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	<title>TRANSATLANTIC FORUM &#187; Menschenrechte</title>
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	<description>Liberty and Democracy in East and West.</description>
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		<title>Akteneinsicht</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Feb 2012 09:30:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Eggert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
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		<category><![CDATA[DDR]]></category>
		<category><![CDATA[Stasi]]></category>

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		<description><![CDATA[Morgenpost Kolumne, 5. Februar 2012
Die Zeit rennt. Zwanzig Jahre ist es jetzt schon her, da bekam ich einen Anruf von der Außenstelle der Gauck-Behörde in Dresden. Ich könne meine Stasi-Akte einsehen. Allerdings sollte ich Zeit und gute Nerven mit bringen.
Diesen Satz verstand ich dann besser, als ich einige tausend Seiten las, in denen über siebzig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Morgenpost Kolumne, 5. Februar 2012</em></p>
<p>Die Zeit rennt. Zwanzig Jahre ist es jetzt schon her, da bekam ich einen Anruf von der Außenstelle der Gauck-Behörde in Dresden. Ich könne meine Stasi-Akte einsehen. Allerdings sollte ich Zeit und gute Nerven mit bringen.</p>
<p>Diesen Satz verstand ich dann besser, als ich einige tausend Seiten las, in denen über siebzig Spitzel über meine Familie und mich berichteten und als ich die Kartons mit dem Tonbändern sah, auf denen unsere Gespräche im Haus oder am Telefon aufgezeichnet worden waren. Selbst die Gespräche unserer Kinder mit ihren Freunden.</p>
<p>Angesichts der Fülle von Akten, die in Dresden verwaltet werden, war das natürlich noch minimal. Denn noch heute lagern im Archiv der Außenstelle Dresden rund 10 km Akten der Bezirksverwaltung Dresden des ehemaligen Ministeriums für Staatssicherheit, 3 Millionen Karteikarten und 1.658 Säcke mit Unterlagen, die vom MfS 1989 vorvernichtet wurden. Jede Akte ein Lebensschicksal von Menschen, die – oftmals folgenreich – bespitzelt und überwacht wurden.</p>
<p>Lange und erbittert war vor der Möglichkeit der Einsichtnahme gestritten worden.Die einen wollten einen schnellen Schlussstrich unter die Vergangenheit ziehen und am liebsten ein Freudenfeuer der Versöhnung mit dem Verbrennen der Akten anzünden. Ansonsten sei der Friede in der Gesellschaft gefährdet, warnten sie. Als ob der Mantel des Schweigens schon jemals jemanden gewärmt oder verschwiegene Verbrechen den Frieden gebracht hätten.</p>
<p>Das Wissen um eine misslungene Vergangenheitsbewältigung nach 1945 hätte eigentlich klüger machen können. Es ist dem Engagement der Bürgerrechtler über alle Parteigrenzen hinweg zu verdanken, dass zum ersten Mal in der Geschichte 1991 die Archive eines Diktatur-Geheimdienstes auf gesetzlicher Grundlage zur Einsicht geöffnet wurden.</p>
<p>Damit waren Forschung, Überprüfung von Mitarbeitern des öffentlichen Dienstes, Rehabilitierung, Wiedergutmachung oder Strafverfolgung möglich. Wobei ein Rechtstaat mit seinen demokratischen Mitteln bei der Aufarbeitung einer Diktatur immer an seine Grenzen stößt. Schmerzlich für viele.</p>
<p>Nun saß ich vor meiner Akte, sah Fotos aus meiner Studentenzeit, las Predigten von mir, die ich selbst nicht mehr hatte und las erstaunt, wer sich alles bereitgefunden hatte, über meine Familie und mich zu berichten. Auch Theologen und Ärzte. Selbst wenn wir zum Zelten an die Ostsee fuhren, waren die Spitzel schon da.</p>
<p>Ein Riesenaufwand. So wichtig hatte ich mich zu DDR-Zeiten selbst nicht genommen. Die Berichte lassen auch erkennen, wer widerwillig und gezwungenermaßen und wer eifrig und hinterhältig berichtete. Aber der größte Gewinn der Akteneinsicht ist nicht nur die Erkenntnis, wer es war, sondern auch, wer es nicht war und wen wir zu DDR-Zeiten zu Unrecht verdächtigt hatten.</p>
<p>Ich las damals auch den Zersetzungsbefehl des Generalmajors Böhm gegen meine Person, den laut Notiz auch der Genosse Modrow zur Kenntnis bekam. Dieser SED-Saubermann, der mit anderen Führungsgenossen den Eindruck erweckte, für allen „Dreck&#8221; sei die die Staatssicherheit allein antwortlich gewesen.</p>
<p>Umgekehrt wird ein Schuh daraus. Die Staatssicherheit war das Werkzeug der SED. Schild und Schwert der Partei. Die Befehle kamen von der SED. Das sollten wir auch nach zwanzig Jahren nicht vergessen.</p>
<p>Oder?</p>
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		<title>Gedenken an Raoul Wallenberg</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Jan 2012 17:20:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gastautor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Antisemitismus]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerliche Werte]]></category>
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		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
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		<category><![CDATA[Nationalsozialismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Tal Gat
In diesem Jahr begehen wir den 100. Geburtstag von Raoul Wallenberg. Dies ist ein guter Anlass, an seine mutigen Taten zu erinnern, um sein Andenken auch für die nächsten Generationen lebendig zu halten.
