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	<title>TRANSATLANTIC FORUM &#187; Islam</title>
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	<description>Liberty and Democracy in East and West.</description>
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		<title>Neulich auf Aljazeera</title>
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		<pubDate>Sun, 30 Oct 2011 11:24:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Kreutz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gaddafi ist tot, hingerichtet durch einen Kopfschuss. Die halbbekleidete Leiche wird zur Schau gestellt. Zahllose Menschen strömen vorbei, machen Aufnahmen mit ihrer Kamera, einige bringen sogar ihre Kinder mit.
Der Reporter von Aljazeera entrüstet sich über diese unwürdige Zurschaustellung eines Toten. Ist das islamisch? fragt er, sichtlich empört. Ist dies im Einklang mit den islamischen Vorschriften? [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gaddafi ist tot, hingerichtet durch einen Kopfschuss. Die halbbekleidete Leiche wird zur Schau gestellt. Zahllose Menschen strömen vorbei, machen Aufnahmen mit ihrer Kamera, einige bringen sogar ihre Kinder mit.</p>
<p>Der Reporter von Aljazeera entrüstet sich über diese unwürdige Zurschaustellung eines Toten. Ist das islamisch? fragt er, sichtlich empört. Ist dies im Einklang mit den islamischen Vorschriften? – eine rhetorische Frage, nicht nur vor der Kamera geäussert, sondern auch an einige der Schaulustigen gerichtet.</p>
<p>Die Antwort eines der Befragten: Die Bestattungsvorschriften des Islam gelten doch nur für Muslime. Und Gaddafi sei schliesslich keiner gewesen.</p>
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		<title>Eine Posse</title>
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		<pubDate>Sun, 30 Oct 2011 11:24:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Kreutz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arabische Welt]]></category>
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		<description><![CDATA[Mahmoud Gibril war das Gesicht der libyschen Revolutionäre. Mit seiner prowestlichen Einstellung erwarb er sich jede Menge Sympathien in Europa und den USA. Das war wichtig, denn ohne die NATO wäre es den Revolutionären kaum gelungen, Gaddafi und sein Regime zu stürzen.
Nun hat die Revolution gesiegt, Gaddafi wurde durch einen Kopfschuss hingerichtet. Und Mahmud Gibril? [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mahmoud Gibril war das Gesicht der libyschen Revolutionäre. Mit seiner prowestlichen Einstellung erwarb er sich jede Menge Sympathien in Europa und den USA. Das war wichtig, denn ohne die NATO wäre es den Revolutionären kaum gelungen, Gaddafi und sein Regime zu stürzen.</p>
<p>Nun hat die Revolution gesiegt, Gaddafi wurde durch einen Kopfschuss hingerichtet. Und Mahmud Gibril? Der tritt ab, ist er den Revolutionären doch zu prowestlich. Diese Position war  willkommen, solange es darum ging, im Westen Sympathien für die Revolutionäre einzuwerben. Jetzt hat sie ausgedient.</p>
<p>Der neue Staat in Libyen wird ein Staat auf Grundlage der Scharia. Mit dem Abgang des Possenspielers Gaddafi fängt die Posse erst richtig an.</p>
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		<title>Wenn das keine Schulbuchschelte ist, was ist Schulbuchschelte dann?</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Sep 2011 08:26:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jonathan Kriener</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein Urteil ist gefällt: Auf einer Pressekonferenz des Auswärtigen Amtes stellt das Georg-Eckert-Institut, welches in Sachen Schulbuchforschung internationale Anerkennung genießt, eine Studie vor, die feststellt, dass viele europäische Schulbücher den Islam als vormoderne Religion darstellen, während Europa als modern erscheint (s.a. WAZ v. 16. 9. 2011). Was aber spricht gegen diese Darstellung, so sie denn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Urteil ist gefällt: Auf einer <a href="http://www.gei.de/aktuelles/mitteilungen/mitteilung-details/article/modernes-europa-versus-antiquierter-islam-die-darstellung-von-islam-und-muslimen-in-1.html" target="_blank">Pressekonferenz</a> des Auswärtigen Amtes stellt das Georg-Eckert-Institut, welches in Sachen Schulbuchforschung internationale Anerkennung genießt, eine Studie vor, die feststellt, dass viele europäische Schulbücher den Islam als vormoderne Religion darstellen, während Europa als modern erscheint (<a href="http://www.gei.de/aktuelles/mitteilungen/mitteilung-details/article/modernes-europa-versus-antiquierter-islam-die-darstellung-von-islam-und-muslimen-in-1.html"></a>s.a. WAZ v. 16. 9. 2011). Was aber spricht gegen diese Darstellung, so sie denn tatsächlich für europäische Schulbücher typisch ist? Inhaltliche Gründe eher nicht.</p>
<p>In Europa, so vielfältig die hiesigen Gesellschaften in vieler Hinsicht sind, ist in allen Staaten ein zentrales Kriterium von Modernität erfüllt: dass nämlich die Religion ihrer politischen, legislativen und judikativen Macht enthoben wurde und der Schutz und die Freiheit individueller Lebensgestaltung das höchste Rechtsgut darstellt. Die meisten Kirchen, jedenfalls die protestantischen und die katholische, haben sich entweder stillschweigend damit abgefunden oder dies sogar implizit in ihre Dogmatik aufgenommen haben,  z. B. die katholische Kirche im Zweiten Vatikanischen Konzil. Eskapaden christlicher Abreibungsgegner oder Kreationisten sind hier immer noch ein Randerscheinung, wenn ihr Einfluss auch gefährlich wachsen mag.</p>
<p>Ebenso richtig ist, dass die überwältigende Mehrzahl der islamischen und alle arabischen Staaten, von Pakistan bis Marokko, der Religion bislang eine zentrale Rolle bei Gesetzgebung, Rechtsprechung und Bildung einräumen, mindestens was Personenstandsfragen angeht, in den meisten von ihnen aber weit darüber hinaus. Bei aller Vielfalt islamischer Konfessionen und Rechtsschulen ist mir doch keine bekannt, die diesen Sachverhalt in Frage stellt. So ist es in islamischen Gesellschaften selbstverständlich, dass der Übertritt vom Islam zu einer anderen Religion als ahndungswürdiges Verbrechen gilt, ebenso die Ehe oder romantisch-sexuelle Beziehung einer Muslimin mit einem Nichtmuslim. Wo die Staaten diese selbst nicht, wie im Iran oder in Saudi-Arabien, ahnden, dulden sie doch, dass selbsternannte Sittenwächter aus dem familiären oder sonstigen sozialen Umfeld dies tun.  Weder die prominenten islamischen Reformer, von Jamal ad-Din al-Afghani bis <a href="http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2009/5495/vordenker-oder-rueckwartslenker/" target="_blank">Tariq Ramadan</a>, noch die hiesigen Islamverbände haben an dieser Auffassung je gerüttelt.</p>
