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	<title>TRANSATLANTIC FORUM &#187; Fethullah Gülen</title>
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	<description>Liberty and Democracy in East and West.</description>
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		<title>Eine Absetzbewegung</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Jun 2010 18:44:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Riexinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Extremismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Unterstützung der Gaza Flotilla durch die türkische Regierung wird mit Erdoğans neoosmanischen Großmachambitionen in Verbindung gebracht. Umso interessanter ist, dass sich eine der profiliertesten Persönlichkeiten des islamischen Lagers gerade jetzt von ihm absetzt.
Der in Amerika lebende Prediger Fethullah Gülen äußerte gegenüber dem &#8220;Wall Street Journal&#8221;:

&#8220;What I saw was not pretty,&#8221; he said. &#8220;It was [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Unterstützung der Gaza Flotilla durch die türkische Regierung wird mit Erdoğans neoosmanischen Großmachambitionen in Verbindung gebracht. Umso interessanter ist, dass sich eine der profiliertesten Persönlichkeiten des islamischen Lagers gerade jetzt von ihm absetzt.</p>
<p>Der in Amerika lebende Prediger Fethullah Gülen <a href="http://online.wsj.com/article/SB10001424052748704025304575284721280274694.html">äußerte</a> gegenüber dem &#8220;Wall Street Journal&#8221;:</p>
<blockquote><p>
&#8220;What I saw was not pretty,&#8221; he said. &#8220;It was ugly.&#8221;<br />
Mr. Gülen said organizers&#8217; failure to seek accord with Israel before attempting to deliver aid &#8220;is a sign of defying authority, and will not lead to fruitful matters.&#8221;<br />
&#8230;<br />
Mr. Gülen said he had only recently heard of IHH, the Istanbul-based Islamic charity active in more than 100 countries that was a lead flotilla organizer. &#8220;It is not easy to say if they are politicized or not,&#8221; he said. He said that when a charity organization linked with his movement wanted to help Gazans, he insisted they get Israel&#8217;s permission. He added that assigning blame in the matter is best left to the United Nations.</p></blockquote>
<p>Das mag nicht besonders spektakulär klingen, in Anbetracht der Tatsache, dass antiisraelische Ressentiments in religiösen Lager besonders stark verbreitet sind, sind diese Worte jedoch als Fundamentalansage an das Vorgehen der &#8220;Aktivisten&#8221; zu betrachten. So wurde es in der Türkei auch aufgenommen, alldieweil Gülen, der den Aufstieg der AKP zunächst unterschätzt hatte, Erdoğan bei den letzten Wahlen unterstützte. Während säkulare Zeitungen sachlich <a href="http://www.radikal.com.tr/Radikal.aspx?aType=RadikalDetay&#038;ArticleID=1000668&#038;Date=04.06.2010&#038;CategoryID=77">berichteten</a>, ließ Bülent Yıldırım, der Chef der İHH, in Erdoğans Hausblatt &#8220;Yeni Şafak&#8221; <a href="http://yenisafak.com.tr/Gundem/?t=04.06.2010&#038;i=261075">verkünden</a> &#8220;Gott gebe, dass das nicht wahr sei.&#8221; Aber auch seine eigenen Sprecher stellte Gülen vor eine schwierige Aufgabe. Abdülhamit Bilici <a href="http://zaman.com.tr/haber.do?haberno=991822&#038;title=gulenden-sehitlere-taziye-yonteme-elestiri">betont</a> in der Gülen-Zeitung &#8220;Zaman&#8221;, dass der &#8220;Lehrer&#8221; (<em>hocaefendi</em>), die Leitung kritisiere, den Märtyrern aber sein Beileid bekunde (<i>Gülen&#8217;den şehitlere taziye, yönteme eleştiri</i>). Dabei bedient er sich eines Vokabulars, auf das Gülen selbst offensichtlich verzichtet: Freiluftgefängnis (<i>açık hapishane Gazze&#8217;ye</i>).</p>
<p>Was das zu bedeuten hat, bleibt abzuwarten. Der Stern der AKP sinkt ohnehin. Die Wirtschaft dümpelt, und nachdem der unsägliche Deniz Baykal als Chef der Republikanischen Volkspartei (CHP) zurücktreten musste, weil er <a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/tuerkischer-oppositionschef-stolpert-ueber-sex-affaere/1820408.html">den Berlusconi gemacht hat</a>, gibt es wieder eine <a href="http://www.cnnturk.com/2010/turkiye/05/29/sonar.anketi.chp.32.48.ile.ak.partiyi.gecti/578170.0/index.html">für viele Türken wählbare</a> säkulare Alternative, denn sein Nachfolger Kılıçdaroğlu versucht nicht mehr die AKP an Paranoia zu überbieten. Mit der Unterstützung der Aktivisten wollte Erdoğan wohl nicht zuletzt einen Befreiungsschlag vorlegen. Sehr sicher scheint er sich ohnehin nicht zu sein, denn Google wurde heute <a href="http://www.arlesheimreloaded.ch/article/tuerkei-google-zensur">gesperrt</a>. Hat Gülen, der außer beim Aufstieg der AKP, fast immer ein sicheres Gefühl dafür bewiesen hat, wer politisch eine Zukunft hat, Erdoğan nun aufgegeben?</p>
<p>Die säkularistischen Zeitungen wird durchaus auf die Gewaltbereitschaft der Aktivisten hingewisen, wie Doris Akrap in der TAZ <a href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=tz&#038;dig=2010%2F06%2F04%2Fa0126&#038;cHash=a1593226e9">zeigt</a>.<br />
_____________<br />
Update 6.6.2010</p>
<p>Dass sich Gülen von Erdoğan absetzen will,<a href="http://cumhuriyet.com.tr/?hn=146476&#038;kw=%27Cemaat+ve+G%FClen+aras%FDnda+%E7atlak+m%FD+var%3F%27">vermutet auch</a> die erzkemalistische &#8220;Cumhuriyet&#8221;.</p>
<p><a class="a2a_dd addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save"><img src="http://www.transatlantic-forum.org/blog/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share/Bookmark"/></a> </p>]]></content:encoded>
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		<title>Flämischer Kopftuchstreit</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Sep 2009 18:00:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Riexinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Benelux]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Regierung der Flämischsprachigen Gemeinschaft hat das Tragen von Kopftüchern in den ihr unterstehenden öffentlichen Schulen gesetzlich verboten. Viele Schulen hatten bereits in Eigenregie entsprechende Verbote angeordnet. Nachdem eine Schülerin dagegen geklagt hatte, erklärte der Staatsrat soche Regelungen auf der Ebene der einzelnen Schulen jedoch für unzulässig erklärt, weil sie gegen das Gebot zur Gleichbehandlung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Regierung der Flämischsprachigen Gemeinschaft hat das Tragen von Kopftüchern in den ihr unterstehenden öffentlichen Schulen gesetzlich <a href="http://www.deredactie.be/cm/vrtnieuws.deutsch/nachrichten/090911_Kopftuchverbot%2BGemeinschaft">verboten</a>. Viele Schulen hatten bereits in Eigenregie