Nachdem die ersten Augenzeugenberichte aus den deutschen Vernichtungslagern die Weltöffentlichkeit erreichten, gründeten die USA das War Refugee Board. Aufgabe des Board [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Tal Gat</em></p>
<p>In diesem Jahr begehen wir den 100. Geburtstag von Raoul Wallenberg. Dies ist ein guter Anlass, an seine mutigen Taten zu erinnern, um sein Andenken auch für die nächsten Generationen lebendig zu halten.</p>
<p>Nachdem die ersten Augenzeugenberichte aus den deutschen Vernichtungslagern die Weltöffentlichkeit erreichten, gründeten die USA das War Refugee Board. Aufgabe des Board war die Rettung der noch lebenden europäischen Juden vor der Vernichtung. Raoul Wallenberg, Sohn einer reichen schwedischen Unternehmerfamilie, wurde 1944 als Leiter der schwedischen Gesandtschaft mit Unterstützung des War Refugee Boards nach Budapest entsandt, um bei der Rettung der ungarischen Juden zu helfen.</p>
<p>Wallenberg konnte für seine Mission bereits auf einer Vorarbeit aufbauen: Per Anger, ein junger Diplomat der schwedischen Gesandtschaft, hatte bereits begonnen, schwedische Pässe für Juden auszustellen, die Verwandte oder Geschäftspartner in Schweden hatten. Und Anger stellte auch spezielle Dokumente für Juden aus, die sich um eine schwedische Staatsbürgerschaft beworben hatten.</p>
<p>Wallenbergs erste Amtshandlung war der Entwurf sogenannter Schutzpässe. Diese besaßen zwar eigentlich international keine Gültigkeit, doch durch seine geschäftlichen Erfahrungen mit Deutschland wusste Wallenberg, dass eine aufwendige Gestaltung mit offiziellen Wappen und Stempeln den Nationalsozialisten Respekt einflößen würde. Wallenberg erreichte ein Abkommen mit den ungarischen Behörden, 4.500 solcher Pässe anfertigen lassen zu dürfen – und druckte schließlich drei Mal so viele.</p>
<p>Doch die Schutzpässe waren erst der Anfang. Wallenberg eröffnete sogenannte „Schwedische Häuser“, in denen sich Juden verstecken konnten. 15.000 Juden fanden Zuflucht in den Häusern, die lediglich durch eine schwedische Flagge geschützt waren – und durch Wallenbergs Behauptung, dass es sich bei den Häusern um schwedisches Staatsgebiet handele.</p>
<p>Die Diplomaten anderer Länder waren anfangs von Wallenbergs Bemühungen überrascht, doch bald überzeugten sie seine Erfolge bei der Rettung von Juden von der Richtigkeit seines Handelns. Gesandtschaften anderer neutraler Länder folgten seinem Beispiel, stellten Schutzpässe aus und eröffneten Schutzhäuser.</p>
<p>Obwohl das Ende des Zweiten Weltkriegs bereits abzusehen war, ging die Judenvernichtung weiter. Adolf Eichmann, verantwortlich für die „Endlösung der Judenfrage“, befahl Todesmärsche der ungarischen Juden, bei denen zehntausende hungernder Männer, Frauen und Kinder gezwungen wurden, bei eisigen Temperaturen hunderte Kilometer weit zu laufen. Unzählige starben dabei.</p>
<p>Auch angesichts dieser grausamen Verbrechen blieb Raoul Wallenberg nicht untätig. In seinem Auto folgte er den Todesmärschen und versorgte die Menschen mit Essen, Kleidung, Medizin und seinen Schutzpässen. Durch Drohungen und Bestechung konnte er diejenigen Juden freipressen, die schwedische Pässe besaßen und sie mit zurück nach Budapest nehmen.</p>
<p>Auch die Deportationen in Zügen versuchte Wallenberg aufzuhalten: Unter den Augen bewaffneter Wehrmachtssoldaten kletterte er in Zugwaggons, die nach Auschwitz fahren sollten, verteilte seine Pässe und forderte, dass die Juden mit schwedischen Schutzpässen sofort aus den Zügen aussteigen dürften.</p>
<p>Mitte Januar 1945 plante Eichmann die Ermordung aller Juden im Budapester Ghetto. Wallenberg erfuhr von dem Plan und wurde sofort aktiv. Da er selbst diesen Plan nicht aufhalten konnte, musste er sich an den Mann wenden, der dazu in der Lage war, den deutschen Wehrmachtsoffizier Generalmajor Gerhard Schmidhuber. Über einen Vermittler ließ Wallenberg dem Generalmajor einen Brief zukommen, indem er Schmidhuber drohte, ihn nach Ende des Krieges persönlich für das Massaker verantwortlich zu machen und als Kriegsverbrecher anzuklagen. Diese Drohung verfehlte ihre Wirkung nicht, und das Massaker wurde in letzter Minute verhindert.</p>
<p>Kurze Zeit später marschierte die Rote Armee in Ungarn ein. 120.000 ungarische Juden waren der „Endlösung“ entkommen. Es ist nicht genau bekannt, wie viele von ihnen durch die Hilfe von Raoul Wallenberg überleben konnten, doch wird ihm nachgesagt, mehreren zehntausend Juden das Leben gerettet zu haben.</p>
<p>Nach dem Krieg hätte Wallenberg nach Schweden zurückkehren sollen, um dort als gefeierter Held bis an sein Lebensende glücklich zu leben, geehrt von denen, die er gerettet hatte und ihren Kindern und Enkeln. Doch leider kam es anders.</p>
<p>Am 17. Januar 1945 wurde Raoul Wallenberg von sowjetischen Soldaten abgeholt und in ihr Budapester Hauptquartier gebracht. Bereits auf dem Weg dorthin sagte er zu einem Kollegen, er werde nun entweder Gast oder Gefangener der Russen sein. Seit diesem Tag ist Raoul Wallenberg verschollen, sein Schicksal ist bis heute unbekannt.</p>