<p><a href="http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2010/9273/hamas-saekularismuskrise/" target="_blank">Säkularisierung</a> ist im etablierten muslimischen Diskurs kein Thema. Übrigens auch nicht in den derzeitigen politischen Umwälzungen in Tunesien, Ägypten und Libyen. Wer sie dennoch, und sei es nur implizit, in Betracht zieht, muss mit Verfolgung rechnen, wie der Ägypter Nasr Abu Zayd in den 1990er Jahren. Zwar bekennen sich viele Muslime und islamische Rechtsgelehrte zu Religionsfreiheit. Was sie damit aber meinen, ist selten die individuelle Freiheit sich zu jedem Zeitpunkt für jede beliebige Religion oder für die Nichtzugehörigkeit zu jeglicher Religion zu entscheiden, wie sie in Europa Standard ist. Sondern Muslime meinen mit Religionsfreiheit i. d. R. die Freiheit der religiösen Gemeinschaften, die ihre jeweiligen Konfession oder Rechtsschule als Buchreligionen anerkennt, ihre jeweiligen religiösen Riten und ihr Personenstandsrecht zu praktizieren.</p>
<p>Dieses fundamentale Missverständnis über den Begriff der Religionsfreiheit wird meiner Erfahrung nach in den Foren und Institutionen des Kulturdialogs kaum je benannt, sondern eher gepflegt. Und dass allzu viele Muslime in Europa diese vormoderne Auffassung vom Verhältnis zwischen Religion und Recht teilen und unter- und gegeneinander in Form von Nötigung und Manipulation zu arrangierten Ehen, sog. Ehrenmorden u. ä. auch praktizieren, während die hiesigen Rechtssysteme dem vielfach machtlos gegenüberstehen – klar ist das kein Stoff für einen Schulunterricht, in dem sich Lehrer, muslimische und nicht-muslimische Schüler miteinander wohl fühlen. Dass diese Sachverhalte ein gravierendes Integrationshindernis darstellen, welches andere Migrantengruppen in Europa nicht (mehr) haben, während es bei den Muslimen eher wächst, und an welchem die ethnischen Mehrheiten keinen ursächlichen Anteil haben, wäre ja für Heranwachsende wichtig zu wissen. Für Lehrer ist es aber sicher eine schwere Aufgabe, sich diesen Themen im Unterricht zu stellen. Sie haben mit Ressentiments von muslimischen Eltern, evtl. sogar von führenden Islamverbänden zu rechnen. Durch die Presseerklärung des GEI und des AA werden die Lehrer, die sich dieser Verantwortung dennoch stellen, nun auch noch von „wissenschaftlicher“ Seite ausgebremst.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: small;">Die Pressemitteilung des GEI und des AA hat denn auch keine Fehler im Faktengehalt der Schulbücher zu vermelden, sondern angeblich „suggerieren“ und „vereinfachen“ diese in einer Weise, die nicht geeignet ist „einen islamophoben politischen Populismus zu entkräften.“ Es wird vor allem atmosphärisch argumentiert: Cornelia Pieper vom Auswärtigen Amt bereitet Unbehagen, dass eine solche Darstellung „… einem glaubwürdigen interkulturellen Dialog mit der muslimisch geprägten Welt im Weg.“ steht. Und Susanne Kröhnert-Othman vom GEI ist der Meinung es sollte vermieden werden „…Muslime als Sondergruppe außereuropäischer Zuwanderer zu präsentieren, deren mitgebrachte Traditionen per se eine Integration in europäische Einwanderungsgesellschaften verhindern“, obwohl sie eben unter einem sehr bedeutenden Aspekt tatsächlich genau eine solche Sondergruppe bilden. Diejenigen unter ihnen, die sich den religiösen Zwängen ihrer Gemeinschaften nicht unterordnen, zahlen dafür oft einen hohen Preis. Davon geben die hohen Selbstmordraten unter jungen Musliminnen in Deutschland beredtes Zeugnis. Eine Lehrerin aus NRW kommentiert das Pauschalurteil der GEI-Studie ausschließlich unter emotionalen Aspekten: „Wenn in Schulbüchern Religion diskriminierend behandelt wird, führt das dazu, dass Vorurteile gestärkt werden und dass muslimische Schüler sich nicht respektiert fühlen. Es behindert den Austausch und das sich auf gleicher Augenhöhe Begegnen“ (WAZ).</span></p>
<p>Gewiss, die Arbeit des GEI ist nicht ausschließlich eine wissenschaftliche. Seit den Tagen des Gründers Georg Eckert arbeitet es an gegenseitiger Aufklärung und Völkerverständigung im Sinne der Förderung gewaltfreier internationaler Beziehungen. Was aber, wenn bei einem aufrichtig geführten <a href="http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2007/1547/dialog-und-ruckgrat/" target="_blank">Dialog</a> mit der Erkenntnis auch das Erschrecken der Gesprächspartner übereinander wächst und fundamentale Unterschiede zutage treten? Muss beim Kulturdialog dann Schluss sein mit dem aufklärenden Teil, damit man weiter „auf Augenhöhe kommunizieren“ kann? Ist es dann nachrangig, ob die Inhalte dieser Kommunikation der Realität entsprechen. Im Zusammenhang mit der Islamischen Welt ging man am Georg-Eckert-Institut vor Jahren soweit, dass in einer vom Institut geförderten, vom AA finanzierten und 2003 erschienenen Studie israelische Geschichtsschulbücher von einer israelischen Historikerin und palästinensische von einem palästinensischen Erziehungswissenschaftler analysiert wurden.</p>
<p>Aufgrund der scheinbar besonders schwierigen Beziehungen zwischen Israelis und Palästinensern wurde auf das zuvor gängige Verfahren der gekreuzten Analyse, wonach ein Israeli die palästinensischen und ein Palästinenser die israelischen Schulbücher hätte analysieren müssen, verzichtet. Das Ergebnis war ein Verriss der israelischen Geschichtsbücher und eine Apologie der palästinensischen, obwohl aus meiner Sicht die meisten <a href="http://www.gei.de/fileadmin/bilder/pdf/Projekte/israel01.pdf" target="_blank">israelischen Schulbücher</a> differenzierter und mit mehr Empathie über den Konflikt der beiden Völker informierten als die palästinensischen. Aber während sich für den Märtyrer- und Dschihadkult in den palästinensischen Schulbüchern Rechtfertigungen und Relativierungen fanden, wurden in der Analyse der israelischen Schulbücher schon bestimmte Abbildungen von zionistischen Pionieren und Milizionären als hyper-nationalistisch problematisiert. Das AA aber hatte sein damaliges Ziel, eine offiziöse Entkräftung der internationalen Kritik an den palästinensischen Schulbüchern, erreicht, die mit europäischen und deutschen Geldern finanziert wurden.</p>
