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	<title>TRANSATLANTIC FORUM &#187; Ägypten</title>
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	<description>Liberty and Democracy in East and West.</description>
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		<title>Die Zukunft der Arabellion</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Dec 2011 19:19:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Kreutz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arabische Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Blick auf den Westen]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
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		<description><![CDATA[Dass Demokratie, die politische Organisationsform freier Gesellschaften schlechthin, durchaus die Mittel hat, Freiheit grundsätzlich einzuschränken, ist eine Gefahr, die nicht nur der grosse liberale Ideenhistoriker Isaiah Berlin gesehen hat.[1] Die Vordenker westlicher Demokratie haben aus gutem Grund die Rechtsstaatlichkeit vor die Demokratie gesetzt und vor die Rechtssaatlichkeit die Befreiung des Individuums.
Die Rebellionen in einzelnen arabischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dass Demokratie, die politische Organisationsform freier Gesellschaften schlechthin, durchaus die Mittel hat, Freiheit grundsätzlich einzuschränken, ist eine Gefahr, die nicht nur der grosse liberale Ideenhistoriker Isaiah Berlin gesehen hat.[<a href="#footnote-1-12226" id="footnote-link-1-12226" title="See the footnote.">1</a>] Die Vordenker westlicher Demokratie haben aus gutem Grund die Rechtsstaatlichkeit vor die Demokratie gesetzt und vor die Rechtssaatlichkeit die Befreiung des Individuums.</p>
<p>Die Rebellionen in einzelnen arabischen Ländern werden also nicht allein dann mehr Freiheit bringen, wenn der jeweilige Diktator gestürzt ist, sondern erst, wenn die Freiheit nicht zugunsten einen höheren Ziels neuen autoritären Strukturen zum Opfer fällt. Wenn also die syrische Feminisitin Rana Kabbani zur Zukunft ihres Landes <a href="http://www.freitag.de/alltag/1151-hinter-die-barrikade" target="_blank">meint</a>:</p>
<blockquote><p>Wenn ich als Feministin gefragt werde, ob ich von einer islamistischen  Partei regiert werden möchte, lautet meine Antwort: Wenn eine solche  Partei ihre Macht an den Wahlurnen erhalten hat, ist das die legitime  Wahl des syrischen Volkes.</p></blockquote>
<p>&#8230; dann ist das wenig geeignet, mit Optimismus auf Syrien zu blicken. Berlin hatte die Opferung individueller Freiheit auf dem Alter der Kollektivismen, die eine höhere Form der Freiheit versprechen, als &#8220;positive&#8221; Freiheit bezeichnet. Dieser setzte er die &#8220;negative Freiheit&#8221; gegenüber, die allein echte Freiheit ist.</p>
<p>Der Unterschied zwischen Verfechtern der negativen und positiven Freiheit erklärte er so: Erstere wollen Autorität als solche eindämmen; letztere sie selber ausüben.[<a href="#footnote-2-12226" id="footnote-link-2-12226" title="See the footnote.">2</a>] In Ägypten kann man sehen, welche <a href="http://www.almasryalyoum.com/en/node/573361" target="_blank">Auswüchse</a> der Sturz einer Diktatur eben auch zeitigen kann.</p>
<br /><ol class="footnotes"><li id="footnote-1-12226">»Democracy may disarm a given oligarchy, a given privileged individual  or set of individuals, but it can still crush individuals as  mercilessly as any previous ruler.« Isaiah Berlin, ›Two Concepts of  Liberty‹, in: Four Essays on Liberty, London/ Oxford/ New York 1969,  163-4.  <a href="#footnote-link-1-12226">⇧</a></li><li id="footnote-2-12226">Ebd., 166.  <a href="#footnote-link-2-12226">⇧</a></li></ol>]]></content:encoded>
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		<title>Doppeltes Spiel</title>
		<link>http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2011/12219/doppeltes-spiel-2/</link>
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		<pubDate>Thu, 29 Dec 2011 17:42:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Kreutz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arabische Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Extremismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Annäherung von Hamas-Führer Mashaal an Präsident Abbas auf Grundlage einer gewaltfreien Politik ist Wasser auf die Mühlen mancher Versöhnungsschwärmer. Die Rolle des Störenfrieds wird daher wieder einmal der israelischen Regierung zugewiesen:
Die Regierung in Jerusalem sieht die Hamas weiterhin als  Terrororganisation und verstärkte in den vergangenen Tagen die  Luftangriffe auf militante Palästinenser im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Annäherung von Hamas-Führer Mashaal an Präsident Abbas auf Grundlage einer gewaltfreien Politik ist Wasser auf die Mühlen mancher Versöhnungsschwärmer. Die Rolle des Störenfrieds wird daher wieder einmal der israelischen Regierung <a href="http://www.tagesschau.de/ausland/hamas154.html" target="_blank">zugewiesen</a>:</p>
