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	<title>TRANSATLANTIC FORUM &#187; Deutschland</title>
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	<description>Liberty and Democracy in East and West.</description>
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		<title>Gedenken an Raoul Wallenberg</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Jan 2012 17:20:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gastautor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Antisemitismus]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerliche Werte]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
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		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
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		<category><![CDATA[Nationalsozialismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Tal Gat
In diesem Jahr begehen wir den 100. Geburtstag von Raoul Wallenberg. Dies ist ein guter Anlass, an seine mutigen Taten zu erinnern, um sein Andenken auch für die nächsten Generationen lebendig zu halten.
Nachdem die ersten Augenzeugenberichte aus den deutschen Vernichtungslagern die Weltöffentlichkeit erreichten, gründeten die USA das War Refugee Board. Aufgabe des Board [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Tal Gat</em></p>
<p>In diesem Jahr begehen wir den 100. Geburtstag von Raoul Wallenberg. Dies ist ein guter Anlass, an seine mutigen Taten zu erinnern, um sein Andenken auch für die nächsten Generationen lebendig zu halten.</p>
<p>Nachdem die ersten Augenzeugenberichte aus den deutschen Vernichtungslagern die Weltöffentlichkeit erreichten, gründeten die USA das War Refugee Board. Aufgabe des Board war die Rettung der noch lebenden europäischen Juden vor der Vernichtung. Raoul Wallenberg, Sohn einer reichen schwedischen Unternehmerfamilie, wurde 1944 als Leiter der schwedischen Gesandtschaft mit Unterstützung des War Refugee Boards nach Budapest entsandt, um bei der Rettung der ungarischen Juden zu helfen.</p>
<p>Wallenberg konnte für seine Mission bereits auf einer Vorarbeit aufbauen: Per Anger, ein junger Diplomat der schwedischen Gesandtschaft, hatte bereits begonnen, schwedische Pässe für Juden auszustellen, die Verwandte oder Geschäftspartner in Schweden hatten. Und Anger stellte auch spezielle Dokumente für Juden aus, die sich um eine schwedische Staatsbürgerschaft beworben hatten.</p>
<p>Wallenbergs erste Amtshandlung war der Entwurf sogenannter Schutzpässe. Diese besaßen zwar eigentlich international keine Gültigkeit, doch durch seine geschäftlichen Erfahrungen mit Deutschland wusste Wallenberg, dass eine aufwendige Gestaltung mit offiziellen Wappen und Stempeln den Nationalsozialisten Respekt einflößen würde. Wallenberg erreichte ein Abkommen mit den ungarischen Behörden, 4.500 solcher Pässe anfertigen lassen zu dürfen – und druckte schließlich drei Mal so viele.</p>
<p>Doch die Schutzpässe waren erst der Anfang. Wallenberg eröffnete sogenannte „Schwedische Häuser“, in denen sich Juden verstecken konnten. 15.000 Juden fanden Zuflucht in den Häusern, die lediglich durch eine schwedische Flagge geschützt waren – und durch Wallenbergs Behauptung, dass es sich bei den Häusern um schwedisches Staatsgebiet handele.</p>
<p>Die Diplomaten anderer Länder waren anfangs von Wallenbergs Bemühungen überrascht, doch bald überzeugten sie seine Erfolge bei der Rettung von Juden von der Richtigkeit seines Handelns. Gesandtschaften anderer neutraler Länder folgten seinem Beispiel, stellten Schutzpässe aus und eröffneten Schutzhäuser.</p>
<p>Obwohl das Ende des Zweiten Weltkriegs bereits abzusehen war, ging die Judenvernichtung weiter. Adolf Eichmann, verantwortlich für die „Endlösung der Judenfrage“, befahl Todesmärsche der ungarischen Juden, bei denen zehntausende hungernder Männer, Frauen und Kinder gezwungen wurden, bei eisigen Temperaturen hunderte Kilometer weit zu laufen. Unzählige starben dabei.</p>
<p>Auch angesichts dieser grausamen Verbrechen blieb Raoul Wallenberg nicht untätig. In seinem Auto folgte er den Todesmärschen und versorgte die Menschen mit Essen, Kleidung, Medizin und seinen Schutzpässen. Durch Drohungen und Bestechung konnte er diejenigen Juden freipressen, die schwedische Pässe besaßen und sie mit zurück nach Budapest nehmen.</p>
<p>Auch die Deportationen in Zügen versuchte Wallenberg aufzuhalten: Unter den Augen bewaffneter Wehrmachtssoldaten kletterte er in Zugwaggons, die nach Auschwitz fahren sollten, verteilte seine Pässe und forderte, dass die Juden mit schwedischen Schutzpässen sofort aus den Zügen aussteigen dürften.</p>
<p>Mitte Januar 1945 plante Eichmann die Ermordung aller Juden im Budapester Ghetto. Wallenberg erfuhr von dem Plan und wurde sofort aktiv. Da er selbst diesen Plan nicht aufhalten konnte, musste er sich an den Mann wenden, der dazu in der Lage war, den deutschen Wehrmachtsoffizier Generalmajor Gerhard Schmidhuber. Über einen Vermittler ließ Wallenberg dem Generalmajor einen Brief zukommen, indem er Schmidhuber drohte, ihn nach Ende des Krieges persönlich für das Massaker verantwortlich zu machen und als Kriegsverbrecher anzuklagen. Diese Drohung verfehlte ihre Wirkung nicht, und das Massaker wurde in letzter Minute verhindert.</p>
<p>Kurze Zeit später marschierte die Rote Armee in Ungarn ein. 120.000 ungarische Juden waren der „Endlösung“ entkommen. Es ist nicht genau bekannt, wie viele von ihnen durch die Hilfe von Raoul Wallenberg überleben konnten, doch wird ihm nachgesagt, mehreren zehntausend Juden das Leben gerettet zu haben.</p>
<p>Nach dem Krieg hätte Wallenberg nach Schweden zurückkehren sollen, um dort als gefeierter Held bis an sein Lebensende glücklich zu leben, geehrt von denen, die er gerettet hatte und ihren Kindern und Enkeln. Doch leider kam es anders.</p>
<p>Am 17. Januar 1945 wurde Raoul Wallenberg von sowjetischen Soldaten abgeholt und in ihr Budapester Hauptquartier gebracht. Bereits auf dem Weg dorthin sagte er zu einem Kollegen, er werde nun entweder Gast oder Gefangener der Russen sein. Seit diesem Tag ist Raoul Wallenberg verschollen, sein Schicksal ist bis heute unbekannt.</p>
<p>In den dunklen und grausamen Jahren 1944 und 1945 waren Wallenbergs Handlungen ein heller Hoffnungsschimmer für viele von der Vernichtung bedrohte Juden in Ungarn. Deshalb bewahren wir und die Generationen von Familien, die dank seiner mutigen Taten am Leben sind, die Erinnerung an sein Erbe. Der US-Kongressabgeordnete Tom Lantos, der dank Wallenberg die Schoah überlebt hat, hat bewirkt, dass Wallenberg zum Ehrenbürger der USA ernannt wurde. Wallenberg ist außerdem Ehrenbürger von Kanada und Israel.</p>
<p>Wenn wir des 100. Geburtstags von Raoul Wallenberg gedenken, erinnern wir an sein Erbe, an seinen Beitrag zu unserer Welt, in einer Zeit, in der der Antisemitismus erneut sein hässliches Haupt erhebt. Raoul Wallenberg darf niemals vergessen werden.</p>
<p><em>Der Autor ist Leiter der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit an der Botschaft des Staates Israel in Berlin.</em></p>
<p>(Mit freundlicher Genehmigung der Botschaft des Staates Israel, Berlin.)</p>
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		<title>Der Ruck des Bundespräsidenten</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Jan 2012 11:30:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Eggert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aus dem Tollhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Wulff]]></category>

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		<description><![CDATA[Morgenpost Kolumne, 8. Januar 2012
Der Anfang der Affäre amüsierte mich noch. Inzwischen finde ich es beschämend für alle Beteiligten. Aber zurück zum Anfang: Ein Ministerpräsident trickste im Parlament die Fragesteller aus, die blöderweise nur nach seinen Verbindungen zu einem Geschäftsmann und nicht zu dessen Familie gefragt hatten. Korrekte Inkorrektheit!
