Die OIC und die Homosexualität
Die UN-Erklärung gegen die Diskriminierung Homosexueller wird von der Organisation der Islamischen Konferenz abgelehnt. Der Beitrittskandidat Türkei hat die Erklärung im Gegensatz zu allen EU-Mitgliedern nicht unterzeichnet, weil die Regierung fürchtet, es sich mit dieser Organisation zu verderben. Vier Mitgliedsländer zeigen jedoch, dass es auch anders geht:
- Albanien
- Bosnien-Herzegowina
- Gabun
- Guinea-Bissau
Ein anderer macht auch nicht mit und hätte dafür wirklich einen Schuh verdient.
Noch mehr Geld für Afrika! (6)
Wenn afrikanische Regierungen ein Recht auf Auswanderung nach Europa verlangen, dann, so der ehemalige Botschafter Volker Seitz, ist was faul. Und zwar vor allem mit der Entwicklungshilfe:
Die afrikanischen Regierungen interessieren sich einfach nicht für die Armen in ihrem Land - und schieben die Verantwortung auf uns ab. Eine große Anzahl von Armen ist ihnen doch geradezu die Garantie dafür, dass wir weiter Geld schicken.
Seitz weist im FAS-Interview darauf hin, dass laut Transparency International jährlich rund 150 Mio. Dollar durch Korruption verlorengehen. Dazu kommt eine Kapitalflucht von geschätzten drei bis 13 Mrd. Dollar jährlich. Solange aber Entwicklungshilfeorganisationen Schlange stehen, um Gutes tun zu dürfen, fehlt vielerorts das Bewusstsein dafür, dass Wandel not tut. Das gilt nicht nur für Regierungen, sondern auch für die Helfer:
Manchmal streiten die Geber geradezu darum, helfen zu dürfen. Allein in Deutschland leben nach meiner Schätzung rund hunderttausend Menschen von der Entwicklungshilfe. Die haben kein Interesse daran, dass Projekte auch einmal abgeschlossen werden.(…) Leider ist es wahr: Mit unserer Entwicklungshilfe zementieren wir die Unmündigkeit der Armen.
Für Leser dieses Blogs ist das freilich nichts neues. Neu ist aber der “Bonner Aufruf“, der in jedem Falle Beachtung verdient, wie auch das ganze Interview.
Wie Mugabe die Wahlen gestohlen hat
Ein Video, das der “Guardian” jetzt veröffentlicht hat, beweist: Mugabe hat die Wahlen in Zambabwe vom 27. Juni systematisch fälschen lassen. Der Film zeigt, wie die Wärter eines Gefängnisses von der Regierungspartei Zanu PF unter Druck gesetzt werden, ihre Stimme für Mugabe abzugeben.
Die Afrikraten
Paternalism was supposed to be finished. The belief that grown men and women are childlike creatures who can thrive in the world only if they submit to the guardianship of benevolent mandarins underlay more than a century’s worth of welfare-state social policy (…) [Jeffrey] Sachs is not the only sahib who invites us to view Africa through the prism of childhood. In 2004, Prince Harry of England visited Lesotho, a small, landlocked country in southern Africa, to befriend children with AIDS; in front of cameras, the prince gave a four-year-old boy a pair of Wellington boots and cradled a six-month-old girl in his arms. When Madonna traveled to Malawi in 2006, dripping dollars and sentiment, her publicist spoke candidly of her paternalist (or maternalist) aspirations: “She’s kind of adopting an entire country of children.”
Rotimi Sankore, a journalist who has written widely on Africa, points out that the Africrats’ favorite poster child is “a skeletal looking two- or three-year-old brown-skinned girl in a dirty torn dress, too weak to chase off dozens of flies settling on her wasted and diseased body, her big round eyes pleading for help.” Sankore calls such images “development pornography.” The “subliminal message, unintended or not,” he argues, “is that people in the developing world require indefinite and increasing amounts of help and that without aid charities and donor support, these poor incapable people in Africa or Asia will soon be extinct through disease and starvation.”
