Eine Erfolgsgeschichte

Saturday, July 24, 2010
Von Michael Kreutz

Wer sagt, dass Deutschland keine Chancen bietet? Die Zahl der in Deutschland beruflich Selbstständigen mit ausländischer Staatsangehörigkeit steigt seit Jahren an. Allein 2007 gab es 135.000 ausländische Gewerbeanmeldungen, darunter viele im hochwertigen Dienstleistungsbereich. Der “Nationalatlas” konstatiert:

Neben ihrer wirtschaftlichen Bedeutung erfüllen die von MigrantInnen geführten Unternehmen häufig eine Brückenfunktion in die Herkunftsländer. Sie sind zu einem wichtigen Bestandteil städtischer Entwicklung geworden und leisten teilweise über ihre soziale Funktion auch einen Beitrag zur Stabilisierung urbaner Nachbarschaften (…).

Quantitativ am stärksten waren 2007 GründerInnen aus den neuen EU10-Staaten vertreten. Dies erklärt sich in erster Linie durch die EU-Erweiterung 2004 und die damit verbundenen Erleichterungen für eine Unternehmensgründung. Einen besonders starken Anstieg von 60% verzeichneten die Nicht-EU-OsteuropäerInnen. Die derzeitig starke Gründungsdynamik von Nicht-EU-OsteuropäerInnen könnte darin begründet sein, dass der Großteil dieser Menschen erst nach 1991 in die Bundesrepublik eingewandert ist. Weiterhin geht der gleichzeitige Rückgang der türkischen Gewerbeanmeldungen vermutlich unter anderem auf die erfolgten Einbürgerungen zurück.

Auch wenn nicht jede Gewerbeanmeldung automatisch eine Erfolgsgeschichte bedeutet, so zeigt sich doch, dass das Gesamtbild selbständiger Erwerbstätigkeit insgesamt bunter geworden ist. Das ist freilich nicht so spektakulär wie die täglichen Horrormeldungen über gescheiterte Integration.

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4 Responses to “Eine Erfolgsgeschichte”

  1. Aber es gibt ja jetzt auch den Trend, das vermehrt viele Migranten mit Uniabschluss z.B in die Türkei zurückgehen. Das ist zwar ein generelles Problem überhaupt Deutschland Akademikern attraktiv zu machen. Aber wenn jetzt sogar türkischstämmige weggehen. Das ist doch sehr bedenklich.

    Ich war mal mit Gastprofessoren auf dem Amt, als Dolmetscher sozusagen. Keiner von ihnen wollte nochmal nach Deutschland kommen. Die Beamten dort verhalten sich wie Herrenmenschen.

    #52932
    • Fünf Jahre wartete sie, dann kam der Entscheid. Ihr unregelmäßiges Einkommen sei das Problem, hieß es in der Ablehnung. Wenn sie einen deutschen Pass wolle, brauche sie eine Festanstellung. Gehen Sie doch irgendwo putzen, sagte ihr die Frau vom Einwohnermeldeamt. “Das habe ich dankend abgelehnt”, sagt Şükriye Dönmez, “und bin stattdessen in die Türkei gefahren.”

      #52936
  2. Interessant ist Karte 2: Der Anteil der türkischen Gründer in den neuen Bundesländern ist bemerkenswert, alldieweil es dort kaum eine türkische Bevölkerung gibt.

    #52935

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