Die Schlacht als himmlisches Skript: William McCants, The ISIS Apocalypse (2015)

Der scheinbare Aufstieg des sog. Islamischen Staates (IS) aus dem Nichts sowie seine beispiellose Grausamkeit, die er nicht etwa verbirgt, sondern in einer überaus professionell anmutenden Medienstrategie gezielt über die sozialen Netzwerke verbreitet, ist für die Weltöffentlichkeit Schrecken und Faszinosum zugleich. Der amerikanische Nahostfachmann William McCants hat nun in einer auf umfangreicher Auswertung von Originalquellen basierenden Publikation gezeigt, was den IS so einzigartig macht.

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Terroristen spüren den Druck

Die Terrororganisation des sog. “Islamischen Staates” spürt den Druck der Koalition. Das zeigt ein neues Video unter dem Titel “Kill them”, in dem sie ein Ende der Angriffe fordert. Darin versucht die Organisation einmal mehr, durch die Darstellung abgeschnittener Köpfe Schrecken hervorzurufen.

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Abscheu vor dem Westen

Never surrender

 

Nun ist ein Bekennerschreiben des IS-Todeskultes aufgetaucht. Wenn es authentisch ist, dann gibt es uns Aufschluss über die Motive für die feigen und ehrlosen Massaker, die der Kult in Paris angerichtet hat.

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Dschihadisten schenken sich nichts

Der sog. “islamische Staat” vertreibt seine Hasspropaganda in einem besonders aufwendigen, geradezu edel wirkenden Design, wie man ihn sonst nur von westlichen Hochglanzmagazinen kennt. Da will die Konkurrenz von der Nusra-Front, einem Ableger von al-Qaida, nicht nachstehen und hat eine eigene Publikation unters Volk gebracht, die in derselben Design-Liga spielt wie die Propaganda des “islamischen Staates” – und ist genau gegen diesen gerichtet.

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Mission impossible

Die Terrororganisation ISIS hat ein fünfzehnseitiges Traktat „Warum der islamische Staat?“ herausgebracht, der sich nicht an den Westen, sondern an die Muslime richtet. Darin wird der Praxis vieler Salafisten im Westen, die Glaubensfreiheit zur Mission zu nutzen, eine Absage erteilt, habe doch der Prophet selbst zuerst eine islamische Herrschaft errichtet und danach Mission betrieben, und das, obwohl die damalige Zahl der Muslime im Vergleich zu heute verschwindend gering war. Unter den Umständen, wie sie im Westen herrschen, sei eine Mission jedenfalls nicht möglich.

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Lektionen aus Ramadi

Dass die USA heute wieder Ramadi bombardieren, ist auch deshalb so bemerkenswert, weil vor etwa zehn Jahren von dort aus der Kampf gegen al-Qaida begonnen hatte. Bis zur Vertreibung der Terrororganisation im März 2007 galt die Stadt als Zentrum dschihadistischer Gewalt. Dass Ramadi ein zweites Mal an die Dschihadisten, dieses Mal vom ISIS, fallen konnte, musste also hohe Symbolwirkung haben. Das hätte nie passieren dürfen.

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Wie damit umgehen?

Nachdem der ISIS die Tabqa Airbase erobert hat, scheint nun Deir Ezzor an der Reihe zu sein. Dann wird die Terrortruppe nach Westen vorrücken, zum Militärflughafen Kuweires. Angeblich gehören ihr schon 100.000 Kämpfer an. Zulauf aus der Umgebung bekommen sie auch deshalb, weil die Staaten der Region korrupt sind, wenig Anlass für Vertrauen bieten und auf noch weniger Loyalität zählen können. Zudem soll das syrische Regime einen erheblichen Anteil am Aufstieg des ISIS haben.

Wie soll der Westen damit ungehen? Zunächst einmal: Der Erfolg der Truppe beruht nicht auf militärischem Genie. So wurde die Tabqa Airbase durch mehrere Wellen von Selbstmordattentätern erobert, die solange Lastwagen voller Sprengstoff auf das Areal zusteuerten, bis ihnen der Durchbruch gelang. Brutal einfach. Und die Dschihadisten verstehen es, ihre dokumentierte Menschenverachtung über die sozialen Netzwerke zu verbreiten.