entsprechende Verbote angeordnet. Nachdem eine Schülerin dagegen geklagt hatte, erklärte der Staatsrat soche Regelungen auf der Ebene der einzelnen Schulen jedoch für <a href="http://www.deredactie.be/cm/vrtnieuws.deutsch/nachrichten/090909_Kopftuch">unzulässig erklärt</a>, weil sie gegen das Gebot zur Gleichbehandlung verstoßen. Allerdings ist das Gesetz umstritten, da es in § 24 der Verfassung heißt, dass jeder das Recht auf Bildung habe, unter Anerkennung der Grundrechte und Freiheiten. Die Frage sei, ob das Tragen des Kopftuchs ein Grundrecht sei, <a href="http://www.standaard.be/Artikel/Detail.aspx?artikelId=T02F48FE">meint</a> der Jurist Jan De Groof. Dies sei zwar nach internationaler Rechtsauffassung der Fall, was aber nicht heißen müsse, dass belgische Richter dies ebenso sehen. Dieser Einwand aus dem Juristen verwundert etwas, da der Europäische Gerichtshof offenkundig <a href="http://www.echr.coe.int/eng/press/2005/Nov/GrandChamberJudgmentLeylaSahinvTurkey101105.htm">anderer Auffassung</a> ist. Die Regelung gilt nicht für das in Belgien starke katholische Schulwesen. Der flämische katholische Schulverband <a href="http://www.standaard.be/Artikel/Detail.aspx?artikelId=DMF20090911_110">möchte</a> die Entscheidung weiterhin den Schulen überlasssen. An der Mehrheit der katholischen Schulen gilt allerdings ein Kopftuchverbot.</p>
<p>An der letzten Schule in Antwerpen, die ein Kopftuchverbot erlassen hatte, war es letzte Woche zu <a href="http://www.deredactie.be/cm/vrtnieuws.deutsch/nachrichten/090907_hoboken%2Bprotest">Vandalismus</a> gekommen. Die Schulleitung sah sich nach eigenen Angaben genötigt, dass Verbot zu erlassen, weil Mädchen ohne Kopftuch und Lehrerinnen drangsaliert worden seien. Zur Eskalation hat offenbar der marokkanische Imam Taouil beigetragen. Er <a href="http://www.deredactie.be/cm/vrtnieuws/binnenland/1.595757">fordert nun</a> wie auch die <a href="http://www.standaard.be/Artikel/Detail.aspx?artikelId=DMF11092009_069">Arabisch Europäische Liga</a> in Antwerpen, die Einrichtung muslimischer Schulen. Der Streit hat allerdings auch zu Streit unter den Muslimen geführt. Selahattin Koçak, eine Gemeinderat türkischer Herkunft <a href="http://www.deredactie.be/cm/vrtnieuws/verkiezingen09/2.5323/090912_smet_islamschool">wirft</a> Taouil vor, durch seine Provokationen das Verbot erst herbeigeführt zu haben. Obwohl er nur Vorbeter sei, spiele er sich als Sprecher der Muslime auf.<br />
_______________________<br />
Nachträge 17.09.2009</p>
<p>Der sozialistische Bildungsminister Smet hat sich in dieser Frage lange zurückgehalten, weil auch er verfassungsrechtliche Prrobleme <a href="http://www.standaard.be/Artikel/Detail.aspx?artikelId=DMF20090914_057&#038;word=hoofddoek">sieht</a>. Von den bürgerlichen Partein wurde er hierfür <a href="http://www.standaard.be/Artikel/Detail.aspx?artikelId=9C2F630L&#038;word=hoofddoek">scharf kritisiert</a>. Die Auffassung, das Kopftuchverbot sei verfassungswidrig, <a href="http://www.standaard.be/Artikel/Detail.aspx?artikelId=4U2F84U6&#038;word=hoofddoek">bestreiten</a> zwei der führenden belgischen Verfassungsjuristen.</p>
<p>Naima Chakraoui vom flämischen Minderheitenforum, <a href="http://www.standaard.be/Artikel/Detail.aspx?artikelId=VQ2F7VR5&#038;word=hoofddoek">unterstellt</a> den Medien eine Mitschuld an der Eskalation, da sie Taouil übermäßiges Interesse geschenkt hätten. Dadurch sei in der Öffentlichkeit der Eindruck entstanden, er sei der Wortführer der Muslime, als der er sich selbst gern sieht.</p>
<p>Der Verband marokkanischer Vereine hat derweil <a href="http://www.standaard.be/Artikel/Detail.aspx?artikelId=212F6FTF&#038;word=hoofddoek">beschlossen</a>, seine Pläne zur Gründung eigener Schulen zu forcieren. Türkische Eltern und Unternehmer haben bereits private Schulen <a href="http://www.standaard.be/Artikel/Detail.aspx?artikelId=9C2F63BE&#038;word=hoofddoek">gegründet</a>, an denen das Kopftuch zugelassen ist. An der Schule, von der der verlinkte Artikel berichtet, trägt es allerdings nur ein Viertel der Schülerinnen. Diese Schulen sind gezielt nicht als konfessionelle Schulen gegründet worden, obwohl auf diesem Wege leichter Subventionen hätten erlangt werden können. In der Schule Türkisch zu sprechen ist verboten. Veli Yüksel, christdemokratischer Abgeordneter im flämischen Parlament, <a href="http://www.standaard.be/Artikel/Detail.aspx?artikelId=JF2F2PP1&#038;word=hoofddoek">spricht</a> sich gegen das Kopftuchverbot aus, weil es die Tendenz zur Abschottung der Muslime durch die Gründung eigener Schulen fördert, eine Entwicklung, die alle Parteien <a href="http://www.standaard.be/Artikel/Detail.aspx?artikelId=DMF20090913_007&#038;word=hoofddoek">ablehnen</a>.<br />
_________________<br />
Nachträge 18.09.2009</p>
<p>Die von mir gestrigen Nachtrag erwähnten freien türkischen Schulen (Lucernacolleges) <a href="http://www.klasse.be/leraren/archief.php?id=13513">gehören</a> zum Netzwerk des <a href="http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/tag/fethullah-gulen/">Fethullah Gülen</a>.</p>
<p><a href="http://www.standaard.be/Artikel/Detail.aspx?artikelId=4U2F84U8&#038;word=hoofddoek">Nordine Taouil</a>, der aus Marokko stammende Imam der die Proteste in Antwerpen <a href="http://www.demorgen.be/dm/nl/989/Binnenland/article/detail/903807/2009/06/24/Hevige-discussies-tijdens-overleg-over-Antwerps-hoofddoekenverbod.dhtml">anführt</a>, gibt sich als gemäßigter Muslim und wurde von Politik und Medien auch lange als solcher wahrgenommen. Dem belgischen Inlandsgeheimdienst zufolge salafitischen und wahhabitischen Kreisen nahe. Viuele Muslime halten ihn anscheinend für einen nicht ernstzunehmenden Wichtigtuer, der überall zu finden ist, wo die Medien zugegen sind. Dass diese Vorwürfe bekannt wurden, verhinderte allerdings, dass er in den <a href="http://www.embnet.be/ORCMB/tabid/493/Default.aspx">Exekutivrat</a> der belgischen Muslime gewählt wurde[<a href="#footnote-1-7569" id="footnote-link-1-7569" title="See the footnote.">1</a>] und seiner Frau wurde die Zulassung als Pflegemutter <a href="http://www.standaard.be/Artikel/Detail.aspx?artikelId=HU2F6MI0&#038;word=hoofddoek">entzogen</a>. Allerdings ist mit Blick auf diese Vorwürfe Vorsicht angebracht, da der belgische Geheimdienst für Fehlinformationen <a href="http://www.standaard.be/Artikel/Detail.aspx?artikelId=IA2FA77I&#038;word=hoofddoek">berüchtigt</a> ist. Daran, dass Taouil Kreationist ist, besteht jedoch kein Zweifel (<a href="http://skepp.be/userfiles/fck/creationisme%20pt1.pdf">1</a>, <a href="http://skepp.be/userfiles/fck/creationisme%20pt2.pdf">2</a>).<br />
___________________<br />
Nachtrag 26.9.2009</p>