<p>In den dunklen und grausamen Jahren 1944 und 1945 waren Wallenbergs Handlungen ein heller Hoffnungsschimmer für viele von der Vernichtung bedrohte Juden in Ungarn. Deshalb bewahren wir und die Generationen von Familien, die dank seiner mutigen Taten am Leben sind, die Erinnerung an sein Erbe. Der US-Kongressabgeordnete Tom Lantos, der dank Wallenberg die Schoah überlebt hat, hat bewirkt, dass Wallenberg zum Ehrenbürger der USA ernannt wurde. Wallenberg ist außerdem Ehrenbürger von Kanada und Israel.</p>
<p>Wenn wir des 100. Geburtstags von Raoul Wallenberg gedenken, erinnern wir an sein Erbe, an seinen Beitrag zu unserer Welt, in einer Zeit, in der der Antisemitismus erneut sein hässliches Haupt erhebt. Raoul Wallenberg darf niemals vergessen werden.</p>
<p><em>Der Autor ist Leiter der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit an der Botschaft des Staates Israel in Berlin.</em></p>
<p>(Mit freundlicher Genehmigung der Botschaft des Staates Israel, Berlin.)</p>
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		<title>Indigniert</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Jan 2012 08:35:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Kreutz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aus dem Tollhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Blick auf den Westen]]></category>
		<category><![CDATA[Iran]]></category>
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		<category><![CDATA[Atomprogramm]]></category>
		<category><![CDATA[Westliche Intellektuelle]]></category>

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		<description><![CDATA[Es war abzusehen. Kaum war ein weiterer iranischer Atomwissenschaftler Opfer eines Attentats geworden, melden sich westliche Intellektuelle indigniert zu Wort. Die zum Ausdruck gebrachte Empörung gilt freilich nicht den Menschenrechtsverletzungen des Teheraner Regimes, sondern den Attentaten, deren Urheber selbstredend im Westen gesucht werden.
This isn&#8217;t complicated; there are no shades of grey here. Do we  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es war abzusehen. Kaum war ein weiterer iranischer Atomwissenschaftler Opfer eines Attentats geworden, melden sich westliche Intellektuelle indigniert zu Wort. Die zum Ausdruck gebrachte Empörung gilt freilich nicht den Menschenrechtsverletzungen des Teheraner Regimes, sondern den Attentaten, deren Urheber selbstredend im Westen gesucht werden.</p>
<blockquote><p>This isn&#8217;t complicated; there are no shades of grey here. Do we  disapprove of car bombings and drive-by shootings, or not? Do we  consistently condemn state-sponsored, extrajudicial killings as acts of  pure terror, no matter where in the world, or on whose orders, they  occur? Or do we shrug our shoulders, turn a blind eye and continue our  descent into lawless barbarism?</p></blockquote>
<p>&#8230; so ein <a href="http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2012/jan/16/iran-scientists-state-sponsored-murder" target="_blank">Kommentator</a> im linken &#8220;Guardian&#8221;. Das Gerede von der gesetzlosen Barbarei ist freilich im Zusammenhang mit legalen und extralegalen Tötungen durch Schergen der Islamischen Republik selten zu hören. Denselben Intellektuellen, die verstummen, wenn es um die Repression und die Willkürjustiz in Iran geht, schwillt der Kamm, wenn es einen Handlanger ebenjenes Staates trifft. Sogleich wird eine Petition formuliert, unter deren <a href="http://www.juancole.com/2012/01/petition-against-the-murder-of-iranian-scientists.html" target="_blank">Unterzeichnern</a> sich wieder die üblichen Verdächtigen finden.</p>
<p>Dass der getötete Atomwissenschaftler Ahmadi-Roushan nicht nur treusorgender Familienvater war, wie das Foto im &#8220;Guardian&#8221; zeigt, sondern offenbar auch ein <a href="http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2012/12328/nachdenken-ueber-die-endlosung/" target="_blank">glühender Amerika- und Israelhasser</a>, dessen berufliche Tätigkeit mit guter Wahrscheinlichkeit darin bestand, genau diejenigen technischen Voraussetzungen zu schaffen, die seine Vernichtungswünsche (“Wenn wir es nicht tun, wer soll es sonst machen?”) real werden lassen könnten, wird noch nicht einmal erwähnt. Nun muss die Heiligenlegende, die die Agentur FARS verbreitet, nicht unbedingt stimmen, doch ernstnehmen sollte man sie in jedem Fall. Was man von den Petitionsstellern nicht behaupten kann.</p>
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		<title>Die Zukunft der Arabellion</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Dec 2011 19:19:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Kreutz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dass Demokratie, die politische Organisationsform freier Gesellschaften schlechthin, durchaus die Mittel hat, Freiheit grundsätzlich einzuschränken, ist eine Gefahr, die nicht nur der grosse liberale Ideenhistoriker Isaiah Berlin gesehen hat.[1] Die Vordenker westlicher Demokratie haben aus gutem Grund die Rechtsstaatlichkeit vor die Demokratie gesetzt und vor die Rechtssaatlichkeit die Befreiung des Individuums.