Aber diese Rolle der unbesiegbaren Glaubenskrieger darf ihnen die westliche Öffentlichkeit nicht einfach abnehmen. Gerade die Propaganda, die die ISIS-Truppe verbreitet und die Schrecken und Ehrfurcht beim Betrachter hervorrufen soll, darf genau das nicht bewirken. Auch wenn es schwerfällt, in gewissenlosen Schurken einfältige Komiker oder einfach dumme Jungs zu sehen. Aber genau das sind sie. Beim britischen Telegraph” hat man einen vernünftigen Vorschlag gemacht:

What, then, can we do? Well, for a start, we can stop taking these losers at their own estimation. Let’s treat them, not as soldiers, but as common criminals. Instead of making documentaries about powerful, shadowy terrorist networks, let’s laugh at the pitiable numpties who end up in our courts. Let’s mock their underpants bombs and their half Jafaican slang and their attempts to set fire to glass and steel airports by driving into them and their tendency to blow themselves up in error.

Zwei Beispiele: Kürzlich wollte sich ein Dschihad-Begeisterter für seinen Trip nach Syrien einen Reisepass erschwindeln, nachdem seine Mutter ihm den alten weggenommen hatte. Ganz recht: Er wohnte noch bei seiner Mutter. Jetzt sitzt er in Untersuchungshaft, wo er von Syrien träumen kann. Zwei andere Dschihad-Fans erwiesen sich als nicht minder pubertär: Vor ihrer Reise nach Syrien kauften sie noch schnell bei Amazon ein: Und zwar zwei Bücher mit den Titeln “Islam für Dummies” und “Koran für Dummies”!

Solche Geschichten zeigen die andere Seite von Dschihadisten wie denjenigen des ISIS. Darauf hinzuweisen bedeutet keine Verhamlosung ihrer Greueltaten und einer militärischen Antwort auf das Vordringen des ISIS soll hier auch keine Absage erteilt werden. Wie  der Psychiater Andreas Marneros an Neonazis beobachtet hat, triumphieren diese erst “im Rudel“. In die Nestwärme extremistischer Kameradschaften geführt haben sie, so Marneros, “sozialpsychologische Defizite” und die “verzweifelte Suche nach einem persönlichen Image.”

Dschihadisten wie die des ISIS dürften kaum anders ticken. Solche Gruppen erhalten Zulauf von Verlierern, denen Erfolg und Anerkennung in der Gesellschaft versagt blieben und die als Mitglied in einer männerbündischen Gemeinschaft erstmals einen Sinn in ihrem Leben sehen. So schreibt der “Economist”:

“Poverty does not explain the lure of jihad for Western fighters. Many of them are quite middle-class. […] More plausible explanations are the desire to escape the ennui of home and to find an identity.”

Diese Leute müssen dringend entzaubert werden. Als Vorbild kann der Umgang mit dem Ku-Klux-Klan gelten. Der Ku-Klux-Klan, einst weithin gefürchtet, verbreitete Angst und Schrecken und machte durch seinen Brutalität ebenso wie durch seinen grotesken Mummenschanz von sich reden. Dann kam Stetson Kennedy. Der Journalist entzauberte den “Klan” in einer Serie von Artikeln, machte ihre kodierte Sprache und ihre geheimen Rituale öffentlich.

Innerhalb kurzer Zeit wandelte sich ihr Bild in der amerikanischen Öffentlichkeit. Die anfangs so furchteinflössende Bande verlor ihren Schrecken, als die Menschen sahen, wie albern und absurd der ganze Hokuspokus war – obwohl der “Klan” seine Skrupellosigkeit unter Beweis gestellt hatte. Es half alles nichts, auf einmal war der “Klan” nur noch ein Haufen von Spinnern in absurden Kostümen. Die Menschen kamen sogar zu dessen Zusammenkünften, um sich über ihn zu amüsieren.

Es hat mit dem Klu-Klux-Klan geklappt. Es sollte auch mit den ISIS-Typen klappen.

Die Aufschneider

Wer versucht, sich einen Überblick über die Lage in Syrien und dem Irak zu verschaffen, gerät sofort in den Sog der Propagandaschlacht. Übertreibung ist darin noch das harmloseste Mittel, manches ist schlicht grostesk. So behaupten Pro-Assad-Quellen, dass Abu Bakr al-Baghdadi, der Chef der ISIS-Terroristen, Jude sei, während Pro-ISIS-Kreise Assad zum israelischen Kollaborateur machen. Es wird hemmungslos gefälscht, Bilder aus dem Zusammenhang gerissen – und sogar Ereignisse behauptet, die nie stattgefunden haben.