<p>Der Mouvement Reformateur, die wallonische liberale Partei, <a href="http://www.mr.be/news/2009/09/interculturalisme-ou-multiculturalisme-quel-modele-de-societe-pour-demain-">fordert</a> nun ebenfalls, dass Beamten und Schülern an öffentlichen Schulen das Tragen von Zeichen der Religionszugehörigkeit untersagt werden soll. Sie wenden sich damit gegen den &#8220;angelsächsichen Multikulturalismus&#8221;, weil er aus ihrer Sicht der Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft Vorrang vor der Individualität einräumt.</p>
<p>In Flandern wiederum haben Akademiker, (Ex-)Politiker und Aktivisten von Einwandererorganisationen sich in einem <a href="http://www.standaard.be/Artikel/Detail.aspx?artikelId=5F2FFBI6">offenen Brief</a> gegen das Kopftuchverbot gewandt, weil es zur Radikalisierung beitrage und der flämischen Tradition widerspreche, eine gedeihliche Zusammenarbeit von Staat und Religionsgemeinschaften zu fördern.</p>
<br /><ol class="footnotes"><li id="footnote-1-7569">Neben Österreich ist Belgien das einzige Land in Westeuropa, in dem die islamische Gemeinschaft den Status einer Körperschaft genießt. Anders als <a href="http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2007/1517/modell-oesterreich/">in Österreich</a> sind in diesem Exekutivrat jedoch die muslimischen Verbände vertreten, denen die meisten organisierten Muslime angehören.  <a href="#footnote-link-1-7569">⇧</a></li></ol><p><a class="a2a_dd addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save"><img src="http://www.transatlantic-forum.org/blog/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share/Bookmark"/></a> </p>]]></content:encoded>
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		<title>PKK wird staatstragend</title>
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		<pubDate>Sun, 10 May 2009 09:06:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Riexinger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In einer Serie für die &#8220;Milliyet&#8221; gibt der Journalist Hasan Cemal Gespräche wieder, die er kürzlich im Nordirak mit Murat Karayılan, dem de facto Führer der PKK geführt hat. Im vorgestern veröffentlichten Teil versucht er offensichtlich Kapital daraus zu schlagen, dass die türkische Armee nun eher einen anderen Feind im Visier hat: Indem Fethullah Gülens [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In einer Serie für die &#8220;Milliyet&#8221; gibt der Journalist Hasan Cemal Gespräche wieder, die er kürzlich im Nordirak mit Murat Karayılan, dem <i>de facto</i> Führer der PKK geführt hat. Im <a href="http://www.milliyet.com.tr/Yazar.aspx?aType=YazarDetay&#038;ArticleID=1092198&#038;AuthorID=63&#038;Date=08.05.2009&#038;b=Karayilan:%20Fethullahcilar%20gelecege%20donuk%20bir%20risk&#038;a=Hasan%20Cemal&#038;ver=48">vorgestern veröffentlichten Teil</a> versucht er offensichtlich Kapital daraus zu schlagen, dass die türkische Armee nun eher einen anderen Feind im Visier hat: Indem Fethullah Gülens Anhänger sich als Gegner der PKK ausgeben, versuchen sie den Staatsapparat zu unterwandern. Im Südosten seien sie zwar nur schwach vertreten, aber vor allem in wichtigen Positionen. Würde die PKK zerschlagen, würden sie wohl das Vakuum füllen und der Südosten würde zum Zentrum der Reaktion.</p>
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		<title>Gülen-Anhänger verurteilt</title>
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		<pubDate>Sat, 09 May 2009 11:00:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Riexinger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In Usbekistan wurden elf Anhänger des hier bereits behandelten (1, 2) Fethullah Gülen zu Haftstrafen von sechseinhalb bis acht Jahren verurteilt. Die drei Türken darunter wurden ausgewiesen. Vorgeworfen werden ihnen &#8220;destruktive Aktivitäten&#8221; und &#8220;religiöse Propaganda&#8221;. Die von der Gülen-Bewegung betriebenen Schulen wurden bereits geschlossen.
Die Begleitumstände des Prozesses deuten aber darauf hin, dass Präsident Karimov generell [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Usbekistan wurden elf Anhänger des hier bereits behandelten (<a href="http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2009/3949/kemalisten-fethullah-gulen/">1</a>, <a href="http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2009/4297/medienkrieg-uber-studie/">2</a>) Fethullah Gülen zu Haftstrafen von sechseinhalb bis acht Jahren <a href="http://www.milliyet.com.tr/Dunya/SonDakika.aspx?aType=SonDakika&#038;Kategori=dunya&#038;KategoriID=&#038;ArticleID=1062494&#038;Date=21.02.2009&#038;b=Ozbekistanda%20Fethullahcilara%20ceza%20yagdi&#038;ver=36">verurteilt</a>. Die drei Türken darunter wurden ausgewiesen. Vorgeworfen werden ihnen &#8220;destruktive Aktivitäten&#8221; und &#8220;religiöse Propaganda&#8221;. Die von der Gülen-Bewegung betriebenen Schulen wurden bereits geschlossen.</p>
<p>Die Begleitumstände des Prozesses deuten aber darauf hin, dass Präsident Karimov generell bestrebt ist, den Einfluss der Türkei zurückzudrängen. Nach dem zitierten Bericht wurde der Prozess von einer Medienkampagne begleitet, in denen der Gülen-Bewegung zudem vorgeworfen wird, den Pantürkismus zu propagieren und die jahrtausendealte usbekische Kultur (<em>sic</em>!) zu zerstören.<br />
_________</p>
<p>Update 9.5.2009</p>
<p>Nun wurden in Bukhara weitere &#8220;Nurcus&#8221; zu Haftstrafen von sechs bis zehn Jahren <a href="http://www.milliyet.com.tr/2009/02/21/index.html?ver=53">verurteilt</a>. Das Misstrauen gegenüber den Aktivitäten ist aber auch in anderen zentralasiatischen Ländern sehr ausgeprägt, wie der aserbaidschanische Dienst von Radio Free Europe <a href="http://www.azadliq.org/content/article/1613130.html?spec=6">berichtet</a>.</p>
<p><a class="a2a_dd addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save"><img src="http://www.transatlantic-forum.org/blog/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share/Bookmark"/></a> </p>]]></content:encoded>
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		<title>Neues zur &#8220;Ergenekon-Verschwörung&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 24 Apr 2009 17:51:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Riexinger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Selbst aus der Sicht vehementer Kritiker des türkischen Nationalismus, drohen die Ermittlungen gegen das Ergenekon-Netzwerk mittlerweile aus dem Ruder zu laufen. Der unabhängige linke Abgeodnete Ufuk Uras, der über jeden Verdacht besonderer Nähe zu putschfreundlichen Kräften erhaben ist, sieht die Gefahr, dass rechtsstaatliche Grundsätze aufgegeben werden.