<p>Auf der Website <em>1001-idee.eu</em> des GEI erscheint der Antisemit Yussuf al-Qaradawi, Vorsitzender des Europäischen Rats für Fatwa und Forschung und Betreiber des Internetportals <em>Islamonline.net</em>, als Vertreter des Islams, der &#8220;vor allem in den USA und Israel&#8221; wegen seiner pro-palästinensischen Haltung (vgl. <a href="http://www.youtube.com/watch?v=HStliOnVl6Q">hier</a>) „umstritten“ ist. Tatsächlich <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Yusuf_al-Qaradawi" target="_blank"> befürwortet</a> dieser u. a. die Todesstrafe für die Abkehr vom Islam und dass Männer ihre Ehefrauen züchtigen. Würden christliche, jüdische oder hinduistische Religionsvertreter mit ähnlich reaktionären Ansichten den Wissenschaftlern des Instituts auch als „umstritten“ gelten?</p>
<p>Steht also das Georg-Eckert-Institut vielleicht hier und da in der Gefahr Wissenschaftlichkeit auf dem Altar der Völkerharmonie und des Religionsfriedens zu opfern? Von Schulbuchautoren und Lehrern erhoffe ich mir jedenfalls, dass sie unerfreuliche Tatsachen, gleich ob über den Islam oder andere Themen, nicht zugunsten einer scheinbaren Harmonie oder dem Wunschdenken nach Gleichheit zwischen Kollektiven in der Schulklasse oder in der Gesellschaft unter den Teppich kehren oder verschleiern. Darin sollten sie sich auch nicht von pauschalen Verlautbarungen wissenschaftlicher oder diplomatischer Autoritäten beirren lassen.</p>
<p><em>Der Autor war als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am GEI von 2002 bis 2006 für Projekte mit den arabischen Ländern und Israel zuständig. Seine Dissertation über säkulare und religiöse Staats- und Gesellschaftskonzepte in libanesischen Schulbüchern erscheint dieses Jahr beim Ergon-Verlag.</em></p>
<p>&#8212;</p>
<p>Siehe auch: <a href="http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/schulbuchskandal1/" target="_blank">Schulbuchskandal</a></p>
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		<title>Islamistisch-rechtspopulistische Gemeinsamkeit</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Sep 2011 17:30:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Riexinger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am Donnerstag (15.9.) wird in Dänemark der neue Folketing gewählt. In Kopenhagen begleitet den Wahlkampf eine Kampagne zur Einschüchterung muslimischer Politiker und Wähler. So wurden der linkssozialistischen Politikerin Özlem &#199;eki&#231; die Hälfte ihrer Wahlplakate gestohlen. Jene der sozialdemokratischen Kandidatin Yıldız Akdoğan wurden mit Aufklebern zugekleistert, auf denen zu lesen ist: &#8220;Gott steht zu Gesetze zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Donnerstag (15.9.) wird in Dänemark der neue Folketing gewählt. In Kopenhagen begleitet den Wahlkampf eine Kampagne zur Einschüchterung muslimischer Politiker und Wähler. So wurden der linkssozialistischen Politikerin Özlem &Ccedil;eki&ccedil; die Hälfte ihrer Wahlplakate <a href="http://jp.dk/indland/indland_politik/article2542293.ece">gestohlen</a>. Jene der sozialdemokratischen Kandidatin Yıldız Akdoğan wurden mit Aufklebern <a href="http://politiken.dk/politik/ECE1373423/haervaerk-mod-valgplakater-demokrati-er-hykleri/">zugekleistert</a>, auf denen zu lesen ist: &#8220;Gott steht zu Gesetze zu erlassen &#8211; Demokratie ist Heuchelei &#8211; zur Hölle mit Heuchelei&#8221;, der linkssozialisische Kandidat Kamal Qureshi wurde gar <a href="http://politiken.dk/politik/ECE1376193/sf-ordfoerer-overfaldet-under-ramadan-fest/">physisch bedrängt</a>, als er anlässlich des Festes zum Ende des Ramadans Glückwunschkarten verteilte.</p>
<p>Muslimische Politiker machen die international agierende islamistische Organisation Hizb at-Tahrir (Befreiungspartei) für diese Kampagne verantwortlich. Sie bestreitet jedoch hinter diesen Aktionen zu stehen. &#8220;Unsere Organisation ist dafür bekannt, Argumente statt Gewalt zu gebrauchen&#8221; <a href="http://politiken.dk/politik/ECE1388834/hizb-ut-tahrir-vi-har-ikke-taenkt-os-at-staa-og-true-til-ikke-at-stemme/">sagte</a> Chadi Freigeh, der Medienbeauftragte für Skandinavien, der Zeitung &#8220;Politiken&#8221;. Tatsächlich verkündet die Hizb at-Tahrir jedoch, dass wer sich an der Wahl beteilige, sich zu westlichen Werten bekenne. Daneben werben jedoch auch Salafisten aktiv für einen Wahlboykott. Gegenüber dem Boulevardblatt &#8220;Ekstra Bladet&#8221; <a href="http://ekstrabladet.dk/nyheder/politik/danskpolitik/article1614391.ece">offenbarte</a> sich einer von ihnen als Fan von Pia Kjærsgaard, der Führerin der rechtspopulistischen Dänischen Volkspartei: &#8220;Sie sagt Demokratie und Islam passen nicht zusammen, Sie hat recht, die Dänische Volkspartei hat recht, genauso ist es.&#8221;<br />
________________________<br />
Nachtrag 15.09.2011</p>
<p>Vor einem Wahllokal in Kopenhagen versuchten heute tatsächlich einige junge Muslime, Wähler von der Stimmabgabe <a href="http://politiken.dk/politik/ECE1394031/unge-muslimer-skraemmer-folk-fra-at-stemme/">abzuhalten</a>.<br />
________________________<br />
Nachtrag 13.09.2011</p>
<p>Einen recht fehlerhaften <a href="http://www.tagesspiegel.de/meinung/nur-idioten-fuerchten-den-islam-nicht/4602100.html">Artikel</a> zu Pia Kjærsgaard gibt es heute im &#8220;Tagesspiegel&#8221;. Die Frage, ob sie attraktiv ist, ist wohl Geschmackssache, doch ist sie 1972 nicht der Dänischen Volkspartei beigetreten, sondern der Fortschrittspartei. Diese Partei war in der Tat eine Partei von Steuerrebellen. Kjærsgaard führte  1995 die Riege derer an, die sich von der Fortschrittspartei absetzten, um die Dänische Volkspartei zu gründen. Die Dänische Volkspartei richtete sich dann im Gegensatz zur Fortschrittspartei sozialstaatlich aus, und profilierte sich als Verteidiger von Renterninteressen.</p>
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		<item>
		<title>Neulich, in Aubervilliers</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Aug 2011 17:11:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Kreutz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blick auf den Westen]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Globalisierung]]></category>
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		<description><![CDATA[
Wer in Paris vom Gare du Nord in nördlicher Richtung nach Aubervilliers und La Courneuve fährt, passiert unzählige Halal-Imbisse und -metzgereien, die dort das Strassenbild dominieren – allenfalls unterbrochen von ostasiatischen Geschäften. Daran ist nichts schlimmes oder beunruhigendes, aber es zeigt, wie drastisch sich in den letzten Jahrzehnten in Frankreich die Herkunftsverhältnisse verschoben haben.
