Minarettverbot: Glied in einer langen Kette
Isam al-Aryan, ein vergleichsweise gemäßigtes Mitglied der Führung der ägyptischen Muslimbrüder, erklärt am 5.12. in “al-Hayat” das Schweizer Minarettverbot zum Teil eines systematischen Angriffs auf den Islam, der vor drei, vier Jahrzehnten begonnen und nach dem Zerfall des Warschauer Paktes an Schärfe gewonnen habe. Vorausgegangen seien:
- Salman Rushdies “The Satanic Verses”
- Nachdem Fall der Berliner Mauer habe Margaret Thatcher verkündet, dass die NATO wegen des Islams weiterhin eine Existenzberechtigung habe.
- Huntingtons These vom Zusammenstoß der Zivilisationen
- Die Anschwärzung des Islam durch die Identifikation mit dem Terrorismus durch die Bildung von al-Qaida und die Übernahme der MAcht in Afghanistan durch die Taliban. Aus den Mujahidun, die der Westen gegen die Sowjetunion ermutigt hatte, wurde in zehn Jahren Terroristen, mit denen Angst vor dem Islam geschürt wurde. Am 11. September wurde zusätzlich Öl ins Feuer gegossen. Dadurch gewannen die Neokonservativen die Herrschaft nicht allein über die amerikanischen Think Tanks. Sie dominierten nun auch die die Regierung sowie die amerikanischen und europäischen Medien.
- Durch die “dänischen Karikaturen” wurde Muhammad beleidigt. Die kriseführte jedoch dazu, dass die Bande zwischen den Muslimen in der Diaspora und denen in der islamischen Welt fester wurden.
- Die “Regensburger Rede” von Papst Benedikt sollte der Angstmacherei eine theologische Dimension hinzufügen
- Zentrale europäische Länder wie Frankreich und Deutschland sprechen sich gegen eine EU-Mitgliedschaft der Türkei aus.
- Der Aufstieg der extremen Rechten in Europa und ihre Angriffe auf die Symbole des Islams.
Einen Beweis für den behaupteten Zusammenhang bleibt er schuldig, dass z.B. die Beschuldigten # 6 und 7 sich explizit gegen das Minarettverbot ausgesprochen haben, wird nicht erwähnt. Anschuldigung # 4 ist bewusst uneindeutig formuliert, um eine direkte Beteiligung der USA am Aufstieg der Taliban, der Gründung von al-Qaida und dem 11. September zu suggerieren.
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