Auf kemalistischer Seite wiederum versuchen die radikaleren Kräfte die Empörung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Selbst aus der Sicht vehementer Kritiker des türkischen Nationalismus, drohen die Ermittlungen gegen das Ergenekon-Netzwerk mittlerweile aus dem Ruder zu laufen. Der unabhängige linke Abgeodnete <a href="http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2007/1676/achtungserfolg-uras/">Ufuk Uras</a>, der über jeden Verdacht besonderer Nähe zu putschfreundlichen Kräften erhaben ist, <a href="http://www.radikal.com.tr/Radikal.aspx?aType=RadikalDetay&#038;ArticleID=932793&#038;Date=24.04.2009&#038;CategoryID=78">sieht die Gefahr</a>, dass rechtsstaatliche Grundsätze aufgegeben werden.</p>
<p>Auf kemalistischer Seite wiederum versuchen die radikaleren Kräfte die Empörung über die Verhaftung von Leiterinnen des Vereins zur Förderung des zeitgemäßen Lebensstils auszuschlachten. Sie <a href="http://www.cumhuriyet.com.tr/?im=yhs&#038;hn=52158">rufen daher</a> zu einer Neuauflage der <a href="http://de.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-469/_nr-927/webcom/show_article.php/_c-468/_nr-754/i.html">republikanischen Manifestationen</a> auf, wie sie im Frühjahr 2007 anlässlich der möglichen Wahl von Abdullah Gül zum Staatspräsidenten stattgefunden hatten. Der Verein zur Förderung des zeitgemäßen Lebensstils, der damals die Demoonstrationen mitorganisierte, offene Putschforderungen aber nicht unterstützte, <a href="http://www.cnnturk.com/2009/turkiye/04/24/cydd.cumhuriyet.mitingine.katilmiyor/523833.0/index.html">distanziert</a> sich jedoch von diesen Aufrufen.</p>
<p>Auch auch unter Türken in Deutschland tobt mittlerweile die Auseinandersetzung über die Deutungsmacht in Sachen Ergenekon. Der Abgeordnete der SED-Nostalgiker Hakkı Keskin, verfasste einen offenen Brief[<a href="#footnote-1-5658" id="footnote-link-1-5658" title="See the footnote.">1</a>] an Ministerpräsidenten Erdoğan:</p>
<blockquote><p>Die im Gefolge dieser überaus besorgniserregenden Entwicklungen gegen angesehene und patriotisch gesinnte Bürger der Türkei eingeleiteten Repressionen und Unterdrückungsmaßnahmen sind nicht hinnehmbar, zumal sie auf undemokratischen und unrechtmäßigen Mitteln basieren. Es ist offensichtlich, dass mit den Operationen im Rahmen des so genannten &#8220;Ergenekon-Prozesses&#8221; primär das Ziel verfolgt wird, regierungskritische Hochschulangehörige, Medienvertreter sowie Befürworter einer laizistischen und modernen Gesellschaftsordnung mit Verleumdungen zu diskreditieren, sie festzunehmen, ja sie sogar ohne konkrete Anschuldigungen zu verhaften. Zweifelsohne wird dies der kritischen Öffentlichkeit in den westlichen Ländern nicht mehr lange verborgen bleiben. Offen betrachtet kann kein Zweifel daran bestehen, dass es sich bei diesen Repressionen um Vergeltungs- und Racheakte der Befürworter eines &#8220;Scharia-Staates&#8221; handelt, die gegen aufrecht kemalistisch, aufgeklärt und laizistisch denkende Menschen gerichtet sind.</p>
<p>Unbestritten bleibt, dass jene Militärs und Zivilisten, die mit staatlicher Unterstützung ungesetzliche Handlungen begingen und begehen, mit aller Entschlossenheit zur Rechenschaft gezogen werden müssen. Dagegen wird niemand, außer den Straftätern selbst, etwas einzuwenden haben. Es ist jedoch geradezu infam, die Mitglieder der sogenannten &#8220;Ergenekon&#8221;- Organisation, denen Putschversuche, Rassismus, Nationalismus und die Beteiligung an Morden vorgeworfen wird, mit Bürgern in Verbindung zu bringen, die in keinster Weise eine wie auch immer geartete ideologische, politische oder ethische Nähe zu diesem Personenkreis aufweisen. Zu allem Überfluss geschieht dies im Rahmen eines Rachefeldzuges, der wissentlich im Namen einer angeblich unabhängigen Justiz geführt wird.</p></blockquote>
<p>Er hat wohl auch eine antsprechende Anfrage an dfas Außenministeriums gerichtet, über die allerdings nur türkische Medien berichten. Dabei gewinnt man allerdings den Eindruck, dass Staatssekretär Erler sich zweimal völlig unterschiedlich geäußert hat. <a href="http://www.milliyet.com.tr/Siyaset/HaberDetay.aspx?aType=HaberDetay&#038;KategoriID=4&#038;ArticleID=1086502&#038;Date=24.04.2009&#038;b=Ergenekonu%20AB%20sureci%20baglaminda%20izliyoruz">Laut</a> &#8220;Milliyet&#8221; sagte er, dass die Bundesregierung zu Ermittlungen in anderen Ländern nicht Stellung bezihene, dass sie aber die Ermittlungen mit Blick auf den Beitrittsprozess (<i>sic</i>, süre&ccedil;) sehr genau verfolge. Der Gülen-nahen &#8220;Zaman&#8221; <a href="http://euro.zaman.com.tr/euro/detaylar.do?load=detay&#038;link=48780">nach</a> ließ er jedoch verlauten, die Äußerungen Keskins klängen wie aus dem kemalistischen Wörterbuch und bei den Vorgängen in der Türkei handele es sich um einen Machtkampf zwischen anatolischen Aufsteigern und alten Eliten. Der &#8220;Zaman&#8221;-Kommentator Süleyman Bağ <a href="http://euro.zaman.com.tr/euro/yazarDetay.do?haberno=48796">behauptet</a>, mit diesem Widerspruch habe sich Keskin in Widerspruch zu allen (<i>sic</i>) in- und ausländischen Beobachtern gestellt, die einhellig der Ansicht seien, die Terrororganisation Ergenekon habe alle gewaltsamen Konflikte in der Türkei organisiert, um die Türkei ins Chaos zu führen und dadurch einen Putsch zu erzwingen.</p>
<br /><ol class="footnotes"><li id="footnote-1-5658">http://www.keskin.de/show/2497826.html  <a href="#footnote-link-1-5658">⇧</a></li></ol><p><a class="a2a_dd addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save"><img src="http://www.transatlantic-forum.org/blog/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share/Bookmark"/></a> </p>]]></content:encoded>
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		<title>Eine undurchsichtige Rolle&#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Apr 2009 18:31:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Riexinger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8230; spielt die Gülen-Bewegung bei der Propagandaschlacht nach den jüngsten Verhaftungen bei den Ermittlungen gegen das sogenannnte Ergenekon-Netzwerk. In den ihr nahestehenden Medien wird besonders heftig auf den Verein zur Förderung des zeitgemäßen Lebensstils (Çağdaş Yaşamı Destekleme Derneği) und ihre Vorsitzende Türkan Saylan eingedroschen, während sich Vertreter der AKP eher um Deeskalation bemühen.
