Ein Mosaiksteinchen als Künstler
Seitdem neoliberale Thinktanks Deutschland in die Zange genommen haben, ist das Leben kein Ponyhof mehr. Geschickt haben sie es geschafft, jede Form von Engagement ins Lächerliche zu ziehen.
Ganz besonders gilt das für Konstantin Wecker, den man heute durchaus ernstnehmen würde, wenn da nicht diese neoliberale Gleichschaltung wäre. Denn: “Als Künstler bin ich nichts weiter als ein Mosaiksteinchen. Das waren Künstler und andere engagierte Menschen schon immer.”
Natürlich wusste der Barde, dass er den Krieg gegen Saddam nicht würde verhindern können, wenn er nach Bagdad fährt. Aber ein Mitglied im Club “der letzten Mohikaner” muss eben manchmal Zeichen setzen. Zumal die Gefahr ja meist nicht dort droht, wo man sie vermutet:
Natürlich fühle ich mich bedroht von Atomwaffen, und zwar in erster Linie durch das einzige Land, das schon einmal Atombomben geworfen hat. Es sind die Vereinigten Staaten von Amerika, die die Katastrophen in Hiroshima und Nagasaki verursacht haben.
Umso bewundernswerter, dass Wecker sich aus der “Kollektiv-Psychose“, unter der die Menschheit seit 6000 Jahren leidet, einfach ausgeklinkt hat. Genugtuung empfindet er denn auch darüber, dass der erste schwarze Präsident der amerikanischen Geschichte aus den Reihen der Demokraten stammt.
Denn die Republikaner haben zwar den ersten schwarzen Verteidungsminister und die erste schwarze Aussenministerin (beide unter George Bush) in der Geschichte ihres Landes zu verantworten, aber eben keinen solchen Regierungschef:
Obama verkörpert bis heute für viele Menschen Hoffnung. Auch weil er der erste schwarze Präsident ist. Das ist ein Schlag in die Magengrube jedes Republikaners, jedes aufrechten Rechten. Das allein schon ist ein Genuss.
Der derzeitige Vorsitzende der Republikanischen Partei heisst übrigens Michael Steele und ist Afroamerikaner. Wenn das die neoliberalen Gleichschalter wüssten.
Mehr von einem der letzten Mohikaner gibt es bei den immer wieder lesenswerten “Ruhrbaronen“.
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