Informationsfreie Zone
Lange bevor die Flotte mit Hilfsgütern für Gaza in See stach, waren die Planungen darüber bekannt. Auf Pressekonferenzen und in Presseerklärungen wurde von den Organisatoren über das Vorhaben berichtet. Seitdem gaben verschiedene internationale Organisationen Informationen über einzelne Teilnehmer und deren Verbindungen zur Hamas bekannt. Seit Wochen schon weiß der informierte Bürger, dass es sich bei der „Hilfsflotte“ auch um eine Flotte zu Propagandazwecken handelt. Es war alles andere als ein Geheimnis, dass das Ziel der Flotte auch das Durchbrechen der Seeblockade vor Gaza war.
Vor diesem Hintergrund saß ich diesen Montag recht sprachlos vor meinem Rechner. Hatte ich doch anhand der Medienberichte das Gefühl, dass die Mehrheit der deutschen Journalisten völlig überrascht wurde von den Vorfällen im Meer vor Gaza. Überrascht deshalb, weil nur wenigen Berichten zu entnehmen war, wer sich da mit an Bord befand und dass man den Begriff „Hilfsflotte“ nicht uneingeschränkt im Raume stehen lassen kann. Stattdessen vermittelten diese Artikel, die IDF seien ohne dass es auch nur im Entferntesten einen Anlass dazu hätte geben können, über ausschließlich Tee trinkende und Friedenslieder singende Menschen hergefallen.
Mit zeitlichem Abstand konnte man dann auch in weiteren Teilen der deutschen Medien lesen, dass es sich nicht ausschließlich um Friedensaktivisten auf der Flotte handle und dass auf einem der Schiffe statt Friedenslieder Kampflieder gesungen wurden. Auch erfuhr man dann später aus den deutschen Medien, dass nicht alle Personen auf dem Schiff, auf dem es zu den blutigen Vorfällen kam, nur Teetassen in den Händen hielten, sondern auch Knüppel und Messer zum Empfang der israelischen Soldaten bereit gehalten wurden.
Es lässt den Leser schon erstaunt zurück, dass mit bestimmten Informationen, die doch allgemein bekannt waren, in den deutschen Medien erst so spät heraus gerückt wurde. Unterstellen wir, die deutschen Medien sind bemüht ausgewogen zu berichten, frage ich mich, wieso den Medien allgemein im Web zugängliche Informationen unbekannt gewesen zu sein schien. Auch wundere ich mich darüber, dass selbst wenn die Journalisten von all diesen Dingen keine Ahnung hatten, sich nicht gefragt wurde, wer finanziert das eigentlich alles. Spätestens hierbei hätte man dann doch anfangen müssen, die Suchmaschinen des Webs zu nutzen und wäre so schnell auf die nötigen Hintergrundinformationen gestoßen.
Deshalb bin ich der Meinung, der überwiegende Teil der deutschen Medien hat dieses Video verdient, dass man sie so vorführt.
Update:
You Tube hat leider das Video gelöscht. Nähere Informationen dazu finden Sie hier.
Update 2:
Hier auf der Seite von Caroline Glick können Sie das Video mit der gelungenen Parodie “We Con the World” nun finden.
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