Die ISIS-Terroristen (deren “islamischer Staat” immer noch auf Teile Syriens und Iraks begrenzt ist) haben das Assad-Regime bislang nicht ernsthaft in Gefahr bringen können – und das aller zur Schau gestellten Brutalität zum Trotz. Raqqa, eine im wüstenreichen Osten des Landes gelegene Zentren, ist das Herz des sog. islamischen Staates, der es wohl kaum jemals schaffen wird, im Westen des Landes Fuss zu fassen.

In diesem Zusammenhang sind die Versuche des ISIS, den Militärflughafen Tabqa zu erobern, besonders aufschlussreich. Die Militärbasis liegt keine fünfzig Kilometer westlich von Raqqa und bedeutet für die Ausbreitung des ISIS ein wesentliches Hindernis, denn die Terroristen verfügen über keine Flugzeuge oder Panzer.

Deshalb hatte ISIS vor etwa 14 Tagen einen heftigen Angriff auf den Militärflughafen Tabqa angekündigt. Und damit ging die Propagandaschlacht los. Seitdem jagte eine Meldung über den Sturm der bärtigen Dschihadisten die nächste, dauernd wurden Geländegewinne verkündet, und das auch von etablierten Medien.

Den Auftakt, so hiess es, habe ein Selbstmordattentat mit einem mit Sprengsoff gefüllten Lastwagen am Haupteingang des Flughafens gemacht, gefolgt von weiteren Sprengungen. Angeblich soll der Nachthimmel vom Feuer hell erleuchtet gewesen und die Erschütterungen bis in die nahegelegene Stadt Tabqa zu hören gewesen sein. Dann hiess es, der ISIS habe die Treibstofflager des Flughafens unter seine Kontrolle gebracht, die Übernahme des restlichen Flughafens sei nur noch eine Frage von Tagen, vielleicht auch nur Stunden.

https://www.youtube.com/watch?v=bemiyHidGng

Andere Quellen berichteten, dass die syrische Armee mitsamt ihrer Luftwaffe immer noch Angriffe auf Raqqa unternehme – was einen funktionsfähigen Stützpunkt voraussetzt. Eine anonyme Quelle, die das Portal “alaraby aljadid” zitierte, wusste sogar zu berichten, dass Abu Bakr al-Baghdadi, der dunkle Fürst der gottlosen Bartkrieger, die Stadt Raqqa mit unbekanntem Zielort verlassen haben soll und daraufhin die Angriffe der syrischen Luftwaffen auf Raqqa eingestellt worden seien.

Jetzt hiess es, dass auch die brennenden Treibstofflager, die den Nachthimmel erhellten (Bild), nichts anderes als die Stellungen der ISIS-Krieger selbst gewesen seien, die von oben herab beschossen worden waren. Bilder, auf denen dies zu sehen war, seien von der Propagandamaschine des ISIS als vermeintlicher Beleg dafür ausgegeben worden, dass der Militärflughafen kurz vor dem Fall stehe.

Wir haben es hier also zwei verschiedene Narrativen zu tun, von denen sich zunächst keine verifizieren liess. Bemerkenswert ist aber, dass der ISIS, der sonst keine Gelegenheit auslässt, seine Erfolge zu feiern, keinerlei Fotos vom eroberten Militärflughafen vorweisen kann. Demgegenüber kursieren in den sozialen Medien Bilder von angeblich getöteten ISIS-Kämpfern. Deren Zahl soll mittlerweile in die hunderte gehen. Unter den Toten soll sich auch Omar Abarrahman befinden, der Kommandeur der ISIS-Einheit.