<blockquote><p>Die Regierung in Jerusalem sieht die Hamas weiterhin als  Terrororganisation und verstärkte in den vergangenen Tagen die  Luftangriffe auf militante Palästinenser im Gazasstreifen. Mehrere  Vertreter der israelischen Armee kündigten in dieser Woche eine groß  angelegte Militäroperation gegen den Gazastreifen an.</p></blockquote>
<p>Bei der Tagesschau mag das der eine oder andere töricht und verblüffend finden, aber die Einschätzung der israelischen Streitkräfte, dass die Hamas an einem grösseren Konflikt derzeit wohl nicht interessiert ist, gibt noch längst nicht Anlass zur Hoffnung, dass hier eine islamistische Regierung &#8220;<a href="http://www.haaretz.com/print-edition/opinion/israel-needs-to-listen-to-hamas-and-take-notice-1.404256#.Tvw6Ss0ElzE.facebook" target="_blank">eine legitime politische Partei</a>&#8221; werden könnte. Vielmehr droht der Gazastreifen zu einem Aufmarschgebiet für Terroristen zu werden, die über den Sinai kommen, so eine <a href="http://www.jpost.com/LandedPages/PrintArticle.aspx?id=251346" target="_blank">Analyse</a> der Jerusalem Post (JPost):</p>
<blockquote><p><span id="lblBody">Hamas’s main concern is the stability of its rule in Gaza,  challenged today by Islamic Jihad, which receives more Iranian support and  funding than Hamas, as well as from the direction of Mahmoud Abbas whose  unilateral moves at the UN caused Hamas to feel left behind. That is why it is  moving forward with the efforts to reach a reconciliation agreement with Fatah,  even though it will likely not last for long.</span></p>
<p>Where Hamas does operate or  turn a blind eye to others is in Egypt, which is turning into one the IDF’s  greatest concerns for 2012. A visit to the Israeli-Egyptian border on Wednesday  clarified just how concerned Israel is. Bulldozers work there 24 hours a day,  seven days a week, clearing mounds of sand to be able to lay cement and erect a  six-meter fence.</p></blockquote>
<p><span>Die israelischen Streitkräfte schätzen, dass der Waffenschmuggel in den Gazastreifen allein in diesem Jahr um 15 bis 20 Prozent zugenommen hat. Kaum vorstellbar, dass dies ohne Billigung der Hamas vonstatten geht. Naheliegend ist, dass die Hamas ein doppeltes Spiel treibt: Sie duldet Aggressionen gegen Israel, bekennt sich aber nicht zu deren Urheberschaft, um keine grössere Militäraktion von israelischer Seite zu provozieren. </span></p>
<p><span>Die Analyse zur Situation in Gaza wurde von der JPost entsprechend übertitelt: &#8220;</span><span id="lblTitle">A boiling pot waiting to explode.&#8221;</span></p>
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		<title>Israel und die Islamisten</title>
		<link>http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2011/12099/israel-und-die-islamisten/</link>
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		<pubDate>Sat, 03 Dec 2011 20:03:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gastautor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Antisemitismus]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>
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		<category><![CDATA[Islamismus]]></category>

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		<description><![CDATA[von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 30. November 2011
In Frankreich dürfen Frauen keine Burka tragen. In der Schweiz ist der Bau von Minaretten verboten. In Deutschland wird diskutiert, ob Islamophobie mit dem Antisemitismus vergleichbar sei.
Schon zu Beginn der „Arabellion“ wurde in deutschen Medien behauptet, Israel sei gegen eine Demokratiebewegung in den arabischen Ländern, weil es die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 30. November 2011</p>
<p>In Frankreich dürfen Frauen keine Burka tragen. In der Schweiz ist der Bau von Minaretten verboten. In Deutschland wird diskutiert, ob Islamophobie mit dem Antisemitismus vergleichbar sei.</p>
<p>Schon zu Beginn der „Arabellion“ wurde in deutschen Medien behauptet, Israel sei gegen eine Demokratiebewegung in den arabischen Ländern, weil es die Konkurrenz als „einzige Demokratie in Nahost“ scheue. Ebenso wurde Israel nachgesagt, das Gespenst des Islamismus zu fürchten. Gleichwohl ist Islamismus in Israel kein Thema. Von Randerscheinungen abgesehen gibt es keinen „Dialog“ zwischen Judentum und „dem Islam“, kein Bemühen um ein „theologisches Gespräch“, wie es Vatikan und deutsche Kirchen anstreben.<br />
In Jaffo beschweren sich mal jüdische Einwohner über den unerträglichen Lärm der muslimischen Gebetsrufe. In Jerusalem dient das ohrenbetäubende Gebrüll übersteuerter Lautsprecher als zuverlässiger Wecker um fünf Uhr in der Frühe. Das „Allah Uakbar“ erklingt zeitversetzt aus allen Richtungen und entbehrt jeglicher Harmonie. Doch kaum jemand würde es wagen, gegen den Krach gerichtlich vorzugehen. Nicht einmal die Franziskanermönche wagen Protest, obgleich ihr „Ave Maria“ bei der Freitagsprozession durch die Via Dolorosa trotz ihrer  batteriebetriebenen Megafone hoffnungslos übertönt wird.</p>
