Gitmo statt Algerien

Sunday, July 11, 2010
Von Michael Kreutz

Guantanamo halte ich zwar für einen Fehler, insofern als ein Gefängnis, das weitgehend intransparent operiert[1], einer Demokratie nicht gut zu Gesicht steht – mag die Errichtung spezieller Gefängnisse zur Bekämpfung des Terrorismus auch sonst gerechtfertigt sein.

Dass aber sechs Insassen aus Algerien lieber in Gitmo bleiben als in ihr Heimatland zurückkehren wollen, sagt einiges darüber, wie es um die Menschenrechtssituation in manchen Ländern des Nahen Ostens und Nordafrikas bestellt ist – und lässt Obama nicht eben gut aussehen:

“These men would rather stay in Guantanamo for the rest of their lives than go to Algeria. That speaks volumes,” said David Remes, an attorney for detainee Ahmed Belbacha, who was sentenced in absentia to 20 years in prison by an Algerian court last year for alleged association with an illegal armed group. “They are terrified to go, but this administration is willing to march them off a cliff.”


  1. Nur das Internationale Rote Kreuz hat Zugang zum Lager, es darf jedoch eventuelle Vorwürfe gegen die US-Behörden weder bestätigen noch dementieren.
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