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	<title>TRANSATLANTIC FORUM &#187; Amerika</title>
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	<description>Liberty and Democracy in East and West.</description>
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		<title>Hilflos im Flammenmeer</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Dec 2010 16:18:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefanie Galla</dc:creator>
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		<description><![CDATA[von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 3. Dezember 2010
„Wir standen vor 50 Meter hohen Flammenmauern, und das Feuer lachte uns aus. Das ist kein Brand, sondern Krieg gegen einen Feind.“ So beschrieb Feuerwehroffizier Chezi Levi eine der größten Katastrophen in der Geschichte Israels. Das Carmelgebirge bei Haifa brennt lichterloh. Bis in die Morgenstunden wurden 42 Leichen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 3. Dezember 2010</p>
<p>„Wir standen vor 50 Meter hohen Flammenmauern, und das Feuer lachte uns aus. Das ist kein Brand, sondern Krieg gegen einen Feind.“ So beschrieb Feuerwehroffizier Chezi Levi eine der größten Katastrophen in der Geschichte Israels. Das Carmelgebirge bei Haifa brennt lichterloh. Bis in die Morgenstunden wurden 42 Leichen zum pathologischen Institut in Abu Kabir gebracht, die meisten bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. In Krankenhäusern kämpfen Schwerverletzte um ihr Leben, darunter auch die mythologische Kommandeurin der Polizei von Haifa, Ahuva Tomer. Sie war ins Feuer gefahren, um die Insassen eines lodernden Busses zu retten. Im Bus saßen Auszubildende eines Kurses für Gefängniswächter. Die 40 jungen Menschen, Frauen wie Männer, Juden und Drusen, wurden von Ramle zum Damun-Gefängnis geschickt, um dort einsitzende 250 jüdische wie arabische Kleinverbrecher zu evakuieren. Angeblich konnten sie den brennenden Bus verlassen. In einer Lichtung verbrannten sie fest umklammert lebendigen Leibes. </p>
<p>Auch am zweiten Tag des Großfeuers ist noch nicht die Zeit gekommen, Bilanz zu ziehen. Das Feuer greift bei wechselnden Windrichtungen um sich, in Sprüngen von 50 Metern. „Wenn ein einziger Baum Feuer fängt, explodieren die Tannenzapfen und verstreuen das Flammenmeer innerhalb von Sekunden weiter“, erzählt ein Augenzeuge. </p>
<p>In der Nacht zum Freitag wurden 17.000 Menschen evakuiert, aus Vororten von Haifa, aus drusischen Dörfern im Carmelgebirge, aus mehreren Gefängnissen, einer Anstalt für Geisteskranke, Hotels und Kibbuzim. Kibbuz Beth Oren gibt es angeblich nicht mehr. Das weltberühmte Künstlerdorf Ein Hod ist akut gefährdet. Eine der schönsten Landschaften in ganz Israel, die „Kleine Schweiz“ ist angeblich schwarz verrußt. Naturschutzgebiete werden 50 Jahre benötigen, um sich zu regenerieren. Niemand weiß, wie viele Tiere im Flammenmeer umgekommen sind. „Vögel und Säugetiere können sich vielleicht retten, nicht aber die Kriechtiere. Ein komplettes Ökosystem wurde zerstört“, erklärte eine Mitarbeiterin des Chai-Bar, wo verletzte Tiere gesund gepflegt wurden. Die Vögel konnten in Sicherheit gebracht werden. Die Säugetiere wurden zu einer Waldlichtung geführt, wo sie von Flammen umgeben sind. Am Freitag sprang das Feuer über eine Autobahn, sodass Haifa von Tel Aviv abgeschnitten ist. </p>
<p>Am Donnerstag Abend rief Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die Weltgemeinschaft auf, dem hilflosen und ohnmächtigen Israel zu helfen. Im ganzen Land gibt es nur 1700 professionelle Feuerwehrmänner und keine großen Löschflugzeuge. Zypern schickte seinen einzigen Löschhubschrauber. Griechenland, Italien, Bulgarien, Spanien, Kroatien schickten Verstärkung. Sogar die neuerdings mit Israel verfeindete Türkei versprach infolge einer deutschen Aufforderung Hilfe. Aus Bulgarien flogen 92 Feuerwehrmänner ein. Netanjahu telefonierte in der Nacht mit den russischen Ministerpräsidenten Vladimir Putin. Der schickte drei Flugzeuge, darunter eine Illjuschin 76, das größte und effektivste Löschflugzeug der Welt. Es kann mehrere Tonnen Wasser aus dem nahegelegenen Mittelmeer im Fluge tanken und Minuten später großflächig über die Feuerherde verspritzen. Jordanien schickte zwei Löschzüge und auch Ägypten bot Hilfe an. Ausdrücklich bedankte sich Netanjahu beim türkischen Ministerpräsidenten Tayip Erdogan für die Entsendung von zwei Hubschraubern.</p>
<p>Die Meteorologen schütten weiteres Öl in das Gefühl der Hilflosigkeit. Seit dem Frühjahr hat es nicht mehr geregnet. Das Gestrüpp und die Bäume sind durch den langen Sommer ausgetrocknet. Für das Wochenende ist weiterer Föhn mit wechselnden Windrichtungen und Sturmböen angesagt. Frühestens am Montag könnte es abkühlen und vielleicht sogar regnen.<br />
Das Feuer brach am Donnerstag um 11:25 Uhr in einem Tal beim drusischen Dorf Usfijeh aus, konnte nicht gelöscht werden und breitete sich dann unkontrolliert in Windeseile aus. Noch ist unbekannt, was das Feuer auslöste: Brandstiftung oder Unachtsamkeit. Der Bürgermeister von Usfije, Wadschi Kajuf, dementierte, dass von einer „illegalen Müllkippe“ am Rande von Usfije das Feuer ausgegangen sei: „Die Müllkippe gibt es noch, völlig unverbrannt.“</p>
<p>Bisher schweigt der eigentliche Verantwortliche: Innenminister Eli Ischai von der frommen Schasspartei. Ihm untersteht die Feuerwehr. Trotz Raketenbeschuss und Waldbränden während des Libanonkrieges im Sommer 2006 habe er nicht für den Ankauf von Löschflugzeugen gesorgt und die Feuerwehr mit modernen Geräten ausgestattet. Am Donnerstag gingen in Israel sogar die Reserven feuerhemmender Chemikalien aus. Ein EL AL Flugzeug brachte in der Nacht Nachschub aus Toulouse in Südfrankreich. </p>
<p> (C) Ulrich W. Sahm</p>
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		<title>Eroteseis, apantiseis</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Jul 2010 21:37:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Kreutz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Griechische Fragen stellt Hannes Stein auf der &#8220;Achse des Guten&#8221;. Ein paar Gedanken von mir im folgenden.
War es richtig oder falsch, dass das demokratische Großbritannien sich 1940 mit Ioannis Metaxas gegen Mussolini und Hitler verbündete?