<p>Die Palästinenser galten einst als aufgeklärt und säkular. Entsprechend trugen ihre Frauen Jeans und tuppiertes Haar, altmodisch aber eben doch westlich. Diese Zeiten sind vorbei. In Jerusalem und Bethlehem tragen Schaufensterpuppen knöchellange Gewänder. Käuferinnen in schwarzen Tüchern äugen durch Sehschlitze auf bunte Büstenhalter in den Auslagen. Palästinensische Schülerinnen tragen fast ausnahmslos Kopftuch. Dennoch wird über diese sichtbare „Islamisierung“ im jüdischen Staat kaum thematisiert.</p>
<p>In Jerusalem mangelt es ohnehin nicht an „religiöser Verkleidung“. Fromme jüdische Frauen tragen unförmige Perücken und altmodische Sackkleider. Bis zur Hochzeit dürfen orthodoxe Jüdinnen ihre Zöpfe offen tragen. Dafür müssen züchtige Wollstrümpfe auch mitten im heißen Sommer alles nackte Fleisch bedecken. Die Talare der Popen, die Kaftane der Rabbiner und die Galabijes der islamischen Rechtsgelehrten mitsamt ulkiger Kopfbedeckungen gehören in der Heiligen Stadt unverzichtbar zum Straßenbild.</p>
<p>Die religiöse Ideologie sowohl der radikalen Hamas wie der islamischen Bewegung in Israel spielt lediglich eine Nebenrolle. Solange sich die Moslembruderschaft, aus der 1987 die Hamas hervorgegangen ist, auf Armenküchen, Sozialarbeit, Moscheenbau und Gebete beschränkte, kooperierten die Besatzer mit jenen frommen Palästinensern. Das führte zu dem Mythos, Israel habe die Hamas gegründet, etwa als Gegenpol zur PLO Jassir Arafats. Erst als die Hamas sich dem Terror zuwandte, ging Israel gegen sie mit aller Härte vor. Die hinter den Selbstmordattentätern stehende islamistische Ideologie der Hamas oder die politischen Motive der eher weltlichen Fatah waren aus Sicht der Israelis nebensächlich. Ob Attentäter Juden umbringen, weil das der Koran fordert, oder Busse voller Zivilisten sprengen, weil diese „Zionisten“ und „Besatzer“ sind, macht für Israelis keinen relevanten Unterschied.</p>
<p>Die jüdische Geschichte lehrt, dass es nie an Argumenten fehlte, Juden umzubringen. Mal galten sie als „Gottesmörder“ und hatten Brunnen vergiftet. Mit der Aufklärung wurden sie zur „minderwertigen Rasse“ und sollten als „Ungeziefer“ ausgerottet werden. Genauso wandelten sich die Argumente in der feindseligen arabischen Welt: Mal war es die Errichtung eines jüdischen Staates auf „arabischem Territorium“, dann der Imperialismus. Heute werden Besatzung und „illegale Siedlungen“ angeführt, um den Kampf gegen das „zionistische Regime“ zu rechtfertigen.</p>
<p>So hält man es in Israel für überflüssig, sich mit den wechselnden Motiven der Feinde des jüdischen Volkes oder heute des Staates Israel ernsthaft auseinander zu setzen. Hätten Juden Pogrome abwenden können, wenn sie den Christen erklärt hätten, dass sie nicht „Gottesmörder“ waren, weil allein die römischen Besatzer Kreuzigungen vollziehen konnten? Hätten sie den Holocaust durch einen „Dialog“ mit Hitler verhindern können oder durch den Nachweis, dass die Rassentheorie wissenschaftlicher Humbug ist?</p>
<p>Entsprechend kommentieren Israelis den Wahlsieg der einst verbotenen Moslembruderschaft in Ägypten. Obgleich israelische Korrespondenten in Kairo um ihr Leben rennen mussten, als sie in eine Demonstration nahe der Al-Azhar-Universität in Kairo gerieten, wo gegen Juden und Israel gehetzt wurde, glauben israelische „Experten“ fest an einen „Pragmatismus“ der künftigen Machthaber. Ohne Friedensvertrag mit Israel gibt es keine amerikanische Finanzhilfe. Ohne Alkohol und Bikini werden keine Touristen aus Europa kommen. Ohne Aufbau der Wirtschaft werden 80 Millionen Ägypter weder Bildung noch Arbeit haben.</p>
<p>Selbst bei der islamistischen Hamas ist Israel zum Gespräch bereit, sowie die vom Nahostquartett gestellten Bedingungen erfüllt sind: Anerkennung Israels, Absage an Terror und Akzeptanz bestehender Abkommen. Wenn Islamisten die Scharia einführen, oder Polygamie und andere westlichen Werten widersprechende Bräuche praktizieren wollen, interessiert Israel das nicht. Die Israelis wollen lediglich in Sicherheit in ihrem eigenen Staat leben, Tunesien und Marokko weiterhin besuchen können, in Qatar eine inoffizielle Botschaft unterhalten und den strategisch wichtigen Frieden mit Ägypten erhalten, gleichgültig wer in Kairo das Sagen hat.</p>
<p>(C) Ulrich W. Sahm</p>
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		<title>Politik und Religion in Ägypten</title>
		<link>http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2011/11642/politik-religion-aegypten/</link>
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		<pubDate>Sat, 11 Jun 2011 11:17:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Kreutz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Lebenswelten]]></category>
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		<description><![CDATA[Was bringt die Post-Mubarak-Ära in Ägypten? Bislang sah es so aus, als ob weder der Militärrat noch die alten alten Seilschaften eine echte Transformation des Staates zuzulassen gewillt sind. Auch Berichte über eine Reislamisierung der Gesellschaft (1, 2) stimmten nicht gerade optimistisch. Doch eine Gallup-Umfrage zeigt: In Ägypten ist die Stimmung eine andere.