Verifizieren lässt sich das alles nicht, aber da der angebliche Triumph der Dschihadisten propagandistisch nicht ausgeschlachtet wird, ist ein Sieg unwahrscheinlich. Umso groteskter mutet daher an, dass aus ISIS-Kreiser heraus immer noch behauptet wird, der Flughafen sei komplett eingenommen worden! Ein Propagandafilm der stolz die Einnahme des Flughafens verkündet, besteht jedoch nur aus Bildern, die jede Aussagekraft vermissen lassen. Tatsächlich deutet alles darauf hin, dass dieser militärische Sieg allein auf Twitter stattgefunden hat. Sympathisanten des Assad-Regimes reagieren darauf mit Hohn und Spott:

Warum der Tabqa Militärflughafen so schwer einzunehmen ist, könnte u.a. an einem ferngesteuerten Minensystem namens Shozar liegen, das dem Arsenal der Hisbollah entstammen soll. Diese Information kommt von einem Assad-Sympathisanten und muss nicht stimmen. Ein Videoclip aus den Spin-Laboren der Hisbollah soll die Effektivität dieses Systems zeigen. Realistischerweise darf man allerdings annehmen, dass ein solcher Militärflughafen gerade in Kriegszeiten mit mehr als nur mit Stacheldraht und Schäferhunden gesichert wird.

Demgegenüber hat der ISIS kaum mehr als Handfeuerwaffen, Haubitzen und Mörsergranaten vorzuweisen. Wer sich auf YouTube die Videos anschaut, die von den Rebellen selbst hochgeladen werden, sieht immer nur landschaftlich geprägte Gegenden, niemals städtische Zentren, in denen Kampfhandlungen stattfinden. Im Klartext: Ausser Raqqa hat ISIS keine grössere syrische Stadt unter seine Kontrolle bringen können. Selbst das ebenfalls im Osten gelegene Deir Ezzor, wo die Islamisten ein Massaker angerichtet haben sollen, ist nur zur Hälfte erobert.

Ebenso war die Einnahme der Mossul-Staudammes auf der anderen Seite der Grenze nur ein kurzfristiger Sieg, denn mittlerweile ist der Damm durch kurdische Peschmerga wieder zurückerobert worden, nachdem die Terroristen vergeblich versucht hatten, ihn durch Sprengfallen zu sichern. Was die Ölquellen anbetrifft, so haben die ISIS-Leute kaum Möglichkeiten, die Ausbeute auf dem Weltmarkt zu Geld zu machen, weil ihnen die regulären Vertriebsswege verschlossen sind. Lediglich am Ölschmuggel lassen sich ein paar Kröten verdienen.

Und wenn die Rebellen schon an der Einnahme des Militärflughafens Tabqa gescheitert sind – was offensichtlich der Fall ist –, dann finden sie in Syrien noch ein paar attraktive Einrichtungen mehr (Karte), an denen sie sich die Zähne ausbeissen können. Auch wenn nicht alle Einrichtungen dieselbe strategische Bedeutung haben, so lässt sich festhalten, dass das Assad-Regime das Land flächendeckend militärisch gesichert hat.

Die ganze Propaganda der Islamisten, schon bald den Nahen Osten im Sturm zu erobern und die schwarze Flagge überall dort zu hissen, wo bislang noch souveräne Staaten existieren, ist nichts als heisse Luft. Die ISIS-Fanatiker sind in ihrer Brutalität, ihrer Menschenverachtung und ihrem Todesdrang gewiss nicht zu unterschätzen – aber das heisst noch lange nicht, dass sie über die militärische Stärke verfügen, das Machtgefüge des Nahen Ostens über den Haufen zu werfen.

Dessen ungeachtet prahlen die Islamisten auf Teufel komm raus mit ihren angeblichen Erfolgen, ihrem vermeintlichen Vormarsch, den niemand stoppen könne, und ihrer legendären Unbesiegbarkeit, da sie doch den Tod geradezu herbeisehnen. Diese Propaganda bläht sich über die sozialen Medien zu einer gewaltigen Illusionsblase auf, die nicht nur von den Islamisten selbst geglaubt wird, sondern auch von westlichen Beobachtern und Analysten.

Die ISIS-Terroristen bringen Tod und Verderben, schlitzen Menschen mit Messern die Kehle auf, schneiden ihnen die Köpfe ab und kreuzigen sie, aber militärisch haben sie in Syrien nur Wüstengegenden erobert und sind unfähig, auch nur eine Stadt im Westen des Landes zu bezwingen. Ihr Vorgehen erinnert mehr an die Keystone Kops als an eine schlagkräftige Armee. Über die sozialen Medien werden sie weitere Bilder verbreiten, die ihre Grausamkeit und Skrupellosigkeit demonstrieren, aber ihre Geländegewinne werden sie über abseitig gelegene Ortschaften und wüstenreiche Gebiete hinaus kaum ausweiten können.