Der linke Autor [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; spielt die Gülen-Bewegung bei der Propagandaschlacht nach den <a href="http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2009/5599/hausdurchsuchung-turkan-saylan/">jüngsten Verhaftungen</a> bei den Ermittlungen gegen das sogenannnte Ergenekon-Netzwerk. In den ihr nahestehenden Medien wird besonders heftig auf den Verein zur Förderung des zeitgemäßen Lebensstils (Çağdaş Yaşamı Destekleme Derneği) und ihre Vorsitzende Türkan Saylan eingedroschen, während sich Vertreter der AKP eher um Deeskalation bemühen.</p>
<p>Der linke Autor Ahmet İnsel <a href="http://www.radikal.com.tr/Radikal.aspx?aType=RadikalEklerDetay&#038;ArticleID=932026">findet dabei</a> (wie ich) besonders anrüchig, dass kritisiert wird, was die Gülen-Bewegung selber praktiziert. So werde zum Skandal stilisiert, dass dieser Verein die Vergabe von Stipendien davon abhängig macht, ob die Familie weltanschaulich ins Konzept passt. Dabei haben religiöse Familien kaum eine Chance (die können ja zu Gülen gehen) während kurdische Mädchen möglicherweise bevorzugt werden. Sollte dies so sein, wäre das allein ein beleg dafür, dass diese Organisation anders als andere Kemalisten einen integrativen und keinen konfrontativen Ansatz in der Kurdenfrage pflegt. In &#8220;Zaman&#8221; etc. wurde deswegen nun aber <a href="http://zaman.com.tr/haber.do?haberno=840068&#038;title=ergenekonda-karanlik-ittifak">unterstellt</a>, dass der ÇYDD auf diesem Wege die PKK unterstütze. Ironischerweise stützen sie sich hierbei auf Vorwürfe linksnationalistischer Hardliner, denen der Ansatz des ÇYDD zu nachgiebig ist.<br />
Weiterhin ist bemerkenswert, dass die Gülen-Bewegung, die sonst immer die Notwendigkeit des Dialogs betont,  nun den ÇYDD bezichtigt, mit christlichen Missionaren zusammenzuarbeiten. Dies ist zum einen ein Angriff <i>ad feminam</i>. Saylan, deren Mutter eine Schweizerin war, die allerdings zum Islam konvertierte, soll so als jemand dargestellt werden, die &#8220;nicht zu uns gehört&#8221;. Zum anderen ist die Gülen Bewegung im Ausland ganz selbstverständlich missionarisch aktiv.</p>
<p>İnsel schließt mit dem Fazit, dass die Gülen-Gemeinschaft immer laut aufschreie, wenn militante Säkularisten Dossiers verbreiten, in denen sie im Zentrum von <a href="http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2009/3949/kemalisten-fethullah-gulen/">Verschwörungstheorien</a> erscheint. Die Ergenekon-Ermittlungen hätte sie jetzt als eine Chance erkannt, selbst ihre Gegner mit den gleichen Methoden zu bekämpfen. Dass sie damit die dringend notwendige juristische Aufarbeitung von Putschplänen in Misskredit bringen, störe ihre Wortführer nicht.</p>
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		<title>Politisierung der Wissenschaft in der Türkei?</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Mar 2009 18:18:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Riexinger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gestern habe ich darauf hingewiesen, dass die Redaktion der Publikumszeitschrift der Tükischen Akademie für Wissenschaft und Technologie (TÜBİTAK) daran gehindert wurde ein Themenheft zu Dawin zu publizieren. Heute stieß ich darauf, dass im August letzten Jahres ein Gesetz durchgebracht wurde, dass dem Ministerpräsidenten erhebliche Kompetenzen bei der Auswahl der Mitglieder des Leitungsgremiums zuspricht. So darf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern habe ich darauf <a href="http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2009/5404/darwin-nummer-verhindert/">hingewiesen</a>, dass die Redaktion der Publikumszeitschrift der Tükischen Akademie für Wissenschaft und Technologie (TÜBİTAK) daran gehindert wurde ein Themenheft zu Dawin zu publizieren. Heute <a href="http://www.internethaber.com/news_detail.php?id=151065">stieß ich darauf</a>, dass im August letzten Jahres ein Gesetz durchgebracht wurde, dass dem Ministerpräsidenten erhebliche Kompetenzen bei der Auswahl der Mitglieder des Leitungsgremiums zuspricht. So darf er aus zwei Kandidaten für jeden Posten einen auswählen. Ich habe auf die schnelle die alte Regelung nicht gefunden, aber ich werde das hoffentlich nachtragen können.</p>
<p>Mit dem gestern berichteten Vorfall hat dies zwar nicht direkt zu tun, da der dafür verantwortliche <a href="http://www.milliyet.com.tr/Guncel/HaberDetay.aspx?aType=HaberDetay&#038;Kategori=guncel&#038;ArticleID=1069029&#038;Date=10.03.2009&#038;b=Sen%20misin%20Drawini%20kapak%20yapan">Ömer Cebeci</a> bereits seit 2003 diesem Gremium angehört. Als Indiz für eine gezielte Politisierung dieser im Vergleich mit der übrigen islamischen Welt bisher auffällig autonomen Institution ist es in jedem Fall.</p>
<p>___________<br />
Nachtrag: Allerdings hat mittlerweile der Parlamentspräsident Toptan das Vorgehen von Cebeci <a href="http://www.sabah.com.tr/haber,D1B53BFD07C440F789F1186F2F434D57.html">kritisiert</a>.<br />
___________<br />
Nachtrag 12.03.2009<br />
Ein weiteres Regierungsmitglied, Staatssekretär <a href="http://www.mehmetaydin.gen.tr/sayfalar.asp?link=ozgecmis.htm">Mehmet Aydın</a> hat sich gegen das Vorgehen von Cebeci <a href="http://yenisafak.com.tr/Gundem/?t=10.03.2009&#038;c=1&#038;i=174225">ausgesprochen</a>. Er steht der Gülen-Bewegung nahe, was nicht ganz zu meinen bisherigen Vermutungen passt.</p>
<p><a class="a2a_dd addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save"><img src="http://www.transatlantic-forum.org/blog/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share/Bookmark"/></a> </p>]]></content:encoded>
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		<title>Darwin-Jubiläum: Türkei, Arabische Welt, Pakistan</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Feb 2009 16:21:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Riexinger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mehrere säkulare Zeitungen in der Türkei haben anlässlich des Jubiläums Beiträge publiziert. Ein eher negativ gehaltener Beitrag erscheint dort, wo man es nicht unbedingt erwartet. Die kemalistische &#8220;Cumhuriyet&#8221; titelt zwar &#8220;Gut, dass Darwin geboren wurde&#8221;, in dem Artikel rechnet, Nilgün Özbaşaran Dede jedoch vor allem mit dem Sozialdarwinismus ab. Sie behauptet dabei, Darwin habe kulturelle [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mehrere säkulare Zeitungen in der Türkei haben anlässlich des Jubiläums Beiträge publiziert. Ein eher negativ gehaltener Beitrag erscheint dort, wo man es nicht unbedingt erwartet. Die kemalistische &#8220;Cumhuriyet&#8221; titelt zwar &#8220;Gut, dass Darwin geboren wurde&#8221;, in dem <a href="http://cumhuriyet.com.tr/?im=yhs&#038;hn=34904">Artikel</a> rechnet, Nilgün Özbaşaran Dede jedoch vor allem mit dem Sozialdarwinismus ab. Sie behauptet dabei, Darwin habe kulturelle Unterschiede für genetisch bedingt gehalten, eine zumindest problematische Auffassung.</p>