Egyptians are clearly [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was bringt die Post-Mubarak-Ära in Ägypten? Bislang sah es so aus, als ob weder der Militärrat noch die alten alten Seilschaften eine echte Transformation des Staates zuzulassen gewillt sind. Auch Berichte über eine Reislamisierung der Gesellschaft (<a href="http://blogs.taz.de/arabesken/2011/05/17/saudische_zustaende_in_aegyptischen_einkaufszentren/" target="_blank">1</a>, <a href="http://blogs.taz.de/arabesken/2011/05/18/saudische_zustaende_in_aegypten_teil_2/" target="_blank">2</a>) stimmten nicht gerade optimistisch. Doch eine <a href="http://www.abudhabigallupcenter.com/147896/Egypt-Tahrir-Transition.aspx#1" target="_blank">Gallup-Umfrage </a>zeigt: In Ägypten ist die Stimmung eine andere.</p>
<blockquote><p>Egyptians are clearly eager to take on the challenges and burdens of democracy. Freedom of speech has been a top political aspiration of Egyptians for years, and it remains so in the wake of the revolution. Ninety-two percent of Egyptians say they would include freedom of speech as a provision if they were drafting a new constitution for a new country. Sixty-seven percent of Egyptians say the same about freedom of religion, and 55% say it about freedom of assembly. [...]</p>
<p>At the same time, religion remains important to most Egyptians (96%), and 92% say they have confidence in religious institutions. It is not surprising, then, that many Egyptians reject the idea that government should carry on its business without considering religious doctrine. Shortly before the revolution, most people in the country believed that Islamic religious principles, in the form of sharia, should factor into the country&#8217;s legislation.</p>
<p>Egyptians, however, express little interest in recreating their country in the image of Iran, as has been the fear among some Western commentators. Less than 1% say the Islamic Republic should be Egypt&#8217;s political model, and most Egyptians think religious leaders should provide advice to government authorities, as opposed to having full authority for determining the nation&#8217;s laws. The majority of residents in the Arab world&#8217;s most populous nation desire a democracy informed by religious values, not a theocracy.</p></blockquote>
<p>Dass Scharia und Demokratie miteinander vereinbar seien, ist allerdings ein schwerer Irrtum, der eines Tages zu einem bösen Erwachen führen könnte.</p>
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		<title>Nach der Euphorie</title>
		<link>http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2011/11181/nach-der-euphorie/</link>
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		<pubDate>Fri, 25 Mar 2011 14:28:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Kreutz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen & Mächte]]></category>
		<category><![CDATA[Religion & Moderne]]></category>
		<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
		<category><![CDATA[Islamismus]]></category>
		<category><![CDATA[Muslimbrüder]]></category>

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		<description><![CDATA[Welche Richtung nimmt die ägyptische Revolution? Im Augenblick scheint das noch völlig offen zu sein, so die &#8220;New York Times&#8221;:
There is a battle consuming Egypt about the direction of its revolution,  and the military council that is now running the country is sending  contradictory signals. On Wednesday, the council endorsed a plan to [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Welche Richtung nimmt die ägyptische Revolution? Im Augenblick scheint das noch völlig offen zu sein, so die &#8220;New York Times&#8221;:</p>
<blockquote><p>There is a battle consuming Egypt about the direction of its revolution,  and the military council that is now running the country is sending  contradictory signals. On Wednesday, the council endorsed a plan to  outlaw demonstrations and sit-ins. Then, a few hours later, the public  prosecutor announced that the former interior minister and other  security officials would be charged in the killings of hundreds during  the protests.</p>
<p>Egyptians are searching for signs of clarity in such declarations,  hoping to discern the direction of a state led by a secretive military  council brought to power by a revolution based on demands for democracy,  rule of law and an end to corruption.</p>
<p>“We are all worried,” said Amr Koura, 55, a television producer,  reflecting the opinions of the secular minority. “The young people have  no control of the revolution anymore. It was evident in the last few  weeks when you saw a lot of bearded people taking charge. The youth are  gone.”</p></blockquote>
<p>Auch wenn die Muslimbruderschaft vergleichsweise wenige Anhänger haben mag – wer kann ausschliessen, dass sie die Revolution nicht dennoch stiehtl?</p>
<p>(<a href="http://www.nytimes.com/2011/03/25/world/middleeast/25egypt.html?_r=1&amp;pagewanted=print" target="_blank">Quelle</a>)</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Mit dem Besen der Eigenverantwortung</title>
		<link>http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2011/11031/arabische-revolten/</link>