Das kommt in deutschen Parlamenten -zigmal vor. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Morgenpost Kolumne, 8. Januar 2012</em></p>
<p>Der Anfang der Affäre amüsierte mich noch. Inzwischen finde ich es beschämend für alle Beteiligten. Aber zurück zum Anfang: Ein Ministerpräsident trickste im Parlament die Fragesteller aus, die blöderweise nur nach seinen Verbindungen zu einem Geschäftsmann und nicht zu dessen Familie gefragt hatten. Korrekte Inkorrektheit!</p>
<p>Das kommt in deutschen Parlamenten -zigmal vor. Mit einem Unterschied. Nicht alle Trickser werden Bundespräsidenten. Da wird dann noch einmal sehr genau hingeschaut und recherchiert und recherchiert und recherchiert. Oftmals auch ohne den nötigen Anstand und nicht immer zur Freude des Amtsinhabers – aber zu Recht. Denn immerhin geht es um das höchste deutsche Staatsamt.</p>
<p>Da ist es schon von Interesse, wie ein Bundespräsident seinen Hausbau finanziert hat. Dass hier besonders recherchiert wird, wusste Wulff schon seit 2010. In einem jahrelangen Verfahren hat nämlich der &#8220;Spiegel&#8221; das Recht darauf erstritten, Einsicht in das Grundbuch seines Hauses  zu nehmen. Also hätte Wulf auf diese Diskussion bestens vorbereitet sein können und auf Anfrage nur seinen Sprechzettel ziehen müssen. Aber nichts kam.</p>
<p>Sein langes Schweigen, das Platz für Spekulationen und Verdächtigungen schuf, irritierte. Es geht in der Politik nicht immer um knallharte Fakten, sondern auch um den Umgang mit ihnen. Dass er das nicht beachtete, sondern in Ignoranz und Arroganz, wie ein König seine Untergebenen lange zappeln ließ, um sie dann am 22.12.11 in seinem Palast zusammenzurufen, wo sie zwar zuhören aber keine Fragen stellen durften, ist ihm auf die Füße gefallen.</p>
<p>Er hat sich nicht wie ein Präsident der Bürger verhalten, obwohl diese lange zu ihm gehalten haben. Und er hat die Wut der <a href="http://www.tagesschau.de/inland/wulffpresseschau100.html" target="_blank">Journalisten</a> unterschätzt, die sich diese Geringschätzung nicht gefallen lassen wollten, obwohl sich dann einige päpstlicher als der Papst verhalten oder heftig über Bande gespielt haben, was die präsidialen Nerven erst recht nicht schonte. Also kam noch mehr dazu. Einflussnahme auf die <a href="http://www.zeit.de/news/2012-01/05/bundespraesident-zensurversuch-bild-widerspricht-wulffs-darstellung-05115424" target="_blank">Pressefreiheit</a>.</p>
<p>Die Vorwürfe sind bekannt und noch nicht ganz ausgestanden. Jetzt hat sich Wulff noch einmal <a href="http://www.spiegel.de/video/video-1170428.html" target="_blank">öffentlich zu allem erklärt</a>. Bundespräsident Herzog hat einmal gefordert, dass ein <a href="http://bibliothek.phoenix.de/videobeitrag,31.html" target="_blank">Ruck</a> durch die Gesellschaft gehen müsste. Vielleicht muss jetzt einmal ein Ruck durch den Bundespräsidenten gehen.</p>
<p>Abschied nehmen von der Berichterstattung aus der Glamourwelt, mit ihren falschen Küssen und sich den einfachen Bürgern mit ihren echten Problemen zuwenden. In allen Reden sorgsamer mit den Worten Wahrheit, Offenheit und Pressefreiheit umgehen, sie aber gleichzeitig offensiv praktizieren. Begreifen, dass man Freunde am besten schützen kann, indem man sich keine halbe Million von ihnen borgt und sie damit nicht unter den Generalverdacht der Bevorzugung oder der Vorteilsnahme stellt.</p>
<p>Denn irgendwann wollen wir uns wieder mit den wirklichen Problemen beschäftigen.</p>
<p>Oder?</p>
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		<title>Dienst am Volk</title>
		<link>http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2011/12131/dienst-am-volk/</link>
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		<pubDate>Fri, 09 Dec 2011 20:41:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Kreutz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aus dem Tollhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik des Paternalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Linke Schwärmereien]]></category>
		<category><![CDATA[Neoirrationalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Paternalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialklempnerei]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Frage, wie man Menschen am besten erziehen, bevormunden und gängeln kann, hat schon viele Denker zu intellektuellen Höchstleistungen angespornt. Jetzt fordert der Germanist und Fernsehphilosoph Richard David Precht die Einrichtung eines sozialen Pflichtjahrs für Renter. Denn genau wie Precht haben auch Rentner bekanntlich Zeit en masse und da nicht alle über einen so hohen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Frage, wie man Menschen am besten erziehen, bevormunden und gängeln kann, hat schon viele Denker zu intellektuellen Höchstleistungen angespornt. Jetzt fordert der Germanist und Fernsehphilosoph Richard David Precht die <a href="http://www.derwesten.de/panorama/richard-david-precht-verteidigt-pflichtjahr-fuer-rentner-id6147246.html" target="_blank">Einrichtung eines sozialen Pflichtjahrs für Renter</a>. Denn genau wie Precht haben auch Rentner bekanntlich Zeit <em>en masse</em> und da nicht alle über einen so hohen Marktwert verfügen, dass sie vom <a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/bestseller-autor-precht-unglaublich-1.138989" target="_blank">Bücherschreiben</a> leben können, muss man sie anderweitig einsetzen.</p>
<p>Precht (&#8221;<a href="Quelle: http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&amp;v=bY6s23aX5rY" target="_blank">Freiheit geht immer mit Unfreiheit einher</a>&#8220;) glaubt, dass diejenigen, &#8220;die sich über den Zwang empören, genau diejenigen [sind], die es freiwillig nie tun würden&#8221; weswegen sie fraglos zur Räson gebracht werden müssen. Damit wird ihnen der einzige Lohn genommen, mit der ehrenamtliche Tätigkeit vergolten wird: Anerkennung als Währung freiwilliger Tätigkeit am Nächsten wird durch Zwang entwertet. Man betrachtet die Dienstleistung fortan als Selbstverständlichkeit und dem zum Dienst Verpflichteten wird mit Herablassung begegnet.</p>
<p>Dass sein Vorschlag Zwangsarbeit bedeutet, weshalb er hoffentlich keine politischen Mehrheiten findet, mag Precht allerdings nicht einsehen. Zwangsarbeit ist nämlich nur, wenn sie in sibirischer Kälte oder in unteriridischen Stollen stattfindet – alles darunter ist fröhlicher Dienst am Volk. Was kann daran falsch sein?</p>
<p>Zum Beispiel dies: Man kann das ganze nämlich weiterdenken und alle möglichen Gruppen benennen, die zu allen nur erdenklichen Diensten zwangsverpflichtet werden. Warum nicht ein Pflichtjahr für Philosophen in einer Autowerkstatt, wo man lernt, wie man sich die lilienweissen Hände bei handwerklicher Tätigkeit schmutzig macht?</p>