Metaxas und der griechische König Georg hatten zwar schon 1936 verkündet, dass sie im Falle eines Konfliktes auf britischer Seite stünden, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/metaxas/#When:23:29:00Z" target="_blank">Griechische Fragen</a> stellt Hannes Stein auf der &#8220;Achse des Guten&#8221;. Ein paar Gedanken von mir im folgenden.</p>
<blockquote><p>War es richtig oder falsch, dass das demokratische Großbritannien sich 1940 mit Ioannis Metaxas gegen Mussolini und Hitler verbündete?</p></blockquote>
<p>Metaxas und der griechische König Georg hatten zwar schon 1936 verkündet, dass sie im Falle eines Konfliktes auf britischer Seite stünden, doch weder blieb dem britischen Foreign Office Metaxas’ Avancen den Deutschen gegenüber verborgen, noch billigte man seine faschistischen Anwandlungen. Auf britischer Seite jedoch sah man keine Alternative zur Diktatur, nahm dies aber hin, solange Metaxas nur Premierminister von des Königs Gnaden war und man sich der Loyalität des griechischen Königs sicher zu sein können glaubte.</p>
<p>Georg II. schien anfangs offen für eine britische Kritik an der repressiven Politik Metaxas&#8217;, stellte sich dann jedoch entschlossen auf dessen Seite: Da Griechenland kein westliches Land und die Griechen Orientalen seien[<a href="#footnote-1-10036" id="footnote-link-1-10036" title="See the footnote.">1</a>], würde jeder gemässigte Kurs nur als Schwäche verstanden. Gegenüber dem Präsidenten des British Council, Lord Lloyd, machte der König deutlich, dass er Metaxas für den einzigen halte, dem er die Führung des Landes zutraue.</p>
<p>Grossbritannien war bereit, Griechenland vor einem italienischen Vordringen zu unterstützen, vermied es jedoch, eine Garantieerklärung abzugeben, was von italienischer Seite als Provokation hätte verstanden werden können. Im Foreign Office fürchtete man offenbar die Gefahr eines Landkriegs. Das faschistische Italien sollte besiegt, Griechenland aber nicht um jeden Preis gehalten werden. Sowohl gegenüber Griechenland als auch gegenüber Rumänien liess sich Grossbritannien daher nicht zu mehr als einer vagen Absichtserklärung hinreissen, im Falle eines Angriffs Unterstützung zu leisten.</p>
<div id="attachment_10060" class="wp-caption alignleft" style="width: 215px"><img class="size-full wp-image-10060" title="truman_kreutz" src="http://www.transatlantic-forum.org/blog/wp-content/uploads/2010/07/truman_kreutz.jpg" alt="truman_kreutz" width="205" height="215" /><p class="wp-caption-text">Truman-Statue, Athen</p></div>
<p>Das britische Verhalten lässt sich durchaus rechtfertigen, zumal es, wenngleich zaghafte, Versuche gab, die Faschisierung der griechischen Gesellschaft[<a href="#footnote-2-10036" id="footnote-link-2-10036" title="See the footnote.">2</a>] aufzuhalten. Allein, es war nicht der richtige Zeitpunkt für einen Kurswechsel: Fortgesetzte Provokationen von italienischer Seite, darunter die Torpedierung des griechischen Kreuzers &#8220;Elli&#8221;, führten dazu, dass die griechische Bevölkerung sich mit Metaxas solidarisierte.</p>
<p>Mussolini versuchte zwar, Griechenland zu beschwichtigen. Nur zwei Monate nach der Attacke auf die &#8220;Elli&#8221; liess er jedoch durch seinen Botschafter Grazzi dem griechischen Premier Metaxas ein Ultimatum aushändigen, Italien zu dessen Sicherheit einige Stützpunkte auf griechischem Territorium zu überlassen. Metaxas&#8217; Nein (&#8221;Ochi&#8221;) geht in die Geschichte ein.</p>
<p>Wenn man Grossbritannien etwas vorwerfen kann (rückblickend lässt sich das natürlich immer leicht sagen), dann die Tatsache, dass es nicht entschlossen genug Griechenland unterstützt hat: Das italienische Vordringen bildete nämlich nur den Auftakt zur Besetzungdes Landes durch Nazideutschland (das Metaxas nicht mehr miterlebte, da er kurz zuvor verstarb). Dessen Herrschaft kostete 86% der griechischen Juden das Leben, davon 54.000 Juden aus Thessaloniki. Die Bevölkerungszahl vor der Nazizeit betrug 77.377, danach 10.226.</p>
<p>Weiter wird gefragt:</p>
<blockquote><p>Was ist der Unterschied zwischen der Unterstützung für Metaxas und der Unterstützung (zumindest Duldung, Billigung) der griechischen Junta durch die Amerikaner zwischen 1967 und 1974, für die Bill Clinton später um Entschuldigung bat?</p></blockquote>
<p>Man könnte argumentieren, dass zur Zeit der griechischen Junta Griechenlands Souveränität nicht bedroht war. Dass der Junta-Chef Papadopoulos mit dem CIA in Verbindung stand, dürfte allerdings nur die halbe Wahrheit für die Toleranzpolitik der USA gegenüber dem Regime sein. Auch das Nachwirken der Truman-Doktrin hat sicherlich eine Rolle gespielt.</p>
<p>Die Unterstützung für die Junta lässt sich jedoch weitaus geringer rechtfertigen als die für Metaxas. Eine kommunistische Übernahme hätte jedenfalls kaum einen neuen Holocaust zur Folge gehabt. Hinzu kommt, dass die griechische Junta mit ihrer Zypernpolitik eine türkische Invasion geradezu provoziert hatte: So liess sie durch die EOKA-B, eine faschistische Miliz, einen Anschlag auf den griechisch-zypriotischen Ministerpräsidenten Makarios verüben und versuchte dann, den Kopf der EOKA-B, Nikos Sampson, an dessen Stelle zu setzen. Auch Anschläge auf türkisch-zypriotische Zivilisten konnte die Türkei nicht hinnehmen. Es kam zur Invasion.</p>
<p>Wie gross die Unterstützung der USA für die Junta war, lässt sich schwer sagen. Der ehemalige, durchaus graecophile US-Botschafter in Athen, John Brady Kiesling, der wegen der Kritik an der Irakpolitik seines Landes <a href="http://www.mail-archive.com/bdnow@envirolink.org/msg07420.html" target="_blank">zurücktrat</a>, hielt die Unterstützung, soweit ich mich erinnere (Quelle gerade nicht zur Hand), wohl für eher gering. Es scheint sich im wesentlichen um einen Austausch geheimdienstlicher Informationen gehandelt zu haben. Der heutige griechische Antiamerikanismus ist jedenfalls <a href="http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2007/1359/michas-stefanidis-antiamerikanismos/" target="_blank">älteren Ursprungs</a>.</p>
<p>Welche Lehren lassen sich daraus für Afghanistan ziehen? Wenn die Wahl zwischen einer Militärdiktatur und einem Taliban-Staat besteht, dann spielt man beide gegeneinander aus und setzt sich in die Position des lachenden Dritten. So ähnlich hat ein anderer grosser Grieche schon einmal einen verwickelten Knoten gelöst.</p>
<p><em>Das Bild zeigt die Truman-Statue in Athen. Foto: Michael Kreutz.</em></p>
<br /><ol class="footnotes"><li id="footnote-1-10036">Sic! Auch das britische Foreign Office sah das so, vgl. Dan Diner, Zweierlei Osten. Europa zwischen Westen, Byzanz und Islam, in: Otto Kallscheuer, Hg., Das Europa der Religionen. Ein Kontinent zwischen Säkularisierung und Fundamentalismus, Frankfurt a.M. 1996, S. 97–113.  <a href="#footnote-link-1-10036">⇧</a></li><li id="footnote-2-10036">Rafailidis in seinem Buch Ιστορία (κωμικοτραγική) του νεοελληνικού κράτους, Athen 1993, S. 138, spricht davon, dass Metaxas Mussolini und Hitler nachgeahmt habe. Konzentrationslager jedenfalls gab es unter Metaxas keine.  <a href="#footnote-link-2-10036">⇧</a></li></ol>]]></content:encoded>
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		<title>Congratulations, Mr. Obama!</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Nov 2008 18:11:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Kreutz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dass Amerika mit dem Sieger der Präsidentenwahl einen Rekord verzeichnen würde, stand schon lange vorher fest: Ins Weisse Haus einziehen wird entweder der erste weibliche, der älteste oder der schwärzeste Präsident. Nun hat Amerika seine Wahl getroffen – und sicher nicht die schlechteste. 