<p>Murat Biricik rückt in &#8220;Radikal&#8221; mehrere Missverständnisse <a href="http://www.radikal.com.tr/Default.aspx?aType=EklerDetay&#038;ArticleID=920735&#038;CategoryID=42&#038;Date=20.02.2009">zurecht</a>. So gehe der Asudruck vom &#8220;Überleben des Stärkeren&#8221; auf Spencer zurück, ebenso habe Darwin nie die Auffassung vertreteten, dass Evolution immer von einfachreren zu komplexeren Formen führen müsse. Eine kurze <a href="http://www.radikal.com.tr/Radikal.aspx?aType=RadikalHaberDetay&#038;ArticleID=918383&#038;Date=20.02.2009&#038;CategoryID=96">Notiz</a> verweist auf die <a href="http://www.prospect-magazine.co.uk/article_details.php?id=10581">neueste These</a> von Adrian Desmond und James Moore, wonach Darwin die Ablehnung des Rassismus motiviert habe, die Evolutionstheorie zu formulieren. Nun kann man nicht oft genug betonen, dass Darwin aus einer bekannten Abolitionistenfamilie stammte, und den Kampf gegen die Sklaverei immer unterstützte. Die Evolutionstheorie hat er aber in der Auseinandersetzung mit Galapagiosfinken, Ruderfußkrebsen und der Haustierzucht formuliert. Aus <a href="http://www.radikal.com.tr/Radikal.aspx?aType=RadikalDetay&#038;ArticleID=922340&#038;Date=22.02.2009&#038;CategoryID=83">der Sicht</a> des Philosophielehrers Atalay Girgin hat Darwin keineswegs die Vorstellung eines vollkommenen und einzigartigen Gottes zerstört, sondern allein das Konzept eines Gottes mit menschlichen Schwächen wie Jähzorn und Hinterlist. Für die jungen Leser gibt es ein <a href="http://i.radikal.com.tr/150x113/2009/02/11/fft16_mf118612.Jpeg">Poster</a>.</p>
<p>Im religiösen Lager widmet sich die Gülen-nahe &#8220;Zaman&#8221; Darwin. Ist die &#8220;Evolutionstheorie am Ende&#8221; ist ein <a href="http://www.zaman.com.tr/haber.do?haberno=815228&#038;title=darwin-teorisi-sona-mi-erdi">Artikel</a> betitelt, der sich auf ein <a href="http://content.yudu.com/Library/A113su/FocusMagazine/resources/index.htm?referrerUrl=http%3A%2F%2Fwww.yudu.com%2Flibrary%2Fitem_details%2F32174%2FFocus-Magazine">Sonderheft</a> von &#8220;BBC-Focus&#8221; bezieht. Dort erläuteren Biologen angeblich detailliert, wie die Evolutionstheorie gestorben sei. Humbug.</p>
<p>So wird der Genetiker Christopher Wills zitiert, der erläutert (S. 8), dass Mutationen nach neustem Kenntnisstand vor allem durch &#8220;Fehler&#8221; bei der DNA-Replikation entstehen. Von einer Widerlegung der Evolutionstheorie ist nirgends die Rede. Außerdem wird behauptet, in dem Heft stehe, mit der Entdeckung des Java Menschen sei, widerlegt, worden dass der Mensch &#8220;vom Affen abstamme&#8221; (&#8221;ancak 1891 yılında bulunan &#8220;Java İnsanı&#8221; insanın maymundan gelmediğini gösterdi&#8221;). Tatsächlich steht (S. 9)dort aber das Gegenteil:</p>
<blockquote><p>[...] but it wasn&#8217;t until &#8216;Java Man&#8217;, a speciemen later believed to be a  <strong>Homo erectus</strong>, was discovered in 1891 that hard evidence for the human stoty began to emerge.</p></blockquote>
<p>Dann wird der Ladenhüter aufgewärmt, die Evolutionstheorie könne die Entstehung des Auges wegen dessen Kompexität nicht erklären. In dem Heft heißt es jedoch (S. 9) anders als suggeriert:</p>
<blockquote><p>Biologists have since explained the story by tracking down organisms living in the world today that show the range of eye complexity. </p></blockquote>
<p>Selbst grober Unfug wird aufgewärmt. So wird behauptet Kelvin habe dem Darwinismus den Todesstoß versetzt, indem er Darwins Hypothese vom Alter der Erde widerlegt habe. <a href="http://ncseweb.org/cej/3/2/kelvin-was-not-creationist">Tatsächlich</a> verhält es sich jedoch so:</p>
<blockquote><p>The British physicist, Lord Kelvin (1824-1907), appears on the list four times, more than any other scientist, because he is credited with founding two disciplines—energetics and thermodynamics—and with making two notable inventions or discoveries—the absolute temperature scale and the trans-Atlantic cable. While the accuracy of some of these scientific developments may be disputed, there is no question that Kelvin was one of the outstanding physicists of the nineteenth century. But was he a creationist?</p>
<p>Kelvin did provide one strong argument against Darwin&#8217;s theory of evolution: he estimated the age of the earth to be less than 100 million years, on the assumption that it has been cooling down from a hot molten ball with no internal generation of heat to replace that lost by conduction and radiation into space. Since Darwin had (somewhat carelessly) suggested that geological periods might last upwards of 300 million years, the impression was created that there had not been enough time for the slow process of evolution by natural selection to work. But there was nothing in Darwin&#8217;s original theory that fixed a rate of evolution, and thus its validity did not depend on any particular time scale.</p>
<p>As is well known (to everyone except creationists), Kelvin&#8217;s estimate of the age of the earth is much too small, because he was unaware of the presence of radioactive minerals that generate enough heat to replace most or all of what is lost. In any case, Kelvin&#8217;s lowest estimate for the age of the earth was much more than a million years, so he cannot be counted a supporter of the creationist doctrine that the earth is less than ten thousand years old.</p></blockquote>
<p>In dem Heft findet sich zwar die Überschrift &#8220;Is Evolution Deead?&#8221; (S. 10f.) Sie bezieht sich aber allein auf ein Streitgespräch zwischen Steve Jones und PZ Myers über die Frage ob die Evolution des Menschen an ein Ende gelangt sei, weil die natürliche Selektion durch den technischen Fortschritt ausgehebelt worden sei (Myers weißt darauf hin, dass es ja auch noch die sexuelle Selektion gibt).</p>
<p>Zum Abschluss des Hefts, bringt noch Richard Dawkins die wichtigsten Argumente gegen den Kreationismus vor, davon steht in &#8220;Zaman&#8221; natürlich nix.</p>