<p>Das grösste Ärgernis aber ist die Nonchalance, mit der ein mit 47 Jahren noch recht junger Intellektueller über ältere Menschen zu verfügen sich anmasst. Junge Menschen kann man zum Schuldienst, später zum Wehrdienst oder zum sozialen Dienst verpflichten, damit sie in den Stand versetzt werden, die Errungenschaften der Gesellschaft weiterzutragen: Schliesslich waren es die vorangegangenen Generationen, die den Wohlstand und die politische Stabilität erst möglich gemacht haben, in denen sie aufwachsen.</p>
<p>Käme ein Hundertjähriger auf diese Idee, hätte sie auch noch eine    andere Qualität als wenn dies aus dem Munde eines Mittvierzigers    geschieht. Dies Menschen zur staatlich verordneten Pflicht zu machen, deren Recht  es ist, die Früchte ihres Arbeitslebens zu geniessen, ist  schlechterdings würdelos, die philanthropische Begründung der Zwangsarbeit gerät zur Farce: &#8220;Es geht darum&#8221;, begründet Precht allen Ernstes seinen Vorstoss, &#8220;die  Schwellenangst vor dem sozialen Engagement zu  nehmen.&#8221;</p>
<p>Eine wahre Unverfrorenheit. Precht sollte sich der Generation der Rentner besser lernend nähern, anstatt belehrend.</p>
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		<title>Deutsche Staatsräson</title>
		<link>http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2011/12105/deutsche-staatsrason/</link>
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		<pubDate>Sun, 04 Dec 2011 20:57:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefanie Galla</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Union]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>
		<category><![CDATA[Naher Osten]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Sicherheit Israels sei deutsche Staatsräson. Das hört man immer wieder von deutschen Politikern. Wie weit es mit dieser Staatsräson bestellt ist, konnte man bereits Mitte letzten Jahres erleben. Einstimmig wurde im Deutschen Bundestag unter der Betonung, dass Israels Sicherheit gewahrt bleiben müsse, der Beschluss gefasst, dass die Regierung die Forderungen der Europäischen-Union nach einer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Sicherheit Israels sei deutsche Staatsräson. Das hört man immer wieder von deutschen Politikern. Wie weit es mit dieser Staatsräson bestellt ist, konnte man bereits Mitte letzten Jahres erleben. Einstimmig wurde im Deutschen Bundestag unter der Betonung, dass Israels Sicherheit gewahrt bleiben müsse, der Beschluss gefasst, dass die Regierung die Forderungen der Europäischen-Union nach einer sofortigen Aufhebung der Gaza-Blockade mit Nachdruck unterstützt. Diese, durch Israel eingerichtete und von Ägypten mitgetragenen Blockade, ist die Reaktion auf massive Raketenangriffe aus dem Gazastreifen auf Israel und sollte die Bevölkerung Israels vor weiterem Beschuss schützen. </p>
<p>Dieses Wochenende konnte man nun <a href="http://www.welt.de/politik/ausland/article13749068/So-lief-Kanzlerin-Merkels-U-Boot-Deal-mit-Israel.html">in den Medien </a>erfahren, dass die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel die Lieferung eines U-Bootes an Israel deshalb gestoppt hatte, weil sie Druck auf Israel in anderen Fragen ausüben wollte. Dies, obwohl die U-Boote, wie man dem Text in der Welt entnehmen kann, notwendig sind für eine wirksame Abschreckung eines atomaren Angriffs aus dem Iran. Aufgrund der Größe Israels werden die U-Boote als Träger für atomare Waffen der Israelis benötigt. Dass Israel selbst Atomwaffen besitzt, gilt als offenes Geheimnis. Die Sicherheit Israels ist mit dem Vorgehen Angela Merkels nun endgültig zur Verhandlungsmasse geworden. </p>
<p>Antiisraelismus hat längst Einzug in den Bundetag gehalten; spätestens mit der Teilnahme von Bundestagsabgeordneten der Partei <em>Die Linke</em> an der Gaza-Flottille, welche gewaltsam die Blockade von Gaza über den Seeweg durchbrechen wollte. Negative Konsequenzen zog dies für die teilnehmenden Politiker nicht nach sich. Im Gegenteil, ihre Aktion war propagandistisch erfolgreich, wie auch der Beschluss des Deutschen Bundestages zur Gaza-Blockade im Nachgang zeigt. </p>
<p>Wundern tut dies alles nicht. Spiegelt die Politik doch nur die Meinung der Bevölkerung wieder.  Laut einer <a href="http://www.presseportal.de/pm/13399/2146348/n24-emnid-umfrage-deutsche-besorgt-ueber-irans-atom-programm-keine-deutsche-militaerhilfe-fuer/rss">Umfrage von Emnid,</a> die N 24 am 11. November veröffentlicht hat, fordern 83 % der Deutschen, dass sich Deutschland, sollte es zu einer militärischen Auseinandersetzung zwischen Israel und Iran kommen, neutral verhalte. Nur 16 % der Deutschen sprechen sich hiernach für eine militärische Unterstützung Israels gegen Iran aus.</p>
<p>Laut einer Studie der Fakultät für Erziehungswissenschaft am Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung von Prof. Dr. Andreas Zick, Stand 2011, ärgerten sich 63 % der Deutschen im Jahre 2008 darüber, dass ihnen die Verbrechen der Nazis noch heute vorgehalten würden und 57.3 % der Deutschen waren im Jahr 2010 der Meinung, dass Israel einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser führe. </p>
<p>Nimmt man diese Zahlen, erkennt man, dass die deutsche Staatsräson betreffend die Sicherheit Israels zur Floskel verkommen ist. Auch das stetige „nie wieder“ der Deutschen offenbart sich als inhaltsleer, wenn 83% der Deutschen wollen, dass sich Deutschland heraushält, wenn der Iran seine Vernichtungsandrohungen gegen den jüdischen Staat wahr machen sollte. </p>
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		<title>Immer die anderen</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Nov 2011 13:19:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Kreutz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aus dem Tollhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Blick auf den Westen]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Union]]></category>
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		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf &#8220;Spiegel Online&#8221; schreibt der griechische Journalist Georgios Delastik über sein &#8220;gedemütigtes Volk&#8221;:
Millionen Griechen sehen mittlerweile die EU als das &#8220;Vierte Deutsche Reich&#8221; an. Das sehen nicht nur Journalisten, Akademiker, Schauspieler oder einfache Bürger in Griechenland so. Sogar der amtierende Finanzminister Evangelos Venizelos gab im Juni zu, dass Griechenland unter &#8220;finanzpolitischer Besatzung&#8221; stehe. [...] Nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf &#8220;Spiegel Online&#8221; <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,796542,00.html" target="_blank">schreibt</a> der griechische Journalist Georgios Delastik über sein &#8220;gedemütigtes Volk&#8221;:</p>