Irgendwie war die Zeit doch reif für einen afroamerikanischen Präsidenten, und obwohl ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dass Amerika mit dem Sieger der Präsidentenwahl einen Rekord verzeichnen würde, stand schon lange vorher fest: Ins Weisse Haus einziehen wird entweder der erste weibliche, der älteste oder der schwärzeste Präsident. Nun hat Amerika seine Wahl getroffen – und sicher nicht die schlechteste. </p>
<p>Irgendwie war die Zeit doch reif für einen afroamerikanischen Präsidenten, und obwohl ich selber McCain gewählt hätte, fand ich den Gedanken doch immer sympathisch, dass vielleicht doch Obama das Rennen würde machen können. </p>
<p><a href="http://dyn.politico.com/printstory.cfm?uuid=6B0D4E11-18FE-70B2-A85A2CECBF0A328D" target="_blank">Obamas Ansprache</a> nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses war war exzellent. Denn da war alles drin: Patriotismus; die Beschwörung des <em>e pluribus unum;</em> der Topos des <em>change;</em> die Aufgaben, die der neue Präsident zu bewältigen haben wird (womit er zeigt, dass er nicht nur im Wahlkampf eine gute Figur macht); das Hochhalten der Familienwerte; der Topos des Vom-Tellerwäscher-zum-Millionär; der Topos des Pioniertums; eine Fairness gegenüber dem politischen Gegner; und eine ganz individuelle Geschichte:</p>
<blockquote><p>This election had many firsts and many stories that will be told for generations. But one that’s on my mind tonight is about a woman who cast her ballot in Atlanta. She’s a lot like the millions of others who stood in line to make their voice heard in this election except for one thing: Ann Nixon Cooper is 106 years old. </p>
<p>She was born just a generation past slavery; a time when there were no cars on the road or planes in the sky; when someone like her couldn’t vote for two reasons: because she was a woman and because of the color of her skin. </p>
<p>And tonight, I think about all that she’s seen throughout her century in America — the heartache and the hope; the struggle and the progress; the times we were told that we can’t, and the people who pressed on with that American creed: Yes we can. </p></blockquote>
<p>Und nicht nur Obama hat gezeigt, dass er das Zeug hat, mehr als nur die Manifestation einer <em>political correctness</em> zu sein. Auch Dubya hat sich als fairer Noch-Präsident erwiesen, indem er den beispiellosen Erfolg seines politischen Gegner als <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,588716,00.html" target="_blank">einen Erfolg Amerikas</a> pries. Was für ein Spektakel! Heute feiert Amerika sich selbst. Bush immerhin kann sich zugute halten, an der Entwicklung selbst Anteil gehabt zu haben, wurden doch unter seiner Ägide eine Schwarze Aussenministerin und ein Schwarzer Verteidigungsminister.</p>
<p>In Deutschland wenig Beachtung fand übrigens die Tatsache, dass es in den USA einigen Wirbel um den Nahostberater Obamas gab. So war Rashid Khalidi vor 15 Jahren <a href="http://sandbox.blog-city.com/khalidi_of_the_plo.htm" target="_blank">PLO-Funktionär</a> und offenbar ein militanter Gegner Israels. Kein Wunder, dass Israels Freunde in Amerika (&#8221;Israel-Lobby&#8221;) die Stirn darüber runzeln, welchen Kurs Obama wohl in der Nahostpolitik fahren werde.</p>
<p>Nebbich. Eines steht ja wohl fest: Wenn Obama Präsident geworden ist, kann es mit dem angeblich übermächtigen Einfluss der &#8220;Israellobby&#8221; wohl doch nicht so weit her sein.</p>
<p>Congratulations, Mr. Obama!</p>
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		<title>Ein Arbeitskreis Pro-Westler in der FDP&#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Aug 2008 08:57:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Riexinger</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; tut angesichts der <a href="http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/10/0,3672,7244778,00.html?dr=1">linksparteikompatiblen außenpolitischen Vorstellungen</a> von Westerwelle dringend not.</p>
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		<title>Antiamerikanismus in der Türkei und in Griechenland</title>
		<link>http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2008/2320/griechischer-tuerkischer-antiamerikanismus/</link>
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		<pubDate>Mon, 04 Aug 2008 13:32:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Kreutz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In internationalen Umfragen liegen, wie Leserinnen und Leser dieses Blogs wissen, die Türkei (s. auch hier) und Griechenland stets ganz vorn in Sachen Antiamerikanismus. In der aktuellen Ausgabe der Middle Eastern Studies (44/3) widmet sich nun die Politologin Aylin Güney den Ursachen des Antiamerikanismus in der Türkei.
Allerdings sind ihre Ausführungen wenig überzeugend. So sieht sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In internationalen Umfragen liegen, wie Leserinnen und Leser dieses Blogs wissen, die <a href="http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2007/1819/amerikanophobie/" target="_blank">Türkei</a> (s. auch <a href="http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2006/1124/feind-im-westen/" target="_self">hier</a>) und <a href="http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2007/1359/michas-stefanidis-antiamerikanismos/" target="_blank">Griechenland</a> stets ganz vorn in Sachen Antiamerikanismus. In der aktuellen Ausgabe der <em>Middle Eastern Studies</em> (44/3) widmet sich nun die Politologin <strong>Aylin Güney</strong> den Ursachen des <a href="http://www.informaworld.com/smpp/section?content=a793324993&amp;fulltext=713240928" target="_blank">Antiamerikanismus in der Türkei</a>.</p>
<p>Allerdings sind ihre Ausführungen wenig überzeugend. So sieht sie die türkischen Ressentiments gegen die USA durchgängig als Reaktion auf die amerikanische Aussenpolitik. Den Sündenfall Amerikas in der Region verortet sie im wesentlichen mit dessen Haltung im Zypernkonflikt Anfang der 70er Jahre.</p>
<p>Hier hätte schon ein Vergleich mit Griechenland zutage bringen müssen, dass diese Begründung, so gerne sie in der türkischen Bevölkerung angeführt werden mag, eigentlich nur ein Vorwand sein kann, denn ebenso wird in Griechenland die eigene antiamerikanische Einstellung nur zu gern mit Zypern in Verbindung gebracht.</p>
<p>Die Frage ist daher, inwieweit Selbstauskünfte zur Einschätzung der eigenen antiamerikanischen Haltung, für bare Münze zu nehmen sind. Könnte es vielleicht sein, dass Amerika viel eher für das gehasst wird, was es repräsentiert, nämlich Marktwirtschaft, Globalisierung und den berühmten <em>meltiing pot</em>, als dafür, wie es aussenpolitisch handelt? Und könnte es sein, dass Menschen die Neigung haben, ihre Ressentiments durch den Verweis auf das angebliche Tun dessen, den man verabscheut, plausibel zu machen?</p>
<p>Wenn die Vernachlässigung der irakischen Turkmenen durch die amerikanische Aussenpolitik eine der Ursachen für den türkischen Antiamerikanismus sein soll, dann müsste Saddam Hussein Auslöser eines noch grösseren Antiirakismus gewesen sein. Aber davon keine Spur. Auf der anderen Seite haben Griechenland und die Türkei gerade aussenpolitisch Amerika viel zu verdanken. Beschränken wir uns darauf, auf die Truman-Doktrin zu verweisen, ohne die beide Länder dem expansiven Sowjetkommunismus zum Opfer gefallen wären.</p>
<p>Die Studie von <strong>Ioannis Stefanidis</strong> zum Phänomen des griechischen Antiamerikanismus, von der auf diesem Blog <a href="http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2007/1359/michas-stefanidis-antiamerikanismos/" target="_blank">schon einmal die Rede war</a>, sucht die Ursache dafür jedenfalls in der griechischen Gesellschaft selbst. <strong>Andreas Andrianopoulos</strong> vom <em>Woodrow Wilson Center</em> hat dazu eine aufschlussreiche <a href="http://www.andrianopoulos.gr/0010000282" target="_blank">Rezension</a> verfasst:</p>