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		<pubDate>Fri, 04 Mar 2011 21:28:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Germano Stavridis</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arabische Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen & Mächte]]></category>
		<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
		<category><![CDATA[Jasminrevolution]]></category>

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		<description><![CDATA[Warum er den arabischen Revolten in Ägypten und anderswo optimistisch gegenübersteht, erläutert Daniel Pipes:
Pessimism serves as a career enhancer in Middle East studies and I am  known for doom-and-gloom. But, with due hesitation, I see changes that  could augur a new era, one in which infantilized Arabic speakers mature  into adults. One [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Warum er den arabischen Revolten in Ägypten und anderswo optimistisch gegenübersteht, <a href="http://www.nationalreview.com/articles/260923/new-arab-revolt-daniel-pipes" target="_blank">erläutert</a> Daniel Pipes:</p>
<blockquote><p>Pessimism serves as a career enhancer in Middle East studies and I am  known for doom-and-gloom. But, with due hesitation, I see changes that  could augur a new era, one in which infantilized Arabic speakers mature  into adults. One rubs one’s eyes at this transformation, awaiting its  reversal. So far, however, it has held.</p>
<p>Perhaps the most genial symbol of this maturation is the pattern of street demonstrators cleaning up after  themselves. No longer are they wards of the state dependent on it for  services; of a sudden, they are citizens with a sense of civic responsibility.</p></blockquote>
<p>Vielleicht liegt darin auch ein Unterschied zum <a href="http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2005/64/sturm-im-wasserglas/">Irak</a>.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Rechnet nicht mit Demokratie</title>
		<link>http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2011/11009/rechnet-nicht-mit-demokratie/</link>
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		<pubDate>Tue, 01 Mar 2011 17:15:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gastautor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arabische Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen & Mächte]]></category>
		<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Guy Bechor
Viele feierliche Worte sind diesen Monat in Hinsicht auf „Demokratie“ und „Volksaufstände“ gesprochen und geschrieben worden. Man erzählte uns vom Fall der Tyrannen des Nahen Osten, als ob dies hier Osteuropa 1989 wäre. Eine realistischere Sicht würde nach neuen Demokratien Ausschau halten, jedoch Anarchie und Tod vorfinden sowie aggressive Herrscher und radikalen Islam, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Von Guy Bechor</p>
<p>Viele feierliche Worte sind diesen Monat in Hinsicht auf „Demokratie“ und „Volksaufstände“ gesprochen und geschrieben worden. Man erzählte uns vom Fall der Tyrannen des Nahen Osten, als ob dies hier Osteuropa 1989 wäre. Eine realistischere Sicht würde nach neuen Demokratien Ausschau halten, jedoch Anarchie und Tod vorfinden sowie aggressive Herrscher und radikalen Islam, die darauf warten, die Macht zu übernehmen.</p>
<p>Es ist noch nicht einmal ein einziger Beginn von Demokratie bei all den „Revolutionen“ zu erkennen, die wir um uns herum erblicken.</p>
<p>Man redet über Facebook und Twitter, während wir in der Praxis gewalttätige Stämme haben, die um Öl wetteifern wie in Libyen, rachsüchtige Sekten wie in Bahrain, feindselige Regionen, die sich im Jemen abkoppeln wollen, sowie angeschlagene Militärregimes und schwere Gewalt.</p>
<p>Die gegenwärtigen Regimes geben nicht leicht auf und setzen sich zur Wehr, auch im Sudan, in Kuwait und ganz sicher im Iran. So sehen wir in der Tat soziale Netzwerke, aber auch Brutalität und fürchterliche Unterdrückung von Menschenrechten. Es ist in der Tat der alte Nahe Osten, der hier den Mund aufmacht.</p>
<p>Mancher wird sagen, die Revolution habe in Ägypten gesiegt; aber dies ist eine oberflächliche Sicht auf die Wirklichkeit. Mubarak wurde zum Rücktritt gezwungen, aber das Militärregime, das Ägypten seit Jahrzehnten regiert, regiert es weiterhin – und steht nun vorn auf der Bühne, nicht hinter ihr wie in der Vergangenheit.</p>
<p>Was wir in Ägypten erlebt haben, war eine Militärrevolution, die einem Aufstand auf der Straße ein Ende gesetzt hat. Bislang ist nicht einmal eine einzige Figur der Opposition in die Regierung geholt worden. Man fragt sich, wann die ägyptischen Demonstranten begreifen werden, dass sie fürs Erste hereingelegt wurden. Die Armee hat tatsächlich Wahlen in sechs Monaten versprochen, aber einstweilen hat sie alle Zeit der Welt, um die Ergebnisse festzulegen. Darüber hinaus ist bisher noch kein Termin für den Wahlgang bekannt gegeben worden.</p>
<p>Wenn es einen Wandel gibt in Ägypten, dann hat er mit dem unverblümten Hervortreten der Muslimbruderschaft zu tun, die die Demokratie verhöhnt. Die Islamisten fühlen sich schon wie die zukünftigen Herren im Staat.</p>
