Islam-Image
Während in islamischen Ländern die Sympathie für Selbstmordattentate fällt, nimmt in Europa die Antipathie gegenüber dem Islam dennoch zu. Das ist das blamable Ergebnis einer Studie von “Pew Global Attitudes”:
Opinions about Muslims in almost all of these countries are considerably more negative than are views of Jews. Fully half of Spanish (52%) and German respondents (50%) rate Muslims unfavorably. Opinions about Muslims are somewhat less negative in Poland (46%) and considerably less negative in France (38%). About one-in-four in Britain and the United States (23% each) also voice unfavorable views of Muslims. Overall, there is a clear relationship between anti-Jewish and anti-Muslim attitudes: publics that view Jews unfavorably also tend to see Muslims in a negative light.
Gleichzeitig befindet sich in Europa auch der Antisemitismus im Aufwind – im Gegensatz zur These des ansonsten so geschätzten Avi Primor.
Behält Ralph Peters also recht?
Der Schleier als unverhüllte Provokation
Als Reisender im Nahen Osten habe ich gelegentlich die Klagen westlicher Frauen gehört, dass selbst Verschleierung sie nicht vor Zudringlichkeiten schütze. Manche Ägypterinnen, so die “Washington Post”, behaupten sogar, dass eine Verschleierung Belästigung provoziere:
In accord with her interpretation of Islamic law, which says women should dress modestly, Sayed wore a flowing black robe and black veil. Together, they covered all but her hands and her pale face with its drawn-on, expressive eyebrows. Despite her attire, Sayed said, she daily endures suggestive comments from male customers and fellow vendors.
“I think a woman who wears hijab can be more provocative to them,” Sayed said. “The more covered up you are, the more interesting you are to them.”
(…)
Mona Eltahawy, a 41-year-old Egyptian social commentator who now lives, unveiled, in the United States, said that as a Muslim woman who wore hijab for nine years and was harassed “countless times” in Egypt, she has concluded that the increase in veiling has somehow contributed to the increase in harassment.
“The more women veil the less men learn to behave as decent and civilized members of society,” Eltahawy wrote in an interview via Facebook. “And the more women are harassed, the more they veil thinking it will ‘protect’ them.”
Female travelers consider Egypt one of the worst countries in the world for harassment on the streets — second only to Afghanistan, where the Taliban forced all women behind the veil and into seclusion in their homes.
Eine Umfrage des Egyptian Center for Women’s Rights will herausgefunden haben, dass in Ägypten 98% der ausländischen und 83% der einheimischen Frauen Opfer sexueller Belästigung geworden sind. Von den Ägypterinnen gaben 72% an, dass die Belästigung stattgefunden hat, als sie verschleiert waren.
Amerika-Ventil
Antiamerikanismus im Nahen Osten und in der Türkei, so der Politikwissenschaftler Fuad Ajami im “Wall Street Journal”, ist so populär, wie er zugleich Ventil ist. Ventil für eigene Schwächen und dem Unvermögen, dies öffentlich zu artikulieren – sei es, weil Kritik an der politischen Führung verboten ist, sei es, dass sie schlicht verpönt ist. Und darum, so Ajami, ist Antiamerikanismus kaum mehr als Hype:
In Hosni Mubarak’s tyranny, anti-Americanism is the permissible safety valve for Egyptians unable to speak of their despot. We stand between Pharaoh and his frustrated people, and the Egyptians railing against America are giving voice to the disappointment that runs through their life and culture. Scapegoating and anti-Americanism are a substitute for a sober assessment of what ails that old, burdened country.
Nor should we listen too closely to the anti-American hysteria that now grips Turkey. That country was once a serious, earnest land. It knew its place in the world as a bridge between Europe and Islam. But of late it has become the “torn country” that the celebrated political scientist Samuel Huntington said it was, its very identity fought over between the old Kemalist elites and the new Islamists.
No Turkish malady is caused by America, and no cure can come courtesy of the Americans. The Turks giving vent to anti-Americanism are doing a parody of Europe: They were led to believe that the Europe spurning them, and turning down their membership in its club, is given to anti-Americanism, so they took to the same fad. Turkish anti-Americanism is no doubt fueled by the resentment within Turkey of the American war in Iraq that gave protection and liberty to the Kurds. No apology is owed the Turks; indeed, it is they who must reconsider their intolerance of minorities. If the Turks were comfortable with the abnormality of Iraq under Saddam Hussein, it is they who have a problem.