<blockquote><p>Inevitably, a “victim culture” developed portraying the nation as the object of designed subversion. It is indicative if the idiosyncracy of modern Greek culture that in the language of politics foreign policy pursuits are not labelled national interests but national rights. Implying of course that history has assigned certain inappropriate rights to Greeks exclusively. It goes without saying that Greeks consequently cannot possibly be wrong. Whatever failure may have suffered in their post-independence political history cannot possibly be the outcome of bad policies or faulty decisions. They have to be the result of foreign conspiracies or the product of treacherous acts by indigenous misinformed or bought out individuals.</p>
<p>&#8230;</p>
<p>Greeks claim to never have nourished expansive schemes against any of their neighbours. They justify, however, acts of aggression and the occupation of new lands, mainly during the so-called Balkan wars and the Asia Minor expedition, as initiatives to restore national territorial integrity.</p>
<p>&#8230;</p>
<p>The meticulously researched analysis of Stirring the Greek Nation depicts beyond any shred of doubt that Greek anti-americanism is not a product of the imposition of the Greek junta or of the consequent Cyprus tragedy.</p></blockquote>
<p>Es fällt ins Auge, dass die griechische Gesellschaft sich zu einem Gutteil derselben Argumentation wie die türkische bedient, wenn es darum geht, die eigene Abneigung gegen Amerika rational erklärbar zu machen. Gerade das legt den Verdacht nahe, dass die wahren Ursachen in tieferen Seelenschichten zu suchen sind. Und das dürfte für den Antiamerkanismus anderswo &#8211; z.B. in Deutschland &#8211; genauso gelten.</p>
<p><strong>Andrei S. Markovits</strong> <a href="http://www.amazon.de/dp/0691122873?tag=levantiorgstu-21&amp;camp=1410&amp;creative=6378&amp;linkCode=as1&amp;creativeASIN=0691122873&amp;adid=17ZZ185RSGNZV8MKPJ7N&amp;" target="_blank">weist</a> in seinem <em>Uncouth Nation. Why Europe dislikes America</em> (2007) darauf hin, dass Amerika in seiner Quintessenz eben auch als Ausdruck der Moderne gilt (S. 178). Im Unbehagen gegen letztere dürften denn auch die tieferen Ursachen für den Antiamerikanismus zu finden sein.</p>
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		<title>Atlantischer Graben</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Apr 2008 11:16:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Kreutz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Amerikaner, so American.com, sind nicht nur religiöser, sondern auch mit ihrem Leben zufriedener als Europäer. Ebenso sind 58% der Amerikaner der Meinung, dass individuelle, selbstbestimmte Freiheit wichtiger ist als staatliche Einmischung zu hehren Zwecken – während in Kontinentaleuropa letzteres favorisiert wird. Gibt es zwischen dem Hang zur Religion und dem zur Selbstbestimmung eine Verbindung?
Möglicherweise hat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Amerikaner, so <a href="http://www.american.com/archive/2008/march-april-magazine-contents/the-atlantic-divide">American.com</a>, sind nicht nur religiöser, sondern auch mit ihrem Leben zufriedener als Europäer. Ebenso sind 58% der Amerikaner der Meinung, dass individuelle, selbstbestimmte Freiheit wichtiger ist als staatliche Einmischung zu hehren Zwecken – während in Kontinentaleuropa letzteres favorisiert wird. Gibt es zwischen dem Hang zur Religion und dem zur Selbstbestimmung eine Verbindung?</p>
<p>Möglicherweise hat die <a href="http://www.qub.ac.uk/schools/InstituteofCognitionCulture/FileUploadPage/Filetoupload,90239,en.pdf">Theorie</a> vom Koopertationsvorteil diurch Religion etwas für sich. Zumindest <a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/natur-des-glaubens/grundlagen/2008-03-22/f.a.-von-hayek-der-noch-verkannte-nobelpreistr-ger">könnte das dort gelten</a>, wo Religion nicht staatlich verordnet wird. In den <a href="http://www.chiefrabbi.org/speeches/morals.htm">Worten</a> von Jonathan Sacks:</p>
<blockquote><p>The striking feature of religion, for Hayek, is its attitude of humility, even reverence, towards the great moral institutions without which our ‘extended order’ could not have developed. It guards against what he calls “the rationalist delusion that man, by exercising his intelligence, invented morals that gave him the power to achieve more than he could ever foresee”. (…)</p>
<p>It is a fascinating argument, and it places Hayek in a line of thinkers – such as Edmund Burke, Max Weber, and most recently Francis Fukuyama – who have reflected not only on the internal morality of markets (what we call nowadays ‘business ethics’) but on the wider question of what kind of society gives rise to and is able to sustain a market economy. The answer which each of them gave – an answer that has been given new salience by the rise of the economies of South East Asia – is that they tend to be societies with a strong respect for certain kinds of tradition.</p>
<p>Like Burke, Hayek combines liberalism in economics and politics with a marked conservatism in morality. Free institutions, they seem to say, are best preserved by a certain piety towards the past.</p></blockquote>
<p>&#8212;<br />
Siehe auch:</p>
<ul>
<li><a rel="bookmark" href="http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2008/2019/religion-moderne-usa/">Religion und Moderne: Der amerikanische Weg</a>, 11. Januar 2008,</li>
<li><a title="Permanent Link: Vernunft, Freiheit, Verfassung und Religion in den USA" rel="bookmark" href="http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2007/1514/religion-und-staat-in-amerika/">Vernunft, Freiheit, Verfassung und Religion in den USA</a>, 23. April 2007,</li>
<li><a href="http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2006/324/frommes-kapital/" target="_self"> Frommes Kapital</a>, 3. März 2006.</li>
</ul>
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		<title>Beruhigung der Lage</title>
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		<pubDate>Mon, 31 Mar 2008 11:13:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Kreutz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit einer Anzahl von Europäern habe er sich schon getroffen und überhaupt sei seine Organisation an tragfähigen Beziehungen zum Westen interessiert, so Mahmoud az-Zahar, Führer der Hamas, der stolz darauf ist, dass einige der grössten Staaten Europas zu einem Dialog bereit seien. Unglücklicherweise gehört Deutschland jedoch nicht dazu, stehe es doch mit einigen anderen Ländern [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit einer Anzahl von Europäern habe er sich schon getroffen und überhaupt sei seine Organisation an tragfähigen Beziehungen zum Westen interessiert, <a href="http://www.alquds.co.uk/index.asp?fname=yesterday\28x96.htm&amp;storytitle=ff%C7%E1%D2%E5%C7%D1:%20%C7%D0%C7%20%C3%D1%C7%CF%20%C7%E1%C7%D3%D1%C7%C6%ED%E1%ED%E6%E4%20%C7%E1%CA%E5%CF%C6%C9%20%DD%E4%CD%E4%20%E3%D3%CA%DA%CF%E6%E4%20%E6%C7%D0%C7%20%D1%DD%D6%E6%C7%20%DD%D3%E1%C7%CD%E4%C7%20%DD%ED%20%C3%ED%CF%ED%E4%C7%20fff&amp;storytitleb=%DE%C7%E1%20%C3%E4%20%CD%E3%C7%D3%20%CA%D3%DA%ED%20%E1%C7%DE%C7%E3%C9%20%DA%E1%C7%DE%C7%CA%20%E3%CA%E6%C7%D2%E4%C9%20%E3%DA%20%C7%E1%DB%D1%C8&amp;storytitlec=" target="_blank">so Mahmoud az-Zahar</a>, Führer der Hamas, der stolz darauf ist, dass einige der grössten Staaten Europas zu einem Dialog bereit seien. Unglücklicherweise gehört Deutschland jedoch nicht dazu, stehe es doch mit einigen anderen Ländern ganz unter dem Einfluss Israels und Amerikas.</p>
<p>Denn die USA fürchten, dass die Hamas einen Weg der Islamisierung beschreite – was Zahar gar nicht erst demeniert. Und wie sieht es mit Israel aus? Den in den Gazastreifen entführten israelischen Soldaten Gilead Shalit gibt es nur im Austausch gegen tausend festgesetzte Hamaskämpfer zurück, so Zahar, und ansonsten gelte: Wenn Israel eine “Beruhigung” der Lage möchte, dann ist die Hamas bereit.</p>
<p>Was freilich wie eine Drohung klingt.</p>
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		<title>Lasst Bush um die Kaaba kreisen!</title>
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		<pubDate>Sun, 30 Mar 2008 16:22:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Kreutz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ghaddafi, ein Mann der tollkühnen Vorschläge. Heute: Lasst doch Mekka offen für alle Menschen sein! Denn dass bislang nur Muslime Zugang haben, hält Ghaddafi für falsch: Selbst dem amerikanischen Präsidenten Bush stehe das Recht zu, die Kaaba zu umkreisen (tawaf).