<blockquote><p>Millionen Griechen sehen mittlerweile die EU als das &#8220;Vierte Deutsche Reich&#8221; an. Das sehen nicht nur Journalisten, Akademiker, Schauspieler oder einfache Bürger in Griechenland so. Sogar der amtierende Finanzminister Evangelos Venizelos gab im Juni zu, dass Griechenland unter &#8220;finanzpolitischer Besatzung&#8221; stehe. [...] Nicht selten wird Papandreou von seinen Kritikern &#8220;Tsolakoglou&#8221; genannt &#8211; so hieß der griechische Premier, der im Zweiten Weltkrieg mit der deutschen Besatzung kollaborierte.</p></blockquote>
<p>In Wahrheit ist diese Abhängigkeit eine selbstverschuldete. Sie ist der Preis dafür, dass die in Griechenland vorherrschende Mentalität es überhaupt nicht zulässt, die Ursachen dieser wie auch anderer Miseren auch nur ansatzweise im eigenen Land zu suchen. Der griechische Publizist Andreas Andrianopoulos <a href="http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2008/2320/griechischer-tuerkischer-antiamerikanismus/" target="_self">spricht</a> daher von einer &#8220;victim culture&#8221;, aus deren Perspektive alle Probleme des Landes grundsätzlich ausländischen Mächten zugeschrieben werden:</p>
<blockquote><p>Inevitably, a “victim culture” developed portraying the nation as the object of designed subversion. [...] It goes without saying that Greeks consequently cannot possibly be wrong. Whatever failure may have suffered in their post-independence political history cannot possibly be the outcome of bad policies or faulty decisions. They have to be the result of foreign conspiracies or the product of treacherous acts by indigenous misinformed or bought out individuals.</p></blockquote>
<p>Darum wird sich in Griechenland auch nichts wesentliches ändern.  Zumindest solange nicht, wie eine kollektive &#8220;victum culture&#8221; gepflegt wird.</p>
<p>&#8212;</p>
<p>Siehe auch: <a href="http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2007/1795/hellas-phobische-nation/" target="_blank">“Die Griechen sind eine phobische Nation” </a></p>
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		<title>Rasende Dankbarkeit</title>
		<link>http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2011/11979/rasende-dankbarkeit/</link>
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		<pubDate>Fri, 07 Oct 2011 14:10:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Kreutz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aus dem Tollhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Hellas]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik des Paternalismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Opferpose]]></category>

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		<description><![CDATA[In dem einen oder anderen Punkt hat der Mann recht, so in diesem: &#8220;In die USA geht nur, wer sich etwas zutraut. Wenn man es dann aus  eigener Kraft schafft, sich in die Gesellschaft zu integrieren (…) dann  empfindet man Stolz auf die eigene Leistung und Dankbarkeit gegenüber  der Gesellschaft, die einem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In dem einen oder anderen Punkt hat der Mann recht, so in diesem: &#8220;In die USA geht nur, wer sich etwas zutraut. Wenn man es dann aus  eigener Kraft schafft, sich in die Gesellschaft zu integrieren (…) dann  empfindet man Stolz auf die eigene Leistung und Dankbarkeit gegenüber  der Gesellschaft, die einem eine Chance gegeben hat. Wer dagegen etwas  geschenkt bekommt, ist höchstens oberflächlich und zumeist gar nicht  dankbar. Der Beschenkte fühlt sich nicht respektiert und nicht  ausreichend ernst genommen. Um sein Ego zu stützen, entwickelt er eine  Abneigung gegen den Wohltäter.&#8221; Das Zitat stammt von Thilo Sarrazin.[<a href="#footnote-1-11979" id="footnote-link-1-11979" title="See the footnote.">1</a>]</p>
<p>Was für Individuen gilt, lässt sich auch auf Gesellschaften übertragen. An den folgenden Karikaturen kann man an der Praxis studieren, welch freundliche Reaktionen die gutgemeinte deutsche Almosenstandleitung im Empfängerland Griechenland hervorruft:</p>
<p><a href="http://anonymouse.org/cgi-bin/anon-www_de.cgi/http://tolimeri.blogspot.com/2011/02/blog-post_04.html" target="_blank">&#8220;&#8216;Alle arm&#8217;, befiehlt Merkel&#8221;</a> (herunterscrollen)<br />
<a href="http://anonymouse.org/cgi-bin/anon-www_de.cgi/http://www.ramnousia.com/2011/01/blog-post_27.html#.To77X0_BEQk" target="_blank">&#8220;Das anti-europäische Gesicht Deutschlands&#8221;</a><br />
<a href="http://anonymouse.org/cgi-bin/anon-www_de.cgi/http://neataxianthropon.blogspot.com/2011/04/4.html" target="_blank">&#8220;Frau Merkel und das 4. Reich&#8221;</a><br />
<a href="http://anonymouse.org/cgi-bin/anon-www_de.cgi/http://tvorini-gr.blogspot.com/2011/02/blog-post_22.html" target="_blank">&#8220;Papandreou: &#8216;Was darf ich Ihnen servieren?&#8217; – Merkel: &#8216;Eine Portion Kreta, Herr Koch!&#8217;&#8221;</a><br />
<a href="http://anonymouse.org/cgi-bin/anon-www_de.cgi/http://kkkstudios.blogspot.com/2011/02/blog-post_20.html" target="_blank">&#8220;Nazi oder nicht? Tschüss, Merkel!&#8221;</a><br />
<a href="http://anonymouse.org/cgi-bin/anon-www_de.cgi/http://www.fimes.gr/2011/06/germanoi-ellinika-antipoina/" target="_blank">&#8220;Nazi &#8211; Nazi – Merkel &#8211; Sarkozy&#8221;</a><br />
<a href="http://anonymouse.org/cgi-bin/anon-www_de.cgi/http://www.pame.gr/politiki/politikes/merkel-xitler-nazi.html#.To74Q0_BEQk" target="_blank">&#8220;Von Hitler zu Merkel&#8221;</a><br />
<a href="http://anonymouse.org/cgi-bin/anon-www_de.cgi/http://www.pame.gr/politiki/politikes/merkel-xitler-nazi.html#.To74Q0_BEQk" target="_blank">&#8220;Merkel, die Nazis und Griechenland&#8221;</a><br />
<a href="http://anonymouse.org/cgi-bin/anon-www_de.cgi/http://vasosftohopoullos.wordpress.com/2011/01/11/%CE%B5%CE%BE%CF%89-%CE%B7-%CE%BC%CE%B5%CF%81%CE%BA%CE%B5%CE%BB-2/" target="_blank">&#8220;Merkel raus! Neonazis raus!&#8221;</a><br />
<a href="http://youtu.be/QF0-LdEioJc" target="_blank">&#8220;Heil Merkel!&#8221;</a> (Video, Deutsch mit gr. Unteriteln)</p>
<br /><ol class="footnotes"><li id="footnote-1-11979">Thilo Sarrazin: Deutschland schafft sich ab, München 2010, 321.  <a href="#footnote-link-1-11979">⇧</a></li></ol>]]></content:encoded>
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		<title>Theater</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Jul 2011 15:34:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefanie Galla</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Terrorismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Frank-Patrick Steckel, ehemaliger Intendant des Bochumer Schauspielhauses, empörte sich in einem offenen Brief an die Bochumer Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz, dass Ackermann  eine „stockreaktionäre hochverderbliche Person“ sei, die er als Intendant nie auf die Bochumer Bühne gelassen hätte und auch nicht den „ebenfalls mehr als zweifelhaften Herrn Stoiber“. 