Die Rebellionen in einzelnen arabischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dass Demokratie, die politische Organisationsform freier Gesellschaften schlechthin, durchaus die Mittel hat, Freiheit grundsätzlich einzuschränken, ist eine Gefahr, die nicht nur der grosse liberale Ideenhistoriker Isaiah Berlin gesehen hat.[<a href="#footnote-1-12226" id="footnote-link-1-12226" title="See the footnote.">1</a>] Die Vordenker westlicher Demokratie haben aus gutem Grund die Rechtsstaatlichkeit vor die Demokratie gesetzt und vor die Rechtssaatlichkeit die Befreiung des Individuums.</p>
<p>Die Rebellionen in einzelnen arabischen Ländern werden also nicht allein dann mehr Freiheit bringen, wenn der jeweilige Diktator gestürzt ist, sondern erst, wenn die Freiheit nicht zugunsten einen höheren Ziels neuen autoritären Strukturen zum Opfer fällt. Wenn also die syrische Feminisitin Rana Kabbani zur Zukunft ihres Landes <a href="http://www.freitag.de/alltag/1151-hinter-die-barrikade" target="_blank">meint</a>:</p>
<blockquote><p>Wenn ich als Feministin gefragt werde, ob ich von einer islamistischen  Partei regiert werden möchte, lautet meine Antwort: Wenn eine solche  Partei ihre Macht an den Wahlurnen erhalten hat, ist das die legitime  Wahl des syrischen Volkes.</p></blockquote>
<p>&#8230; dann ist das wenig geeignet, mit Optimismus auf Syrien zu blicken. Berlin hatte die Opferung individueller Freiheit auf dem Alter der Kollektivismen, die eine höhere Form der Freiheit versprechen, als &#8220;positive&#8221; Freiheit bezeichnet. Dieser setzte er die &#8220;negative Freiheit&#8221; gegenüber, die allein echte Freiheit ist.</p>
<p>Der Unterschied zwischen Verfechtern der negativen und positiven Freiheit erklärte er so: Erstere wollen Autorität als solche eindämmen; letztere sie selber ausüben.[<a href="#footnote-2-12226" id="footnote-link-2-12226" title="See the footnote.">2</a>] In Ägypten kann man sehen, welche <a href="http://www.almasryalyoum.com/en/node/573361" target="_blank">Auswüchse</a> der Sturz einer Diktatur eben auch zeitigen kann.</p>
<br /><ol class="footnotes"><li id="footnote-1-12226">»Democracy may disarm a given oligarchy, a given privileged individual  or set of individuals, but it can still crush individuals as  mercilessly as any previous ruler.« Isaiah Berlin, ›Two Concepts of  Liberty‹, in: Four Essays on Liberty, London/ Oxford/ New York 1969,  163-4.  <a href="#footnote-link-1-12226">⇧</a></li><li id="footnote-2-12226">Ebd., 166.  <a href="#footnote-link-2-12226">⇧</a></li></ol>]]></content:encoded>
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		<title>Dissidenz und Opposition</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Dec 2011 19:53:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Kreutz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Weltreisende in Sachen Frieden, Jürgen Todenhöfer, spricht gerne mit der Opposition, wenn er in islamische Länder fährt. &#8220;Assad&#8221;, so sein abschliessendes Plädoyer angesichts der Ereignisse in Syrien, &#8220;muss einen fairen Dialog mit der innersyrischen und der Exil-Opposition beginnen&#8221;.