Der gegenwärtige Zustand nämlich stehe im Widerspruch zum Koran, der gar nicht von Muslimen spricht, wenn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ghaddafi, ein Mann der tollkühnen Vorschläge. Heute: Lasst doch Mekka offen für alle Menschen sein! Denn dass bislang nur Muslime Zugang haben, <a href="http://65.17.227.80/ElaphWeb/NewsPapers/2008/3/316942.htm" target="_blank">hält Ghaddafi für falsch</a>: Selbst dem amerikanischen Präsidenten Bush stehe das Recht zu, die Kaaba zu umkreisen (<em>tawaf</em>).</p>
<p>Der gegenwärtige Zustand nämlich stehe im Widerspruch zum Koran, der gar nicht von Muslimen spricht, wenn von Pilgerfahrt die Rede ist. In Wahrheit habe es sie schon vor Muhammad gegeben und sei bis auf Abraham und Ismael zurückzuführen.</p>
<p>Die Pilgerfahrt nach Mekka, so Ghaddafi weiter, sei keineswegs nur den Arabern oder den Muslimen auferlegt, sondern den Menschen in aller Welt zugleich. Ghaddafi folgt dabei einer Vorstellung von Freiheit, wie sie häufig in der Arabischen Welt vertreten wird: Freiheit als Recht des Einzelnen, seiner göttlich auferlegten Pflicht genüge zu tun.</p>
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		<title>Neue Irak-Umfrage: Zuversicht wächst</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Mar 2008 09:20:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Kreutz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Laut einer Umfrage von ABC und einigen anderen Fernsehstationen halten 49% der irakischen Bevölkerung den amerikanischen geführten Einmarsch in ihr Land für richtig, 50% für falsch. Die Meinungen sind also geteilt. Man beachte: Vor einem halben Jahr waren es noch 63%, die den Einmarsch für falsch hielten; die Zustimmung von 49% ist der höchste Wert [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Laut einer Umfrage von ABC und einigen anderen Fernsehstationen halten 49% der irakischen Bevölkerung den amerikanischen geführten Einmarsch in ihr Land für richtig, 50% für falsch. Die Meinungen sind also geteilt. Man beachte: Vor einem halben Jahr waren es noch 63%, die den Einmarsch für falsch hielten; die Zustimmung von 49% ist der höchste Wert seit Anfang 2004. Wenn das keine Niederlage für Europas Friedensbewegung ist!</p>
<p>Ansonsten zeigt sich das Land auch in anderer Hinsicht gespalten und es wird schwer sein, die Bevölkerung für die eine oder andere Seite zu vereinnahmen. Deutlich zeigt sich aber, dass die Sicherheitslage sich erheblich verbessert hat: 62% schätzen sie immerhin als gut oder sehr gut ein, nur 38% als schlecht oder sehr schlecht &#8211; während die Bewegungsfreiheit mehrheitlich als eher schlecht bezeichnet wird.</p>
<p>Dabei geben sich 82% der Befragten zuversichtlich, dass sich die Lage weiter bessern werde, gegenüber 17%, die eher pessimistisch sind. Selbst unter denjenigen, die die Situation sich verschlechtern sehen, geben aber nur 20% den US-Truppen die Schuld.</p>
<p>Die überwältigende Mehrheit von 70% ist zwar der Meinung, dass die US-Truppen keine gute Arbeit geleistet haben und 73% lehnen die Anwesenheit der Koalitionstruppen im Lande ab. Aber zugleich wünscht nur eine Minderheit von 38% der Befragten, dass die Truppen den Irak am besten sofort verlassen sollten. Wie sich das allerdings mit der Einschätzung von 61% der Iraker verträgt, dass die Anwesenheit der Truppen eher zu einer Verschlechterung der Sicherheit beitrage, bleibt rätselhaft.</p>
<p>Immerhin lehnt jetzt eine Mehrheit Angriffe auf Koalitionstruppen ab (57 vs. 42%) &#8211; das war einmal durchaus <a href="http://blog.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2006/1043/61vh-fuer-anschlaege/">anders</a>.</p>
<p>Die Umfrage, die von Europas Linksintellektuellen gänzlich ignoriert werden wird, gibt es <a href="http://service.tagesschau.de/download/pdf/ARD-Irak-Umfrage-2008.pdf" target="_blank">hier</a> (PDF).</p>
<p>&#8212;<br />
Siehe auch:</p>
<ul>
<li><a href="http://blog.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2008/2127/sicherheit-irak/" rel="bookmark" title="Permanent Link: Wie Iraker die Sicherheit ihres Landes einschätzen">Wie Iraker die Sicherheit ihres Landes einschätzen</a>, 17. März 2008.</li>
</ul>
<p>&#8212;<br />
Update 13:30<br />
Die treffende Antwort auf einen plumpen Versuch, die Bedeutung der Umfrage herunterzuspielen, gibt&#8217;s beim <a href="http://iraqpundit.blogspot.com/2008/03/is-iraqi-opinion-meaningless.html" target="_blank">IraqPundit</a>.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Das Leid der Iraker</title>
		<link>http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2008/2104/leid-der-iraker/</link>
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		<pubDate>Sun, 09 Mar 2008 16:56:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Kreutz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich erinnere mich noch an an eine Talkrunde im SWR, es mag so Anfang des Jahres 2003 gewesen sein, bei der geladene Gäste über den heraufziehenden Krieg im Irak debattierten.[1] Einer der Teilnehmer war Jürgen Todenhöfer, der kurz zuvor mit seiner Tochter das Land bereist und darüber ein Buch verfasst hatte; ein anderer war ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich erinnere mich noch an an eine Talkrunde im SWR, es mag so Anfang des Jahres 2003 gewesen sein, bei der geladene Gäste über den heraufziehenden Krieg im Irak debattierten.[<a href="#footnote-1-2104" id="footnote-link-1-2104" title="See the footnote.">1</a>] Einer der Teilnehmer war Jürgen Todenhöfer, der kurz zuvor mit seiner Tochter das Land bereist und darüber ein <a href="http://www.amazon.de/weint-Tanaya-Irrt%C3%BCmer-Kreuzzugs-Terror/dp/3451054205/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1205070634&amp;sr=8-1" target="_blank">Buch</a> verfasst hatte; ein anderer war ein Iraker namens Namo Aziz, von Beruf Journalist.</p>
<p>Nachdem Todenhöfer dem deutschen Publikum zum Auftakt die Ängste der Iraker schildern durfte (gab es welche darunter, die nicht vom Regime handverlesen waren?)[<a href="#footnote-2-2104" id="footnote-link-2-2104" title="See the footnote.">2</a>], fuhr ihm Aziz in die Parade, als er Todenhöfer vorwarf, dass dieser (Gedächtniszitate:) “nichts, aber auch gar nichts” über das Land wisse und “überhaupt keine Ahnung” habe, wie das Leben unter der Baath-Diktatur sei.</p>
<p>Eine ähnliche Szene zwischen einem Deutschen und einem Iraker habe ich selber einmal <a href="http://blog.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2006/378/die-luege-von-der-luege/">miterlebt</a> (nach unten scrollen, vorletzter Absatz). Und wie das so ist, von Namo Aziz hört man heute nichts mehr, dafür umso mehr von Jürgen Todenhöfer, der mit einem <a href="http://www.warumtoetestduzaid.de/" target="_blank">neuen Buch</a> nachgelegt hat. Die Mailing-Liste der DAVO spricht in ihrer heutigen Ausgabe den Abonnenten eine Empfehlung aus:</p>