Hintergrund von Steckels Äußerungen ist eine von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Frank-Patrick Steckel, ehemaliger Intendant des Bochumer Schauspielhauses, <a href="http://www.derwesten.de/staedte/bochum/Ackermann-sagt-seine-Teilnahme-am-Treff-im-Schauspielhaus-ab-id4916868.html">empörte sich in einem offenen Brief</a> an die Bochumer Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz, dass Ackermann  eine „stockreaktionäre hochverderbliche Person“ sei, die er als Intendant nie auf die Bochumer Bühne gelassen hätte und auch nicht den „ebenfalls mehr als zweifelhaften Herrn Stoiber“. </p>
<p>Hintergrund von Steckels Äußerungen ist eine von „<a href="http://www.herausforderungzukunft.de/">Herausforderung Zukunft</a>“ geplante Veranstaltung, auf der Dr. Josef Ackermann und Dr. Edmund Stoiber miteinander über die internationalen Finanzmärkte <a href="http://www.herausforderungzukunft.de/Aktuelles/aktuelles.html">diskutieren wollten</a>.  </p>
<p>Steckel hatte zudem das Bochumer Schauspielensemble aufgefordert, „mit einem klaren Votum gegen diesen Auftritt zu protestieren“ und stieß damit auf Resonanz. Aufgrund der <a href="http://www.dielinke-bochum.de/nc/presse/detail/zurueck/aktuell-c93979bf27/artikel/josef-ackermann-in-bochum-offener-brief-an-otillie-scholz-und-townsend/">Reaktionen</a> sagte Ackermann seinen <a href="http://nachrichten.rp-online.de/wirtschaft/deutsche-bank-chef-sagt-vortrag-in-bochum-ab-1.1345556">Auftritt ab</a>.  </p>
<p>Wurde Ackermann auch in Anders B. Breivik Manifest zitiert? Nein, er ist schuldig, weil er der scheidende Vorstandsvorsitzende der erfolgreichsten deutschen Bank ist. Es ist sein Vergehen, dass er höchst erfolgreich einen Job ausübte, der für Kapitalismus steht. Dies reicht bestimmten Gruppen, um ihm sein Menschen- und Bürgerrecht auf freie und öffentliche Meinungsäußerung und  den Gästen der Veranstaltung das Recht auf freie Informationsbeschaffung abzusprechen. </p>
<p>Es scheint so durchsichtig, dass es diesen Protestlern darum geht, unliebsame Auffassungen zu unterbinden. Man sollte annehmen, diese stehen am Rande der Gesellschaft ob ihres totalitären Verhaltens. Ein Blick in die Zeitungen ergibt leider, dem ist nicht so. Das Untersagen von Meinungen ist anscheinend ein legitimes politisches Mittel geworden. </p>
<p>Henryk M. Broder und Co sollen sich nämlich auch nicht mehr äußern dürfen bzw. nur noch eingeschränkt. Deren Vergehen ist es, für eine freiheitliche Gesellschaft zu stehen, in der jeder sagen darf, was er denkt, ohne danach um sein Leben oder auch nur seine Gesundheit fürchten zu müssen; für eine Gesellschaft, in der Frauen nicht aus pseudoreligiösen Gründen ihre Menschenrechte verwehrt werden und man sie nicht daran hindert, ein Leben zu führen, wie sie es sich wünschen, in der Männer offen andere Männer lieben dürfen, ohne damit rechnen zu müssen, deshalb an einem Baukran erhängt zu werden, in der Kinder sich frei entwickeln können und nicht durch pseudoreligiöse Zwänge an ihrer Entfaltung gehindert werden, in der die Menschen unterschiedlichster Kulturen und Religionen friedlich miteinander leben und von einander lernen und Moslems so viele Moscheen bauen können, wie sie wollen, mit so hohen Minaretten, wie sie wünschen. </p>
<p>All das hasst Breivik so sehr, dass er 76 Menschen kaltblütig ermordete. Dennoch wird allen voran Broder nun vorgeworfen, er sei als geistiger Brandstifter für diese Tat mitverantwortlich. Das ist ebenso durchsichtig wie die Sache mit Ackermann. Es geht nicht um die Freiheit der Menschen, es geht darum, dem politischen Gegner die Meinung zu verbieten. Es geht auch nicht um Muslime, denn diese wollen mehrheitlich auch eine freiheitliche Demokratie hier und nicht ein totalitäres islamistisches Regime. Und eben der Islamismus ist es, den Broder angreift; die totalitäre politische Ideologie. Das sollen Broder und Co nun unterlassen und ihre Texte unter Rücksicht auf Rechtspopulisten verfassen. Breivik wird sich ob dieser Reaktionen ins Fäustchen lachen. </p>
<p>Ich hoffe, Broder und Co machen jetzt nicht den Ackermann, der sich ein solches „<a href="http://nachrichten.rp-online.de/wirtschaft/deutsche-bank-chef-sagt-vortrag-in-bochum-ab-1.1345556">Theater</a>“ nicht antuen will, sondern bleiben weiter engagiert und streitbar.  </p>
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		<title>Freundlichkeiten</title>
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		<pubDate>Sun, 24 Jul 2011 09:30:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Eggert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bürgerliche Werte]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>

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		<description><![CDATA[Morgenpostkolumne 24. Juli 2011
Ich schaue heute in den Bergen aus dem Fenster und sehe, dass das Wetter sich ausgesprochen, nass, stürmisch und unfreundlich präsentiert. Ganz gleich ob Unfreundlichkeit von der Natur oder von Menschen kommt, sie legt sich auf die eigene Stimmung und Laune und macht selber unwirsch und unfreundlich.  Deswegen ist es vielleicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Morgenpostkolumne 24. Juli 2011</em></p>
<p>Ich schaue heute in den Bergen aus dem Fenster und sehe, dass das Wetter sich ausgesprochen, nass, stürmisch und unfreundlich präsentiert. Ganz gleich ob Unfreundlichkeit von der Natur oder von Menschen kommt, sie legt sich auf die eigene Stimmung und Laune und macht selber unwirsch und unfreundlich.  Deswegen ist es vielleicht immer ganz gut, dann an erfahrene Freundlichkeiten zu denken, um dieser Stimmung zu entgehen.</p>
<p>Also: Als ich in dieser Woche auf dem Parkplatz vor dem Bahnhof DD-Neustadt fuhr fiel er mir ein älterer bärtiger Mann auf, der auffällig jedes Auto ,das gerade den Parkplatz befuhr, musterte.  Ich bin zwar kein misstrauischer Mensch, aber so etwas registriere ich sofort.  Besonders in den Zeiten des angesagten Autoklaus.  Als ich eingeparkt hatte, kam er sofort zu mir und sprach mich an.</p>
<p>Aber er wollte nicht mein Auto kaufen und auch keine Lederjacken verkaufen.  Ich war völlig überrascht weil er mir nur sagen wollte, ich brauche mir kein Parkschein kaufen, weil seiner noch für 3 Stunden gelte, er aber jetzt schon wieder abfahren wollte.  Ich brauche ihn auch nicht zu bezahlen, den wolle er mir schenken.  Lächelnd bedankte ich mich, musste aber dieses freundliche Angebot ablehnen, weil ich nur ganz kurz parken musste.  Er ließ sich nicht entmutigen, wartete noch eine Weile und ging dann auf eine junge Frau zu, die sich gerade am Parkautomaten einen Schein kaufen wollte.</p>
