Warum die Tschechen den Euro nicht wollen
Auch wenn Tschechien früher oder später den Euro einführen wird, beliebt ist er dort nicht. Im Gespräch mit der FAZ (nicht online)[1] erklärt Petr Nečas, Premierminister der Tschechischen Republik, warum sein Land auch den neuen Fiskalpakt nicht mittragen will (s. auch hier) und wo es sonst noch hakt:
Dieser Vertrag ist eine Verschiebung in Richtung Fiskalunion. Es ist mir klar, dass eine Währungsunion ohne eine Fiskalunion langfristig nicht existieren kann. Und wir sind auch damit einverstanden, die Fiskaldisziplin stärker zu betonen. Aber gleichzeitig ändert der Fiskalpakt ganz wesentlich den Charakter des Euroraums, verglichen mit dem Jahr 2003.
(…) [W]enn man sich das griechische Bruttoninlandsprodukt pro Kopf und die Kaufkraft anschaut, dann muss man feststellen, dass Griechenland wirklich nur ein Schrittchen vor uns steht. Zwischen unseren Renten und Löhnen und denen in Griechenland gibt es aber dramatische Unterschiede. Der Mindestlohn in Griechenland liegt bei 750 Euro, bei uns sind es 320 Euro.
Mittlerweile sind zwei Drittel der Tschechen gegen einen Beitritt zum Euroraum. Sämtliche Argumente gegen den Beitritt zum Fiskalpakt aus tschechischer Sicht und Gründe für die Unbeliebtheit des Euroraumes gibt es hier.
- ”Wir wollen wissen, in was für ein Haus wir eintreten”, FAZ vom 14. Februar 2012, Wirtschaft S. 10. Ähnlich hier. ⇧