<blockquote><p>Warum Sie dieses Buch lesen und an andere (sic!) weiterempfehlen sollten:</p>
<p>- weil Sie hier die &#8220;andere Seite&#8221; des Irakkrieges kennenlernen, die in westlichen Medien weitgehend ausgeblendet wird. Die Schicksale der Widerstandskämpfer, denen Jürgen Todenhöfer während eines &#8220;nicht eingebettenen&#8221; Irakaufenthalt im letzten Sommer begegnete, verdeutlichen in erschütternder Weise den Wahnsinn dieses Krieges und das Leid der irakischen Bevölkerung.</p>
<p>- weil hier eindrucksvoll belegt wird, dass der Westen viel gewalttätiger ist als die muslimische Welt, wo Millionen arabischer Zivilisten seit Beginn der Kolonialisierung getötet wurden.</p>
<p>- weil Sie verstehen werden, dass es angesichts der Kriegspolitik des Westens nicht wirklich erstaunlich ist, dass muslimische Extremisten immer mehr Zulauf bekommen.[<a href="#footnote-3-2104" id="footnote-link-3-2104" title="See the footnote.">3</a>]</p>
<p>- weil Sie nicht nur bestätigt finden, dass islamisch getarnte Terroristen Mörder sind, sondern auch erkennen werden,  dass für christlich getarnte Anführer völkerrechtswidriger Angriffskriege[<a href="#footnote-4-2104" id="footnote-link-4-2104" title="See the footnote.">4</a>] nichts anderes gelten kann.</p>
<p>- weil Sie die Berechtigung der Forderung einsehen werden, dass der Westen die islamische Welt genauso fair behandeln muss, wie er Israel behandelt: Muslime sind so viel wert wie Juden und Christen.</p>
<p>- weil Sie erkennen werden, dass Muslime mindestens so tolerant waren und sind wie Juden und Christen. Nicht nur in der Bibel, auch im Koran sind die Liebe zu Gott und die Liebe zum Nächsten die zentralen Gebote.</p></blockquote>
<p>Passend dazu <a href="http://sotaliraq.com/iraqnews.php?id=12395" target="_blank">meldet</a> der irakische Online-Dienst <em>Sot al-Iraq</em> die Festnahme des Schatzmeisters der <em>al-Qaida/ Region Südwest</em> in Kirkuk, der einer ungenannten Quelle zufolge verantwortlich für eine Vielzahl von Anschlägen auf Sicherheitskräfte und Zivilisten verantwortlich sein soll. Ebenfalls am heutigen Sonntag wurde in der Provinz Diala 15 km nördlich von Baquba ein <a href="http://sotaliraq.com/iraqnews.php?id=12393" target="_blank">Massengrab gefunden</a>, darin sechs Leichen unbekannter Nationalität, die gemeinsam durch Schüsse ermordet worden waren. Des weiteren wurden heute im Zentrum von Mossul ein Zivilist durch eine Autobombe <a href="http://sotaliraq.com/iraqnews.php?id=12378" target="_blank">getötet und fünf verletzt</a>.</p>
<p>Soviel zum “irakischen Widerstand”.  – Vielleicht hätte Todenhöfer auch mal die Iraker befragen sollen, was die darüber denken. Und vielleicht wäre es auch der Mühe wert gewesen, den ein oder anderen Gedanken daran zu verschwenden, wie das Leben unter Saddam Husain gewesen war. So <a href="http://www.time.com/time/magazine/article/0,9171,1096488,00.html" target="_blank">berichtete</a> die <em>TIME</em> 2005:</p>
<blockquote><p>Under Saddam Hussein, Baghdad was a violent city. But the highest murder rate before the war was 250 in one month. (By comparison, New York City with about 2 million more residents, had 572 murders in 2004, and a peak of 2,245 in 1990).</p></blockquote>
<p>Die Gewalt hat also keineswegs erst mit den Amerikanern in Bagdad Einzug gehalten und geht auch jetzt nicht hauptsächlich von diesen aus, aber die <a href="http://blog.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2005/117/friedensfreunde/">Robin-Hood-Pose</a> kann glaubwürdig nur einnehmen, wer solche Tatsachen ignoriert. Im Klartext: Die von Extremisten ausgehende Gewalt wird erst den Amerikanern auf das Konto gebucht, um dann auch noch für Verständnis der zum “Widerstand” geadelten Attentäter zu werben.</p>
<p>Das Buchhonorar geht übrigens u.a. an “Projekte der israelisch-palästinensischen Aussöhnung”. Über den Tellerrand von Äquidistanz und moralischem Relativismus kommen deutsche Intellektuelle einfach nicht hinaus.</p>
<p>&#8212;<br />
Siehe auch:</p>
<ul>
<li><a title="Permanent Link: Wer will den Djihad?" rel="bookmark" href="http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2007/1853/djihad-alkut/">Wer will den Djihad?</a>, 11. Oktober 2007,</li>
<li><a title="Permanent Link: Lieber unter Maliki als unter Saddam!" rel="bookmark" href="http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2007/1466/pro-maliki-contra-saddam/">Lieber unter Maliki als unter Saddam!</a>, 18. März 2007.</li>
</ul>
<br /><ol class="footnotes"><li id="footnote-1-2104">Man möge mir nachsehen, dass ich aus der Erinnerung heraus weder über den Sender noch über das Sendedatum absolut sicher bin.  <a href="#footnote-link-1-2104">⇧</a></li><li id="footnote-2-2104">Der im Titel genannte “Abdul” ist übrigens keinesfalls ein arabischer Männername, sondern nur eine westliche Vorstellung davon.  <a href="#footnote-link-2-2104">⇧</a></li><li id="footnote-3-2104">Schon merkwürdig: ein anderer Linker ist eben erst zu einem <a href="http://blog.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2008/2087/was-denken-eine-mrd-muslime/">gegenteiligen Ergebnis</a> gelangt.  <a href="#footnote-link-3-2104">⇧</a></li><li id="footnote-4-2104">s. dazu <a href="http://blog.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2007/1603/kein-auftrag-von-gott/" target="_blank">diesen Beitrag</a>.  <a href="#footnote-link-4-2104">⇧</a></li></ol>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Horkheimer und der Terrorismus</title>
		<link>http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2008/2070/ott-911-faschismus/</link>
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		<pubDate>Tue, 19 Feb 2008 09:04:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Kreutz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aus dem Tollhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung & Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik des Paternalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Neoirrationalismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Michael R. Ott ist Professor für Soziologie an der amerikanischen Grand Valley State University; sein jüngstes Buch ist mir zufällig in die Hände geraten. In &#8220;The Future of Religion&#8221;, einem von ihm herausgegebenen Sammelband, findet sich auch ein Beitrag aus Otts Feder[1], in dem dieser den Versuch unternimmt, die derzeitigen Verhältnisse im Irak und dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Michael R. Ott ist Professor für Soziologie an der amerikanischen Grand Valley State University; sein jüngstes Buch ist mir zufällig in die Hände geraten. In &#8220;The Future of Religion&#8221;, einem von ihm herausgegebenen Sammelband, findet sich auch ein Beitrag aus Otts Feder[<a href="#footnote-1-2070" id="footnote-link-1-2070" title="See the footnote.">1</a>], in dem dieser den Versuch unternimmt, die derzeitigen Verhältnisse im Irak und dem Rest der Welt mit den Instrumentarien der Frankfurter Schule zu erklären.</p>
