Frau, Gesellschaft und Fortschritt [TF-Dossier]
[In Bearbeitung …]
Liberia ist ein Land am Abgrund: Die Wirtschaft ist nicht am Ende, sie existiert praktisch nicht mehr; die Analphabetenrate liegt bei 70, die Arbeitslosigkeit bei 80%; der 14 Jahre dauernde Bürgerkrieg, der seit zwei Jahren zu Ende ist, hat viele Menschenleben gekostet und bürdet dem Land mit etwa 100.000 auf freiem Fuss befindlichen ehemaligen Milizionären ein stetes Sicherheitsrisiko auf.
Doch jetzt gibt es Hoffnung für Liberia: Demokratische Wahlen haben nicht nur das erste weibliche Staatsoberhaupt Afrikas gekürt, sondern mit Ellen Johnson-Sirleaf zudem einer erfahrenen und entschiedenen Verfechterin freier Marktwirtschaft an die Macht verholfen. Die Harvard-Absolventin und frühere Managerin der Citi-Bank hat auf ihre Agenda ein vereinfachtes Steuersystem, die Bekämpfung des Nepotismus, den Aufbau eines Verwaltungsapparates und Sicherheit von Personen und Eigentum gesetzt.
Kein Wunder, dass Johnson-Sirleaf die Wunschkandidatin der internationalen Gemeinschaft war. Womit wieder einmal ein linker Mythos zerplatzt, denn die Industrieländer haben nicht unbedingt ein Interesse daran, dass ein Land wie Liberia von willfährigen Lakaien des Westens regiert wird. Jedenfalls hat Frau Johnson-Sirleaf mit Blick auf einen dubiosen 900-Mio.-Dollar-Deal der Vorgängerregierung mit einem niederländischen Stahlunternehmen angekündigt, dass es nicht länger zu verantworten sei, “dass unsere Rohstoffe einfach verschleudert werden, während hierzulande eine Arbeitslosigkeit von 80% herrscht.”




