Man kann getrost davon ausgehen, dass die meisten Menschen in den Diktaturen des Nahen Ostens mit der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Weltreisende in Sachen Frieden, Jürgen Todenhöfer, spricht gerne mit der Opposition, wenn er in islamische Länder fährt. &#8220;Assad&#8221;, so sein abschliessendes <a href="http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2011/12165/nach-dem-postkolonialismus/" target="_blank">Plädoyer</a> angesichts der Ereignisse in Syrien, &#8220;muss einen fairen Dialog mit der innersyrischen und der Exil-Opposition beginnen&#8221;.</p>
<p>Man kann getrost davon ausgehen, dass die meisten Menschen in den Diktaturen des Nahen Ostens mit der Opposition wenig anzufangen wissen. Von dem jeweiligen Regime haben sie nicht viel zu erwarten und wäre es anders, gingen sie nicht auf die Strasse. Auch gäbe es schon längst freie Wählen. Nicht mit der Opposition, mit den Regimegegnern solle Todenhöfer sich besser unterhalten.</p>
<p>Was es mit der syrischen &#8220;Opposition&#8221; auf sich, zeigt zum Beispiel ein <a href="http://www.tagesschau.de/ausland/syrien980.html" target="_blank">Beitrag</a> der ARD.</p>
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		<title>Nach dem Postkolonialismus</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Dec 2011 20:29:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Kreutz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Todenhöfer mal wieder. Natürlich war der oberste Feindbildbekämpfer Deutschlands auch in Syrien unterwegs. In seinem Bericht für die FAZ, in welchem das Personalpronomen der 1. Person Singular wieder eine tragende Rolle spielt, erklärt er seinen Lesern, warum der Westen – der! Westen – wieder einmal von allem keine Ahnung hat.
Todenhöfer hat mit Assad persönlich gesprochen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Todenhöfer mal wieder. Natürlich war der oberste Feindbildbekämpfer Deutschlands auch in Syrien unterwegs. In seinem <a href="http://fazarchiv.faz.net/document/showSingleDoc/FAZT__FD1201112123331634?KO=&amp;timeFilter=&amp;dosearch=new&amp;crxdefs=&amp;sext=0&amp;NN=&amp;BC=&amp;q=++Innere+Sicherheit&amp;sorting=&amp;CO=&amp;submitSearch=Suchen&amp;maxHits=&amp;CN=&amp;&amp;toggleFilter=&amp;annr=287&amp;highlight=%5CF%3A*%5C.%3Asicherheit++%5C.%3Ainnere++%5CF%3A_%5C.%3Asicherheit++%5C.%3Ainnere++%5C" target="_blank">Bericht</a> für die FAZ, in welchem das Personalpronomen der 1. Person Singular wieder eine tragende Rolle spielt, erklärt er seinen Lesern, warum der Westen – der! Westen – wieder einmal von allem keine Ahnung hat.</p>
<p>Todenhöfer hat mit Assad persönlich gesprochen und offenbar einen positiven Eindruck gewonnen. So weiss er, dass die Mehrheit der Syrer immer noch an ihren Diktator glaubt und lediglich das System ablehnt. Noch ist es also nicht zu spät für Assad. Dass die syrische Regierung von einem Clansystem beherrscht wird und wie auch in anderen arabischen Ländern die Vetternwirtschaft in Syrien systemisch bedingt ist, hat Assad seinem deutschen Gesprächspartner allerdings verschwiegen.</p>
<p>Dafür hat Todenhöfer erfahren, dass auf den Strassen von Damaskus, Homas und Hama &#8220;Guerrillakommandos&#8221; unterwegs sind, die den demokratischen Protestlern die &#8220;Revolution&#8221; (welche Revolution?) gestohlen haben. Weil sich westliche Aussenpolitiker aber weigern, &#8220;durch kluge Verhandlungen&#8221; die Probleme zu entschärfen, muss Assad weiter Gurerrillakämpfer töten, wenn er noch Gelegenheit bekommen soll, der Empfehlung des Problemlösers aus Deutschland Folge zu leisten, &#8220;sich relativ kurzfristig freien Präsidentschaftswahlen&#8221; zu stellen.</p>
<p>Denn in Damaskus &#8220;stehen die Türen für derartige Gespräche sperrangelweit offen&#8221;, ist Todenhöfer überzeugt. Eine Ausnhame gibt es nur für die syrischen Oppositionellen im In- und Ausland: Mit denen müsse Assad &#8220;einen fairen Dialog&#8221; beginnen, sich selbst &#8220;vom jetzigen System trennen&#8221;. So offen sind die Türen in Damaskus dann doch nicht.</p>
<p>Der schönste Satz in Todenhöfers Suada gegen den Westen aber lautet: &#8220;Der Westen sollte nach Jahrhunderten des Kolonialismus und Postkolonialismus endlich zum Freund und Partner der arabischen Welt werden.&#8221; – Nach dem Postkolonialismus, der also offenbar genauso verdammenswert ist wie der Kolonialismus (irgendowher müssen die &#8220;Jahrhunderte&#8221; ja kommen), bricht nun also ein neues Zeitalter an: das des Dialogs und der Sülze.</p>