<p>Ausgehend von Walter Benjamin am Vorabend seines Selbstmordes in Port Bou (Spanien) am 26. September 1940 spannt Ott einen Bogen bis zu den Ereignissen im heutigen Irak; den amerikanischen Einmarsch vergleicht er mit dem Auftreten des Faschismus:</p>
<blockquote><p> Rather the crisis was the result of the systematic principle and historical development of modern capitalist civil society. As Benjamin stated, this inherent and intensifying crisis of capitalist civil society is a reality that the socially disenfranchised, exploited and oppressed know all too well. Benjamin advised that a critical notion of history as a whole be developed, one that is expressive of this systematically created and perpetual tragedy not only so it can be comprehended but also resisted and hopefully changed toward a more humanistically rational and reconciled future society.</p></blockquote>
<p>Die gemeinsame Ursache des Nationalsozialismus wie auch des Irakkrieges war also der Kapitalismus. Zur Begründung dieser These reicht dem Autor der Verweis auf Benjamin und die Kritische Theorie der Frankfurter Schule:</p>
<blockquote><p>The ever-present barbarous reality of this globalizing state of emergency of capitalist civil society has once again imperiously raised one of its deadly Hydra heads through the preemptive strike, invasion and now occupation of Iraq by U.S. and British military forces; an act that by many accounts is in violation of International Law and United Nation Charters. Following the critical theory of Benjamin, Max Horkheimer and Theodor W. Adorno, however, this „regime change“ and the resulting destruction of human life[<a href="#footnote-2-2070" id="footnote-link-2-2070" title="See the footnote.">2</a>] cannot be seen as something unique, but rather as yet another barbaric expression of the historical development of the state of emergency that is capitalism.</p></blockquote>
<p>Der Krieg gegen den Irak wird so zu einem Krieg gegen die Dritte Welt, angetrieben von Imperialismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit:</p>
<blockquote><p>(&#8230;) In the present socio-historical context of this preemptive if not imerialistic war of aggression by technologically superior First World countries against the Third-World country of Iraq – with threats now being seriously made against neighboring Syria and Iran as an evolving expression of U.S. aggression in the imperialist, racist, xenophobic „war on terror“ that has no known object and no known end, this question [i.e. why mankind is sinking into a new kind of barbarism -MK] needs to be critically addressed anew. Why has modern, so-called enlightened Western society, with all the technological and scientific capabilities of overcoming the vast majority of social problems that cause such horrific suffering and death to billions of people in the world, collapsed into a new form of barbarity? In this enlightened society, what has happened to humanity (&#8230;) so that people in the so-called First World offer little resistance if any to the dominant system imperatives of capitalism that produce not ony war but also the grinding poverty, hunger, thirst, sickness, anger, hopelessness, alienation, exploitation, suffering and death of the vast majority of the world‘s population?</p></blockquote>
<p>So sind es denn &#8220;1 bis 5% der Weltbevölkerung, die die kapitalistische Klasse ausmachen&#8221;, während der Rest der Welt dahindarbt. Woher die Zahlen kommen? Geisteswissenschaftliche Arbeiten des 21. Jahrhunderts kommen ohne Quellenangaben aus![<a href="#footnote-3-2070" id="footnote-link-3-2070" title="See the footnote.">3</a>]</p>
<p>Ott fragt, welche sozio-historische Rolle die Religionen, vor allem Judentum, Christentum und Islam, haben, „which are being „globalized“ by such international institutions as the International Monetary Fund, the World Bank, the G8 / G7 of Western political leaders, the World Trade Organization, the World Economic Forum, and now by military might?“ Haben diese Religion etwas Befreiendes und Hoffnungsvolles anzubieten, oder sind sie nur Rädchen im Getriebe der Weltordnung?</p>
<p>Von hier gelangt Ott zu den Attentaten des 11. September, die er als „horrific, retaliatory strikes against the globalization of capitalism“ bezeichnet – man beachte: retaliatory! Die Anschläge sind also eine Vergeltung, und zwar für den globalen amerikanischen Kapitalismus.</p>
<p>Damit werden auch die Anschläge weiter derealisiert, die Türme des World Trade Centers zu Fetischen einer unheilvollen schwarzem Macht gedeutet: „Through these tabood totems and their supportive ideological relationship, the psyche of the individual is incorporated as a dynamic force into the process of its own social domination.“ Dass deren Vernichtung ein Befreiungsschlag für die Menschheit sein muss, bleibt der Schlussfolgerung des Lesers überlassen.</p>
<blockquote><p> (&#8230;) Horkheimer‘s entiry critical theory becomes the secular heir of the ciritcal, negative, emancipatory content of religion in the historical struggle for a better, more enlightened, just and reconciled future society, in the light and hope/longing for a totally Other who will not allow those who grind humanity‘s life into the dirt to ultimately be victorious over their innocent victims.</p></blockquote>
<p>So hat nicht nur der Kapitalismus die Dritte Welt erobert, sondern auch der Schwachsinn geisteswissenschaftliche Fakultäten.</p>
<br /><ol class="footnotes"><li id="footnote-1-2070">Michael R Ott, <em>Civil Society and the Globalization of Its „State of Emergency“: The Longing for the Totally Other as a Force of Social Change</em>, S. 273-5, in: (ders.) <em>The Future of Religion: Toward a Reconciled Society</em>, Leiden und Boston 2007, S. 273-306.  <a href="#footnote-link-1-2070">⇧</a></li><li id="footnote-2-2070">&#8230; nur die Iraker <a href="http://blog.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2007/1466/pro-maliki-contra-saddam/">finden</a>, dass ihr Leben unter Maliki besser ist als unter Saddam &#8211; aber was wissen die schon?  <a href="#footnote-link-2-2070">⇧</a></li><li id="footnote-3-2070">Ein paar Fakten gibt es <a href="http://blog.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2006/1246/gute-nachrichten/">hier</a>.  <a href="#footnote-link-3-2070">⇧</a></li></ol>]]></content:encoded>