<p>Daneben, aber das auf originelle Weise ist ein <a href="http://yenisafak.com.tr/yazarlar/?t=22.02.2009&#038;y=DucaneCundioglu">Artikel</a> von Dücane Cündioğlu in &#8220;Yeni Şafak&#8221;, die der AKP nahesteht. Er wirft den Darwinisten vor, dass sie den Darwinismus zur Ideologie erhoben hätten, und dass sie ihre Auffassung von der Abstammung des Menschen wie ein religiöses Dogma vertreten würden.  Allerdings sollten sich die Muslime davor hüten, die koranischen Texte über den Ursprung des Menschen wörtlich auszulegen, denn dass hieße ja, dass die Menschen aus dem Inzest von Adam und Eva hervorgegangen seien, und das sei ähnlich abscheulich wie die Abstammung vom Affen.</p>
<p>In der Arabischen Welt scheint sich das Interesse sehr in Grenzen zu halten. Ich fand nur einen <a href="http://www.alhayat.com/science_tech/02-2009/Article-20090212-6bbaa06c-c0a8-10ed-0095-ef178ed07fe7/story.html">Artikel</a> von Ahmad Moghrabi in &#8220;al-Hayat&#8221;. Er hat den reißerischen Untertiitel &#8220;an seinem 200. Geburtstag spaltet er die Welt immer noch und der Nazismus hat seine Worte benutzt um den Rassismus zu legitimieren&#8221;. Der Autor stellt dann jedoch die Grundzüge der Evolutionstheorie sachlich dar, und weist darauf hin, dass die in den USA auf weit mehr Widerstand stößt als in Großbritannien.  Er macht hierfür die ideologische Indienstnahme dsurch Rassisten mitverantwortlich, er formuliert daraus jedoch kein Argument gegen die Evolutionstheorie.</p>
<p>Englischsprachige Stellungnahmen aus Pakistan <a href="http://sciencereligionnews.blogspot.com/2009/02/darwin-bicentennial-in-pakistan.html">fasst</a> Salman Hameed zusammen.</p>
<p><a class="a2a_dd addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save"><img src="http://www.transatlantic-forum.org/blog/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share/Bookmark"/></a> </p>]]></content:encoded>
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		<title>Warum gibt es kein cem mehr wie früher?</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Feb 2009 20:23:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Riexinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Europäische Union]]></category>
		<category><![CDATA[Moderne/Antimoderne]]></category>
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		<category><![CDATA[Osmanisches Reich]]></category>
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		<description><![CDATA[Eine Besonderheit der Bewegung von Fethullah Gülen ist, dass sie die Notwendigkeit des Dialogs und des zivilisierten Umgang mit anderen Religionen betont. Dazu gehören auch die Aleviten. Diese Einstellung ist nicht gerade üblich für türkische Sunniten. Zum einen, weil Lehren und Riten der Aleviten vielfach als Ketzerei gelten. Zum anderen, weil die Aleviten säkulare und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Besonderheit der Bewegung von Fethullah Gülen ist, dass sie die Notwendigkeit des Dialogs und des zivilisierten Umgang mit anderen Religionen betont. Dazu gehören auch die Aleviten. Diese Einstellung ist nicht gerade üblich für türkische Sunniten. Zum einen, weil Lehren und Riten der Aleviten vielfach als Ketzerei gelten. Zum anderen, weil die Aleviten säkulare und oft dezidiert linke Kräfte unterstützen. Die Republik halten sie in Ehren, weil sie unter der osmanischen Herrschaft diskriminiert wurden.</p>
<p>Unter diesem Aspekt ist ein <a href="http://www.zaman.com.tr/haber.do?haberno=815291&#038;title=iste-alevilerin-gorgu-sorgu-cemi">Bericht</a> recht interessant, der am Sonntag in &#8220;Zaman&#8221; erschien. Der Reporter besucht eine Gemeinde türkmenischer Aleviten im südostanatolischen Kısas bei Urfa, die noch das &#8220;görgü-sorgu&#8221;[<a href="#footnote-1-5129" id="footnote-link-1-5129" title="See the footnote.">1</a>]-Ritual praktiziert, das bei Aleviten in Großstädten außer Gebrauch gekommen ist. Einmal im Jahr müssen die Mitglieder einer Alevitengemeinde erscheinen, andernfalls dürfen sie nicht an den wöchentlichen Zeremonien (<i>cem</i>) teilnehmen. Teil des Rituals ist, dass alle vor dem <i>dede</i> ihr Verhalten gegenüber der Gemeinschaft rechtfertigen müssen (quasi eine öffentliche Beichte). Daraus folgt natürlich ein hohes Maß sozialer Kontrolle.</p>
<p>Die zitierten Aleviten beklagen jedoch nicht diesen Aspekt sondern, dass das alevitische Gemeindeleben in den <i>cemevleri</i> der Metropolen verflache, weil dieses Ritual nicht praktiziert wird. Ohnehin war in den kleinen Gemeinschaften alles besser:</p>
<blockquote><p>Wenn wird den Worten des Sängers (<em>ozan</em>) &#8220;Früher gab es mehr Glauben als heute&#8221;  Glaueben schenken, hat das cem, das wir jetzt gesehen haben, nur noch eine verblichene Ähnlichkeit mit dem von früher. Der Sänger (<i>ozan</i>), der sagt &#8220;Heute gibt es alles, diese Liebe, diese Wärme aber nicht&#8221; bringt auch ein Beispiel aus der Vergangenheit an: &#8220;Vor der Republik gab es im Dorf einen Sänger (<em>âşık</em>), Âşık Mustafa&#8230; Eines Tages ging seine Saz[<a href="#footnote-2-5129" id="footnote-link-2-5129" title="See the footnote.">2</a>], im Dorf gab es keinen zweiten, der die Rezitationen hätte durchführen konnte, auch in der Stadt gab es niemanden der <em>bağlama</em> hätte spielen können; aber ohne <em>bağlama</em> gibt es kein  . Trotz Schnee und Winter marschierte Mustafa nach Antep&#8217;e, um die <em>bağlama</em> richten zu lassen, und zum <i>cem</i> war er wieder da. Welch eine Liebe!&#8221;</p></blockquote>
<p>Die Moral von der Geschicht: Auch die Aleviten lebten vor der Republik in einer heilen Welt.</p>
<br /><ol class="footnotes"><li id="footnote-1-5129">Anschauen und Befragen  <a href="#footnote-link-1-5129">⇧</a></li><li id="footnote-2-5129">Anatolisches Saiteninstrument, <em>bağlama</em> dgl.  <a href="#footnote-link-2-5129">⇧</a></li></ol><p><a class="a2a_dd addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save"><img src="http://www.transatlantic-forum.org/blog/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share/Bookmark"/></a> </p>]]></content:encoded>
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		<title>Fremdgehen ist zu dulden, &#8230; (Teilkorrektur)</title>
		<link>http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2009/5114/fatwa-fremdgehen-nichtbeten/</link>
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		<pubDate>Wed, 18 Feb 2009 09:15:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Riexinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Religion & Moderne]]></category>
		<category><![CDATA[Türkei]]></category>
		<category><![CDATA[Faruk Beşer]]></category>
		<category><![CDATA[Fethullah Gülen]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8230; das Unterlassen des Gebets hingegen ein zwingender Grund zur Scheidung.
Aufsehen in der Türkei erregte mit dieser Auffassung der Theologieprofessor Faruk Beşer im Gülen-nahen Sender Mehtap-TV.
