Einwanderung und Islam…

Thursday, August 19, 2010
Von Martin Riexinger

… spalten die Dänen, berichtet “Jyllands Posten”. Die nackten Prozentzahlen der Umfrage von Rambøll/Analyse Danmark legen dies in der Tat nahe. So beurteilen 49,7 % der Dänen die Zuwanderung der letzten vier Jahrzehnte positiv, während 42,4 % sie negativ beurteilen. Deutlich negativer wird die Frage beantwortet, ob sich der Islam angepasst habe. 54,9 % beantworten dies skeptisch, wenn nicht ablehnend, während nur 39,9 % kein Problem sehen.

Schaut man sich die die Antworten nach Parteipräferenz an (leider nicht online verfügbar), zeigt sich jedoch, dass es einen breiten Konsens über die Lager hinweg gibt. Unter den Anhängern der Sozialdemokraten und der beiden urbanen bürgerlichen Parteien Konservative und Liberale Alliance beurteilen 55%+ die Einwanderung positiv. Hiervon weichen die Regierungspartei Venstre, offiziell liberal, aber doch wohl eher die ländlich-kleinstädtischen Konservative, (44%) und die Sozialistische Volkspartei (69%) in entgegengesetzter Richtung ab. Ein eklatanter Unterschied besteht jedoch zur Dänischen Volkspartei auf der einen Seite (18%) und der linksbürgerlichen Radikalen und der linksinfantilen Enhedliste (96%+) auf der anderen. Wichtiger als der Unterschied zwischen Links und Rechts scheint also der Unterschied zwischen Stadt und Land zu sein.

Die Zahl derer, die die Integration des Islams extrem negativ einschätzen, liegt Anhängern von Sozialdemokraten und Burgerlichen in etwa gleich niedrig (+/- 15%), aber selbst bei den sozialdemokratischen Wählern überwiegen die mit einer stark und weniger stark negativen Einschätzung (48%) diejenigen mit einer positiven (46%), bei den bürgerlichen Wählern kommen absolute Mehrheiten zwischen 53% und 71% zusammen. Dagegen ist die Einschätzung von 70% der Wähler der Radikalen und 60% der Linkssozialisten positiv. Das andere extrem deckt erwartungsgemäß die Dänische Volkspartei ab (42% extrem, 41% weniger negativ).

Interessant ist eine weitere Umfrage[1] zur Akzeptanz von Moscheen vom 18.08. Gefragt, ob Sie eine erkennbare Moschee in ihrer Gemeinde ablehnen oder akzeptieren, teilen sich die Dänen in zwei gleich starke Lager. Und auch in dieser Frage zeigt sich ein eklatanter Gegensatz zwischen Stadt und Land. In der Hauptstadtregion lehnen dies nur 34,9% ab, im ländlichen Norjütland dagegen 67,5%! In den drei anderen Regionen (Mittjütland, Süddänemark und Seeland) liegt die Ablehnung jeweils etwas über 50%. Die Ablehnung wird also offenkundig durch die Nichtpräsenz von Muslimen befördert.


  1. Die anklick- aber nicht verlinkbare PDF Version enthält die Umfrageergebnisse
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