An dieser Stelle lohnt ein Blick in die Geschichte. Denn in etwa dem Gebiet, in dem die derzeitigen Kampfhandlungen stattfinden, hat sich schon das Osmanische Reich schwergetan, dauerhafte Sicherheit herzustellen. Damals waren es die Beduinen, die immer wieder bis vor die Tore Aleppos drangen, um zu plündern und zu erobern, bevor sie sich wieder ins Hinterland zurückzogen. Britische Quellen dokumentieren, wie komplex die Beziehung der Beduinen zu ihrem Umfeld war und wie wenig man ihnen militärisch beikommen konnte.

Für die Gegenwart heisst das: Wir müssen damit rechnen, dass wir noch für lange Zeit von den Islamisten hören und diese sobald nicht Geschichte sein werden, dass sie weitere Radikale aus Europa anziehen und noch manches Leid über die Menschen vor Ort bringen werden. Einen dauerhaften, konsolidierten, islamischen Staat aber werden sie nicht errichten.

Update 23.08.2014

Bislang haben die ISIS-Terroristen drei Versuche unternommen, den Militärflughafen Tabqa einzunehmen – und sind dreimal kläglich gescheitert:

Update II:

Angeblich soll es den Terroristen nun im vierten Anlauf gelungen sein, die Airbase einzunehmen. Mehrere Autobomben waren auf das Ziel gelenkt worden, einer davon soll der Durchbruch gelungen sein. Die syrische Luftwaffe soll daraufhin den Rückzug angetreten haben. Wenn diese Informationen stimmen, dann hat die syrische Luftwaffe zwar einen Stützpunkt verloren, die Terroristen aber nicht mehr als ein weiteres Stück Wüste erobert. Dafür hätten letztere mit angeblich einigen Hundert Toten allerdings einen sehr hohen Blutzoll bezahlt.

Update 30.08.2014

Die Vetriebsnetze für den Ölschmuggel führen schon seit längerem über die Türkei, nachdem ISIS vorher auch an das Regime verkauft haben soll. Unklar ist nicht zuletzt, wo die Einnahmen gebunkert werden – ein wesentlicher Punkt, den es bei der Bekämpfung der Terroristen zu berücksichtigen gilt.

Update 04.09.2014

Avi Issacharoff in der “Times of Israel”: “IS and al-Nusra are not military forces that can present an actual threat to a functioning conventional army. […] The big problem with these two groups is that they can cause significant damage through terror attacks. And as is always the case with terrorism, the focus is the fear it engenders among the public. […] There is no miracle or military secret here.”

Update 05.09.2014

“… the case of U.S. citizens in Somalia suggests, Syria could very well end up being a graveyard for Americans fighting there rather than a launch pad for attacks on the United States”, schreiben Peter Bergen und David Sterman auf CNN: “ISIS threat to U.S. mostly hype.”

Update 15.09.2014

Unter dem Titel “Putting the ISIS Threat in Perspective” schreibt Mark Thompson in “Time”: “[ISIS] is not a well-armed fighting force, but a ragtag collection of militants using secondhand weapons. […] The single largest category — 88 of 212 individual targets, or 42% — is “armed vehicles.” Not “armored vehicles,” like a tank or personnel carrier, but civilian pickups with machine guns mounted in the rear.”

Update 14.12.2014

Francis Fukuyama auf dem Arab Strategy Forum in Dubai: “I do not believe ISIS is a long-term powerful geopolitical actor in this region. The reason it appears powerful is because everyone around it is weak. ISIS has no overt supporters on the outside, geographically it is not in a favorable position in the deserts of Syria and Iraq.”

Update 30.07.2015

Arabische Satiriker schlagen zurück: “Lachen über die Terrormiliz“, FAZ.net, 30.07.2015

Update 21.07.2017

Nun, da Mossul zurückerobert und der IS kurz vor dem Zusammenbruch steht, erklären Experten, dass es mit der strategischen Genialität der Terrororganisation nicht so weit her ist. Wir haben es 2014 vorausgesagt (s.o.): “Einen dauerhaften, konsolidierten, islamischen Staat aber werden sie [d.h. die Terroristen des IS] nicht errichten.”