Von daher [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-full wp-image-11822 alignleft" title="lacourneuve" src="http://www.transatlantic-forum.org/blog/wp-content/uploads/2011/08/lacourneuve.jpg" alt="La Courneuve" width="539" height="397" /></p>
<p>Wer in Paris vom Gare du Nord in nördlicher Richtung nach <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Aubervilliers" target="_blank">Aubervilliers</a> und La Courneuve fährt, passiert unzählige Halal-Imbisse und -metzgereien, die dort das Strassenbild dominieren – allenfalls unterbrochen von ostasiatischen Geschäften. Daran ist nichts schlimmes oder beunruhigendes, aber es zeigt, wie drastisch sich in den letzten Jahrzehnten in Frankreich die Herkunftsverhältnisse verschoben haben.</p>
<p>Von daher ist es auch keine Überraschung zu erfahren, dass in Frankreich die Zahl der praktizierenden Muslime die der praktizierenden Katholiken mittlerweile <a href="http://www.hudson-ny.org/2355/france-islam-overtaking-catholicism" target="_blank">übertroffen hat</a>.</p>
<p>Natürlich kochen einige Leute daraus wieder ihr Süppchen. Während der Nationalist Le Pen in der zunehmenden Präsenz des französischen Islam eine Form der Besatzung sieht, will Frankreichs Obermufti Bubakeur jede neue Moschee als Beitrag zur Integration verkaufen.</p>
<p>Das eine ist so absurd wie das andere. Entscheidend ist vielmehr, welche Werte vertreten werden. Und es lässt sich empirisch zeigen, dass es unter europäischen Muslimen eine <a href="http://www.google.de/url?sa=t&amp;source=web&amp;cd=1&amp;ved=0CCQQFjAA&amp;url=http%3A%2F%2Fweb.hks.harvard.edu%2Fpublications%2FgetFile.aspx%3FId%3D336&amp;rct=j&amp;q=Muslim%20Integration%20into%20Western%20Cultures%3A%20Between%20Origins%20and%20Destinations&amp;ei=mUVNTpDmDcbm4QSc-KWrBw&amp;usg=AFQjCNFezktrLQl0mElLLA_CqRQuGscR4A&amp;sig2=Dm00ea5r3ErogfCIDK5IGQ&amp;cad=rja" target="_blank">Tendenz</a> zu den Wertevorstellungen der Bevölkerungsmehrheit gibt.</p>
<p>(Foto: Strasse in La Courneuve / M. Kreutz 2011.)</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Zwischenruf zum &#8220;Burka-Verbot&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Apr 2011 12:24:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefanie Galla</dc:creator>
				<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.transatlantic-forum.org/?p=11385</guid>
		<description><![CDATA[Liebe FeministInnen, 
die Ihr gegen das „Burka-Verbot“ in Frankreich argumentiert, um für die Selbstbestimmtheit der Frauen zu streiten; warum nur für Frauen und nicht auch für Männer? 
Viele gute Argumente las ich von Euch. Angefangen damit, dass jede Frau das Recht haben muss, zu entscheiden, was sie anzieht bis hin zu den zahlreichen Vorteilen einer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe FeministInnen, </p>
<p>die Ihr gegen das „Burka-Verbot“ in Frankreich argumentiert, um für die Selbstbestimmtheit der Frauen zu streiten; warum nur für Frauen und nicht auch für Männer? </p>
<p>Viele gute Argumente las ich von Euch. Angefangen damit, dass jede Frau das Recht haben muss, zu entscheiden, was sie anzieht bis hin zu den zahlreichen Vorteilen einer Burka. Allem voran genannt sei hier, dass BurkaträgerInnen, nicht mehr abgelenkt durch <a href="http://www.muenster.org/draussen/pdf/draussen0510.pdf">Beschäftigung</a> mit dem eigenen Äußeren, die Schönheit der Welt viel intensiver wahr nehmen können und ihnen die Burka als Schutz vor <a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/rechte-von-musliminnen-wille-zur-huelle-1.1006914">Entblößung </a>dient.  </p>
<p>Wenn denn nun aber die Burka so viele tolle Vorzüge bietet, warum machen Männer keinen Gebrauch von ihr? Warum fordert Ihr das Recht, eine Burka zu tragen, nur für Frauen ein? </p>
]]></content:encoded>
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		<title>Archaische Triebe</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Apr 2011 16:42:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Kreutz</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Neoirrationalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Religion & Moderne]]></category>
		<category><![CDATA[Welt des Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Kopftuch]]></category>

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		<description><![CDATA[Dass das islamische Kopftuch aus tausenderlei Gründen getragen wird, haben wir schon oft gehört. Die Kelek-Kritikerin Khola Maryam Hübsch weist in der FAZ darauf hin, dass mindestens ein Grund davon keiner ist, nämlich der, dass das Kopftuch der Abschirmung einer vermeintlichen Triebhaftigkeit des Mannes diene – eine These, die vor allem Necla Kelek vertreten hat. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span>Dass das islamische Kopftuch aus tausenderlei Gründen getragen wird, haben wir schon oft gehört. Die Kelek-Kritikerin Khola Maryam Hübsch weist in der FAZ darauf hin, dass mindestens ein Grund davon keiner ist, nämlich der, dass das Kopftuch der Abschirmung einer vermeintlichen Triebhaftigkeit des Mannes diene – eine These, die vor allem Necla Kelek vertreten hat. Überhaupt, so Hübsch weiter, gibt es doch eine Studie</span><span> von 2009, derzufolge </span><span>91 Prozent der befragten Frauen sagen,  sie verhüllten sich aus religiösen Gründen. </span><span>Wie man diese religiösen Gründe <a href="http://www.faz.net/p/Rub013457531D514A289550C982F21BCDBF/Dx1~E0A5C9DD1F769A008C37867E1FCCDCA41~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">zu verstehen hat</a>, weiss Frau Hübsch auch:</span></p>