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		<title>&#8220;Mutter-Theresa-Gehabe&#8221;</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Dec 2011 11:46:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Kreutz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Deutschen, behauptet Jürgen Todenhöfer, betrieben in Afghanistan ein &#8220;Terrorzuchtprogramm&#8220;, während die Taliban immerhin &#8220;für Sicherheit gesorgt&#8221; hätten. Mit solchen Sätzen kommt der ehemalige Medienmanager und Buchautor in den Medien gross heraus. Wie die Ordnung der Taliban aussah, muss das Publikum des Menschenfreundes ja nicht wissen (s. hier, hier oder hier). Doch bleibt die Popularität [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Deutschen, behauptet Jürgen Todenhöfer, betrieben in Afghanistan ein &#8220;<a href="http://www.taz.de/!47314/" target="_blank">Terrorzuchtprogramm</a>&#8220;, während die Taliban immerhin &#8220;<a href="http://www.cicero.de/berliner-republik/der-afghanistankrieg-ist-ein-terrorzuchtprogramm/41591" target="_blank">für Sicherheit gesorgt</a>&#8221; hätten. Mit solchen Sätzen kommt der ehemalige Medienmanager und Buchautor in den Medien gross heraus. Wie die Ordnung der Taliban aussah, muss das Publikum des Menschenfreundes ja nicht wissen (s. <a href="http://www.rp-online.de/panorama/afghanische-taliban-haengen-drei-maenner-wegen-raubmordes-1.2061290" target="_blank">hier</a>, <a href="http://www.bz-berlin.de/aktuell/welt/taliban-richten-schwangere-afghanin-hin-article944163.html" target="_blank">hier</a> oder <a href="http://www.salon.com/2001/10/02/fatima/" target="_blank">hier</a>). Doch bleibt die Popularität Todenhöfers, der gerne mit dem <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/juergen-todenhoefer-wir-haben-in-afghanistan-nichts-zu-suchen-1.686305-3" target="_blank">Bau eines Waisenhauses</a> in Afghanistan renommiert, ungebrochen.</p>
<p>Zu denen, die das längst nicht mehr hören können, gehört Reinhard Erös, ehemaliger Oberstabsarzt der Bundeswehr und Gründer der &#8220;Kinderhilfe Afghanistan&#8221;, über den die Badische Zeitung von einer Veranstaltung in Offenburg <a href="http://www.badische-zeitung.de/offenburg/finale-mit-einem-antipoden-todenhoefers--52588001.html" target="_blank">berichtet</a>, wie sehr ihm Todenhöfer mittlerweile ein rotes Tuch sein muss. Dann zieht Erös vom Leder</p>
<blockquote><p>(&#8230;) gegen Scheinheiligkeit, Selbstdarstellung,  &#8220;Mutter-Theresa-Gehabe&#8221; oder die für &#8220;die Möglichkeiten eines  Multimillionärs&#8221; eher bescheidene Einrichtung eines Waisenhauses in  Kundus. &#8220;Wir haben ausschließlich mit privaten Spenden allein drei  Waisenhäuser in den besonders gefährdeten Ostprovinzen Afghanistans  gebaut. 600 Schulen in Deutschland unterstützen uns.&#8221; Dazu kommt die  Einrichtung von Schulen, Mutter-Kind-Kliniken oder Solaranlagen.  Reinhard Erös versteht nicht, warum die Medien Jürgen Todenhöfer auf den  Leim gehen und ihn immer zu Talkshows einladen würden. Da sei doch der  alte Peter Scholl-Latour noch seriöser. In Afghanistan kenne er, Erös,  niemanden, der die Tätigkeit Todenhöfers als hilfreich empfinden würde.</p></blockquote>
<p>Lediglich ein einer Hinsicht scheint Erös mit seinem Antipoden einer Meinung zu sein: Die Ansicht, westliche Truppen sorgten für Stabilität in Afghanistan, hält auch er für einen <a href="http://www.badische-zeitung.de/offenburg/das-mantra-zu-afghanistan-ist-schlicht-unwahr--52659370.html" target="_blank">Irrtum</a>.</p>
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		<title>Immer die anderen</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Nov 2011 13:19:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Kreutz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Auf &#8220;Spiegel Online&#8221; schreibt der griechische Journalist Georgios Delastik über sein &#8220;gedemütigtes Volk&#8221;:
Millionen Griechen sehen mittlerweile die EU als das &#8220;Vierte Deutsche Reich&#8221; an. Das sehen nicht nur Journalisten, Akademiker, Schauspieler oder einfache Bürger in Griechenland so. Sogar der amtierende Finanzminister Evangelos Venizelos gab im Juni zu, dass Griechenland unter &#8220;finanzpolitischer Besatzung&#8221; stehe. [...] Nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf &#8220;Spiegel Online&#8221; <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,796542,00.html" target="_blank">schreibt</a> der griechische Journalist Georgios Delastik über sein &#8220;gedemütigtes Volk&#8221;:</p>
<blockquote><p>Millionen Griechen sehen mittlerweile die EU als das &#8220;Vierte Deutsche Reich&#8221; an. Das sehen nicht nur Journalisten, Akademiker, Schauspieler oder einfache Bürger in Griechenland so. Sogar der amtierende Finanzminister Evangelos Venizelos gab im Juni zu, dass Griechenland unter &#8220;finanzpolitischer Besatzung&#8221; stehe. [...] Nicht selten wird Papandreou von seinen Kritikern &#8220;Tsolakoglou&#8221; genannt &#8211; so hieß der griechische Premier, der im Zweiten Weltkrieg mit der deutschen Besatzung kollaborierte.</p></blockquote>
<p>In Wahrheit ist diese Abhängigkeit eine selbstverschuldete. Sie ist der Preis dafür, dass die in Griechenland vorherrschende Mentalität es überhaupt nicht zulässt, die Ursachen dieser wie auch anderer Miseren auch nur ansatzweise im eigenen Land zu suchen. Der griechische Publizist Andreas Andrianopoulos <a href="http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2008/2320/griechischer-tuerkischer-antiamerikanismus/" target="_self">spricht</a> daher von einer &#8220;victim culture&#8221;, aus deren Perspektive alle Probleme des Landes grundsätzlich ausländischen Mächten zugeschrieben werden:</p>
