“Wir kriegen euch, wo immer ihr seid”
Obgleich einige politische Gefangene, die nach den Juni-Wahlen festgenommen worden waren, mittlerweile wieder auf freiem Fuss sind, gibt es keine Anzeichen dafür, dass das iranische Regime versucht, den Druck aus dem Kessel zu nehmen. Dissidenten und Menschenrechtsaktivisten wie auch allgemein Journalisten stehen nach wie vor im Visier der Staatsmacht, die ihre Widersacher ohne Federlesens ins Gefängnis wirft.
Da eine auf religiösen Dogmen fussende Theokratie nicht reformierbar ist, erscheint schon der Gedanke an eine Reform als blosse Subversion. Mittlerweile erkennen das auch loyale Staatsdiener in zunehmendem Masse. Die eigene Verfassung, die ohnehin schon nicht demokratisch orientiert ist, wird offen mit Füssen getreten.
Derweil berichtet Exiliraner über massive Einschüchterungsversuche auch im Ausland, berichtet FoxNews:
Hooshang Amirahmadi, director of the American-Iranian Council in Princeton, N.J., a non-profit group promoting relations between Iran and the U.S., said, “We know the regime has agents here in the U.S. who are usually working with official Iranian institutions like the United Nations, and there are also infiltrators.
“It’s a very sensitive issue. They’re trying to discourage the dissidents from speaking out, and many of them are afraid for their lives.”
Tehran’s campaign has spread fear among Iranians in the U.S., many of whom refuse to go public because of threats and arrests of family members and friends still in Iran, Amirahmadi said.
It’s even worse on in Europe, said Iranian human rights activist Ladan Boroumand, whose father Abdorrahman Boroumand, a prominent critic of Tehran, was murdered in 1991 in Paris. Iranian dissidents and French prosecutors said Iranian agents were behind the hit.
Boroumand, who splits her time between Washington and Paris, said Iran’s interior ministry maintains a “black list” of groups and people it accuses of waging war against the regime, declaring them enemies of the Iranian state.
Auch im Nachbarland Irak scheint die Islamische Republik mitzumischen. So sollen die Anschläge von Bagdad unter Mitwirkung der iranischen Qods-Brigaden erfolgt sein.
Im Iran richtet man sich unterdessen auf neue Unruhen ein, steht doch am 21. März das Neujahrsfest (Nouruz) bevor, das wegen seiner vorislamischen Wurzeln sich schon seit jeher gegen das islamistische Regime verwenden liess.
–––Ähnliche Beiträge:
- Sprung über das Feuer, March 14, 2006 | By Michael Kreutz
- Doppelnull als Agent, July 19, 2010 | By Michael Kreutz
- Die Totalitarismusformel, June 29, 2009 | By Michael Kreutz
- Iran: Bilanz der Hinrichtungen 2008, January 25, 2009 | By Michael Kreutz
- Morgen wird der Iran grün, February 10, 2010 | By Michael Kreutz
- Kleine Provokationen…, October 17, 2005 | By Michael Kreutz
- Irans geheimer Krieg, August 16, 2005 | By Michael Kreutz
- Ein Referendum über das Regime?, June 15, 2005 | By Michael Kreutz