<blockquote><p><span>Gleichzeitig fragen sich muslimische  Feministinnen, ob im Zeitalter von Sendeformaten wie &#8220;Germany&#8217;s Next  Topmodel&#8221;, bei denen eine ganze Generation von jungen Mädchen darauf  getrimmt wird, den männlichen Blick zu internalisieren und Männern zu  gefallen, der islamistische Patriarch nicht bloß durch einen mit  kapitalistisch orientierten Interessen kompatiblen Patriarchen ersetzt  wird. Das Kopftuch wird dann auch zu einem Ausdruck gegen die  Sexualisierung und Vermarktung der Frau. Die Kultur dagegen, die sich in  der Unterhaltungs- und Werbeindustrie manifestiert, lässt den Einzelnen  nicht unbedingt als vernunftbegabtes Wesen erscheinen, wird hier doch  auf primitivste Weise an archaische Triebe appelliert. </span></p></blockquote>
<p>Klassisches Eigentor.</p>
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		<title>Was man alles unter der Scharia verstehen kann</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Mar 2011 20:04:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Germano Stavridis</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arabische Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik des Paternalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Linke Schwärmereien]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
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		<category><![CDATA[Welt des Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Scharia]]></category>

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		<description><![CDATA[Welche Früchte die Jasmin-Revolution in Ägypten und anderswo zeitigen mag, wagen auch die Nahost-Experten nicht vorauszusagen, die meist nicht mehr wissen, als was man am Vortag schon in den Zeitungen lesen konnte. Aber gesetzt den Fall, die politische Zukunft all der arabischen Länder, die ihre Diktatoren abgeschüttelt haben oder noch abschütteln werden, stünde ganz im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Welche Früchte die Jasmin-Revolution in Ägypten und anderswo zeitigen mag, wagen auch die Nahost-Experten nicht vorauszusagen, die meist nicht mehr wissen, als was man am Vortag schon in den Zeitungen lesen konnte. Aber gesetzt den Fall, die politische Zukunft all der arabischen Länder, die ihre Diktatoren abgeschüttelt haben oder noch abschütteln werden, stünde ganz im Zeichen der Scharia, wäre das nicht ein Rückschritt? Kommt darauf an, was man unter Scharia versteht, <a href="http://www.fr-online.de/kultur/-die-scharia-ist-kein-feststehender-kodex-/-/1472786/7677280/-/view/asFirstTeaser/-/index.html" target="_blank">weiss</a> eine Expertin aus Berlin:</p>
<blockquote><p>Für viele Muslime – und zwar nicht nur die Islamisten unter ihnen – gibt  es in der Tat nur die eine Scharia. In der Realität stellen wir jedoch  fest, dass religiöse Autoritäten über die Jahrhunderte hinweg  unterschiedliche Konzepte von Scharia entwickelt haben und  unterschiedliche <span id="plista_intext_hidden_3">Einzelregelungen</span> und dass auch in den Ländern, die von sich behaupten, die Scharia  anzuwenden, unterschiedliche Varianten  in die Praxis umgesetzt werden. (&#8230;) Es herrscht hier eine große Spannbreite, Muslime verstehen unter Scharia durchaus Unterschiedliches.</p></blockquote>
<p>Und so gross ist die <a href="http://www.zeit.de/2011/09/P-Scharia?page=all" target="_blank">Spannbreite</a>:</p>
<blockquote><p>Problematisch bleibt die Idee der bürgerlichen Gleichheit und Freiheit,  zumindest wenn hier die westeuropäische Gesellschaft des frühen 21.  Jahrhunderts den Maßstab gibt. Frauen und Nichtmuslime sind nach  herkömmlichem Scharia-Verständnis den männlichen Muslimen nicht in allen  Bereichen gleichgestellt. In dieser Frage ist allerdings einiges in  Bewegung: Politische Rechte wie das aktive und passive Wahlrecht aller  Bürger unabhängig von Religionszugehörigkeit und Geschlecht werden  leichter zugestanden als die völlige Gleichstellung in zivilrechtlichen  Dingen. Nicht anders war es ja lange genug in westlichen Gesellschaften.</p></blockquote>
<p>Doch wohin führt das, was da in Bewegung gerät? – Genau dorthin:</p>
<blockquote><p>Eng bleiben die Grenzen im Bereich der religiösen, künstlerischen,  akademischen und sexuellen Freiheit: Moral wird in islamischen Kreisen  ganz groß geschrieben, und ihr Begriff von »Korruption« beschränkt sich  nicht auf das Feld der Ökonomie. Daher ist die Geschlechterordnung im  gesellschaftlichen Diskurs zentral – und nicht nur unter Islamisten.</p></blockquote>
<p>Grosse Spannbreite innerhalb enger Grenzen: So fortschrittlich kann die Scharia sein.</p>
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		<title>Solidarität mit den Kopten</title>
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		<pubDate>Fri, 07 Jan 2011 11:09:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefanie Galla</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Religion & Moderne]]></category>
		<category><![CDATA[Transatlantisches]]></category>
		<category><![CDATA[Welt des Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Muslime im Westen]]></category>
