Tragikomik
Um den Posten des griechischen Ministerpräsidenten ist schon seit Jahren niemand zu beneiden. Bei der letzten Wahl des glücklos agierenden Ministerpräsidenten Karamanlis, der 2009 abgewählt wurde, schreibt der Südosteuropa-Korrespondent der FAZ, Michael Martens, hatte dieser nicht so gewirkt, als ob er ernsthaft die Bürde des Amtes noch einmal zu übernehmen bereit sei:
Auf den Wahlplakaten blickte Karamanlis so niedergeschlagen, als wollte er sagen: “Ich bin Ministerpräsident Griechenlands. Holt mich hier raus!” Er hatte auch tatsächlich Erfolg.
Karamanlis’ Nachfolger Papandreou hatte dann 2009, seinerzeit noch Oppositionsführer, ein ernüchterndes Treffen mit dem damaligen deutschen Finanzminister Steinbrück, der deutlich machte, welche Lasten bei der Reform von Finanzen und Sozialsystemen zu stemmen seien:
Zum Abschied [...] habe Papandreou angesichts der immensen Aufgaben Griechenlands ironisch bemerkt, er sei sich nicht mehr so sicher, ob er die kommende Parlamentswahl wirklich gewinnen wolle. Doch Papandreou hatte Pech, seine Panhellenische Sozialistische Bewegung (Pasok) gewann die Wahl – übrigens auch deshalb, weil ihr Vorsitzender im Wahlkampf versprach, es sei genug Geld für einen Ausbau des Sozialstaats vorhanden. Zur Strafe muss er seit Herbst 2009 Griechenland regieren.
Das erinnert mich an einen Buchtitel des griechischen Publizisten Basilis Rafailidis. Er lautet: “Die komisch-tragische Geschichte des neugriechischen Staates”.
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