Michael Know Beran zeigt im City Journal das ganze Elend westlicher Gutmenschen im Umgang mit Afrika auf. Warum dieser Paternalismus nicht ausstirbt? Ganz einfach:
Paternalism persists as a psychology precisely because it satisfies the cravings of vanity in a way that real reform doesn’t. (Where people have learned to save themselves, they do not need saviors.)
Passend dazu heisst es im Gastkommentar eines südafrikanischen Studenten beim African Executive:
Development is not something that professionals dream up and deliver to poor people. It must not define poor people as objects of charity. People are assets and must be helped to become active participants in moving out of poverty. The poor must be engaged in the quest to solve their problems.
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Siehe auch:
- White man’s burden reloaded, 2. Dezember 2007,
- Popstars mit Helfersyndrom, 14. Juli 2007,
- Afrika hat keine ausländische Hilfe nötig, 9. Juni 2007,
- “Der hält uns wohl für blöde”, 5. Juni 2007,
- Globalisierung, Neokolonialismus und das Übel Afrikas, 29. Mai 2007,
- James Shikwati: “Man muss die ausländische Entwicklungshilfe einstellen”, 14. April 2007,
- “Free markets are the only way for people to preserve their dignity”
- Korruption und Antikorruption, 7. November 2006,
- Wenn Geld arm macht, 9. Oktober 2006.
White man’s burden reloaded
Seit den sechziger Jahren sind 600 Mrd. USD nach Schwarzafrika geflossen, ohne dass sich der Lebensstandard dort nennenswert verbessert hätte. Im Gespräch mit der FAS erläutert der Ökonom William Easterly, warum Entwicklungshilfe kontraproduktiv ist und die Armut eher befördert als beseitigt:
Das System als Ganzes hat versagt. Dabei haben die Helferbürokratien ein solch geniales System geschaffen, dass niemand für das Versagen verantwortlich gemacht werden kann. Dieses Bevormunden, diese Neuauflage von Kiplings “Bürde des Weißen Mannes” hat viel zum Versagen beigetragen. Ein zweiter wichtiger Grund ist, dass keine individuelle Verantwortug existiert. Niemand wird zur Rechenschaft gezogen, wenn in einem Dorf Malariamedikamente nicht rechtzeitig eintreffen, um das Leben von Kindern zu retten.
“Lässt sich die Armut auf dieser Welt überhaupt beseitigen?” fragt die FAS:
Sicher. Sie schrumpft, während wir hier reden. Wie die Weltbank richtig festegestellt hat, sinkt die Zahl der Armen. Es passiert bloß nicht dort, wo der Westen sich am meisten darum bemüht. Es passiert an Orten, die eigene Wege gefunden haben.
Der Helfer-Mentalität des Nordens entspricht aber durchaus auch eine Nehmer-Mentalität des Südens. Daniel Etounga-Manguelle, Gründer und Präsident der Société Africaine d’Étude, d’Exploitation et de le Gestion (SADEG), die an über 50 Entwicklungshilfeprojekten in verschiedenen Teilen Afrikas beteiligt ist, hatte schon vor einigen Jahren die in Afrika vielfach vorherrschende Mentalität kritisiert, sich allzu leichtfertig den reichen Ländern gefügig zu machen:
In einem Afrika, das sich weigert, Wissen und Handeln zu verknüpfen, kommt unsere wahre kulturelle Identität zum Ausdruck, wenn wir uns – wie Revel bemerkt – auf den Standpunkt stellen: “Gebt uns Entwicklungshilfe in Form von Subventionen, aber verschont uns mit der Anstrengung, einen tragfähigen Bezug zur Wirklichkeit herstellen zu müssen.” Dieselbe “Kultur” steht hinter unserem Anspruch, wir hätten ein Recht auf ineffiziente Produktion, ein Recht auf Korruption, ein Recht auf die Missachtung elementarer Menschenrechte.”
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Siehe auch:
- Korruption und Antikorruption, 7. November 2006,
- “Free markets are the only way for people to preserve their dignity”, 5. Januar 2007,
- James Shikwati: “Man muss die ausländische Entwicklungshilfe einstellen”, 4. April 2007,
- Afrika hat keine ausländische Hilfe nötig, 9. Juni 2007.
