Wider die ökonomische Realität
Deutschland solle mehr Solidarität gegenüber der EU zeigen, heisst es gerne im Angesicht der Finanzkrise. Ein Toschlagargument – findet zu recht Roland Tichy von der “Wirtschaftswoche”:
Wer gegen die Hilfefonds argumentiert, ist nicht unsolidarisch. Wir haben nicht Griechenland gerettet – sondern einige Banken. Für diese Rettungsaktionen bezahlt die griechische Bevölkerung mit wachsender Armut. Das wissen auch griechische Politiker. Sie haben nur nach langem Zögern den Sanierungsplänen zugestimmt, weil sie wissen: Diese Politik kann nur scheitern, und dann werden sie auf die Milliarden in den Hilfsfonds direkt zugreifen können. (…)
Griechenland hat kein Liquiditätsproblem, das mit Bürgschaften überbrückt werden kann. Es hat ein Solvenz-, ein Leistungsfähigkeitsproblem und wird deshalb seine Schulden nicht bedienen können. Dann spart der deutsche Finanzminister in seinem Haushalt mühsam in Millionenhöhe, während er Milliarden über Euro-Bürgschaften verliert.
Sein Fazit: Der Euro wird gegen die wirtschaftliche Realität verteidigt. Mit unabsehbaren Kosten.
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