Nahostkonflikt in Ostwestfalen

Saturday, December 19, 2009
By Michael Kreutz

Auch in Niesen ist der Nahostkonflikt ein wichtiges Thema. Wer es nicht weiss: Niesen ist ein Stadtteil von Willebadessen, einer Kleinstadt, die zum Kreis Höxter gehört, der wiederum in Ostwestfalen liegt. “Quo vadis, Israel?” lautete der Titel der Veranstaltung, womit schon das wesentliche gesagt ist.

“Historisch gesehen ist jede Mauer irgendwann gefallen”, wusste Grünhelm Rupert Neudeck den besorgten Nahostinteressierten ein wenig Hoffnung zu machen und schlug vor, schon jetzt eine Gesellschaft zu gründen, “bei der man statt Aktien Steine der Mauer kaufen kann, die Israel auf palästinensischem Boden errichtet hat.”

Auch wenn nicht ganz klar ist, was eine solche Gesellschaft bewirken soll, so steht für den engagierten Grünhelm doch eines fest: “Die ganze muslimische Welt tobt wegen des Palästinakonflikts”. Darum sind es auch die USA und die EU, die zu über 90% die UN-Flüchtlingsorganisation für Palästinenser, die UNRWA, finanzieren, während die muslimische Welt genug an ihrer eigenen Empörung zu tragen hat.

Auch Udo Steinbach war da. Die Drohungen des iranischen Präsidenten gegenüber Israel müssen ernstgenommen werden, befand er ganz richtig – nicht ohne wieder eine Steinbach-typische Wendung anzufügen, die den ersten Teil des Satzes relativiert, werde doch “scheußlicherweise sowohl von Seiten Ahmadinejads wie auch von Seiten Israels der Holocaust instrumentalisiert”.

Scheusslicherweise hat Ahmadinejad den Holocaust jedoch nicht instrumentalisiert, sondern ihn glatt geleugnet. Und mit ihm auch gleich die Existenzberechtigung des jüdischen Staates. Wofür Israel demgegenüber den Holocaust instrumentalisiert, hätten wir gerne gewusst. Aber so geht es eben zu in Niesen in Willebadessen im Kreis Höxter.

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