<p>Die provokative Rückkehr des ägyptischen Khomeini, Yusuf Qaradawi, sollte dieser Revolution ein Gesicht und eine Identität geben; eine islamische Identität. Qaradawi war es, der vergangene Woche bei seinem Auftritt vor Hunderttausenden (möglichweise Millionen) von Ägyptern auf dem Tahrir-Platz zu Israels Vernichtung aufrief. Er ist ein Gegner der Vereinigten Staaten und der Schiiten, und selbstverständlich favorisiert er ein religiös-islamisches Regime in Ägypten. Dies ist ein schwerer Schlag für alle, die dachten, Ägypten bewege sich auf die Demokratie zu; es ist also ein Vorzeichen dessen, was noch kommen wird.</p>
<p>Im Iran kämpften links-säkulare Demonstranten für den Sturz des Shas und die Rückkehr Khomeinis, sobald er aber ankam, stieß er sie schlicht aus dem Weg. Dasselbe passiert in Tunesien. Vergangene Woche sahen wir Säkulare protestieren, nachdem sie plötzlich erkannt hatten, was sie taten: Mit ihren eigenen Hand ebnen sie dem Aufstieg des radikalen Islam im Land den Weg. Der Prediger Rashid Ghannouchi, der nach Tunis zurückgeeilt ist wie der der Ägypter Qaradawi, organisiert die einst verbotene Islamistenpartei im Vorfeld der „demokratischen Wahlen“.</p>
<p>Die übliche Wahrnehmung kreist noch immer um den „Domino-Effekt“ – d.h. Tyrannen werden per Knopfdruck gestürzt. Noch ein „Like“ im Facebook, und wir werden Demokratie haben. Die im Nahen Osten sind aber keine Trottel, und niemand wird so leicht aufgeben.</p>
<p>Viele Beobachter haben jüngst behauptet, die von den arabischen Herrschern ausgesprochenen  Warnungen vor dem radikalen Islam würden dazu dienen, ihre Regimes an der Macht zu halten. Vielleicht ist das so, aber trotzdem haben sie wohl Recht. Schließlich stellt der radikale Islam die einzige organisierte Alternative zu autoritären Regimes dar und hat eine Lösung für jedes Problem parat: „Das islamische Gesetz ist die Lösung.“</p>
<p>Der Nahe Osten ist in diesem Jahr so wie der Irak 2003, der Iran 1979 oder die Palästinensische Autonomiebehörde 2006: Es gibt nette Reden und Theorien über Liberalismus und Demokratie, aber praktisch warten am Ende Anarchie und Gewalt, grausamer Tod und islamische Autokratie.</p>
<p>(Yedioth Ahronot, 26.02.11. Mit freundlicher Genehmigung der Botschaft des Staates Israel, Berlin.)</p>
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		<title>Wo steckt Mubarak?</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Feb 2011 20:33:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Kreutz</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Menschen & Mächte]]></category>
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		<description><![CDATA[Ägyptische Quellen berichten, dass der ehemalige Präsident Mubarak auf dem Weg ins saudische Tabuk sei. Ziel der Reise sei kein dauerhaftes Exil, sondern nur medizinische Behandlung. Der Gesundheitszustand Mubaraks sei instabil. Danach wolle er wieder in sein Heimatland zurückkehren,  heisst es weiter. Testamentarisch habe der abgesetzte Diktator bereits verfügt, auch in Ägypten beerdigt zu werden.
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Ägyptische Quellen <a href="http://www.akhbarelyom.org.eg/elakhbar/detailze.asp?field=news&amp;id=29475&amp;num=%C3%87%C3%A1%C3%95%C3%9D%C3%8D%C3%89%20%C3%87%C3%A1%C3%83%C3%A6%C3%A1%C3%AC" target="_blank">berichten</a>, dass der ehemalige Präsident Mubarak auf dem Weg ins saudische Tabuk sei. Ziel der Reise sei kein dauerhaftes Exil, sondern nur medizinische Behandlung. Der Gesundheitszustand Mubaraks sei instabil. Danach wolle er wieder in sein Heimatland zurückkehren,  heisst es weiter. Testamentarisch habe der abgesetzte Diktator bereits verfügt, auch in Ägypten beerdigt zu werden.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Nächste Station Iran</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Feb 2011 21:51:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Germano Stavridis</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gratulation dem ägyptischen Volk! Die Weichen sind auf Demokratie gestellt, wir blicken optimistisch in die Zukunft. Wie es weitergehen könnte, weiss dieser junge Mann, der bei der Revolution auf dem Tahrir-Platz dabei war: 

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Gratulation dem ägyptischen Volk! Die Weichen sind auf Demokratie gestellt, wir blicken optimistisch in die Zukunft. Wie es weitergehen könnte, weiss dieser junge Mann, der bei der Revolution auf dem Tahrir-Platz dabei war: </p>
<p><iframe title="YouTube video player" width="480" height="390" src="http://www.youtube.com/embed/CBu1s9tapjw" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>Dinge gibt&#8217;s</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Feb 2011 20:07:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Riexinger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dennoch: Wer sich heute über die Unterstützung des Westens für einen Mubarak oder einen Ben Ali &#8211; die neben Saddam Hussein trotz allem wie Klosterschüler anmuten &#8211; empört, sei daran erinnert, dass es die damalige US-Außenministerin Condoleezza Rice war, die die schärfste Kritik formulierte, die sich Mubarak jemals in aller Öffentlichkeit anhören musste. 