		<category><![CDATA[Terrorismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer Solidarität von anderen fordert, sollte selbst auch aktiv werden. Ich fragte am Mittwoch bei der koptischen Gemeinde in Düsseldorf an, ob man sich über einen Besuch zum Weihnachtsgottesdienst freuen würde oder ob das eher beeinträchtigend für die Feierlichkeiten wäre.  Man würde sich über Besucher sehr freuen und so fuhr ich gestern nach Düsseldorf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2011/10805/muslime-wollen-koptische-kirchen-bewachen/">Wer Solidarität von anderen fordert</a>, sollte selbst auch aktiv werden. Ich fragte am Mittwoch bei der koptischen Gemeinde in Düsseldorf an, ob man sich über einen Besuch zum Weihnachtsgottesdienst freuen würde oder ob das eher beeinträchtigend für die Feierlichkeiten wäre.  Man würde sich über Besucher sehr freuen und so fuhr ich gestern nach Düsseldorf zu der St. Maria Kirche. Zunächst fiel mir auf, dass ich weit und breit keine Polizei sah. Nicht einmal ein Polizeiwagen stand vor der Kirche und dies obwohl doch in den Medien zu lesen war, dass die Behörden die koptischen Kirchen wegen Terrordrohungen bewachen würden. Ich wurde sehr freundlich begrüßt und zu einem Sitzplatz geführt. Überhaupt war es auffallend, wie herzlich die Menschen dort miteinander umgingen.  </p>
<p>Nachdem die eigentliche Weihnachts-Zeremonie beendet war, kam der Priester auf den Anschlag in Alexandria in der Neujahrsnacht zu sprechen. Der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider sprach später aus, was ich auch gedacht hatte, die Botschaft von Frieden und Liebe hätte nicht eindrucksvoller von Pater Boules N. Shehata  vermittelt werden können. Die lange leidvolle Geschichte der Kopten in Ägypten klang in seinen Worten durch ohne jede Bitterkeit. Er sprach von Religionsfreiheit und Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau als fundamentale Menschenrechte. Dass er erst wenige Stunden vor dem Gottesdienst erfahren habe, dass erneut eine Bombe vor einer koptischen Kirche in Ägypten gefunden worden sei. Diese aber entschärft werden konnte und so weiteres Unglück verhindert wurde. Dass die Kopten Leid gewohnt sein, aber ertragen können und daran erstarken würden.</p>
<p>Shehata ging sehr ausführlich darauf ein, dass er dankbar für die Solidarität sei, die seiner Kirche in den letzten Tagen zuteilwurde. Ob darin auch ein, leider erst in den letzten Tagen, müssen wir doch schon so lange leiden, enthalten war und ob er Vorwürfe an die ägyptischen Behörden und die muslimische Gesellschaft vermieden hat, um die Kopten in Ägypten nicht zu gefährden, würde nichts an dem Tenor, dass man für seine Feinde beten und kein Schwert benutzen solle, ändern. </p>
<p>Einer Frau, die als muslimische Schwester vorgestellt wurde, und die unter unterdrücktem Schluchzen erklärte, dass sie nicht sehe, dass sich in Ägypten etwas zum Besseren für die Kopten wandeln könne, erwiderte Shehata, dass man die Hoffnung nicht aufgeben dürfe. Überhaupt wurde viel von muslimischen Schwestern und Brüdern gesprochen, die auch in Ägypten an der Seite der Kopten stünden und auch das Schluchzen war keine Ausnahme. Hinter mir saß eine junge Frau, deren Tränen in Strömen flossen. Dennoch war die Stimmung des Abends nicht bedrückend.  Auch eine Botschaft des koptischen Papstes aus Ägypten wollte Zuversicht verbreiten, sorgt Euch nicht um uns, es geht uns gut. </p>
<p>Aiman A.Mazyek, der Vorsitzende des ZDM, sprach ebenfalls sein Mitgefühl aus. Er fand deutliche Worte zu dem jüngsten Anschlag und erklärte den Kopten seine Solidarität. Auch er sprach von Schwestern und Brüdern im Zusammenhang mit den Kopten.  Und dann erzählte er, dass Muslime zu den koptischen Christen eine besondere Beziehung hätten. Seien diese es doch gewesen, welche der ersten muslimischen Gemeinde Asyl gewährt hätten. Das sei im kollektiven Gedächtnis der Muslime gespeichert. </p>
<p>Wie bekannt wurde, wollte Mazyek mit einer großen Delegation an dem Gottesdienst teilnehmen. Dies war nicht möglich wegen der beschränkten Räumlichkeiten. Seine Erklärung zu dem Anschlag in der Neujahrsnacht hätte nicht deutlicher ausfallen können. Es wäre damit unfair ihn zu fragen, wie es zu der kollektiven Dankbarkeit der Muslime passe, dass <a href="http://www.welt.de/debatte/kommentare/article11985107/Alexandria-hat-sich-in-der-Diktatur-verloren.html">sie Kopten in Ägypten verfolgen, diskriminieren und sogar ermorden</a>. Diese Frage drängt sich dennoch auf und zeigt, es ist nicht möglich, hierbei zur Abgrenzung eine klare Linie zwischen Muslimen und Islamisten zu ziehen. In zu weiten Teilen der Bevölkerung Ägyptens bestehen Ressentiments gegenüber den Kopten, nicht nur bei radikalisierten Moslems. Auch findet von behördlicher Seite Diskriminierung der Kopten statt. Die Religionsfreiheit ist nicht gewährleistet. Es gibt auch in Ägypten Moslems, die sich an die Seite der Kopten stellen und für deren Rechte eintreten. Alle anderen aber als Islamisten abzutun, wird der Sache nicht gerecht. Ebenso wenig kann man allerdings Muslime in Deutschland für das verantwortlich machen, was ihre Glaubensbrüder in Ägypten anrichten.  </p>
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		<title>Muslime wollen koptische Kirchen bewachen</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Jan 2011 14:59:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefanie Galla</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Union]]></category>
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		<description><![CDATA[Wie die Welt berichtet, haben die drei größten muslimischen Verbände in den Niederlanden angeboten, die Kopten vor islamistischem Terror zu beschützen, indem sie deren Gotteshäuser bewachen wollen. Das ist weitaus mehr als eine Distanzierung von den Verbrechen al-Qaidas. 