Dafür, dass sich eine Frau scheiden lassen solle, wenn ihr Mann nicht betet, spricht aus Sicht von Beşer, dass das Gebet der Grundpfeiler des Islams sei. Er betrachtet es aber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; das Unterlassen des Gebets hingegen ein zwingender Grund zur Scheidung.</p>
<p><a href="http://www.radikal.com.tr/Radikal.aspx?aType=RadikalDetay&#038;Date=&#038;ArticleID=922124">Aufsehen</a> in der Türkei erregte mit dieser Auffassung der Theologieprofessor Faruk Beşer im Gülen-nahen Sender Mehtap-TV.</p>
<p>Dafür, dass sich eine Frau scheiden lassen solle, wenn ihr Mann nicht betet, spricht aus Sicht von Beşer, dass das Gebet der Grundpfeiler des Islams sei. Er betrachtet es aber zugleich als die notwendige Voraussetzung einer harmonischen Familie. Wer nicht bete, entlocke den anderen womöglich &#8211; was Gott verhüte &#8211; dem Islam.</p>
<p>Die Frau, die betrogen wird, soll jedoch ertragen, und beten, dass er sich bessere. Im Jenseits wird sie für ihre Geduld entlohnt werden.</p>
<p>Muss da nicht die Schule von Ankara eingreifen?<br />
_________________________<br />
Einwand von &#8220;Kommilitone&#8221; 17.02.2009:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr Riexinger,<br />
ich bitte um Kenntnisnahme:</p>
<p>Quelle ist demnach die Tageszeitung Vatan.<br />
Sehr gut <a href="http://www.zaman.com.tr/haber.do?haberno=816422&#038;title=vatan-roportaji-nasil-carpitti">nachzulesen</a>, wie sehr Fakten verdreht und wichtige Details weggelassen wurden, damit der renommierte Rechtsgelehrte Faruk Beşer als ein Relikt aus dem Mittelalter darstehen soll.</p>
<p>Beşer sagt nicht, dass das Nichtbeten zur Scheidung führen muss. Er kommt lediglich im Verlauf seiner Antwort zu dem theoretischen Exkurs, dass das Pflichtgebet zum Wesen des Islam dazugehört und jemand, der dies leugnet, nicht als gläubiger Muslim gilt.<br />
Die Ehe zwichen einer Muslima und einem Nichtmuslim ist in der klassischen Deutung bekanntlich nicht vorgesehen. (Beachte: Der die Frage stellt, ist ein Mann. Ergo betet seine Ehefrau nicht. Die VATAN schreibt es andersrum)</p>
<p>Die Fragestellerin, welche angibt betrogen worden zu sein, sagt auch, dass sie sich nicht scheiden lassen will und ihr Mann seine Tat bereut hat. So kann also nicht davon die Rede sein, dass Prof. Beşer der betrogenen Ehefrau die Scheidung abrät.</p>
<p>Es darf zudem nicht außer Acht gelassen werden, dass die TV-Sendung sich an die jenigen Zuschauer wendet, die auch von dem Rat Gebrauch machen wollen. Beşer unternimmt also nicht den Versuch, die säkularen Bürger der Türkei zu exkommunizieren oder Ähnliches.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p></blockquote>
<p>___________________________<br />
Erwiderung 18.02.2009</p>
<p>Bei der Stellungnahme zum Ehebruch handelt es sich in der Tat um eine völlige Verzerrung:</p>
<blockquote><p>Dolayısıyla aldatmakla, yani eşinin başka bir kadınla, veya erkekse başka bir kadınla zina ettiğini kastediyorsa bu bir boşanma sebebidir. </p>
<p>Folglich handelt es sich beim Betrügen, also dem Bestreben, mit einem anderen Mann oder einer anderen Frau unerlaubten Geschlechtsverkehr zu haben um einen Scheidungsgrund.</p></blockquote>
<p>Der Rat von Beşer nimmt explizit darauf Bezug, dass der Gatte Reue zeigt.</p>
<p>Nicht folgen kann ich allerdings folgender Aussage:</p>
<blockquote><p>Es darf zudem nicht außer Acht gelassen werden, dass die TV-Sendung sich an die jenigen Zuschauer wendet, die auch von dem Rat Gebrauch machen wollen. Beşer unternimmt also nicht den Versuch, die säkularen Bürger der Türkei zu exkommunizieren oder Ähnliches.</p></blockquote>
<p>Denn:</p>
<blockquote><p>Namaz kılmıyor ve namazın gereğine inanmıyorsa. O zaman böyle bir durumda o insan zaten mümin sayılmaz. Mümin sayılmazsa namaz kılan bir bayanın, namaz kılmayan bir erkeğin nikahında bulunması veya aksi olması, namaz kılan bir erkeğin, namaz kılmayan, namazı reddeden bir kadınla, namazı kabul etmeyen bir kadınla evli olması mümkün olmaz zaten. O zaman bu bir ayrılma sebebi olur. </p>
<p>Wenn er/sie[<a href="#footnote-1-5114" id="footnote-link-1-5114" title="See the footnote.">1</a>] nicht betet <strong>und die Notwendigkeit des Gebets nicht anerkennt</strong>, kann diese Person nicht als gläubig betrachtet werden. Wenn diese Person nicht als gläubig betrachtet werden kann, dann ist es einer Frau, die betet, nicht möglich, mit einem Mann verheiratet zu sein, der nicht betet. Gleiches gilt für einem Mann, dessen Frau nicht betet, und die sich gegen das Beten wendet. In diesem Fall ist dies ein Trennungsgrund.</p></blockquote>
<p>Beşer will sicher areligiöse Türken nicht aus der Gemeinschaft ausschließen, dieser Ratschlag enthält aber doch eindeutig die Aufforderung, sich deutlich von ihnen abzugrenzen.</p>
<br /><ol class="footnotes"><li id="footnote-1-5114">Das Türkische kennt praktischerweise kein grammatikalisches Geschlecht.  <a href="#footnote-link-1-5114">⇧</a></li></ol><p><a class="a2a_dd addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save"><img src="http://www.transatlantic-forum.org/blog/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share/Bookmark"/></a> </p>]]></content:encoded>
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		<title>Kein kurdisches Piemont</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Feb 2009 18:29:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Riexinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Irak]]></category>
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		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
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		<category><![CDATA[Nordirak]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Gülen-nahe &#8220;Abant-Dialog Plattform&#8221; hat dieser Tage 100 türkische Akademiker und Publizisten nach Erbil eingeladen, um mit irakisch-kurdischen Politikern und Intellektuellen die möglichen Auswirkungen der kurdischen Autonomie im Nordirak auf die Türkei zu diskutieren.
Wie Cengiz &#199;andar berichtet, kehrten alle türkischen Teilnehmer beruhigt zurück. Die irakischen Kurden dächten nicht daran, sich zum &#8220;Piemont&#8221; einer gesamtkurdischen Nationalbewegung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Gülen-nahe &#8220;Abant-Dialog Plattform&#8221; hat dieser Tage 100 türkische Akademiker und Publizisten nach Erbil eingeladen, um mit irakisch-kurdischen Politikern und Intellektuellen die möglichen Auswirkungen der kurdischen Autonomie im Nordirak auf die Türkei zu diskutieren.</p>
<p>Wie Cengiz &Ccedil;andar <a href="http://www.radikal.com.tr/Default.aspx?aType=RadikalYazarYazisi&#038;ArticleID=921767&#038;Yazar=CENG%DDZ%20%C7ANDAR&#038;Date=15.02.2009&#038;CategoryID=99">berichtet</a>, kehrten alle türkischen Teilnehmer beruhigt zurück. Die irakischen Kurden dächten nicht daran, sich zum &#8220;Piemont&#8221; einer gesamtkurdischen Nationalbewegung aufzuschwingen. Vielmehr strebten sie eine enge Kooperation mit der Türkei an, etwa bei der Erschließung von Erdölvorkommen. Schließlich bräuchten die Kurden in der Türkei sie heute nicht mehr nach Erbil hin zu orientieren, nachdem ein kurdisches Programm im Staatsfernsehen eingerichtet worden sei, und an <a href="http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2008/2560/kurdisch-tuerkei/">Lehrstühle für Kurdologie an den Universitäten</a> gedacht werde. </p>
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		<title>Selbst in Papua-Neuguinea&#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Feb 2009 10:42:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Riexinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung & Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Südostasien]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8230; eröffnet die Gülen-Bewegung Schulen. Frivol wie ich bin, muss ich einfach fragen: Darf man(n) dort auch in Landestracht erscheinen?
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; <a href="http://www.aksiyon.com.tr/detay.php?id=32294">eröffnet</a> die <a href="http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2009/3949/kemalisten-fethullah-gulen/">Gülen-Bewegung</a> Schulen. Frivol wie ich bin, muss ich einfach fragen: Darf man(n) dort auch in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Penisfutteral">Landestracht</a> erscheinen?</p>
<p><a class="a2a_dd addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save"><img src="http://www.transatlantic-forum.org/blog/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share/Bookmark"/></a> </p>]]></content:encoded>
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