Arabische Welt. Die Quatscher bei Jörg Lau im Forum würde ich nicht so ernst nehmen.