Sind Hamas und Hisbollah antisemitisch?

Sunday, August 1, 2010
Von Michael Kreutz

Sind Hamas und Hisbollah antisemitisch? Die Gender-Expertin Judith Butler weiss es nicht so genau. Dafür ist sie sich sicher: Bei beiden handelt es sich um progressive Bewegungen. Zumindest aus einer sehr verqueeren Perspektive.

Ich verstehe, dass es in Deutschland schwer ist, zwischen einer Kritik beispielsweise der israelischen Besatzung und Antisemitismus zu unterscheiden. Wenn Hamas und Hizbollah antisemitische Positionen vertreten, dann sind sie unbedingt abzulehnen. Doch man muss genau analysieren, ob in der Kritik Israels Antisemitismus im Spiel ist oder nicht. (…) Der einzige Grund, warum ich glaube, dass, deskriptiv gesehen, diese Gruppen unter die Kategorie »links« gehören, ist, weil sie gegen Kolonialismus und Imperialismus kämpfen.

Deskriptiv gesehen handelt es sich bei diesem verschwurbelten Käse um völkisches Denken in progressiver Uniform: Die Freiheit der Völker geht über die Freiheit des Individuums. Auch fragt sich, welchen Planeten Frau Butler eigentlich ihr Zuhause nennt, wenn sie den Traum der Hamas und Hisbollah von einer Welt ohne Israel als Kritik am jüdischen Staat deutet.

Aber weil das natürlich wieder alles aus dem Kontext gerissen ist, legt Frau Butler nach:

Ich habe mich auch gefragt, ob die Verwendung meiner gekürzten Bemerkungen über Hamas und Hizbollah nicht selbst eine Art antisemitischer Angriff war. Ich spüre in der Tat wieder meine Verletzbarkeit als Jüdin in Deutschland, wenn ich auf diese Art und Weise in den Medien diskreditiert werde. Es wäre mindestens paradox, wenn ich als queere Jüdin mich für Hizbollah und Hamas aussprechen würde, wie das in der Taz nahegelegt worden ist. Ihre Taktik, in der meine Aussagen verzerrt worden sind, hat mein Jüdin-Sein negiert und mich als eine selbsthassende Jüdin dargestellt, und in diesem Sinne wurde mir Gewalt angetan.

So findet die intellektuelle Zerrüttung ihre letzte Bestimmung in der Weinerlichkeit.

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7 Responses to “Sind Hamas und Hisbollah antisemitisch?”

  1. [...] This post was mentioned on Twitter by Dr. Michael Kreutz, eberhardt mayer. eberhardt mayer said: RT @MichaelKreutz: TF | Sind Hamas und Hisbollah antisemitisch?: Sind Hamas und Hisbollah antisemitisch? Die Gender-Expertin Judith B… http://bit.ly/bjjWZS [...]

    #52938
  2. Deskriptiv gesehen handelt es sich bei diesem verschwurbelten Käse um völkisches Denken in progressiver Uniform: Die Freiheit der Völker geht über die Freiheit des Individuums.

    Komisch nur, das wenn es um Israel geht plötzlich die Individuen verschwinden. Der Staat Israel ein Volk eine Seele? Ich finde das Gerede auf der anderen Seite genauso völkisch.

    #52939
  3. So findet die intellektuelle Zerrüttung ihre letzte Bestimmung in der Weinerlichkeit.

    Sagen sie das Netanjahu und Doberman.

    #52940
  4. N. Neumann

    Deskriptiv gesehen handelt es sich bei diesem verschwurbelten Käse um völkisches Denken in progressiver Uniform: Die Freiheit der Völker geht über die Freiheit des Individuums. Auch fragt sich, welchen Planeten Frau Butler eigentlich ihr Zuhause nennt, wenn sie den Traum der Hamas und Hisbollah von einer Welt ohne Israel als Kritik am jüdischen Staat deutet.

    @ MK

    Im Butlerschen Deskriptionsmodus gehörten neben der Hamas und der Hisbollah auch Gruppen wie die NPD zur Linken.

    #52942
  5. N. Neumann

    Der Staat Israel ein Volk eine Seele?

    @ Serdar

    Nein, dieser Eindruck rührt natürlich aus dem Beobachten der allseits bekannten Weinerlichkeit von Netanhaju und Doberman. Kübra und Maya hingegen wissen aus einem Comic über Palästina und eigener Erfahrung, dass nordafrikanischstämmige Israeliten nicht ganz so schlimm sind, wie weiße Israeliten:

    Was der Besitzer erzählt, erinnert Maya an eine Theorie, die wir kürzlich in einem Comic über Palästina lasen: Nicht die Religion, sondern die ethnische Herkunft von “weißen” Israeliten sei Grund für die rassistische Politik Israels. Juden aus Nordafrika seien unvoreingenommener gegenüber Palästinensern. “Wären alle in Israel so wie der Verkäufer, könnte man dort in Frieden leben”, sagt Maya zu mir.

    http://www.taz.de/1/debatte/ko.....sraeliten/

    Um nun wieder an Judith Butler anzuknüpfen:

    Butler: Es wäre mindestens paradox, wenn ich als queere Jüdin mich für Hizbollah und Hamas aussprechen würde, wie das in der Taz nahegelegt worden ist. Ihre Taktik, in der meine Aussagen verzerrt worden sind, hat mein Jüdin-Sein negiert und mich als eine selbsthassende Jüdin dargestellt, und in diesem Sinne wurde mir Gewalt angetan

    Ob es auch zur Taktik der taz gehört, eine deutschtürkisch-muslimische Hobby-Ethnologin einfach schwurbeln zu lassen, um sie in die Pfanne zu hauen?

    #52943
  6. N. Neumann

    Aber ich will fair bleiben. Schnuppi aus dem Kommentarbereich von PI sieht es im Prinzip nicht viel anders als Kübra und Maya:

    http://www.politblogger.eu/ras.....-pipifant/

    #52944
  7. @N.Neumann

    Nein, dieser Eindruck rührt natürlich aus dem Beobachten der allseits bekannten Weinerlichkeit von Netanhaju und Doberman.

    Nur das deren Tränen meistens aus Blei bestehen (oder anderem Metal das ich noch nicht kenne).

    #52945

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