<p>Der Parkschein wechselte den Besitzer, beide lächelten und so hatten beide Glück.  Wir winkten uns zu und ich fuhr gut gelaunt weiter.  Erstaunlich, was so ein bisschen Freundlichkeit im Alltag ausmacht, aber noch erstaunlicher, dass wir manchmal selbst darauf verzichten.  Ich meine jetzt nicht die Dauergrinser, die mich manchmal auch nerven.  Denn in manchen Berufen gehört Lachen zum Handwerk: Besonders von Stewardessen, Verkäufern und Mitarbeitern von Call-Centern wird aus Rücksicht auf Kunden das Vortäuschen von Freundlichkeit verlangt. Verkaufsfördernd!  Dabei kann Freundlichkeit ohne Ehrlichkeit oft das Gegenteil erreichen und Dauergrinsen krank machen.</p>
<p>Denn Freundlichkeit ist auch immer eine Würdigung und das Ernstnehmen des Anderen.  Das war die Begründung, die in der letzten Woche vom Verteidigungsminister Thomas de Maiziere kam, als ich ihn fragte, warum sein erster Weg in jedem Ministerium immer erst in die Poststelle führte. Er wollte damit jedes Mal ein freundliches Zeichen setzen, dass er alle Mitarbeiter – unabhängig vom Rang und von der Gehaltstufe &#8211; ernst- und wahrnehme. Da das Ganze dann gleichzeitig eine freundlich ausgelöste Arbeitsmotivation ist, ist es doch erstaunlich, dass Führungskräfte so oft auf diese &#8211; eigentlich selbstverständlichen &#8211; Freundlichkeiten verzichten.</p>
<p>Doch bevor wir uns jetzt darüber unfreundlich ereifern, sollte jeder von uns seine eigne Unfreundlichkeit vor der Tür selber wegkehren.  Denn wer eine freundliche Welt will, muss auch etwas dafür tun.</p>
<p>Oder?</p>
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		<title>Mitverantwortung</title>
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		<pubDate>Sat, 21 May 2011 08:08:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefanie Galla</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Union]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>
		<category><![CDATA[Naher Osten]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Westen]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Bundesregierung sei bereit, für die Sicherheit Israels Mitverantwortung zu übernehmen, erklärte am Freitag Regierungssprecher Steffen Seibert. Wie diese Mitverantwortung der Regierung aussehen soll, war auch zu erfahren:  „Sie ist bereit, das zu tun, was sie im Libanon bereits getan hat.“ 
Israel sollte sich also besser nicht auf Deutschland verlassen. Denn die UNIFIL-Mission im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Bundesregierung sei bereit, für die Sicherheit Israels Mitverantwortung zu übernehmen, erklärte am Freitag Regierungssprecher Steffen Seibert. Wie diese Mitverantwortung der Regierung <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/merkel-begruesst-obamas-friedensplaene/4199670.html">aussehen soll</a>, war auch zu erfahren:  „Sie ist bereit, das zu tun, was sie im Libanon bereits getan hat.“ </p>
<p>Israel sollte sich also besser nicht auf Deutschland verlassen. Denn die UNIFIL-Mission im Libanon, an der Deutschland mit der Überwachung der Küste durch die deutsche Marine beteiligt ist, kann man für gescheitert erklären. Auftrag der UN-Soldaten ist u.a. die Entwaffnung der Hisbollah zum Schutze Israels vor weiteren Angriffen. Jedoch hat unter den Augen der Blauhelme eine massive <a href="http://flatworld.welt.de/2011/05/20/europas-nahost-parallelwelt/">Aufrüstung</a> der Hisbollah stattgefunden. </p>
<p>Israel sieht sich aktuell mit einer besonderen Herausforderung konfrontiert. Der Palästinenserpräsident Machmud Abbas will im September einseitig den Staat Palästina in den Grenzen von 1967 ausrufen und dessen Anerkennung in der UN-Generalversammlung beantragen.  Immer mehr Staaten zeigen Unterstützung für dieses Vorhaben – auch in Europa.</p>
<p>Sollte die UN-Vollversammlung im September diesem Anliegen der Palästinenser zustimmen, ist programmiert, dass Israel den Staat Palästina nicht anerkennen wird. Ohne ein verbindliches Abkommen über die Überwachung der Außengrenzen zu den arabischen Staaten und anderer für die Sicherheit Israels unabdingbarer Bedingungen, kann Israel die Souveränität Palästinas nicht akzeptieren. Gebe Israel die Überwachung der Außengrenzen auf, könnte es sich nicht mehr vor Terroranschlägen und Waffenschmuggel schützen. Hamas, die nach wie vor zum Ziel hat, den Staat Israel zu vernichten, könnte sich ungehindert bewaffnen. Fraglich ist bereits, inwieweit sich Israel auf Fatah nach deren Zusammenschluss mit Hamas noch stützen kann; wurde doch jüngst aus deren Parteiführung geäußert, dass Fatah und Hamas die <a href="http://www.israelnationalnews.com/News/Flash.aspx/210387">gleichen Ziele verfolgen</a>.</p>
<p>US-Präsident Barack Obama hat deshalb den Plänen Abbas zur einseitigen Ausrufung eines palästinensischen Staates am Donnerstag eine <a href="http://af.reuters.com/article/tunisiaNews/idAFN1918956020110519?pageNumber=2&#038;virtualBrandChannel=0">deutliche Absage </a>erteilt. Ferner erklärte er, dass Bedingung für einen souveränen Staat Palästina dessen <a href="http://af.reuters.com/article/tunisiaNews/idAFN1918956020110519?pageNumber=2&#038;virtualBrandChannel=0">Entmilitarisierung</a> sei. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte Abbas während seines Berlin Besuchs Anfang Mai, dass eine Zwei-Staaten-Lösung nur <a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/union-will-uebergangsregierung-der-palaestinenser-chance-geben/4139888.html">über Verhandlungen </a>erreicht werden könne und stellte auch am Freitag noch einmal fest, dass „eine<a href="http://www.bundesregierung.de/nn_1264/Content/DE/Artikel/2011/05/2011-05-20-rede-obama.html"> einseitige Anerkennung </a>eines palästinensischen Staates“ den  Nahost-Friedensprozess nicht wirklich voran brächte.</p>
<p>Die Bereitschaft zur Übernahme von Mitverantwortung für die Sicherheit Israels kann die Bundesregierung schon jetzt zeigen, indem sie eindringlich bei ihren europäischen Partnern und darüber hinaus dafür wirbt, dass einer einseitigen Staatsausrufung die Zustimmung zu verweigern ist.  Dass sich die deutsche Regierung hier nicht nur deutlich positioniert,  sondern ihren Einfluss geltend macht, um zu verhindern, dass einer Aufnahme Palästinas in die Vereinten Nationen ohne Friedensvertrag zugestimmt wird. </p>
