Tatsächliche und gefühlte Integration in Österreich
Eine aktuelle Studie zeigt: Die grosse Mehrheit der Zuwanderer (83 Prozent) fühlt sich in Österreich integriert. Auch sprechen sich prinzipiell etwa zwei Drittel (64%) für die Trennung von Staat und Religion aus, unter den Muslimen sind es immerhin noch 62% (säkulare: 80%). Das ist erfreulich.
Irritierend aber ist der Befund hinsichtlich der Anwendung der Scharia. Hier stehen die Antworten muslimischer Befragter offensichtlich in einem Gegensatz zur oben angeführten Haltung. Auf die Frage, ob Teile des islamischen Rechtes, z.B. Ehe-, Familien- und Erbrecht in die österreichische Rechtsprechung Eingang finden sollten, antworten
- 50 Prozent dafür,
- 16 Prozent meinen, es käme darauf an, welche Bestandteile des islamischen Rechts angewendet werden sollten,
- 22 Prozent dagegen.
Darf man daraus schliessen, dass Säkularismus von mind. 50% der muslimischen Migranten nur solange befürwortet wird, wie er der eigenen Position nutzt? Oder heisst für die Befragten Säkularismus bzw. Laizismus nur das, was in der Türkei darunter verstanden wird, nämlich die weitgehende Übernahme der Religonspflege durch den Staat, durch die religiöse Minderheiten ins Hintertreffen geraten?
Ein ähnlicher Widerspruch tut sich bei der demokratischen Werteaffinität auf: Zwar tritt die grosse Mehrheit der Befragten uneingeschränkt (drei Viertel) bzw. eher (ein Sechstel) für grundlegende demokratische Werte und Meinungsfreiheit ein. Zugleich aber gibt es in Teilbereichen “mehr oder minder ausgeprägte Vorbehalte”: 72 Prozent geben an, dass die Befolgung der Gebote ihrer Religion für sie wichtiger ist als die Demokratie und neun Zehntel meinen, der Staat sollte Fernsehen und Zeitungen kontrollieren, um Moral und Ordnung sicherzustellen.
Die ganze Sudie von GfK Austria gibt es hier.
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72 Prozent geben an, dass die Befolgung der Gebote ihrer Religion für sie wichtiger ist als die Demokratie und neun Zehntel meinen, der Staat sollte Fernsehen und Zeitungen kontrollieren, um Moral und Ordnung sicherzustellen.
Demokratie ist ja auch kein Religionsersatz. Führen sie mal so eine Umfrage in Bayern durch
Die Bayern sind unschuldig, bis das Gegenteil bewiesen wird.
Ich bin Schwabe, das höchste der türkischen Gefühle
Klar, muss es auch geben.
> Zwar tritt die grosse Mehrheit der Befragten …
> für grundlegende demokratische Werte und Meinungsfreiheit ein
Wollen wir mal hoffen, dass die frommen Jungs und Mädels in Staatsbürgekunde auch gut aufgepasst haben, auf dass sie und die repressive, rassistische Mehrheitsgesellschaft unter Demokratie und Freiheit auch das Gleiche verstehen. Womöglich sind nicht nur Ösis und Piefkes durch eine gemeinsame Sprache getrennt.