UN richten sich auf Scheitern in Darfur ein
Was die Nazis den Juden antaten, war unsagbar: die Sprachen hatten kein Wort dafür, denn selbst Massenmord hätte gegenüber dem Planvollen, Systematischen und Totalen noch geklungen wie aus der guten alten Zeit des Degerlocher Hauptlehrers. Und doch mußte ein Ausdruck gefunden werden, wollte man nicht den Opfern, deren es ohnehin zu viele sind, als daß ihre Namen erinnert werden können, noch den Fluch des Nicht gedacht werden soll ihrer antun. So hat man im Englischen den Begriff genocide geprägt. Aber durch die Kodifizierung, wie sie in der internationalen Erklärung der Menschenrechte niedergelegt ist, hat man zugleich, um des Protestes willen, das Unsagbare kommensurabel gemacht. Durch die Erhebung zum Begriff ist die Möglichkeit gleichsam anerkannt: eine Institution, die man verbietet, ablehnt, diskutiert. Eines Tages mögen vorm Forum der United Nations Verhandlungen darüber stattfinden, ob irgendeine neuartige Untat unter die Definition des genocide fällt, ob die Nationen das Recht haben einzuschreiten, von dem sie ohnehin keinen Gebrauch machen wollen, und ob nicht angesichts unvorhergesehener Schwierigkeiten in der Anwendung auf die Praxis der ganze Begriff des genocide aus den Statuten zu entfernen sei. Kurz danach gibt es mittelgroße Schlagzeilen in der Zeitungssprache: Genocidmaßnahmen in Ostturkestan nahezu durchgeführt.
Popstars mit Helfersyndrom
Tsetse flies nibble on the eyelids of starving children who sport distended bellies like it’s their birthright, not to mention the fact that by the time you finish reading this article, another six Africans will die from malaria, five from AIDS, and seventeen from poverty and hunger. Also, the wildlife is beautiful and the people like to dance and sing.
That’s Africa, and it’s in desperate need of our help. Luckily, a few enlightened megastars from America and Europe have come to save it.
Das, so Jennifer Brea im “American”, ist das Bild, das westliche Popstars mit Helfersyndrom von Afrika pflegen. Niemand darf sich aber wundern, wenn Afrikaner sich der Rolle des permanenten Almosenempfängers verweigern. Denn die ist schlicht unter ihrer Würde:
This is why China’s seduction of Africa has been so complete. While Americans are pestering their leaders to Save Darfur – an unlikely prospect absent full-scale military intervention – the Chinese are busy building roads and hydroelectric power dams. China believes Africa is a huge economic opportunity and deals with Africa like a business partner.
Afrikaner als Business Partner? Für westliche Globalisierungsphobiker wohl eher eine Horrorvorstellung.
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Siehe auch:
• Afrika hat keine ausländische Hilfe nötig, 9. Juni 2007,
• “Der hält uns wohl für blöde”, 5. Juni 2007,
• Globalisierung, Neokolonialismus und das Übel Afrikas, 29. Mai 2007,
• James Shikwati: “Man muss die ausländische Entwicklungshilfe einstellen”, 4. April 2007,
• Afrika in der Armutsfalle, 26. März 2007,
• “Free markets are the only way for people to preserve their dignity”, 5. Januar 2007,
• China in Afrika (II), 6. November 2006,
• Wenn Geld arm macht, 9. Oktober 2006,
• China in Afrika, 15. Mai 2006,
• Afrikanische Tragödie, 2. Mai 2006,
• Hoffnung für Liberia, 12. November 2005,
• Noch mehr Geld für Afrika! (5), 19. September 2005,
• Dritte Welt und Gesundheit, 25. August 2005,
• Noch mehr Geld für Afrika! (4), 19. August 2005,
• Noch mehr Geld für Afrika! (3), 4. Juli 2005,
• Noch mehr Geld für Afrika! (2), 3. Juli 2005,
• Noch mehr Geld für Afrika!, 2. Juli 2005.



