<p>Es geht hier nicht um Parteinahme für Israel zulasten der Palästinenser, sondern  darum, ein Unterfangen zu verhindern, dass die Sicherheit des Staates Israel gefährdet, ohne einem dauerhaften Frieden hierbei auch nur einen Schritt näher zu kommen. Man würde Israel in die Situation treiben, dass es die Rechte eines souveränen Staates verletzen muss, um die eigene Sicherheit gewährleisten zu können.  Das löst keine Konflikte, sondern schafft nur weitere. </p>
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		<title>Zeichensetzung</title>
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		<pubDate>Sun, 01 May 2011 09:30:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz Eggert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bürgerliche Werte]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Indien]]></category>
		<category><![CDATA[Lebenswelten]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen & Mächte]]></category>
		<category><![CDATA[Postkommunismus]]></category>
		<category><![CDATA[Religion & Moderne]]></category>
		<category><![CDATA[DDR]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Solidarität]]></category>

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		<description><![CDATA[Morgenpostkolumne, 1.Mai 2011
Als ich ein noch junger Pfarrer in Oybin war, sagte mir nach einer Beerdigung eine alte Frau: „Wissen Sie Herr Pfarrer, je älter ich werde, umso mehr Freunde habe ich auf dem Friedhof und umso weniger im Leben.“ Dieser Satz ist mir in letzter Zeit in seiner tragischen Wahrheit sehr nah. Obwohl, das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Morgenpostkolumne, 1.Mai 2011</p>
<p>Als ich ein noch junger Pfarrer in Oybin war, sagte mir nach einer Beerdigung eine alte Frau: „Wissen Sie Herr Pfarrer, je älter ich werde, umso mehr Freunde habe ich auf dem Friedhof und umso weniger im Leben.“ Dieser Satz ist mir in letzter Zeit in seiner tragischen Wahrheit sehr nah. Obwohl, das Verhältnis bis jetzt &#8211; Gott sei Dank &#8211; noch umgekehrt ist.</p>
<p>Letzte Woche haben wir wieder einen Freund auf dem Oybiner Bergfriedhof zur letzten Ruhe betten müssen. Zu DDR-Zeiten durfte er zur See fahren, obwohl er in der Kirche war und sich weigerte in die SED einzutreten. Das hat er immer als ein Privileg gesehen, weil er wusste, dass diese Blickerweiterung in die Welt sonst jedem DDR-Bürger versagt war, obwohl es jedem gut getan hätte. Denn er erzählte nicht nur von tollen Landschaften und vom Reichtum des Westens, sondern auch vom Hunger und Elend, das er in anderen Ländern gesehen hatte.</p>
<p>Er war überzeugt davon, dass die DDR-Bürger viel zufriedener wären, wenn der Staat ihnen nicht genau dieses Sehen vorenthalten würde. So nahm er Schuhe, die wir in Kirchgemeinden gesammelt hatten, mit nach Indien, um sie dort weiterzugeben. Die wenigen Möglichkeiten des konkreten Helfens mussten ausgeschöpft werden, auch wenn man dafür Schwierigkeiten in Kauf nehmen musste. Für ihn war die Frage nach Gott immer mit der Frage nach der Gerechtigkeit menschlichen Lebens verbunden und nach dem eigenen persönlichen Einsatz dafür. Unabhängig von dem System, in dem man lebt. Die Frage des gerechten Ausgleichs zwischen den reichen und den armen Ländern beschäftigte ihn immer mehr.</p>
<p>Vor ein paar Jahren, erklärte er mir, dass aus der Kirche austreten werde, weil die Kirche in dieser Zeit viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt sei, statt sich um ausgleichende Gerechtigkeit zu kümmern. Lange sprachen wir darüber. Zum Schluss des Gesprächs konnte und wollte ich ihn auch nicht mehr umstimmen. Es war sein Entschluss, seine Sichtweise und Gott hatte er ohnehin auf seiner Seite.</p>
<p>Vor ein paar Wochen noch sprachen wir über den Dresdner Kirchentag. Er hatte von den staatlichen Zuschüssen gelesen und dass dieser Kirchentag mindestens 20 Millionen Euro kosten würde. Klar, dass ihn das aufregte, angesichts der Weltkatastrophen in den ersten Monaten 2011. Kirche hat immer nur eine Möglichkeit wahrhaftig zu bleiben, wenn sie mehr für andere als für sich selbst tut. Wenn sie die Millionen, die dieser Kirchentag kosten wird, für andere frei gegeben hätte, hätte sie trotzdem nichts entbehrt, aber im Geben viel gewonnen.</p>
<p>Zum Beispiel  an verloren gegangener Glaubhaftigkeit. Oder?</p>
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		<title>Erinnerungskultur</title>
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		<pubDate>Sun, 17 Apr 2011 11:32:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefanie Galla</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich weiß nicht, ob ich 1000 Male oder noch öfter diesen Weg genommen habe.  Auch kann ich nicht erinnern, ob diese Steine bereits da waren, als ich das erste Mal dort entlang ging oder ob sie erst später eingebaut wurden. Denn ich bemerkte sie erst gestern. Es blitzte mich etwas an, reflektierte die Sonne [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich weiß nicht, ob ich 1000 Male oder noch öfter diesen Weg genommen habe.  Auch kann ich nicht erinnern, ob diese Steine bereits da waren, als ich das erste Mal dort entlang ging oder ob sie erst später eingebaut wurden. Denn ich bemerkte sie erst gestern. Es blitzte mich etwas an, reflektierte die Sonne und ich guckte nach, was es ist.</p>
<p>Es waren drei der sogenannten <a href="http://www.stolpersteine.com/">Stolpersteine</a> zur Erinnerung an Opfer des Nazi-Deutschlands. Es war das erste Mal, dass ich überhaupt einen solchen Stein sah. Etwas entfernt von den Steinen stellte ich mich hin und wartete. Viele Passanten gibt es hier nicht. Aber drei Personen wollte ich abwarten, um sie dabei zu beobachten, wie sie auf die Stolpersteine reagieren. Keiner schaute auf den Bürgersteig und zwei von den dreien traten auf die Steine, ohne es zu bemerken. Um die Steine herum ist Dreck und fallen gelassenes Papier.</p>