<blockquote><p>Inevitably, a “victim culture” developed portraying the nation as the object of designed subversion. [...] It goes without saying that Greeks consequently cannot possibly be wrong. Whatever failure may have suffered in their post-independence political history cannot possibly be the outcome of bad policies or faulty decisions. They have to be the result of foreign conspiracies or the product of treacherous acts by indigenous misinformed or bought out individuals.</p></blockquote>
<p>Darum wird sich in Griechenland auch nichts wesentliches ändern.  Zumindest solange nicht, wie eine kollektive &#8220;victum culture&#8221; gepflegt wird.</p>
<p>&#8212;</p>
<p>Siehe auch: <a href="http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2007/1795/hellas-phobische-nation/" target="_blank">“Die Griechen sind eine phobische Nation” </a></p>
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		<title>Nachwuchswissenschaftler erklären den Islam</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Nov 2011 19:08:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Kreutz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Erlanger Nachwuchswissenschaftler mit einem ganz erstaunlichen Selbstbewusstsein erklären den Islam und den Nahen Osten. Toll, wie sie das machen, z.B. so:
&#8220;Wir müssen entspannter mit dem Islam umgehen&#8221;, sagt Christian Wolff. Er  arbeitet  am Lehrstuhl für Politik und Zeitgeschichte des Nahen Ostens   der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und beschäftigt  sich vor allem mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Erlanger Nachwuchswissenschaftler mit einem ganz erstaunlichen Selbstbewusstsein <a href="http://goo.gl/aW8EG" target="_blank">erklären</a> den Islam und den Nahen Osten. Toll, wie sie das machen, z.B. so:</p>
<blockquote><p>&#8220;Wir müssen entspannter mit dem Islam umgehen&#8221;, sagt Christian Wolff. Er  arbeitet  am Lehrstuhl für Politik und Zeitgeschichte des Nahen Ostens   der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und beschäftigt  sich vor allem mit dem politischen Islam. (&#8230;) Demnächst will Wolff einen Beitrag zur Scharia schreiben. &#8220;Viele haben  da so Methoden wie das Handabhacken vor Augen. Dabei wird vergessen,  dass Scharia mehr ausdrückt als mittelalterliche Rechtsvorschriften und  dass harte körperliche Strafen höchstens in Saudi-Arabien und irgendwo  in Afghanistan durchgesetzt werden.&#8221; Vielmehr gehe es um die  zivilisatorisch-kulturelle Grundlage, auf die sich die Gesellschaften im  Nahen Osten beziehen.</p></blockquote>
<p>Andererseits ist nicht alles rosig in Nahost:</p>
<blockquote><p>Wolffs Forschungsschwerpunkt ist Ägypten, Lintl befasst sich hauptsächlich mit Israel. &#8220;Die Bombe tickt&#8221;,  überschreibt Lintl einen Text zu den sozialen Problemen in Israel.</p></blockquote>
<p>Vielleicht solte Israel die Scharia zur &#8220;zivilisatorisch-kulturellen Grundlage&#8221; seiner Gesellschaftsordnung machen. Dann wäre wohl zumindest in Erlangen alles in Butter.</p>
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		<title>Von Libyen nach Syrien</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Oct 2011 20:33:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Kreutz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Warum hat die Nato in Libyen, nicht aber in Syrien eingegriffen? Was auch immer der Grund sein mag: zumindest auf politischer Ebene hat die Welt Syrien nicht vergessen. So hat die Türkei den aus dissidenten Exil-Syrern bestehenden Syrischen Nationalrat in Ankara beherbergt &#8211; und Frankreich signalisiert mittlerweile, dass sie diesen möglicherweise offiziell anerkennen werde, wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Warum hat die Nato in Libyen, nicht aber in Syrien eingegriffen? Was auch immer der Grund sein mag: zumindest auf politischer Ebene hat die Welt Syrien nicht vergessen. So hat die Türkei den aus dissidenten Exil-Syrern bestehenden Syrischen Nationalrat in Ankara beherbergt &#8211; und Frankreich signalisiert mittlerweile, dass sie diesen möglicherweise offiziell anerkennen werde, wie die englischsprachige Ausgabe der saudischen &#8220;Asharq alawsat&#8221; <a href="http://www.asharq-e.com/news.asp?section=1&amp;id=26938" target="_blank">weiss</a>.</p>
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		<title>Am Abgrund</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Oct 2011 19:41:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Kreutz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gut, dass die Schändung des Andenkens an Goethe und Hafiz durch den Vertreter eines Henkerstaates in letzter Minute abgewendet werden konnte. Schlecht, dass sich ein Mann wie Rüdiger Safranski überhaupt dafür hergeben wollte, ausgerechnet mit dem iranischen Botschafter über zwei geistige Grössen der deutschen und der persischen Literaturgeschichte ein gemütliches Schwätzchen zu halten.
