Wird der Bock zum Gärtner?

Monday, May 3, 2010
Von Stefanie Galla

Das Leben schreibt die besten Possen. Die Abteilung  Öffentlichkeitsarbeit der Evangelischen Akademien in Deutschland stellte im September 2008 ihren neuen Generalsekretär Dr. Klaus Holz vor und freute sich darüber, eine Person gefunden zu haben, welche die richtigen Voraussetzungen für diese Position mitbringt. Denn diese Position setze

nicht nur theologische, sondern auch sozialwissenschaftlich fundierte Kenntnisse voraus. Mit seiner erfolgreichen Arbeit in den letzten acht Jahren für das Evangelische Studienwerk e.V. Villigst, das protestantische Begabtenförderungswerk für Studierende und Promovierende, habe Dr. Holz diese Bandbreite bewiesen.

Da freut man sich doch mit der Akademie über den guten Fang für die Besetzung der Position ihres Generalsekretärs.

Seitdem akquiriert Holz große Projekte und vertritt die Akademien auf Bundesebene. In der Zusammenarbeit der 15 Akademien entwickelt er das interne Fortbildungsprogramm, berät die Akademien bei deren Qualitätsmanagement und begleitet konzeptionell ihre Arbeit. Und neben all dem leitet Herr Holz die Verwaltung der Geschäftsstelle.

In Berlin wiederum sucht das Zentrum für Antisemitismusforschung (ZfA) einen neuen Leiter, weil die Amtszeit des amtierenden Leiters Prof. Wolfgang Benz im Herbst endet.

Das 1982 gegründete Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin arbeitet als einziges Institut seiner Art interdisziplinär in Forschung und Lehre über Vorurteile und ihre Folgen wie Antisemitismus, Antiziganismus, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus. Angrenzende Schwerpunkte der Arbeit sind deutsch-jüdische Geschichte, Holocaust und Rechtsextremismus.

Im Rahmen des Berufungsverfahrens kamen bisher sieben Kandidaten in die engere Wahl – einer davon der Generalsekretär Klaus Holz der Evangelischen Akademien in Deutschland.

Sie fragen sich nun, wie das bei dem Anforderungsprofil des ZfA möglich ist? Ich auch.

Damit aber nicht genug. Unter Verantwortung von Klaus Holz, denn dieser begleitet in seiner Position die einzelnen Akademien, plant die Evangelische Akademie in Bad Boll eine Tagung, zu der man Basem Naim, Gesundheitsminister aus Gaza und hochrangiger Hamas-Funktionär, einlud. Auf die der Einladung folgenden Proteste wurde lapidar durch den Tagungsleiter geantwortet:

In der Hamas gelte er (Naim) als Vertreter des gemäßigten Flügels, der zwar nicht die Legitimität, aber wenigstens die Faktizität des Staates Israel anerkenne.

Da fragt man sich doch, ob beim ZfA der Bock zum Gärtner gemacht werde soll.

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One Response to “Wird der Bock zum Gärtner?”

  1. [...] Galla vom Transatlantic-Forum beschreibt einen der Kandidaten für die Nachfolge von Wolfgang Benz beim Zentrum für Antisemitismusforschung: Dr. Klaus Holz, den [...]

    #52878

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