&#8220;Wo Bush [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Dennoch: Wer sich heute über die Unterstützung des Westens für einen Mubarak oder einen Ben Ali &#8211; die neben Saddam Hussein trotz allem wie Klosterschüler anmuten &#8211; empört, sei daran erinnert, dass es die damalige US-Außenministerin Condoleezza Rice war, die die schärfste Kritik formulierte, die sich Mubarak jemals in aller Öffentlichkeit anhören musste. </p></blockquote>
<p>&#8220;Wo Bush recht hatte&#8221;</p>
<p>KOMMENTAR VON DENIZ YÜCEL</p>
<p><a href="http://taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/wo-bush-recht-hatte/">in der TAZ</a>.</p>
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		<title>Ägypten und El Salvador</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Feb 2011 18:10:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Riexinger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der hunderste Geburtstag von Ronald Reagan wurde kaum beachtet. Die Krise in Ägypten trägt hierzu sicher bei (auch wenn der Hauptgrund ist, dass es manchem peinlich sein dürfte, jemanden zu würdigen, den man seinerzeit als gefährlich und grenzdebil abgetan hat).
In Amerika ist das etwas anders. John Podhoretz erinnert im Blog von &#8220;Commentary&#8221; daran, dass Reagans [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der hunderste Geburtstag von Ronald Reagan wurde kaum beachtet. Die Krise in Ägypten trägt hierzu sicher bei (auch wenn der Hauptgrund ist, dass es manchem peinlich sein dürfte, jemanden zu würdigen, den man seinerzeit als gefährlich und grenzdebil abgetan hat).</p>
<p>In Amerika ist das etwas anders. John Podhoretz <a href="http://www.commentarymagazine.com/blogs/jpodhoretz/388810#more-388810">erinnert</a> im Blog von &#8220;Commentary&#8221; daran, dass Reagans Außenpolitik nicht allein seine Standhaftigkeit gegenüber dem Kommunismus charakterisierte, sondern auch ein neuer Umgang mit unappetitlichen Verbündeten:</p>
<blockquote><p>The plain fact of the matter is that this has been the “neoconservative” view for nearly three decades now — since the decision was made during the effort to save El Salvador from Soviet- and Cuban-aligned guerrilla forces to simultaneously push for elections there. That was a controversial choice then; people on the liberal left considered the El Salvador democratization policy mere window dressing for alignment with right-wing thugs, and realist conservatives considered it a display of ludicrous sentimentality.</p>
<p>The 1982 election in El Salvador was a turning point, however, a moment when the people of that country made it clear that they wanted a way out of the binary choice of a junta or a Castro-ite state. It had been Jeane Kirkpatrick’s argument in her great 1979 COMMENTARY article that, when there is a binary choice between authoritarians and totalitarians, it is not only prudent but moral to choose the former, in part because authoritarian societies can change and evolve.</p>
<p>But what if there are choices that go beyond the binary? That was, in effect, what the democratization strategy was all about. It complemented Kirkpatrick’s argument in one sense because it was predicated on the notion that authoritarian regimes could be pushed toward change. But it also superseded it, since it suggested that the citizens of these nations could and would play a vital role not only in creating the change but also in implementing it.</p></blockquote>
<p>George Bush wurde dafür gescholten, dass er versuchte diese Politik auf die Konfrontation mit dem Islamismus zu übertragen. Ob dies möglich ist, darüber lässt sich ebenso streiten wie über die Frage, ob Bush diesen Ansatz durch eigene Fehler unwirksam gemacht hat. Der diesen Tagen offenbar gewordene moralische <strong>und</strong> praktische Bankrott der &#8220;politique arabe&#8221; der EU wie auch Obamas Unterwürfigkeit gegenüber Diktatorenlegt es nah, <a href="http://www.politico.com/blogs/laurarozen/0111/They_told_us_Former_officials_scholars_warned_of_coming_instability_in_Egypt.html?showall">über den bösen Neokonservatismus noch einmal nachzudenken</a>.</p>
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		<title>Die Revolution Arabiens und der Niedergang des Westens</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Feb 2011 16:27:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gastautor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arabische Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Blick auf den Westen]]></category>
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		<category><![CDATA[Zukunftsfragen]]></category>
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		<category><![CDATA[Westen]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Ari Shavit
Zwei gewaltige Prozesse vollziehen sich vor unseren Augen. Der eine ist die arabische Befreiungsrevolution: Nach einem halben Jahrhundert, in dem die arabische Welt von Diktatoren beherrscht worden ist, wird deren Regime erschüttert. Nach 50 Jahren verfaulter Stabilität, zerstört die Fäulnis die Stabilität. Die arabischen Massen sind nicht mehr bereit das zu ertragen, was [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Von Ari Shavit</p>