Die christlichen Kirchen sollten darüber nachdenken, ob sie sich diesem Angebot anschließen, um damit ebenfalls Solidarität gegenüber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie die <em><a href="http://www.welt.de/politik/ausland/article11969657/Muslime-wollen-koptische-Kirchen-bewachen.html">Welt</a></em> berichtet, haben die drei größten muslimischen Verbände in den Niederlanden angeboten, die Kopten vor islamistischem Terror zu beschützen, indem sie deren Gotteshäuser bewachen wollen. Das ist weitaus mehr als eine Distanzierung von den Verbrechen al-Qaidas. </p>
<p>Die christlichen Kirchen sollten darüber nachdenken, ob sie sich diesem Angebot anschließen, um damit ebenfalls Solidarität gegenüber den koptischen Christen zu zeigen. Obwohl das Christentum weltweit die am häufigsten verfolgte Religionsgemeinschaft ist (<a href="http://www.welt.de/print/welt_kompakt/print_politik/article11942578/Christen-werden-weltweit-verfolgt.html">100 Millionen Christen in etwa 50 Ländern</a>), konnte man in Europa kaum wahrnehmen, dass sich Christen mit ihren bedrohten Glaubensbrüdern solidarisierten. Überhaupt hörte man selten jemanden, der für die Rechte dieser Christen eintrat, auch wenn in den letzten Wochen diese Stimmen mehr wurden. Aber nicht nur deshalb sollten sich auch nichtchristliche Gruppen gemeinsam mit den niederländischen Muslimen vor die koptischen Christen und gegen al-Qaida stellen. Man könnte so Islamisten signalisieren, Terror wird den Westen nicht spalten, sondern zusammen schweißen. </p>
<p>Das Angebot der islamischen Verbände werde ernsthaft überprüft, so die <em>Welt</em>. Ob es umsetzbar ist und zwar ohne dass sich Muslime in Gefahr begeben, werden die niederländischen Behörden entscheiden. Unabhängig von dem Ergebnis zeigt dieser Vorschlag, wie weit die niederländischen Muslime zu gehen bereit sind, um sich gegen islamistischen Terror zu positionieren. Ein deutlicheres Zeichen, dass Muslime diesen Terror ablehnen, ist kaum zu senden &#8211; sowohl an die europäische Gesellschaft als auch an Islamisten weltweit. </p>
<p>Update: <a href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article11976607/Ja-wir-haben-Angst-Alle-leben-in-grosser-Angst.html">Hier</a> finden Sie ein Interview mit Bischof Anba Damian, der die Kopten in Deutschland vertritt. </p>
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		<title>Apologetik II</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Dec 2010 09:00:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Kreutz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arabische Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung & Wissenschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Seit Said und Foucault ist die Produktion von Wissen als Instrument von Herrschaft ist ein Steckenpferd vieler westlicher Intellektueller. Dieser theoretische Ansatz, der weniger von Erkenntnis als von Paternalismus getrieben ist, findet eine zunehmende Institutionalisierung auch an deutschen Universitäten.
Eine deutsche Genderforscherin zeigt im Interview am eigenen Beispiel, wohin das führt. Auf die Frage, ob es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit Said und Foucault ist die Produktion von Wissen als Instrument von Herrschaft ist ein Steckenpferd vieler westlicher Intellektueller. Dieser theoretische Ansatz, der weniger von Erkenntnis als von Paternalismus getrieben ist, findet eine zunehmende Institutionalisierung auch an deutschen Universitäten.</p>
<p>Eine deutsche Genderforscherin zeigt im <a href="http://starke-meinungen.de/blog/2010/12/01/geschlecht-als-wissenskategorie/" target="_blank">Interview</a> am eigenen Beispiel, wohin das führt. Auf die Frage, ob es &#8220;nicht einen fundamentalen Gegensatz [gibt] zwischen einer aufgeklärten  Gesellschaft, in der die Unterdrückung der Frau als anstößig gilt, und  einer religiös bestimmten Gesellschaft, in der ihre Emanzipation als  anstößig gilt?&#8221; entgegnet sie:</p>
<blockquote><p>Natürlich sind diese Gesellschaften sehr unterschiedlich. Aber vieles  von dem, was mit „dem Islam“ in Verbindung gebracht wird, ist eher  archaisch als islamisch. Die Klitoris-Beschneidung zum Beispiel, die ja  auch bei christlichen Kopten durchgeführt wird, ist nichts Islamisches.  Oder der Ehrenmord. Den gab es in Griechenland, auf Kreta bis in die  1950er, 1960er Jahre hinein.</p></blockquote>
<p>Wenn andere Gesellschaften als die islamisch geprägten ähnliche Probleme haben, warum ist dann der Islam aus dem Spiel? Im übrigen mag es ja sein, dass Genitelverstümmelung und Ehrenmorde nichts mit dem Islam zu tun haben, aber diese Argumentation ist nicht geeignet, die These zu widerlegen: Zum einen kann auch Südosteuropa ein Modernisierungsproblem haben, zum anderen gibt es die Blutrache (das ist wohl gemeint) auf Kreta eben nicht mehr.</p>
<blockquote><p>Und dann: im islamischen Raum gab es eine Blüte der Wissenschaft, die  erst im 12. und 13. Jahrhundert zu uns kam und zum großen Wissensschub  und Säkularisierungsschub der christlichen Welt beitrug…</p></blockquote>
<p>Die grosse Blüte der Wissenschaft im islamischen Raum lässt sich allerdings nicht so ohne weiteres dem <a href="http://diepresse.com/home/kultur/news/378506/Rmi-Brague_Das-islamische-Volk-ist-das-belogenste" target="_blank">Islam zuschreiben</a>. Und weiter:</p>
<blockquote><p>Im Übrigen halte ich es auch nicht für einen Zufall, dass der  Säkularisierungsprozess in der christlichen Welt eingesetzt hat: Die  Aufklärung verdankt sich, viel mehr als sie sich selbst hat träumen  lassen, christlichen Paradigmen.</p></blockquote>
<p>Und weil das so ist, legt das im Umkehrschluss zumindest die Vermutung nahe, dass die andere Entwicklung, die die Islamische Welt genommen hat, vielleicht auch etwas mit dem Islam zu tun haben könnte. Ich gebe Frau von Braun recht, dass es zu einfach ist, &#8220;den Islam generell mit Rückständigkeit zu identifizieren.&#8221; Aber ist das Gegenteil, nämlich den Islam als kulturellen Faktor immer dann auszuschliessen, wenn die Rede von Problemen in der Islamischen Welt ist, nicht ebenso wohlfeil?</p>
<p>Damit kommen wir zum Schlagwort vom &#8220;Pinkwashing&#8221;, der angeblichen Neigung, die relative Toleranz westlicher Länder, darunter Israel, gegenüber Homosexuellen, zum Ausdruck kultureller Überlegenheit gegenüber repressiveren Gesellschaften zu deuten. Denn:</p>
<blockquote><p>Wenn Berlin zum Beispiel das eigene Image einer schwulenfreundlichen  Stadt verwenden würde, um das nahegelegene Polen abzuwerten, wäre das  problematisch. Tut Berlin zum Glück nicht.</p></blockquote>
<p>Und wenn es das tun würde, könnte Polen das nicht sportlich nehmen und mit Deutschland um die offenere Gesellschaft konkurrieren? Anders gesagt: Warum muss der Mangel an Liberalität in islamischen (und anderen) Gesellschaften von westlichen Intellektuellen überhaupt in Schutz genommen werden?</p>
<p>Vielleicht wäre ein Appell an die entsprechenden Länder, den Fortschritt der anderen als Herausforderung zu begreifen, doch die bessere Wahl.</p>
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		<title>Apologetik I</title>
		<link>http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2010/10732/apologetik-1/</link>
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		<pubDate>Sun, 12 Dec 2010 10:00:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Kreutz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Religion & Moderne]]></category>
		<category><![CDATA[Welt des Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunftsfragen]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Moderne]]></category>

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		<description><![CDATA[Vielleicht schreibe ich doch noch einmal ein Buch unter dem Titel &#8220;Die 100 grössten Irrtümer über den Islam und die Islamische Welt.&#8221; So bald jedoch werden die typischen, reflexartig vorgebrachten Argumente der Islamapologeten nicht verschwinden.
