Keine rosigen Aussichten
Kritik an der Marktwirtschaft krankt meist daran, dass sie diese mit der üblichen Verflechtung von Big Business und Staat verwechselt. Der Ökonom Edmund Phelps erinnert daher an einige grundlegende Tatsachen:
Capitalism became a world-beater in the 1800’s, when it developed capabilities for endemic innovation. Societies that adopted the capitalist system gained unrivaled prosperity, enjoyed widespread job satisfaction, obtained productivity growth that was the marvel of the world and ended mass privation.
Now the capitalist system has been corrupted. The managerial state has assumed responsibility for looking after everything from the incomes of the middle class to the profitability of large corporations to industrial advancement. This system, however, is not capitalism, but rather an economic order that harks back to Bismarck in the late nineteenth century and Mussolini in the twentieth: corporatism.
Der ganze Artikel ist der unbedingten Lektüre wert. Warum diese Verflechtung der öonomischen mit der politischen Sphäre von Unheil ist, zeigt “Weltwoche”-Chefredakteur Roland Tichy anhand einiger Beispiele der letzten Jahre, die es in sich haben:
Die strikte ordnungspolitische Regel, wonach bei Sphären strikt zu trennen sei, gilt als altmodisch. (…) Aber sichert das die Zukunft großer Unternehmen? Nur ungern erinnern sich die Hamburger daran, dass sie den Verkauf ihrer Lagerhäuser und Nahverkehrsunternehmen an die Deutsche Bahn davon abhängig gemacht haben, dass dafür der Konzernsitz von Berlin nach Hamburg wandert – kein gutes Kapitel Föderalismus, sich gegenseitig mit Steuergeldern Unternehmen abspenstig zu machen.
Hier wird gleich beides beschädigt: Die Wirtschaft ebenso wie die politische Kultur. Werfen wir noch einen Blick auf Griechenland, das wie kein zweites Land der EU von einer Vermischung beider Sphären gekennzeichnet (oder vielmehr: gezeichnet) ist:
Wenn Sie einfach mal erinnern: In Deutschland hat die Konsolidierung des Staatshaushalts in den 80er-Jahren fast ein Jahrzehnt benötigt. Und wenn wir hier sagen, wir haben es hier nicht nur mit Konsolidierung zu tun in Griechenland, sondern auch mit der Restrukturierung der Volkswirtschaft, dann ist das mit Sicherheit ein Zeitraum, den man ähnlich mit zwei Jahrzehnten beschreiben muss.
… schätzt der Ökonom Michael Hüther die Situation ein. Das ist zugleich die katastrophale Bilanz eines Staates, der als einziger in Südosteuropa nicht unter dem Joch des Kommunismus zu leiden und schon von daher beste Startbedingungen für die Schaffung von Wohlstand hatte (ganz zu schweigen von den Subventionen). Die Antwort auf diese Misere wird allerdings in jedem Falle sein, dass die Politik in Form einer Transferunion sich noch stärker in die Wirtschaft einmischt – was die Kritiker von links dann wieder als “verschärfte Krise des Kapitalismus” geisseln werden.
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