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		<title>Eine Woche in Kairo</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Feb 2008 12:25:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jonathan Kriener</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die letzte Woche habe ich in Kairo auf einer Konferenz über Geschichts- und Sozialkundebücher  zugebracht, für mich die zweite dieser Art. Besonders schmerzlich fiel ins Auge, dass die einladende deutsche Organisation als Partner ausschließlich Akademiker und Funktionäre des Mainstreams ausgewählt hatte, nämlich Vertreter des staatstreuen Nationalismus oder solche der islamistischen Strömungen. Reflektierte Liberale dagegen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die letzte Woche habe ich in Kairo auf einer Konferenz über Geschichts- und Sozialkundebücher  zugebracht, für mich die zweite dieser Art. Besonders schmerzlich fiel ins Auge, dass die einladende deutsche Organisation als Partner ausschließlich Akademiker und Funktionäre des Mainstreams ausgewählt hatte, nämlich Vertreter des staatstreuen Nationalismus oder solche der islamistischen Strömungen. Reflektierte Liberale dagegen, die es durchaus gibt, waren nicht anzutreffen, im Gegensatz zur letzten Konferenz im November, wo sie immerhin als Statisten vertreten waren.</p>
<p>Von einem Theologen der Azhar-Universität, einer Institution, die die Bestrafung von Apostasie vom Islam unterstützt, mithin also gegen Religionsfreiheit ist, hörten wir einen ausführlichen Vortrag darüber, dass der Mensch religiös veranlagt sei, dass Religion in allen Bereichen des Lebens, also auch der Bildung Vorrang haben müsse, und dass Wissenschaft mit Religion niemals im Widerspruch stehen könne.  Lobend sprach er von der Religionsfreiheit und der Demokratie im Islam. Leider gab es während der ganzen Konferenz keine Verständigung über diese Begriffe (Menschenrechte), obwohl sie viel gebraucht wurden und mit Sicherheit anzunehmen ist, dass es grundlegende Differenzen in den Auffassungen gibt. So wird von Vertretern des politischen Islams die Institution der<em> Dhimma</em>, also des Schutzes bestimmter Rechtsgüter von Nichtmuslimen unter islamischer Herrschaft, gern als Ausdruck der Religionsfreiheit im Islam beschworen, was der Auffassung gemäß der Erklärung der Menschenrechte fundamental widerspricht.</p>
<p align="justify">Es gab einige weitgehend inhaltsfreie Beiträge, die in irgendwelcher Form eine bessere Darstellung &#8220;des Selbst und des Anderen&#8221; im Schulunterricht forderten. Zu den Highlights zählten Berichte über die Bildungsreformen in Oman und den VAE und die Darstellung eines libanesischen Historikers, der zwar nicht auf die Bildungssituation einging, dafür aber einige falsche Grundannahmen aufdeckte, auf denen Begegnungen und gegenseitige Rezeption zwischen Arabern und Europäern oft aufbauen. Z. B. wies er darauf hin, dass der arabische Beitrag zur westlichen Wissenschaft und zur westlichen Rezeption der griechischen Philosophie durchaus in zahlreichen westlichen Veröffentlichungen gewürdigt wird, dass der Westen in den arabischen Gesellschaften ohnehin präsent sei, nämlich als das maßgebende Vorbild für die Organisation öffentlicher Institutionen, und dass der Kolonialismus keine hinreichende Begründung für die Probleme der arabischen Gesellschaften sei, wofür er mit einigen Beispielen auf die Situation in Japan, China und Indien verwies, wo mit dem Erbe und den Lasten des Kolonialismus erfolgreicher umgegangen werde.</p>
<p align="justify">Ein anderer interessanter Beitrag war die vergleichende Analyse zwischen drei jordanischen Geschichtsbüchern und einem amerikanischen, alle für die Sekundarstufe, auf ihre Darstellung &#8220;des Selbst und des Anderen&#8221; hin, mit dem Ergebnis, dass das amerikanische Schulbuch sowohl in Umfang und Detailgenauigkeit als auch in Sachen Würdigung der fremden Kultur den jordanischen Schulbüchern vieles voraus hat. Dies wurde von Seiten der deutschen Gastgeber jedoch in der anschließenden Diskussion eilfertig relativiert mit dem Verweis auf das föderale Schulsystem in den USA und darauf, dass das untersuchte amerikanische Schulbuch eben nur einen ganz bestimmten Geschichtsansatz für die Sekundarstufe &#8211; &#8220;History of Civilizations&#8221; &#8211; behandle. Die Darstellung solle keineswegs ausdrücken, &#8220;dass etwa amerikanische Schulbücher besser seien als jordanische&#8221; (was eine glatte Untertreibung wäre). Der junge Referent nickte dazu &#8211; was hätte er dagegen auch sagen sollen?</p>
<p align="justify">Wie immer, wenn ich in Ägypten bin, besuchte ich Kamal, der in den 1990er Jahren an einer Schulbuchstudie des Ibn Khaldoun Centers über Religionen im Religionsunterricht mitgewirkt und in zahlreichen Artikeln die voranschreitende Islamisierung des ägyptischen Bildungswesen angeprangert hat. Er schreibt nach wie vor mit ungewöhnlich klaren Worten  gegen die Islamisierung Ägyptens (z. B. <a href="http://www.almasry-alyoum.com/article.aspx?ArticleID=87834" target="_blank">hier</a>) und gegen den desolaten Zustand des Schulunterrichts an (z. B. <a href="http://www.almasry-alyoum.com/article.aspx?ArticleID=82236" target="_blank">hier</a>) an. Als ich bei ihm eintreffe ist ein beträchtlicher Teil seiner Verwandtschaft versammelt, um den Abschied seiner ältesten Tochter zu feiern, die für ein halbes Jahr zu Verwandten nach Frankreich reist, um Französisch zu lernen und sich nach Studienmöglichkeiten umzuschauen. Es wird gegessen, musiziert, gesungen, dazu getanzt, getrunken und sehr viel gescherzt und gelacht.</p>
<p align="justify">U. a. lerne ich hier Said Okasha kennen (von ihm kann man <a href="http://www.ahram.org.eg/archive/Index.asp" target="_blank">hier lesen</a>). Er ist Journalist und einer der ganz wenigen Ägypter, die mit einem Stipendium der israelischen Botschaft nach Israel gegangen sind, um Land, Leute und Sprache kennen zu lernen. Wir unterhalten uns ein paar Takte in unserem rostigen Hebräisch. Nach seiner Rückkehr verlor Said seine Mitgliedschaft in der <em>Wafd</em>, einer oppositionellen Partei, die als liberal gilt, und durfte auch nicht mehr für ihr Parteiorgan schreiben, was ihm zuvor einen wichtigen Teil seines Lebensunterhalt gesichtert hatte. Es folgten ein paar Jahre der Unsicherheit, in denen er sich z. T. mit Musizieren durchschlug &#8211; er spielt sehr gut Laute (&#8217;Ud), auch an diesem Abend &#8211; und als Journalist in Marokko arbeitete, wo er wiederum nach seinem ersten Beitrag, der eine Normalisierung mit Israel in Betracht zog, den Hut nehmen durfte. Immerhin veröffentlicht heutzutage al-Ahram zuweilen einen Beitrag von ihm.</p>
<p align="justify">Said ist außerdem Mitglied von Arabs Against Discrimination (www.aad-online.org), für die er israelische Presse übersetzt und analysiert. Ähnlich einem anderen Teilnehmer der Konferenz betrachtet er die immer wieder von offiziellen Stellen beschworene Gegnerschaft zum Zionismus als müden Vorwand für den desolaten Zustand des ägyptischen Staates. Said und Kamal sind der Beschwörungen der arabischen Einheit müde. Mit großem Eifer suchen sie in Sprache, Musik und Literatur das vor-islamische und vor-arabische Erbe der ägyptischen Kultur und sind der arabischen Musik, der arabischen Schriftsprache usw. überdrüssig.</p>
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