Um es gleich vorwegzunehmen: Ich sehe nicht, warum Islam und Moderne sich nicht miteinander versöhnen liessen. Aber ich sehe auch, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vielleicht schreibe ich doch noch einmal ein Buch unter dem Titel &#8220;Die 100 grössten Irrtümer über den Islam und die Islamische Welt.&#8221; So bald jedoch werden die typischen, reflexartig vorgebrachten Argumente der Islamapologeten nicht verschwinden.</p>
<p>Um es gleich vorwegzunehmen: Ich sehe nicht, warum Islam und Moderne sich nicht miteinander versöhnen liessen. Aber ich sehe auch, dass der Islam einen durchaus ungünstigeren Kontext für die Entstehung einer Moderne bietet (was auch immer wir im einzelnen darunter verstehen wollen) als andere Religionen.</p>
<p>Die <a href="http://www.migazin.de/2010/12/10/warum-die-muslime-so-ruckstandig-sind/" target="_blank">Einwände einer </a><a href="http://lamya-kaddor.de/blog/?p=83" target="_blank">deutschen Islampädagogin</a> gegen die These vom Zusammenhang zwischen Islam und einem Mangel an Fortschritt in der Islamischen Welt sind eben auch deshalb unhaltbar, weil sie zum Teil der eigenen Intention widersprechen. Die Islamische Revolution in Iran 1979 lediglich als Folge westlicher Einmischung verstehen zu wollen, ist dagegen eher Ausdruck mangelnder Geschichtskenntnisse:</p>
<blockquote><p>Und wenn wir schon dabei sind, fragen wir uns doch auch gleich, wie  viele fremdländische Kulturen im Gegenzug eigentlich in Deutschland,  Frankreich und Großbritannien die Geschicke manipuliert haben? Richtig,  keine!</p></blockquote>
<p>Immerhin haben die Westmächte nach dem Ende des 2. Weltkriegs ganz erheblich die Geschicke Deutschlands bestimmt, das Bundesland Nordrhein-Westfalen ist sogar eine Gründung der Briten (das darf auch einer Religionspädagogin bekannt sein). Die Strukturprobleme im Ruhrgebiet erklärt es nicht. Übrigens: Die Deutschen waren einmal in Frankreich, dessen Geschicke sie dort ganz erheblich manipuliert haben. Die Liberalität Frankreichs dauerhaft abzuschaffen ist ihnen jedoch nicht gelungen.</p>
<p>Was das Thema Bildung anbetrifft, so ist der Islam sicherlich nicht bildungsfeindlich und &#8220;Suchet das Wissen und sei es in China&#8221; gehört zu den populärsten Hadithen. Aber wer mit dem Begriff Iʿǧāz etwas anfangen kann, also der Unvergleichlichkeit des Koran, der weiss, dass dies nicht nur auf dessen poetische Qualitäten bezogen wird, sondern auch darauf, dass das heilige Buch des Islam vermeintlich Aufschluss über alle möglichen naturwissenschaftlichen und technischen Erkenntnisse zu geben in der Lage sein soll. Diese Haltung schliesst wissenschaftliches Denken nicht aus, begünstigt es aber auch nicht.</p>
<blockquote><p>Man sollte besser fragen, warum die USA so einen Riesenvorsprung in  allen Nobelpreis-Kategorien haben? Vielleicht sind US-Amerikaner ja  tatsächlich so viel intelligenter als Europäer, Asiaten und andere. Ich  glaub jedoch, es liegt weniger daran, dass eine Geburt in den  nicht-muslimischen USA mit der Weitergabe einer besonderen Intelligenz  verbunden ist. Ich glaube, es liegt eher daran, dass die  Wissenschaftslandschaft in den USA um einiges besser ist als anderswo.</p></blockquote>
<p>Woran das wohl liegen mag. Dass die Intelligenz ziemlich gleichmässig über den Erdball verteilt ist, sollte kein Gegenstand von Diskussion sein. Wenn das Problem aber nicht in einer Ungleichverteilung von Intelligenz begründet ist, müssen seine Ursachen in Staat oder Gesellschaft verortet werden. Die Möglichkeit, dass der Islam hierin wenigstens einen gewissen Faktor darstellt, wird durch diesen Einwand also nicht widerlegt.</p>
<blockquote><p>(&#8230;) wie konnte dann die islamische Welt  einst einen so großen Wissensvorsprung in allen Bereichen erzielen, während Europa im finsteren Mittelalter darben musste? Wer hätte wohl  vor einigen hundert Jahren die meisten Nobelpreise bekommen?</p></blockquote>
<p>Wäre unser Thema, welche Religion oder welche Kultur im Laufe ihrer Geschichte die meisten Punkte in Sachen Fortschritt sammelt, könnte man auf diese Weise argumentieren. Aber die Frage ist doch vielmehr: Wieso hat die Islamische Welt, vielleicht von Ausnahmen abgesehen, einen solchen Niedergang erlebt, während das westliche Europa eine gegenläufige Entwicklung durchgemacht hat?</p>
<p>Sicherlich lässt sich nicht alles mit der Religion begründen, zumal das Christentum auch seine problematischen Seiten hat. Aber warum soll die Religion andererseits als Faktor ausgeschlossen werden? Es fällt doch auf, dass die Länder mit einer protestantischen Prägung (man denke an die These von Max Weber) meist technisch fortschrittlicher und gesellschaftlich offener sind als Länder mit einer katholischen oder orthodoxen Prägung. Sollte das wirklich Zufall sein? Dass andere Faktoren auch eine Rolle spielen mögen, sei dabei unbenommen.</p>
<p>Das Problematische am Islam scheint mir überhaupt zum einen die starke Inanspruchnahme des einzelnen Gläubigen und mehr noch die deutliche Jenseitsbezogenheit zu sein. Beides müsste allerdings kein unüberwindliches Hindernis für einen Modernisierungsprozess darstellen, wenn es in der Islamischen Welt eine Aufklärung gegeben hätte, bzw. nicht gescheitert wäre.</p>
<p>Ein solcher Vorgang freilich wird nicht über die Religion ablaufen, weswegen eine Reform des Islam kaum weiterhilft und eher nur die Vorherrschaft des Religiösen besiegelt. Doch ich glaube an die Kraft der Veränderung. Wer möchte dagegenhalten?</p>
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