<p>Zwei gewaltige Prozesse vollziehen sich vor unseren Augen. Der eine ist die arabische Befreiungsrevolution: Nach einem halben Jahrhundert, in dem die arabische Welt von Diktatoren beherrscht worden ist, wird deren Regime erschüttert. Nach 50 Jahren verfaulter Stabilität, zerstört die Fäulnis die Stabilität. Die arabischen Massen sind nicht mehr bereit das zu ertragen, was sie ertragen haben. Die arabischen Eliten sind nicht mehr bereit zu beschweigen, was sie beschwiegen haben.</p>
<p>Die Prozesse, die seit einem Jahrzehnt unter der Oberfläche gären, brechen plötzlich in einer Intifada der Freiheit aus. Die Modernisierung, die Globalisierung, die Telekommunikation und die Islamisierung haben eine kritische Masse geschaffen, die nicht gestoppt werden kann. Das Modell des demokratischen Irak rüttelt auf, die subversiven Sendungen al-Jazeeras heizen das Feuer noch an. So ist die Bastille Tunesiens gefallen, so fällt die Bastille Ägyptens und andere Bastillen Arabiens werden noch fallen.</p>
<p>Die Szenen ähneln denen der palästinensischen Intifada von 1987, aber der Zusammenbruch ähnelt dem sowjetischen Zusammenbruch von 1989. Niemand weiß, wohin diese Intifada führen wird. Niemand weiß, ob sie Demokratie, Theokratie oder eine neue Art von Diktatur bringen wird. Aber was war, wird nicht mehr sein. Die Ordnung des Nahen Ostens zerfällt. So wie die Revolutionen der Offiziere in den fünfziger Jahren den arabischen Monarchismus zu Fall brachten, der sich auf die Kolonialmächte stützte, bringen die Revolutionen auf den Plätzen von 2011 die arabischen Diktaturen zu Fall, die sich auf die Vereinigten Staaten stützten.</p>
<p>Der zweite Prozess ist der beschleunigte Niedergang des Westens. Gut 60 Jahre lang gab der Westen der Welt eine nicht perfekte, aber doch stabile Ordnung. Er errichtete eine Art postimperialistisches Imperium, das relative Ruhe und maximalen Frieden versprach. Der Aufstieg Chinas, Indiens, Brasiliens und Russlands sowie die Wirtschaftskrise in den USA und in Europa haben klar gemacht, dass das Imperium im Niedergang begriffen ist. Dennoch wahrte der Westen eine gewisse Art von internationaler Hegemonie. Ebenso wenig wie bislang ein Ersatz für den Dollar gefunden worden ist, hat man einen Ersatz für die nordatlantische politische Führerschaft gefunden. Die erfolglose Art und Weise, wie die westlichen Mächte mit dem Nahen Osten umgehen, beweist jedoch, dass sie nicht länger führend sind.  Vor unseren Augen werden die Supermächte zu Quasselmächten.</p>
<p>Für die Widersprüche gibt es keine Ausreden. Wie kann es sein, dass das Amerika Bushs das Problem der Unterdrückung der arabischen Welt verstanden hat, aber das Amerika Obamas sie bis vor einer Woche ignoriert hat? Wie kann es sein, dass Mubarak im Mai 2009 ein von Präsident Obama hochgeschätzter Präsident war, während Mubarak im Januar 2011 ein finsterer, von Obama abgelehnter Diktator ist? Wie kann es sein, dass Obama im Juni 2009 nicht die Massen unterstützte, die gegen den fanatischen Ahmadinejad auf die Straße gingen, während er sich jetzt auf die Seite der Massen stellt, die gegen den moderaten Mubarak auf die Straße gehen. Die Antwort: Die Position, die der Westen bezieht, ist keine moralische Position, die eine wirkliche Verpflichtung gegenüber den Menschenrechten widerspiegelt. Die Position des Westens spiegelt die Adaption der Weltsicht Jimmy Carters wider: Schmeichelei gegenüber finsteren und starken Diktatoren und Preisgabe moderater und schwacher Diktatoren.</p>
<p>Carters Verrat am Shah brachte uns die Ayatollahs und wird uns bald atomar bewaffnete Ayatollahs bringen. Der Verrat des Westens an Mubarak wird nicht weniger schwere Folge nach sich ziehen. Es ist dies nicht lediglich ein Verrat an jemandem, der treu zum Westen stand, der Stabilität diente und zur Mäßigung aufrief. Es ist dies ein Verrat an allen Verbündeten des Westens im Nahen Osten und in der Dritten Welt. Die Botschaft ist klar und eindeutig: Das Wort des Westens ist nichts wert, ein Bündnis mit dem Westen ist nichts wert, mit dem Westen ist es aus. Der Westen hat aufgehört, die führend und stabilisierende Macht der Welt, in der wir leben, zu sein.</p>
<p>Die arabische Befreiungsrevolution wird den Nahen Osten von rund auf verändern. Der beschleunigte Niedergang des Westens wird die Welt verändern. Ein Ergebnis wird die steigende Hinwendung zu China, Russland und regionalen Großmächten wie Brasilien, der Türkei oder dem Iran sein. Ein zweites Ergebnis wird eine Reihe internationaler Unruhen sein, die vom Verlust der westlichen Abschreckungsfähigkeit herrühren. Doch das übergreifende Ergebnis wird sein, dass die politische Hegemonie der nordatlantischen Staaten nicht innerhalb einiger Jahrzehnte, sondern innerhalb einiger Jahre zusammenbrechen wird. So wie die Vereinigten Staaten und Europa derzeit Mubarak beerdigen, beerdigen sie auch die Macht, die sie einst hatten. Auf dem Tahrir-Platz in Kairo geht das Zeitalter der westlichen Hegemonie zu Ende.</p>
<p>(Haaretz, 03.02.11. Mit freundlicher Genehmigung der Botschaft des Staates Israel, Berlin.)</p>
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