Hamas bleibt sich treu

Hamas: "Frustration der Besatzer".
Wenn es um die Chancen auf einen Frieden in Nahost geht und darum, sich auf vemeintlich veränderte Begebenheiten einzustellen, dann werden in der westlichen Berichterstattung die Rollen gerne schnell verteilt: Die Hamas geschmeidig wie ein Panther – die israelische Regierung steif wie ein Regenschirm. So glaubt ein Kommentator der “Tagesschau”:
Nun bewegt sich sogar die islamistische Hamas auf Israel zu. Der ehemalige Hardliner Chalid Maschaal, Chef des Politbüros, hat unüberhörbar deutlich dem bewaffneten Kampf gegen Israel abgeschworen. Diese neue Milde ist das Ergebnis des Umbruchs in Syrien und des innerpalästinensischen Versöhnungsprozesses.
Pustekuchen. Von Khaled Abu Toameh kann man lernen, was es mit der jüngsten Taktik der Hamas auf sich hat, auf einen “Volkskampf” umzuschwenken:
On the contrary, Mashaal and other Hamas leaders have made it clear that the armed struggle remains their most important strategy in the fight against Israel. And they have also made it clear that they will never recognize Israel’s right to exist even though they are prepared to accept, for now, a Palestinian state in the pre-1967 lines.
But these statements are being ignored by Haaretz and other Western media outlets, which continue to insist that Hamas has changed.
Dass die Hamas sich keinen Deut geändert hat, zeigt schon ein Blick auf aktuelle Pressemitteilungen der Organisation. In einer Mitteilung noch vom 27.12. (”… Jihad und Märtyrertum sind unser Weg zum Sieg”)[1] werden programmatisch Forderungen an die Arabische Welt aufgelistet. Unter Punkt 5 heisst es:
Wir rufen unsere Arabisch-Islamische Gemeinschaft dazu auf, die Standhaftigkeit und heldenhaften Widerstand unseres Volkes weiterhin zu unterstützen, Jerusalem, die al-Aksa und die heiligen Stätten zu beschützen, sich des palästinensischen Problems anzunehmen, Palästina zu befreien und dem verbrecherischen zionistischen Feind standzuhalten.
So also klingt die Sprache der Versöhnung! Nicht zum ersten Mal muss die Terrororganisation, die nie etwas anders als die Vernichtung Israels gewollt hat, westliche Gerüchte dementieren, sie sei auf Versöhnungskurs. (Wir erinnern uns an diese Geschichte oder auch an jene.)
Hamas-Sprecher Barhoum sagt es ganz unmissverständlich, damit es auch der letzte Korrespondent versteht: Behauptungen der Besatzungsmacht[2], Mashaal habe zu einem Waffenstillstand aufgerufen und zu einer Suspendierung der “Operationen”, seien “nichtig und keiner Antwort würdig”. Solche Äusserungen spiegelten nur die “Frustration” der “zionistischen Besatzerregierung” angesichts der Stärkung des palästinensischen Widerstands um sie herum wieder.
Die Hamas bleibt sich treu.
- Erschienen kurz vor dem Artikel in der Ha’aretz. ⇧
- Die Zeitung Ha’aretz wird namentlich genannt: “Die zionistische Zeitung Ha’aretz hat behauptet, dass Mashaal Anweisung an die Qassam-Brigaden gegeben habe, gegenwärtig jegliche militärische Aktion aus dem Westjordanland oder dem Gazastreifen heraus gegen ‘Israel’ zur Gänze einzustellen. So ihr Anspruch.” ⇧

