Doppelnull als Agent
So keiner weiss wohl recht, was vom Fall des iranischen Atomwissenschaftlers Shahram Amiri zu halten ist, der ein Doppelagent sein könnte und in dessen Geschichte es einige Ungereimtheiten gibt. Als Forscher an der Malek-e Ashtar-Universität war er möglicherweise direkt in das Atomprogramm des Mullah-Staates involviert. So hatte es jedenfalls geheissen.
Nun behauptet nämlich Amir Farshad Ebrahimi, ein iranischer Journalist, ehemaliges Mitglied der Basij und Gründungsmitglied der radikalislamischen Ansar-e Hizbullah, dass Amiri ihn, kurz nachdem dieser nach eigenen Angaben Opfer einer amerikanisch-saudischen Entführungsaktion geworden war, kontaktiert habe, um in den Westen überzulaufen.
In seinem Laptop habe Amiri geheimdienstlich relevante Informationen in einem Umfang von mehr als 500 GB bei sich gehabt. Das ominöse, angeblich dem US-State Department unterstehende Nejat-Komitee, das iranischen Überläufern in den Westen verhilft und dessen einziges iranischen Mitglied Ebrahimi sein will, kam dagegen angeblich zu dem Schluss, dass Amiris Informationen wertlos waren, so Ebrahimi:
It is possible that he betrayed our confidence and pretended he was a dissident to make it to the U.S. But at the same time, if he really was an Iranian agent he could have stayed in the U.S. longer and provided the U.S. with false information.
But from what I know the information he had was not wrong, it was just very basic. It was the kind of information anyone can access. The intelligence official I met in Bangkok said that they used lie detectors on him and he made contradictory statements and lied. If he had been an Iranian agent he would have been better [prepared].
(…) The Islamic republic knows very well that Amiri was neither an intelligence agent nor a nuclear scientist, and that there was no kidnapping (as claimed by Iran and Amiri).
Das Teheraner Regime feiert ihn als Helden.
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