Die Enttäuschung über [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gut, dass die Schändung des Andenkens an Goethe und Hafiz durch den Vertreter eines Henkerstaates in letzter Minute abgewendet werden konnte. Schlecht, dass sich ein Mann wie Rüdiger Safranski überhaupt dafür hergeben wollte, ausgerechnet mit dem iranischen Botschafter über zwei geistige Grössen der deutschen und der persischen Literaturgeschichte ein gemütliches Schwätzchen zu halten.</p>
<p>Die Enttäuschung über Safranski ist freilich nicht neu, wie man <a href="http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/safranski_schopenhauer_und_der_hamster" target="_blank">hier</a> und auch <a href="http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2009/8212/romantische-raserei/" target="_blank">hier</a> sehen kann.</p>
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		<title>Ein Heidenspass</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Aug 2011 20:52:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Kreutz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dem antiken Philosophen Plotin verdanken wir die Einsicht über unsere Welt, dass alles voll von Zeichen sei.[1] Dieser Tage kann man im Iran sehen, wie selbst Wasser zu einem politischen aufgeladenen Zeichen werden kann. Oder vielmehr: Wasserpistolen.
Während jugendliche Flashmobs sich daran erquicken, mit Plastikpistolen einander nasszuspritzen, versteht die Staatsmacht der Islamischen Republik wieder einmal keinen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dem antiken Philosophen Plotin verdanken wir die Einsicht über unsere Welt, dass alles voll von Zeichen sei.[<a href="#footnote-1-11803" id="footnote-link-1-11803" title="See the footnote.">1</a>] Dieser Tage kann man im Iran sehen, wie selbst Wasser zu einem politischen aufgeladenen Zeichen werden kann. Oder vielmehr: Wasserpistolen.</p>
<p>Während jugendliche Flashmobs sich daran erquicken, mit Plastikpistolen einander <a href="http://www.rferl.org/content/persian_letters_iran_newest_enemy_water_fights/24300088.html" target="_blank">nasszuspritzen</a>, versteht die Staatsmacht der Islamischen Republik wieder einmal keinen Spass und ahndet derlei Frivolitäten mit <a href="http://www.rferl.org/content/persian_letters_water_fight_can_land_you_in_prison/24285467.html" target="_blank">Gefängnisstrafen</a>. Wasserpistolen drohen denn auch, zur heissen Ware zu werden, deren Verkauf ebenso konspirativ zu erfolgen hat, wie dies für Alkohol gilt.</p>
<p>Dass das fröhliche Nassspritzen mit islamischen Normen und Prinzipien angeblich nicht vereinbar sei, können wir jedoch ins Reich der Legende verweisen. Das soll keine Islamapologetik sein; hier sei nur darauf verwiesen, dass der Hintergrund wahrscheinlidh ein sehr viel gewitzterer ist, als dem Teheraner Regime genehm sein kann.</p>
<p>Die Vermutung nämlich liegt nahe, dass die Wasserpistolen-Flashmobs eine Anspielung auf das vorislamische Tirgan-Fest darstellen, das im Hochsommer begangen wird: Der aus der persischen Mythologie stammende Arasch-e Kamangir (&#8221;Bogenschütze&#8221;) hatte mit einem Pfeilschuss die Grenzen gegenüber den Eindringlingen aus Turan markiert. Der abgeschossene Pfeil lässt sich folglich als Warnung verstehen: &#8220;Bis hierher und nicht weiter!&#8221;</p>
<p>Unter der iranischen Bevölkerung gibt es ein ausgeprägte Bewusstsein dafür, dass die Exponenten des Regimes häufig eine arabische Abstammung haben. Das lässt sich nicht nur an den bei Klerikern häufig anzutreffenden schwarzen Turban, der einen Abkömmling aus der Familie des Propheten bezeichnet, ablesen, sondern ist im Einzelfalle auch an Biographien festzumachen, die man gar nicht einmal so weit in die Vergangenheit zurückverfolgen muss. So ist der derzeitige Aussenminister Salehi ein schiitischer Iraker, der unter Saddam in den Iran floh, dessen Staatsbürgerschaft er später angenommen hat.</p>
<p>Das spritznasse Sommervergnügen trägt also eine subtile Botschaft mit sich. Jeder Abzug gerät zur Warnung an das Regime: &#8220;Bis hierher und nicht weiter.&#8221; In der Machtzentrale hat man verstanden.</p>
<p>(Dank an M. Rambod für den Hinweis auf Tirgan.)</p>
<br /><ol class="footnotes"><li id="footnote-1-11803">Nach Hans Blumenberg, Die Lesbarkeit der Welt, Frankfurt a.M. 1981, S. 44.  <a href="#footnote-link-1-11803">⇧</a></li></ol>]]></content:encoded>
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