<p>Am späten Nachmittag war ich wieder unterwegs. Ich ging einen Bürgersteig entlang, den ich ebenfalls bestimmt schon an die 1000 Male passiert habe. Vor mir sah ich wieder einen Stolperstein. Vermutlich bemerkte ich ihn deshalb, weil ich nun sensibilisiert für diese Stolpersteine bin. Ich war in Begleitung eines Chinesen, der seit zwei Wochen in Deutschland lebt. Dieser fragte mich, was ich dort auf dem Boden anschaue. Ich erklärte, diese Steine sollen an die einzelnen Opfer unter den Nazis erinnern, indem man ihren Namen, ihr Geburtsdatum etc. dort eingraviert hat. Er fragte sehr freundlich nach, ohne sein Unbehagen verbergen zu können, Erinnerung, indem man über die Namen läuft? Und fügte dann sehr zögerlich an, mit den Schuhen.</p>
<p>Während wir neben dem Stein standen und ihn anguckten, kamen zwei Frauen. Die eine trat direkt auf den Stein. Dies obwohl wir unmittelbar vor dem Stein standen und ihn anstarrten. Ich sprach die Dame an und fragte, ob sie bemerkt habe, dass sie gerade auf einen Stolperstein getreten sei. Sichtlich betroffen sagte sie, nein. Ich erzählte dann, dass ich heute zum ersten Mal einen dieser Stolpersteine wahrgenommen habe und vermutlich vorher zig Male ebenfalls auf welche getreten sei. Sie sagte, die Stadt sei voll davon, insbesondere in dem Viertel, in dem wir gerade waren. Da vorne an der Ecke habe sie solche Steine kürzlich entdeckt. Sie würde nun darauf achten, dort auf die Erde zu schauen, dass sie nicht drauf latscht. Sie möchte gar nicht wissen, auf wie viele Steine sie schon getreten sei, ohne es zu bemerken.</p>
<p>Mit den Füßen auf dem Schicksal von Menschen rumtrampeln. Mit den Füßen auf den Namen rumtreten; wie auf die Abfallpapiere, die auch hier neben dem Stolperstein lagen. Das war die Assoziation, die ich hatte. Erinnerungskultur, dass man nun auf die Namen der Opfer tritt? Darauf rumtrampelt ohne überhaupt zu registrieren, dass man den Fuß auf einen personalisierten Erinnerungsstein setzt.</p>
<p>Ich hatte ursprünglich vor, hier Photos von den beiden Stellen mit den drei und dem einen Stolperstein einzustellen. Aufnahmen um zu zeigen, wie der Müll und Dreck neben den Stolpersteinen liegt und wie zerkratzt diese sind von den groben Tritten der Menschen. Ich empfinde diesen Umgang als entwürdigend und möchte daher den hinter den Namen stehenden Menschen ersparen, dass ihre Stolpersteine als Anschauungsmaterial dienen müssen, wie die Menschen über sie hinweg laufen, ohne sie und ihr tragisches Schicksal wahrzunehmen.</p>
<p>Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Mit Kultur hat diese Form der Erinnerung für mich nichts zu tun.</p>
<p>Diesen Post widme ich Else Elbert, Liselotte Elbert, Bernhard Elbert und Jakob Wolff Semmel.</p>
<p>_____</p>
<p>Update: Ich wurde eben darauf hingewiesen, dass die Patenschaft für einen Stein <a href="http://www.stolpersteine.com/technik.html">95,- Euro</a> zuzüglich eventueller weiterer Kosten beträgt &#8211; zu zahlen an den &#8220;Erfinder&#8221;. Falls ein Leser abschätzen kann, wie hoch die Materialkosten etc. für einen solchen Stolperstein sind und wie lange man ungefähr an der Fertigung sitzt, würde ich mich sehr über eine kurze Info freuen.</p>
<p>Update2: Die Materialkosten liegen wohl unter 10,-Euro.</p>
<p>Update3: Diese Stolpersteine dienen, wie man mir mitteilte, z.B. Schulklassen dazu, Spaziergänge zu unternehmen, anhand derer die Kinder erleben sollen, wie Mitmenschen aus dem Leben hier gerissen wurden. Diese Spaziergänge würden es ermöglichen, dass den Kindern sehr anschaulich wird und es nicht reine Theorie bleibt, was die Verfolgung durch die Nazis bedeutete. Ferner schrieb mir eine Dame, dass sie persönlich durch diese Stolpersteine eine lebendige Erinnerung an die Opfer empfinden würde, weil ihr einfach immer wieder bewusst würde in ihrem täglichen Leben, wer mal in den Häusern gewohnt habe. </p>
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		<title>Was &#8220;Die Welt&#8221; von Angela Merkel unterscheidet</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Apr 2011 15:32:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefanie Galla</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[In der heutigen Jubiläumsausgabe der Welt gratuliert zum 65. Geburtstag unsere Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende Angela Merkel. Sie hofft,
dass sich dabei die Erdachse ihrer Überzeugungen und journalistischen Werte nicht verschiebt.
Zutreffend stellt sie hiermit fest, dass die Welt ihren Prinzipien wie Solidarität mit Israel, Verteidigung von Freiheit und Menschenrechten, Bekenntnis zur freien Marktwirtschaft treu geblieben ist. Diese [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der heutigen Jubiläumsausgabe <em>der Welt</em> gratuliert zum 65. Geburtstag unsere Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende Angela Merkel. Sie <a href="http://www.welt.de/debatte/article13043142/Die-Welt-gehoert-denen-die-neu-denken.html" target="_blank">hofft</a>,</p>
<blockquote><p>dass sich dabei die Erdachse ihrer Überzeugungen und journalistischen Werte nicht verschiebt.</p></blockquote>
<p>Zutreffend stellt sie hiermit fest, dass <em>die Welt</em> ihren Prinzipien wie Solidarität mit Israel, Verteidigung von Freiheit und Menschenrechten, Bekenntnis zur freien Marktwirtschaft treu geblieben ist. Diese Punkte waren für Axel Springer nicht verhandelbar. Gewalttätige Angriffe und sogar ein Bombenanschlag gegen sein Verlagshaus sowie Anfeindungen und Bedrohungen gegen seine Person selbst hielten ihn nicht davon ab, sich unerschrocken weiter einzumischen als Person, aber auch mit seinem Verlagsimperium.</p>
<p>Die deutsche Gesellschaft hat sich gewandelt und mit ihr auch <em>die Welt</em>. Aber die Überzeugungen Axel Springers gelten bis heute bei <em>der Welt</em> und sind nicht einer Beliebigkeit wegen aufgegeben worden.</p>
<p>Es verwundert daher, dass ausgerechnet Angela Merkel hofft, dass dies auch künftig so bleibe. Sie als Vorsitzende der CDU hätte die Chance gehabt, Inhalte der CDU als unverrückbar zu erklären. Stattdessen machte sie das Gegenteil; nicht von Anbeginn an. Aber seit 2005 hat sie nach und nach immer mehr Kernpunkte der CDU unter der Fahne Modernisierung oder weil es &#8220;alternativlos&#8221; sei, aufgehoben.</p>
<p>Es wäre spannend gewesen zu lesen, was Axel Springer zur Auflösung der transatlantischen Bündnistreue, zum Euro-Stabilitätspakt, zur Ablehnung der Atomkraft über Nacht etc. gesagt hätte. Ich vermute, er hätte Angela Merkel ihren Wunsch zum 65. Geburtstag <em>der Welt</em>, dass diese ihre Werte nicht verschieben solle, um die Ohren gehauen.</p>
<p>Ich gratuliere <em>der Welt</em> zu ihrem 65jährigen Bestehen!</p>
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