Dänemark, ein deutsches Bundesland?
Kopenhagen, eine deutsche Stadt? Dänisch, eine Sprache, die nur von ein paar Hinterwäldlern gesprochen wird? Das mag heute absurd klingen, es stand 1864 für das dänische Königshaus aber offensichtlich zur Diskussion.
Für sein dieser Tage erscheindes Buch über die Folgen der Niederlage auf den Düppeler Schanzen konnte der Autor Tom Buk-Swienty bisher unzugängliches Material aus dem königlichen Archiv auswerten. Dabei fand er heraus, dass König Christian IX. bereit war, ganz Dänemark in den Deutschen Bund einzubringen, umso seine Herrschaft über Schleswig und Holstein zu retten. Bismarck soll ernsthaft über diesen Vorschlag nachgedacht haben, sei dann aber von ihm abgerückt, da er fürchtete, im Fall von Spannungen zwischen Deutschen und Dänen in Schleswig für die dänischen Monarchen eintreten zu müssen, was wiederum negative Reaktionen unter der gesamten deutschen Bevölkerung hätte hervorrufen können.
So absurd, wie der Vorschlag heute erscheinen mag, mag er damals nicht unbedingt gewirkt haben, legt ein anderer Bericht in “Politiken” zu diesem Thema nahe. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts sprach ein Drittel der Bevölkerung von Kopenhagen Deutsch, die Elite war ohnehin sehr stark nach Deutschland hin orientiert.
Das Scheitern dieses Vorschlages änderte Dänemark radikal. Es wurde für ein Jahrhundert zu dem, was rechte Dänen heute für besonders bewundernswert halten: Die kulturell homogenste Gesellschaft Europas. Der Einfluss der deutschen Sprache ging zurück, auch wirtschaftlich erfolgte eine Neuorientierung. Da Deutschland als Hauptmarkt wegfiel, richtete sich Dänemaek nun primär nach Großbritannien hin aus.
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Update 20.08.2010
Etwas ausführlicher hierzu in “Der Nordschleswiger”.
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