Linke Bündnisse
Weil die Linke immer demselben Muster folgt. Sie schließen Bündnisse mit Leuten, die denselben Gegner haben, und die Linke hält die USA für ihren schlimmsten Feind. Und deshalb unterstützt sie lieber die Muslimbruderschaft als eine Organisation, der ein prozionistischer und proamerikanischer Sandmonkey angehört.
sagt der Betreiber von Sandmonkey, eines der populärsten Blogs in Ägypten gegenüber “Jungle World” in einem sehr lesenswerten Interview.
Nein. Die Leute, die angefangen haben, über Demokratie im Nahen Osten zu debattieren, haben diese Debatte mit der Situation im Irak verknüpft. Sie sind der Meinung, wenn im Irak die Etablierung der Demokratie erfolgreich verläuft, ist die Demokratie auch ein Modell für Ägypten. Klappt es im Irak nicht, hat die Demokratie im Nahen Osten nichts zu suchen. In Staaten wie der Ukraine reichte die demonstrative Forderung nach freien Wahlen für eine Revolution. In Ägypten nicht, da die Ägypter glauben, die Forderung nach freien Wahlen sei eine amerikanische Verschwörung gegen ihr Land.
…erklärt er ferner und auf die Frage,
Du hast im Mai vorgeschlagen, eine internationale politische Organisation zu gründen, die sich für den Schutz der Blogger und das Recht auf Redefreiheit einsetzt. Was ist daraus geworden?
antwortet er:
Viele Leute haben mir ihre Unterstützung versprochen. Aber als es ernst wurde, haben sich die meisten nur als Schwätzer und Heuchler erwiesen. Am meisten haben sich Leute aus der amerikanischen Rechten für eine solche Organisation interessiert. Ich will aber nicht, dass die Organisation als rechts etikettiert wird. Ich habe gehofft, dass sich für das Recht auf Redefreiheit auch Linke einsetzen würden. Aber die Linke hat es abgelehnt, mit mir zusammenzuarbeiten, obwohl es nur um die Verteidigung eines Grundrechts geht.
Entdeckt bei “achgut”.
Ein Musterbeispiel von ideologischem Eklektizismus…
… analysiere ich in meinem Aufsatz: “Nasserism Revitalized. A Critical Reading of Hasan Hanafī’s Projects “The Islamic Left” and “occidentalism” (and their Uncritical Reading)“, dessen PDF-version alle lesen können, die online Zugang zu der Zeitschrift “Welt des Islams” haben.
Dürer nach Kairo…
statt der Nofretete. Ein trefflicher Vorschlag:
Gleichzeitig hat der Direktor des Ägyptischen Museums in Berlin, Dietrich Wildung, die Gründung eines Museums für Europäische Kunst im ägyptischen Alexandria angekündigt. Das sei der Dank europäischer Länder an Ägypten dafür, dass man fast 200 Jahre lang von dort Kunstwerke für die europäischen Museen erhalten habe, sagte Wildung im Deutschlandfunk.
“Nicht ich habe den Islam verlassen, sondern er mich”
Noni Darwish, die bekannte amerikanisch-ägyptische Menschenrechtsaktivistin und Gründerin von arabsforisrael.com, ist bekennende Muslimin – und geht doch lieber in die Kirche, wie sie im Gespräch mit alarabiya.net (Ar.) verrät:
Ich war geschockt, als ich in Amerika in die Moscheen ging und all die Extremisten sah, die aus arabischen Ländern kamen, um Hass zu säen und zum Hass auf Amerika anzustacheln. Nicht ich habe den Islam verlassen, sondern er mich. So gehe ich in die Kirche, wo man nicht über Politik spricht und damit ich Worte der Liebe höre, die ich in unseren Moscheen nicht mehr gehört habe. Würde ich Worte der Liebe im Islam hören und in den Moscheen würde das Reden über Politik eingestellt – und sei es nur ein wenig –, dann würde ich mein ganzes Leben in der Moschee verbringen.
Noni Darwish bestreitet, vom Islam abgefallen und zum Christentum konvertiert zu sein. Aber sie kritisiert die Zustände in der Islamischen Welt, für die die Muslime selbst verantwortlich sind. Die Protestwelle gegen die dänischen Mohammedkarikaturen hält sie für “unpassend”, auch wenn die Verbreitung der Bilder durchaus von Taktlosigkeit zeugte. Dies darf jedoch den Blick auf das eigentliche Problem nicht verstellen: “Die Christen hier sind traurig, wenn [vergleichbare] Bilder von Christus veröffentlicht werden, sie protestieren jedoch nicht in solch furchterregendem Ausmass, was zeigt, dass etwas im Islam falsch läuft.”
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Siehe auch:
• Der Müll, die Stadt und der Hass, 06. Januar 2007.



























